Relativität der Gleichzeitigkeit

Hier wird die Relativitätstheorie Einsteins kritisiert oder verteidigt

Re: Relativität der Gleichzeitigkeit

Beitragvon Gerhard Kemme » Di 23. Mär 2010, 19:54

Highway hat geschrieben:
Gerhard Kemme hat geschrieben:
    wenn sich die Spule bewegt und der Magnet ruht
    oder
    der Magnet sich bewegt und die Spule ruht
    oder
    Magnet und Spule sich gegeneinander bewegen
    oder
    die Geschwindigkeiten bei geradliniger Bewegung unterschiedlich sind

Befestigt man beide Bauelemente auf einem Holzstück und schwenkt dies im Kreis herum, dann wird keine Spannung induziert, d.h. wenn bei einer Kreisbewegung mit unterschiedlichen Radien die Winkelgeschwindigkeit von Spule und Magnet gleich bleiben, dann zeigt das Voltmeter keine Spannung.


Bist du da sicher? :mrgreen:


Es war meinerseits von einer Spule gesprochen worden und von keiner rotierenden Metallscheibe.

mfg
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Re: Relativität der Gleichzeitigkeit

Beitragvon scharo » Di 23. Mär 2010, 20:01

Hallo Highway,

„Du bist unpräzise. Was soll das sein bewegt? Kirche und Kirchturmspitze sind mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten unterwegs. Auch wenn du es nicht glaubst.“

Steht ganz klar geschrieben, was zu was bewegt sein soll, nämlich zueinander.
Ich habe nichts zu glauben – das weiß ich, darüber wird nicht gesprochen. Schon wieder schreibst Du „Geschwindigkeiten“ ohne sie zu präzisieren – relativ zu was?

„Insofern kann ich mich noch durchaus deiner Auffassung anschliessen, das es nur in einem dritten Bezugsystem sichtbar wird.“

Na endlich Vorschritt! :D Das und nichts anderes wollte ich Dir klar machen. Und heißt nicht „sichtbar“ sondern relativ zu diesem System.

„Ja weil du die Konsequenzen vielleicht schon am Horizont heraufziehen siehst und wahrscheinlich schon jetzt weist, dass deine Vorstellung in Verbindung mit Masse und Energie Schwierigkeiten aufwerfen wird“

Wer will jetzt philosophieren? Wo zum Teufel steht in der SRT bei ZD und LK etwas über Masse und Energie? ZD und LK sind einzig und allein aus kinematischen Betrachtungen gezogen, und genauer, aus Messungen mit Lichtsignalen unter der Voraussetzung der Invarianz der LG.

„Ich messe den Bezugsystemen nur nicht soviel Bedeutung zu um mich diesen derart sklavisch zu unterwerfen wie du es offenbar zu tun scheinst. Bezugssyteme sind nichts anderes als der Meßraum in dem gemessen wird.“

Ja, wenn Du die Bezugsysteme nicht so ernst nimmst, was willst Du dann messen? In Bezug zu was? In der SRT ist alles, absolut alles nur von Bezugsystemen abhängig.

Ich verstehe nicht, wenn einige Kritiker und Relativisten die Grundsätze der SRT missdeuten. In dem Moment, wenn ihr das erfundene, sich nicht mitdrehende BS als Grundlage nimmt, und die Bewegungen den strittigen Punkten beobachtet und auch noch dazu eine ZD zwischen den Punkten glaubt, habt ihr schon ein bevorzugtes BS eingeführt – so was nennt man Äther. Und wie mir bekannt ist, gerade die SRT verneint einen Äther.

„Im übrigen gibt auch keine zwingende Vorschrift das man von einem Bezugsystem nicht über ein ebenso willkürlich gewähltes drittes Bezugssystem, beispielsweise dargestellt auf einem Blatt Papier, ein zweites betrachten darf. Steht nirgendwo!!!“

Doch, es ist zwingend, das ist die Bedeutung der BS, sonst kommt nicht mal ein Schuh daraus. Viele selbstverständlichen Sachen stehen nirgendwo.

„Im Gegenteil, man kann es, nach der Transformation, dann entfallen lassen und ist da wo man hin will“

Nicht im Gegenteil, sondern nur durch Transformation wird ein zweites BS eliminiert, sodass die zu untersuchenden Bewegungen von Punkten in diesem zweiten BS in vorliegendes einziges BS transformiert werden.
Sind mehrere BS unbewegt zueinander, dann bilden sie ein einziges BS in dem aber mehrere KS angegeben sein können. Sind aber BS zueinander bewegt, dann kannst Du ein einziges als BS nehmen, in dem in dt das zweite schon bewegt ist – dieses zweites, oder egal auch wie viel, kannst Du auch als bewegte KS bilden. Betrachtet man dann irgendeinen bewegten Punkt, dann hat der Punkt mehrere Geschw. Vektoren – jeder für jedes KS.
Vektor – sein Ursprung (Ort) ist beim Punkt, seine Richtung und Wert bestimmt das BS, KS.
In unserem Beispiel – Beobachter auf Erdoberfläche und GeoSat. Im unbewegten - d.h. sich nicht mitdrehendes, erfundenes im Raum „stehendes“ BS (Äther) - haben die Beobachter und GeoSat die entsprechenden tangentialen zur Bahn Vektoren. Und diese Vektoren haben einen Sinn nur auf ihrem Platz, man kann sie nicht so ohne weiteres verschieben.
Jetzt in BS des Beobachters – Beobachter hat kein Vektor, da er unbewegt in seinem BS ist, GeoSat hat genauso kein Vektor, da er auch relativ zum BS des Beobachters keine Bewegung aufweist.

Das Argument von Ernst hat eher Sinn – die Lichtstrahlen werden etwas krumm aussehen (Coriolis), was aber nur eine philosophische Bedeutung haben kann – Lichtstrahlen kann man nicht so einfach „sehen“ und messen. Dagegen spricht aber das Argument, dass bei der hohen LG die Erdoberfläche in Delta t durchaus und in guter Annäherung als inertial betrachtet werden kann – alltägliche Erfahrung.

„Will man das auswerten, gelingt das nur über Transformation in die nichtrotierende Welt. Da kann man einfachkeitshalber gleich in diesem nichtrotierenden System bleiben. Und da sind die Geschwindigkeiten auf verschiedenen Radien unterschiedlich.“

Und dann bist Du in einen Äther gelandet, lieber Ernst, bist weg von der SRT. Dann vergleichst Du die zwei Uhren gegen eine dritte, die in diesem Äther ruht, die aber nicht existiert. Dann postulierst Du LG = c relativ zu diesem Äther.

@ Frau Lopez
„Ein Freund von Albert Einstein, Paul Ehrenfest, hat versucht die Postulate der SRT auf Rotationen anzuwenden und es hat ihn in die Verzweifelung gebracht.“

Bereits 1907 hat Einstein die SRT mit Beschleunigungen, Gravitation und Rotation erweitert. Und das war gerade der streitige Punkt hier. Er betrachtete ein kreisender Punkt als bewegt relativ zum Zentrum, daher Ehrenfest-Paradoxon – daher kommt auch der Schluss, Beschleunigung ist nichts andere als relative Bewegung, daher auch ZD im Beschleunigungsfeld, daher Gravitation ist gleich Beschleunigung, daher ZD in unterschiedlichen G-Potentialen, daher ist SRT die Grundlage der ART.

Viele Grüße
Ljudmil
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Re: Relativität der Gleichzeitigkeit

Beitragvon Gerhard Kemme » Mi 24. Mär 2010, 09:05

Highway hat geschrieben:Hallo Gerhard,

Gerhard Kemme hat geschrieben:
Es war meinerseits von einer Spule gesprochen worden und von keiner rotierenden Metallscheibe.

mfg


Das ist Wurscht. Stell dir die Metallscheibe mit Loch in der Mitte als Leiterschleife vor. Wenig Spannung, aber dafür viel Strom!
Mach mal einen Thread dazu auf, weil passt hier nicht so recht. taugt zum Stoff aus dem Diskussionen gemacht werden. 8-)


Es ging um den Begriff der Relativgeschwindigkeit. Wenn ein und derselbe Begriff mit unterschiedlichen Inhalten gefüllt ist, dann klappt es mit der Verständigung nicht mehr. Als Einschub also einmal den Begriff des Begriffes:

Unter einem Begriff (mittelhochdeutsch begrif oder begrifunge) versteht man die Zusammenfassung einer Vielzahl von Erscheinungen (auch Gegenstände und abstrakte Vorstellungen) zu einer gedanklichen Einheit, welche durch ein Wort ausgedrückt wird. Der Bedeutungsgehalt eines solchen Wortes umfasst somit eine ganze Vorstellungswelt, die das menschliche Subjekt mit dem Begriff verbindet. Der Begriffsinhalt wird im günstigsten Falle durch eine einzige Definition festgelegt, die seine Eigenschaften beschreibt und ihn von anderen Begriffen abgrenzt, und wird durch ein Wort oder ein Symbol bezeichnet. Mit Hilfe einer solchen Definition kann geprüft werden, ob ein Gegenstand, auf welchen der Begriff angewandt wird, auch dem Begriffsinhalt entspricht. Ein Begriff wird meist mit einer Lautfolge oder einer Zeichenkombination benannt und steht damit einer verbalen Verständigung zur Verfügung. Die Gesamtheit, der im Begriff vorhandenen Merkmale wird als Begriffsinhalt oder auch Intension bezeichnet. Die Gesamtheit der Gegenstände, die ein Begriff bezeichnet, heißt Begriffsumfang oder auch Extension des Begriffs. Je größer der Umfang des Begriffs ist, desto geringer ist sein Inhalt und umgekehrt.


Bei der Explikation eines Begriffes wie dem der Relativgeschwindigkeit käme es auch darauf an, welche Erfahrungen mit diesem verknüpft werden. Und an dieser Stelle war es meine Einlassung, dass im Sachunterricht und später auch im Schulfach Physik sich der Vorgang der Induktion eingeprägt hat, dass Spule und Magnet aneinander vorbei bewegt werden und dann eine Spannung in der Spule induziert wird. Dieser Vorgang des "Einandervorbeibewegens" wäre eigentlich das Bild, welches zur Relativgeschwindigkeit gehört, d.h. es sind zwei Autokolonnen auf zwei Fahrspuren und die bewegen sich aneinander vorbei und haben damit eine Relativgeschwindigkeit zueinander.

Wir können auch andere Bezüge zum Begriff Relativgeschwindigkeit herstellen, z.B. einen Kamm und ein Pappstückchen, wenn beide ruhend sind, dann gibt es kein Geräusch. Wenn entweder Kamm oder Pappstückchen bewegt werden, dann gibt es ein ratschendes Geräusch - da eine Relativgeschwindigkeit zwischen Kamm und Pappstückchen vorhanden ist. Dann wieder retour zur Kreisbewegung: Wenn Kamm und Pappstückchen auf verschiedenen Radien - aber miteinander in Kontakt - befestigt sind, dann gibt es kein Geräusch, weil keine Relativgeschwindigkeit vorhanden ist. Insofern wäre es eine sowohl notwendige als auch hinreichende Bedingung für das Vorhandensein einer Relativgeschwindigkeit ungleich 0, wenn sich zwei Objekte gegeneinander bewegen.

Es wäre allerdings in Diskussionen auch wenig zielführend ständig die Diskussionsgegenstände zu wechseln, z.B. indem beliebige "Rotierende Systeme, runde in sich geschlossene Koordinatensysteme, gebogene Bezugssysteme" ins Gespräch gebracht werden. Auch wenn das menschliche Gehirn als Neuronales Netzwerk funktioniert, so können unterschiedliche Gegenstände nicht alle gleichzeitig besprochen werden. Wir hatten es hier mit der Relativgeschwindigkeit geradlinig gegeneinander bewegter BS oder sonstiger Objekte zu tun und konnten da noch keine wirkliche Klärung herbei führen, danach ging es mit Kreisbewegungen weiter ohne ein Resultat der Verständigung. Also nocheinmal ein Versuch: Der Begriff der Relativgeschwindigkeit ist zutreffend, wenn als notwendige Bedingung zwei Objekte unterschiedliche Geschwindigkeiten zueinander haben und als hinreichende Bedingung diese Objekte gegeneinander bewegt werden. Somit würde bei der Kreisbewegung von zwei Punkten auf verschiedenen Radien die notwendige Bedingung, dass unterschiedliche Bahngeschwindigkeiten vorhanden sind, zwar erfüllt sein, es wäre die hinreichende Bedingung, dass sich die Objekte gegen einander bewegen, allerdings nicht erfüllt, insofern handelt es sich um keine Relativgeschwindigkeit, wenn sich zwei befestigte Objekte auf Kreisbahnen mit unterschiedlichen Radien bewegen.

mfg
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Re: Relativität der Gleichzeitigkeit

Beitragvon Hannes » Mi 24. Mär 2010, 10:45

Hallo Highway !

    "Nimm Platz auf einer Kette deiner Wahl (grün oder blau), mache es dir gemütlich (also wähle dein Bezugssystem) und beurteile die Relativgeschwindigkeit. Nimm einen Kumpel mit, der soll auf der anderen Kette Platz nehmen."

Die Diskussion um Relativgeschwindigkeite ist ja sehr unterhaltsam.
Aber du hast noch immer nicht verstanden, dass deine "Relativgeschwindigkeiten"
zu einem dritten (virtuellen) BS bezogen sind.
Und da helfen die schönsten Grafiken nichts..........
Die Geschwindigkeit zwischen zwei stationären Objekten ist eben NULL.

Mit Gruß

Hannes
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Re: Relativität der Gleichzeitigkeit

Beitragvon scharo » Mi 24. Mär 2010, 11:45

Hallo Highway,

„Dafür will ich dir schon geraume Zeit klar machen, dass es nach der gleichen Logik Bezugssysteme gibt, wo Differenzgeschwindigkeiten nicht messbar sind.“

Du machst mir nichts klar, sondern versuchst mir das Wort im Mund umzudrehen. Es ist nicht nach „gleicher Logik“, sondern fest in der Physik verankerte Bezugsysteme, die rotierende oder mitrotierende BS heißen. Und ein rotierendes Bezugssystem kann nur in einem anderen als rotierend bezeichnet werden. Und dieses andere BS merkst Du nicht.
Wenn Differenzgeschwindigkeiten nicht messbar sind, dann gibt es sie nicht – darum geht es hier.
„Aber ich habe Geduld, ich bin mir sicher dass du noch drauf kommst.“

Du brauchst keine Geduld zu haben und ich brauche nicht auf etwas drauf zu kommen, was ich Dir die ganze Zeit zu erklären versuche.

„Nirgendwo Ljudmil, nirgendwo - aber es steht auch drin, das die gleichen Naturgesetze gelten sollen.“

Ist das jetzt billige Rhetorik, oder täusche ich mich?

„Vom Äther war nicht die Rede“

Nicht von „dem Äther“, sondern von „einem Äther“. In dem Moment, als Du die Geschwindigkeiten, genauer ZD, relativ zu diesem dritten „unbewegten“ BS betrachtest und daraus schließt, dass die zwei Punkte eine ZD zueinander haben sollten, dann hast Du dieses dritte BS ausgezeichnet, ein ausgezeichnetes BS kann man dann auch Äther nennen – und ein ausgezeichnetes BS darf es laut SRT nicht geben – s. oben was Du selbst geschrieben hast – „die gleichen Naturgesetze“

„Was heißt denn hier missdeuten? Du willst dir einfach nur nicht vorstellen dass das Bezugssystem ein rundes ist, eines mit einem in sich geschlossenen Koordinatensystem. Anfang und Ende sind das gleiche. Da dreht nichts mit, da ist auch kein drittes Bezugsystem im Spiel, das Bezugsystem selbst ist rund!!!“

Was soll denn das? Rundes BS? Wo hast Du das gelesen? S. oben – es gibt nur rotierende BS, und rotieren kann ein BS nur in einem anderen, als „unbewegt“ postuliertes BS.

„Einstein beschreibt zwei runde Bezugssysteme abgewickelt als zwei äquivalente Bezugssystemem dargestellt in der Ebene.“

Dass Einstein viel Unsinn geschrieben hat, ist uns bekannt, aber so einen doch nicht.
Was ist „die Ebene“? Schau auch Dein Bildchen – da brauche ich nichts zu verstehen, sondern Du, dass es sich um die Betrachtung aus dem dritten „unbewegten“ BS (Ebene?) handelt – und ich dachte, Du hast es endlich eingesehen.
Vorschritt gibt es aber, Du redest nicht mehr von angeblich nur den BS der zwei Punkte und vom Sicht eines diesen BS. Hast schon gemerkt, dass Du ununterbrochen aus der Sicht des dritten BS geredet hast?
Also sag es endlich, im Bezugssystem eines diesen Punkten gibt es keine Relativgeschwindigkeit zueinander. Dann kannst Du dich von mir aus zu Ernst gesellen und meinen, diese BS hältst Du als z.B. „nicht physikalisch“, oder dass die Kinematik eine falsche Physik sei oder egal auch was. Aber sturhaft zu behaupten, es wäre kein drittes BS im Spiel und „runde“ BS zu erfinden, ist lächerlich.
Du könntest dich auch zu Trigemina (Relativisten) gesellen und behaupten, die zwei Punkte liegen unbewegt in einem rotierenden BS, das die SRT nicht befriedigt und deswegen soll man sie aus einem (bevorzugten) IS betrachten, wo jetzt die Punkte verschiedene Geschw. relativ zu diesem IS aufweisen, zugleich aber auch behaupten, in dt ist die rotierende Erde in guter Annäherung doch ein IS und das der SRT genügt.

„Ich wundere mich aber, das der Kumpel sich mal relativ zu mir bewegt und mal nicht.“

Wenn Dir „mal nicht“ bewusst geworden ist, dann ist das Problem gelöst. Wir reden nur über dieses Stück – „mal nicht“.

Hast Du heute die Kirche angeschaut? Ist die Turmspitze immer noch bei der Kirche? Ja dann, doch keine Relativgeschwindigkeit zueinander!

Gruß
Ljudmil
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Re: Relativität der Gleichzeitigkeit

Beitragvon Harald Maurer » Mi 24. Mär 2010, 12:30

scharo hat geschrieben:Und ein rotierendes Bezugssystem kann nur in einem anderen als rotierend bezeichnet werden.

Dann wäre ja auch Rotation eine Relativbewegung, weil es nur in Bezug zu einem anderen BS feststellbar wäre. So ist es aber nicht. Rotation ist eine Absolutbewegung! Sie ist ohne Zuhilfenahme eines zusätzlichen BS feststellbar.
Anders bei gleichförmiger Translation. Da diese sich dem Relativitätsprinzip nach von Ruhe nicht unterscheidet, ist sie nur als Bewegung konstatierbar, wenn ein zweites BS existiert, zu welchem sich die Bewegung relativiert.

In der Debatte geht es darum, ob Differenzgeschwindigkeiten in rotierenden BS relevant für die SRT sein können. Die gängige Praxis der Relativisten bestätigt dies - andernfalls wäre der Hafele & Keating Versuch von vornherein nicht als Bestätigung der SRT zu werten und müsste als glatter Betrug bezeichnet werden.

Absolutbewegungen können - wie Farraday bewies - ebenfalls eine Induktion elektr. Ströme erzeugen, auch wenn sich die beteiligten Objekte (Magnete, Spulen, Scheiben oder was auch immer) stationär verhalten! Das ist zumindest ein Indiz dafür, dass irgendeine Art von Relativbewegung (z.B. gegenüber dem Magnetfeld, das sich im Raum fixiert) vorliegt.

Jedenfalls wertet die SRT Bewegungen auf unterschiedlichen Breitengraden als für die ZD relevant - und deshalb muss man sich damit auseinandersetzen, wenn man die SRT kritisiert. Die Grundlage, nämlich Bewegung bzw. Differenzgeschwindigkeit zu leugnen, ist zu wenig ... und auch der falsche Weg für den Kritiker, der damit auch negiert, dass sich hier eine praktische Möglichkeit experimenteller Prüfung der Theorie auftut!

Grüße
Harald Maurer
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Re: Relativität der Gleichzeitigkeit

Beitragvon Harald Maurer » Mi 24. Mär 2010, 13:47

Chief hat geschrieben:Aus Sicht der SRT kann sich jeder Beobachter als "RUHEND" bezeichnen. Somit hat diese Diskussion überhaupt nichts mit der SRT zu tun.

:?: Verstehe ich nicht.

Schon aus Sicht des Relativitätsprinzips (Galilei!) kann sich jeder Beobachter als ruhend definieren. Die Diskussion hat demnach deshalb mit der SRT zu tun, weil sie mit dem Relativitätsprinzip zu tun hat.

Grüße
Harald Maurer
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Re: Relativität der Gleichzeitigkeit

Beitragvon Hannes » Mi 24. Mär 2010, 14:13

Hallo Harald !

    "Jedenfalls wertet die SRT Bewegungen auf unterschiedlichen Breitengraden als für die ZD relevant - und deshalb muss man sich damit auseinandersetzen, wenn man die SRT kritisiert. Die Grundlage, nämlich Bewegung bzw. Differenzgeschwindigkeit zu leugnen, ist zu wenig ... und auch der falsche Weg für den Kritiker, der damit auch negiert, dass sich hier eine praktische Möglichkeit experimenteller Prüfung der Theorie auftut!"

Wenn die SRT Bewegungen auf unterschiedlichen Breitengraden als ZD-relevant
bewertet, so muuss sie doch sagen, zu welchem Bezugssystem die Geschwindigkeiten
ermittelt werden.
Zum Bezugssystem ERDE sicher nicht !
Wenn die SRT ein anderes Bezugssystem wählt, so soll sie es sagen.
Es könnte ja der Weltraum sein, der die Erde umgibt. Warum sagt sie das nicht ?
Das kann doch nicht so schwer sein ?

Mit Gruß

Hannes
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Re: Relativität der Gleichzeitigkeit

Beitragvon scharo » Mi 24. Mär 2010, 16:54

Hallo Highway,

„Habe ich zwar nicht, aber in dem Punkt herrscht Konsens. Die Kirchturmspitze ist wahrscheinlich noch da wo sie gestern war.“

Wenn die Kirchturmspitze noch da ist, dann hat sie sich von der Kirche (Boden) nicht entfernt. Das bedeutet, sie hat relativ zum Kirchenboden keinen Weg zurückgelegt. Keinen Weg zurückgelegt = keine Geschwindigkeit zwischen Turmspitze und Kirchenboden.
Einverstanden damit?

Gruß
Ljudmil
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Re: Relativität der Gleichzeitigkeit

Beitragvon scharo » Mi 24. Mär 2010, 17:00

Lieber Harald,

„Dann wäre ja auch Rotation eine Relativbewegung, weil es nur in Bezug zu einem anderen BS feststellbar wäre.“

Von „feststellen können“ ist nicht die Rede. Feststellen kannst Du nur Kräfte und daraus wirst Du aus Erfahrung schließen, wer sich dreht. Ohne Kräfte messen, kannst Du nicht feststellen, ob Du dich drehst – dann brauchst Du ein Referenzsystem, um zu sagen, einer von uns dreht sich.
Und wir reden über ZD in der SRT – wie Dir sehr gut bekannt ist, und wie Du ständig betonst, entsteht die ZD aus Messungen mit Funk-, Lichtstrahlen – reinste Kinematik, da ist nichts mit Kräften.
Als absolut würde ich die Rotation, Kreisbewegung auch nicht unbedingt bezeichnen, es ist schon klar was gemeint ist. Für „absolut“ braucht man eine absolute Referenz – und die gibt es nicht. Rotation, Kreisbewegung würde ich auch als Relativbewegung bezeichnen, wobei die Relation die vorherige Inertialbewegung des gleichen Punktes wäre. Das bedeutet – würde man den kreisenden Punkt freilassen, wird er sich tangential inertial weiter bewegen, eine Kraft nach dt zwingt ihn aber die Bewegungsrichtung zu ändern – oder dieser gezwungene Richtungswechsel, bzw. neue Richtung ist relativ zu der alten Richtung und Position des Punktes.

„andernfalls wäre der Hafele & Keating Versuch von vornherein nicht als Bestätigung der SRT zu werten und müsste als glatter Betrug bezeichnet werden.“

Genau das ist der Hafele & Keating – „Versuch“ – glatter Betrug - die Betrachtung wird in einem bevorzugten BS „verrechnet“. Sie haben „vergessen“, dass die „ruhende“ Referenzuhr sich auf der rotierenden Erdoberfläche befindet und gegen eine nicht existierende „ruhende“ Uhr verrechnet. Das ist das Paradebeispiel dafür, dass Relativisten nicht mal mit Elementarphysik zurechtkommen und unbewusst einen Äther einführen.
Mittlerweile haben einigen das begriffen und reden über Hafele & Keating als „geglückter“ Versuch für ZD bei verschiedenen G-Potentialen – nichts ist mehr mit „bewegten zueinander Uhren“.

„Absolutbewegungen können - wie Farraday bewies - ebenfalls eine Induktion elektr. Ströme erzeugen, auch wenn sich die beteiligten Objekte (Magnete, Spulen, Scheiben oder was auch immer) stationär verhalten!“

Das hat hier nichts zu suchen. Besser in anderem Thread, weil zuerst muss man klären, was Magnetfeld ist und wie es entsteht.

„Jedenfalls wertet die SRT Bewegungen auf unterschiedlichen Breitengraden als für die ZD relevant - und deshalb muss man sich damit auseinandersetzen, wenn man die SRT kritisiert. Die Grundlage, nämlich Bewegung bzw. Differenzgeschwindigkeit zu leugnen, ist zu wenig ... und auch der falsche Weg für den Kritiker, der damit auch negiert, dass sich hier eine praktische Möglichkeit experimenteller Prüfung der Theorie auftut!“

Nein, lieber Harald, es gibt Kritiker, die nicht bereit sind die klassische Physik zu leugnen, um den Relativisten einen auszuwischen. Und umgekehrt, mit der nicht existierende Differenzgeschwindigkeit fällt die ART zusammen. Diese Kritiker sind genauso nicht bereit den Relativisten nachzumachen und Bezugssysteme und Relativgeschwindigkeiten durcheinander zu bringen.
Und richtig – wenn die Relativisten Hafele & Keating, sowie Einsteins Schmarrn befürworten, dann müsste logischerweise eine Zeitdilatation zwischen Breitengraden existieren und sich aufsummieren – davon merkt aber keiner was.

Liebe Grüße
Ljudmil
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