Es gibt keine Kausalitätsverletzungen in der SRT

Hier wird die Relativitätstheorie Einsteins kritisiert oder verteidigt

Re: Es gibt keine Kausalitätsverletzungen in der SRT

Beitragvon Yukterez » Fr 11. Okt 2013, 17:43

Es ist zu erwarten, dass Apologeten der SRT gewisse Fragen der Kritik nicht verstehen wollen! Da wird nach allen Regeln der Kunst ausgewichen und vernebelt.

Nicht doch, wofür hältst du mich denn.

Harald Maurer hat geschrieben:In beiden IS besteht die Möglichkeit, diese Blitze gleichzeitig zu messen, solange nicht definiert ist, welches der beiden IS ruht und das andere somit das bewegte IS ist. Frage: Welches der beiden IS ruht in Bezug zum anderen?
Wird eines der beiden IS als ruhend definiert, dann möchte ich wissen, warum gerade dieses und nicht das andere! Die Bezeichnungen O und O' sind vertauschbar und werden erst vergeben wenn eines der beiden IS als das ruhende IS definiert ist. Auf welches IS fällt die Wahl und welche Gründe gibt es dafür?

Als ruhend definiert wird jenes IS, aus dessen Perspektive deine Illustration stammt! Leider ist auf dem Bild keine Relativgeschwindigkeit und Ruhelänge angeschrieben, aber wäre diese zB v=√3/2×c, und der Zug im System O in seiner eigenen Wahrnehmung 600m lang, dann müsste der Zug im System O' sich selbst als 1200m lang wahrnehmen, und den Zug in O als 300m. Dann wäre es Zug O, in dem die Blitze gleichzeitig einschlagen. Zeigt dein Bild die Sicht des Bahnhofs, dann wären beide Züge (bei obiger Geschwindigkeit) eigentlich doppelt so lang, dann schlügen die Blitze für keinen der beiden Züge gleichzeitig ein. Das kann man sich hinterher nicht mehr aussuchen, in welchem IS das jetzt gleichzeitig war, sondern das wird von der Natur vorgegeben!

Relativistisch denkend, Yukterez.
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Re: Es gibt keine Kausalitätsverletzungen in der SRT

Beitragvon DerDicke » Fr 11. Okt 2013, 19:30

@Herr Maurer:

Die Szenarien
(1) Blitze gleichzeitig in S
(2) Blitze gleichzeitig in S'
sind 2 unterschiedliche Szenarien.

Daß es einen Unterschied macht für welches IS Sie einen Wert vorgeben, das gibts übrigens auch unter Galilei. Beispiel:

Die Szenarien
(1) Fußgänger ruht in S
(2) Fußgänger ruht in S'
sind unter Galilei 2 unterschiedliche Szenarien.




Harald Maurer hat geschrieben:Das Szenario ist so vorzugeben, dass eines dieser beiden IS ruht und das andere IS sich an diesem vorbei bewegt.

Harald Maurer hat geschrieben:Wird eines der beiden IS als ruhend definiert, dann möchte ich wissen, warum gerade dieses und nicht das andere!

Harald Maurer hat geschrieben:Die Bezeichnungen O und O' sind vertauschbar und werden erst vergeben wenn eines der beiden IS als das ruhende IS definiert ist. Auf welches IS fällt die Wahl und welche Gründe gibt es dafür?



Sie haben offenbar nicht verstanden, daß S und S' nach Relativitätsprinzip gleichbereichtigt sind. Ihr Verwirrspiel ist nur so zu erklären, daß Sie von einer fixen Idee besessen sind dem Begriff "ruhend" eine physikalische Bedeutung unterzujubeln. Da "ruhend" - "nicht ruhend" in Ihrem Szenario jedoch reine Benennungen sind, ohne jede physikalische Bedeutung, kann man diese jederzeit durch "Detlef" und "Bertram" ersetzen:


Das Szenario ist so vorzugeben, dass eines dieser beiden IS "Detlef" heißt und das andere IS sich an diesem vorbei bewegt.

Wird eines der beiden IS als "Detlef" definiert, dann möchte ich wissen, warum gerade dieses und nicht das andere!

Die Bezeichnungen O und O' sind vertauschbar und werden erst vergeben wenn eines der beiden IS als das Detlef-IS definiert ist. Auf welches IS fällt die Wahl und welche Gründe gibt es dafür?





Darauf gibts allerdings eine klare Antwort:
Harald Maurer hat geschrieben:Frage: Welches der beiden IS ruht in Bezug zum anderen?

Keines! Es ist ja wohl der Witz Ihres Szenarios, daß beide IS gegeneinander relativbewegt sein sollen. Im übrigen ist Ihnen möglicherweise entgangen, daß ein IS nur dann im Bezug zum anderen ruhen kann, wenn auch das andere im Bezug zum ersten ruht.
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Re: Es gibt keine Kausalitätsverletzungen in der SRT

Beitragvon Ernst » Fr 11. Okt 2013, 20:35

Highway hat geschrieben:
Ernst hat geschrieben:...
Im Prinzip ist's aber nicht anders als bei der GT, wo gilt:
Wenn A und B in S ruhen, dann ruhen A und B nicht in S'. Wenn A und B in S' ruhen, dann ruhen A und B nicht in S.
Merkwürdig, daß das nicht verstanden wird....


Was wird von wem, wo nicht verstanden? Ich schrieb:
...A und B ruhen nicht in S' und A' und B' ruhen nicht in S, aber A und B ruhen in S und A' und B' ruhen in S'...

Die gestrichenen Bezeichnungen A'B' sind überflüssig.
Da sind lediglich zwei äquidistante Raumpunkte A und B. Die sind in unterschiedlichen Koordinatensystemen vom Typ IS darstellbar. Es gibt nur ein einziges IS, in welchem AB ruhen. In allen anderen IS sind AB bewegt.

In unserem Beispiel schlagen die Blitze in zwei Punkte AB ein, welche im IS Bahnhof ruhen (meinetwegen Bahnsteiglaternen). Diese Punkte AB sind in allen anderen IS, also auch im IS Zug, bewegt. Ganz einfach.

Wie Harald da gleichsam auf den Gedanken kommen kann, die Bahnsteiglaternen können auch im IS Zug ruhend angenommen werden, ist mir schleierhaft.
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Strich oder nicht Strich, das ist hier die Frage

Beitragvon Yukterez » Fr 11. Okt 2013, 22:12

Bub Ernst,

wenn A und B in S ruhen, wo, wenn nicht in S', sollen dann A' und B' ruhen?

Kreuzverhörend,

Yukterez
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Re: Es gibt keine Kausalitätsverletzungen in der SRT

Beitragvon Harald Maurer » Sa 12. Okt 2013, 00:06

Ernst hat geschrieben:Man muß sich entscheiden, welchen Tatbestand man untersuchen will. Will man einen Tatbestand untersuchen, in welchem die Punkte AB in S ruhen, oder den ganz anderen Tatbestand, in welchem die Punkte A'B' in S' ruhen. In unserem Beispiel: Sollen die Einschlagpunkte AB in S (Bahnsteig) ruhen oder sollen die Einschlagpunkte A'B' in S' (Zug) ruhen.

Der Tatbestand ist - wie hier schon mehrmals beschrieben -, dass zwei Blitze durch Zug und Bahndamm schlagen! Dieser Tatbestand ist für beide Systeme daher in diesem Augenblick derselbe. Auf jeder Seite schlägt ein Blitz durch den Zug in den Bahndamm - und beide Blitze werden in den Systemen wahrgenommen. Daher nun die Frage, wie willst Du diese Orte der aufblitzenden Lichtquellen einem bestimmten System zuordnen, in welchem sie ruhen sollten - und im anderen nicht?

Yukterez hat geschrieben:Als ruhend definiert wird jenes IS, aus dessen Perspektive deine Illustration stammt! Leider ist auf dem Bild keine Relativgeschwindigkeit und Ruhelänge angeschrieben, aber wäre diese zB v=√3/2×c, und der Zug im System O in seiner eigenen Wahrnehmung 600m lang, dann müsste der Zug im System O' sich selbst als 1200m lang wahrnehmen, und den Zug in O als 300m. Dann wäre es Zug O, in dem die Blitze gleichzeitig einschlagen. Zeigt dein Bild die Sicht des Bahnhofs, dann wären beide Züge (bei obiger Geschwindigkeit) eigentlich doppelt so lang, dann schlügen die Blitze für keinen der beiden Züge gleichzeitig ein. Das kann man sich hinterher nicht mehr aussuchen, in welchem IS das jetzt gleichzeitig war, sondern das wird von der Natur vorgegeben!


Was ist das für eine Hyper-Relativitätstheorie, in der sich die Züge selbst unterschiedlich lang wahrnehmen können? Ist das eine neue Theorie? Ich kenne auch nur eine, in der sich Zuglängen konkret verändern könnten - und das ist die LET von Lorentz. Von dieser ist hier nicht die Rede.

Und dann kamen noch Belehrungen von dem Dicken und von Ernst, die alle am vorliegenden Szenario vorbei gehen. Zwischen 2 zueinander bewegten IS zählt nur die Relativgeschwindigkeit. Nimmt ein Beobachter in seinem Ruhesystem (da befindet er sich stets, auch wenn sich das System bewegt) zwei räumlich getrennte Ereignisse wahr und will er wissen, wie diese Ereignisse vom Ruhesystem des anderen IS aus gemessen werden, so wendet er die LT an. Dazu definiert er sich erstmals als ruhend und sieht den anderen als bewegt an. Die LT gibt ihm nun an, wie der andere Beobachter diese Ereignisse in dessen Ruhesystem misst, wobei für diesen nun das Ausgangssystem für die LT das bewegte ist. Um also die LT durchzuführen, ist das System, das als Ausgangssystem für die Transformation dienen soll, zwingend als ruhend zu definieren! Die Systeme sind aber gleichberechtigt; sich als ruhend anzusehen, dem gegenüber sich alle anderen IS bewegen oder auch ruhen, steht jedem IS zu.
Im gegebenen Szenario schlagen in S bei x=1 LS und x=-1LS zwei Blitze ein, die in diesem System als gleichzeitig gemessen werden. Diese Blitze werden auch in S' gesehen. Die Annahme, S sei ruhend und S' sei bewegt, ist eine reine Sache der Definition. Mit gleichem Recht kann sich S' als ruhend ansehen, und dann ist eben S das bewegte System. Da jedes System seine Eigenzeit hat, kann eben auch S' diese beiden Blitze als gleichzeitig messen. Erst wenn eines der Systeme als Ausgangssystem für die LT bestimmt und ruhend definiert wird, ergibt sich mit der LT die Ungleichzeitigkeit der Blitze im anderen System, das als bewegt angesehen wird. Das Licht der beiden Blitze kann keinem der Systeme a priori zugeordnet werden, denn es hat eine invariante Geschwindigkeit. Man kann also genauso gut definieren: im IS S' schlagen bei x'=1 LS und x'=-1 LS die Blitze ein. Damit ist das IS S' als Ausgangssystem für die LT festgelegt, und damit auch, dass diese Blitze im System S nicht als gleichzeitig gemessen werden. Ehe nicht eines der Systeme als ruhend definiert ist, liegt eine unbestimmte SItuation vor, weil aus einem bewegte definierten System keine LT möglich ist. DIese transformiert stets von einem Ruhesystem in das andere Ruhesystem! Die Blitze sind nicht a priori in einem System gleichzeitig und im anderen ungleichzeitig, sondern das wird sich erst mit der LT ergeben, und diese Ungleichzeitigkeit, also die RdG hängt eben davon ab, welches der Systeme man als Ausgangssystem für die LT wählt, indem man dieses als ruhend definiert, und das kann eben jeder Beobachter in seinem IS tun! Und ehe diese Definition nicht fest steht, steht auch das System, dem gegenüber die RdG wirksam wird, nicht fest. Und das vorgegebene Szenario gibt eben nicht die Möglichkeit, von vornherein die Gleichzeitigkeit der Blitze einem bevorzugten IS zuzuteilen, weil ein ruhend definierbares IS und das damit bewegte andere IS keinen Absolutzustand darstellen können. Jedes IS ist gleichermaßen bewegt und als ruhend nur definierbar, weil es den Zustand absoluter Ruhe nicht gibt.
Und deshalb ist es eben nun so, dass die RdG davon abhängt, welches der Systeme man als ruhend ansieht, und damit die RdG im bewegten System auftritt. Damit ist auch die Richtung der Transformation festgelegt, und nur noch eine Rücktransformation möglich aber keine direkte vom anderen System als Ausgangssystem für die Transformation. Denn dann kommt es zu Widersprüchen. Mit der Wahl eines der Systeme als das ruhende erzeugt die LT daher eine Absolutsituation, die dem RP widerspricht! Und mit dieser Wahl wird das Auftreten eines bestimmten physikalischen Phänomens (die Ungleichzeitigkeit zweier Blitze) in einem der Systeme vorherbestimmt.
Da wird nun allerlei obskure Gedankenakrobatik entgegen gesetzt, die leider völlig nutzlos ist. Ehe nicht eines der Systeme als ruhend definiert ist, können die Blitze in beiden Systemen gleichzeitig konstatiert werden, da nicht a priori und naturgegeben feststehen kann, welches der Systeme vorne und hinten eine andere Zeitanzeige hat! A priori hat jedes System seine Eigenzeit in Form synchron laufender Uhren.

Zu dem hier schon mehrmals eingestellten Bild schreibt Petry eben nun mal hier: http://de.wikibooks.org/wiki/Spezielle_ ... e:_Teil_II
Wir vergegenwärtigen uns die Situation: In den Punkten A und B, die im System S die Koordinaten 300 m bzw. –300 m haben, schlagen »gleichzeitig« zwei Blitze ein. Wir wissen inzwischen, dass »gleichzeitig« keine allgemein gültige Eigenschaft bezeichnet; wir müssen uns daher entscheiden, für welchen Beobachter – d. h. in welchem System – die Blitzeinschläge gleichzeitig sein sollen. Wir entscheiden uns für das System S. Für einen Beobachter in S also schlagen die beiden Blitze gleichzeitig zur Zeit t = 0 ein.

Das dargestellte Szenario gibt also die Möglichkeit einer Entscheidung. Anhand dieser Darstellung hätte man sich demnach auch dazu entscheiden können, dass im System S' die Blitze gleichzeitig sein sollen! Wer das nicht kapiert, hat ein Problem mit der Logik. Aber das haben Einsteins Apologeten sowieso.

Grüße
Harald Maurer
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Re: Es gibt keine Kausalitätsverletzungen in der SRT

Beitragvon Yukterez » Sa 12. Okt 2013, 01:19

Harald Maurer hat geschrieben:Was ist das für eine Hyper-Relativitätstheorie, in der sich die Züge selbst unterschiedlich lang wahrnehmen können? Ist das eine neue Theorie? Ich kenne auch nur eine, in der sich Zuglängen konkret verändern könnten - und das ist die LET von Lorentz. Von dieser ist hier nicht die Rede.

Jeder nimmt an sich selber seine eigene Ruhelänge wahr! Wenn die Illustration aus dem IS von O gezeichnet ist, dann schlagen die Blitze in O gleichzeitig ein, aber nicht in O'. Wenn man am 600m langen Bahnhof den mit √3/2×c bewegten Zug auch 600m lang wahrnimmt, dann muss dessen Ruhelänge nach L÷√(1-v²/c²)→600m÷√(1-3/4)=1200m doppelt so lang sein, wie am Bild, und er muss den Bahnhof ebenso auf die Hälfte geschrumpft sehen, wie der ihn: 600m×√(1-3/4)=300m, daher das Verhältnis 1200m:300m für die Perspektive aus O', wenn die 600m:600m sich auf O beziehen (siehe Animation). Für zwei IS braucht man eigentlich zwei Bilder, dann hat man auch zwei verschiedene Längenverhältnisse. So einfach ist das!

Von einem IS ans andere transformierend, Yukterez.
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Re: Es gibt keine Kausalitätsverletzungen in der SRT

Beitragvon Harald Maurer » Sa 12. Okt 2013, 02:40

Yukterez hat geschrieben:Jeder nimmt an sich selber seine eigene Ruhelänge wahr! Wenn die Illustration aus dem IS von O gezeichnet ist, dann schlagen die Blitze in O gleichzeitig ein, aber nicht in O'. Wenn man am 600m langen Bahnhof den mit √3/2×c bewegten Zug auch 600m lang wahrnimmt, dann muss dessen Ruhelänge nach L÷√(1-v²/c²)→600m÷√(1-3/4)=1200m doppelt so lang sein, wie am Bild, und er muss den Bahnhof ebenso auf die Hälfte geschrumpft sehen, wie der ihn: 600m×√(1-3/4)=300m, daher das Verhältnis 1200m:300m für die Perspektive aus O', wenn die 600m:600m sich auf O beziehen (siehe Animation). Für zwei IS braucht man eigentlich zwei Bilder, dann hat man auch zwei verschiedene Längenverhältnisse. So einfach ist das!

Kompletter Unsinn! Ruhelängen sind in der SRT invariant und verändern sich nicht. Und kein Beobachter würde den anderen Zug geschrumpft "sehen", sondern ganz im Gegenteil aufgrund der endlichen Lichtgeschwindigkeit verlängert. Was die Beobachter "sehen" oder "wahrnehmen" ist völlig irrelevant. Die LK der SRT ist ein Ergebnis aus einer Messung, wobei sich die Messergebnisse voneinander unterscheiden, weil einmal ungleichzeitig und ein andermal gleichzeitig gemessen wird. Mit den materiell gegebenen Längen hat das nichts zu tun. Auch haben im gegebenen Beispiel die Längen irgendwelcher Züge und Bahnhöfe gar keine Bedeutung. Es geht um Koordinaten. Schlagen im IS S zwei Blitze ein auf x=1 LS und x=-1 LS und t=0 , dann liegt der Koordinatenursprung offenbar in der Mitte von zwei Koordinatenpunkten A und B in S, die 2 LS voneinander entfernt sind. Diesen Koordinatenursprung transformiert die LT automatisch ebenfalls in die Mitte des Systems S', indem sie ergibt x'=1,1547 LS und x'=-1,1547 LS. Diese Punkte liegen für S', deshalb weiter auseinander, weil in S' diese Punkte nicht gleichzeitig, sondern ungleichzeitig gemessen werden, nämlich bei t'=-0,57735 s und t'=0,57735 s, währenddessen sich S bewegt. Misst S' diese Punkte aber gleichzeitig, dann misst es diese Punkte kürzer! Weil die Uhren in den Systemen nicht synchron sind! Alle diese unterschiedlichen Messungen bedeuten nicht, dass sich Objekte oder Koordinatensysteme tatsächlich verkürzen. Es gibt nach dem RP für Inertialsysteme keinen Unterschied zwischen bewegt oder ruhend, man kann daher keinen dieser Bewegungszustände für irgendeine Veränderung von Objekten oder Strecken hernehmen. Wie die LT ergibt, decken sich die Koordinatenursprünge der beiden Systeme auch nach der Transformation, aber S' hat den Punkt B schon vor 0,5775 s gemessen und wird den Punkt A erst in 0,57735 s messen! Das ist der ganze Zauber! Es ist völlig verfehlt, die unterschiedliche Messung von Längen für die RdG verantwortlich zu machen, denn "schuld" daran sind die Uhren, ihre Synchronisation und die Definition der Gleichzeitigkeit. Die ganze SRT steht auf diesem Uhrspektakel, und auch die LK wird dadurch bewirkt - aber als Messung und nicht als konkrete Veränderung irgendwelcher Längen. Derartiges wäre ja ein noch schlimmerer Unsinn als die SRT ohnehin schon ist. Da müsste ein Objekt in seiner Länge gegenüber mehreren relativ mit unterschiedlicher Geschwindigkeit bewegten Beobachtern unterschiedlich schrumpfen - wie soll das denn funktionieren? Aber diese Beobachter werden das Objekt sehr wohl unterschiedlich lang messen! Weil sich das nach der Einsteinschen Messvorschrift eben so ergibt. Diese Messeffekte zu ontologisieren ist völliger Mumpitz!
Die angesprochene Illustration zeigt erstmal eine bei der Begegnung der Systeme und dem Moment der Blitzeinschläge für beide Systeme völlig identische Situation. Da misst noch keiner eine Länge (was ohnehin gar nicht notwendig ist), sondern es muss entschieden werden, in welchem System die Blitze gleichzeitig sein sollen. Und das kann aus dieser identischen Situation heraus eben sowohl S als auch S' sein. Das ist Bestimmungsphysik - aber über die Natur zu bestimmen obliegt dem lieben Gott, der gar nicht so lieb ist, weil er uns mit der SRT bloß ein weiteres Übel auf die Welt gebracht hat. 8-)

Grüße
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Re: Es gibt keine Kausalitätsverletzungen in der SRT

Beitragvon Guten Tag » Sa 12. Okt 2013, 10:01

@ Harald Maurer

Ein Bauer (A) schickt Strom durch einen Weidezaun, an dem in unterschiedlicher Entfernung Kühe lehnen, Richtung (B).
Erreicht dieser Strom eine Kuh, so springt diese in die Höhe. Unter der Annahme die Geschwindigkeit des Stromes ist gleich der
Geschwindigkeit des Lichtes sieht:
(A) die Kühe nacheinander springen und
(B) die Kühe gleichzeitig springen

Was also ist an einer "Bestimmungsphysik" schlecht, die relativistische Geschwindigkeiten beschreibt?
Und wo bitte wird das RP verletzt, wenn man sich für ein System der Beschreibung entscheidet?
Das RP sagt nichts darüber aus, das Ereignisse überall gleich wahrgenommen werden. Es sagt aus, daß Naturgesetze unabhängig
vom Bewegungszustand eines Beobachters sind, d.h. es gibt kein absolut bevorzugtes System. Die Entscheidung für eine Sichtweise
bedeutet nicht eine Bevorzugung im Sinne einer absoluten Bevorzugung. Denn eben der mögliche Wechsel dieser Bevorzugung
zeigt die Relativität.

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Re: Es gibt keine Kausalitätsverletzungen in der SRT

Beitragvon fallili » Sa 12. Okt 2013, 10:36

Ernst hat geschrieben:Die gestrichenen Bezeichnungen A'B' sind überflüssig.
Da sind lediglich zwei äquidistante Raumpunkte A und B. Die sind in unterschiedlichen Koordinatensystemen vom Typ IS darstellbar. Es gibt nur ein einziges IS, in welchem AB ruhen. In allen anderen IS sind AB bewegt.

.


Genau das ist MEIN Problem !

Deswegen nehme ich keine Laternen und keine Blitze sondern lasse an diesen Punkten "abklatschen".
Blitz oder Lampe kann in einem IS oder im anderen IS "einschlagen oder aufleuchten".

Klatschen geht nur, wenn EINE Hand aus einem IS die ANDERE HAND AUS DEM ANDEREN IS trifft.

Also befinden sich die Hände des einen IS an diesen äquidistanten Punkten - und die Hände aus dem anderen (bewegten) IS MÜSSEN auch an EXAKT an diesen äquidistanten Punkten sein.
Und so etwas ist aber - wie alle SRT Anhänger durchaus richtig schreiben - laut SRT NICHT möglich.
(Bzw. ich schreib schon seit x Beiträgen, dass diese Situation in der SRT nicht darstellbar ist)

Was also nur bedeuten kann - gleichzeitiges abklatschen ist entweder in beiden IS gleichzeitig oder in KEINEM IS gleichzeitig möglich.
Ersteres verbietet die SRT letzteres verbietet die reale Erfahrung.

Noch einmal: Wie soll etwas klatschen wenn die zweite Hand dazu nicht an den selben äqidistanten Raumpunkten vorhanden ist.
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Re: Es gibt keine Kausalitätsverletzungen in der SRT

Beitragvon Kurt » Sa 12. Okt 2013, 10:47

Guten Tag hat geschrieben:Ein Bauer (A) schickt Strom durch einen Weidezaun, an dem in unterschiedlicher Entfernung Kühe lehnen, Richtung (B).
Erreicht dieser Strom eine Kuh, so springt diese in die Höhe. Unter der Annahme die Geschwindigkeit des Stromes ist gleich der
Geschwindigkeit des Lichtes sieht:
(A) die Kühe nacheinander springen und
(B) die Kühe gleichzeitig springen


Was sagt:
a: der Tierschutz dazu wenn du soviel Power draufgibst dass die Kuh gleich hochspringt?
b' was sagt die Kuh/Kühe aus mit welcher Geschwindigkeit der Strom auf sie zukam?
c' was sagt der Bauer aus, der am Anfang der Leitung steht, mit welcher Geschwindigkeit der Strom zur Kuh/Kühe geflossen ist?

Zu deiner Frage: (A) ist richtig.


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