Yukterez hat geschrieben:Es ist ja so, daß wegen der Längenkontraktion zu dem Zeitpunkt, wo die Uhren auf den rechten Seiten synchronisiert werden, drei verschiedene Situationen vorliegen, weshalb die linken Zuguhren, wenn sie im zweiten Beispiel (Sicht des Bahnhofs) gleichzeitig mit den rechten Uhren ihre Signale austauschen können, in Beispiel 1 und 3 (Sicht von Zug 1 und Zug 2) zu dem Zeitpunkt ganz wo anders sind. In meinem Bild haben Zug 1, Bahnhof und Zug 2 die gleiche Ruhelänge (L=400px):
Willst Du jetzt mit der Längenkontraktion die relative Uhrensynchronisation begründen? Und mit den asynchronen Uhren dann wiederum die Längenkontraktion? Siehst Du den Zirkelschluss nicht? Die Längenkontraktion ist in der SRT ein Messeffekt aufgrund der Asynchronizität der Uhren und folglich der RdG. Die unterschiedlich laufenden Uhren sind der Grund für die unterschiedliche Messung einer Länge, aber die Längen haben mit der Asynchronizität der Uhren nichts zu tun.
Die Grundlage der SRT ist Einstens Definition der Gleichzeitigkeit, die von einer bestimmten Methode der Uhrensynchronisation abhängt. Das ist nur eine Konvention und kann man so annehmen oder auch nicht. Aus dieser Gleichzeitigkeitsdefinition und der Synchronmethode unter Annahme des Postulats folgt RdG und ZD und daraus folgt die LK. Alles ein Ergebnis der Messungen von Ereignissen mit unterschiedlich laufenden Uhren in den Systemen. Man kann nicht die Längenkontraktion voraussetzen und damit erst die RdG begründen, denn es ist umgekehrt.
Jedes Inertialsystem könnte - wie schon betont und auch völlig richtig von fallili bemerkt - seine Uhren mit der in diesen Systemen konstanten LG perfekt synchronisieren. Aufgrund der Naturkonstanten laufen daher alle Uhren in allen Systemen gleich schnell (wenn wir vom Absoluteffekt der ART-ZD absehen). Und alle diese Uhren auf eine gleiche Uhrzeit einzustellen, ist eben leicht, wenn man die Bewegungszustände kennt und entsprechende Korrekturen vornimmt. Wie soll dann eine RdG zustande kommen?
Das ist doch alles ganz leicht zu widerlegen. Im Ruhesystem des Bahnhofs fahren zwei Züge mit gleicher Ruhelänge aneinander vorbei. Wenn sie sich begegnen und einen kurzen Moment decken, schlagen zwei Blitze für den Beobachter im Bahnhof gleichzeitig in die Enden der Züge ein. Aus der Beurteilung des Bahnhof-Beobachters wird das in den Zugsystemen nicht gleichzeitig sein. Und der Bahnhof-Beobachter sieht auch, dass die Züge dem in seinem System konstanten Licht der Blitze davonlaufen bzw. ihm entgegen fahren. Zwecks experimenteller Überprüfung kann man nun in die Mitte der Züge jeweils einen Detektor stellen, der feststellen kann, ob er gleichzeitig oder ungleichzeitig von Licht getroffen wird. Der Bahnhof-Beobachter wird erwarten, dass die Detektoren in beiden Zügen eine ungleichzeitige Ankunft des Lichts an ihnen registrieren werden. Und jetzt beginnt das Bäumchen-Wechsle-Dich-Spiel: denn definiert man einen der Züge als ruhend, kann man diesem die Gleichzeitigkeit der Blitze zuordnen, und damit schlagen sie für die beiden anderen Systeme ungleichzeitig ein. Für diese Zuordnung der Gleichzeitigkeit hat man die freie Wahl zwischen den Zügen. Es hängt also lediglich von den Definitionen ab, was von den Detektoren in den Zügen zu erwarten wäre. In jedem Zug müsste der Detektor abhängig vom definierten Szenario entweder gleichzeitige oder ungleichzeitige Ankunft des Lichts registrieren. Und welche Definition vorliegt, können die Detektoren nicht wissen! Was also werden sie registrieren?
Und für die Beantwortung dieser Frage gibt es kein "wenn" und "dann"...es hinge eben davon ab, welches System man auswählt, in dem die Gleichzeitigkeit herrschen soll. Denn mit Definitionen kann man den Ablauf physikalischer Ereignisse nicht vorbestimmen oder beeinflussen. Da könnten wir die Natur nach Belieben manipulieren, und dass das unmöglich ist, wird man wohl nicht extra betonen müssen!
Und weil uns ein Relativist nicht klipp und klar sagen kann, was die Detektoren
unabhängig jeglicher Ruhedefinition (die auf Detektoren keinen Einfluss nimmt) registrieren werden, ist die SRT ein nutzloses mathematisches Konstrukt, fern von jeder Naturbeschreibung!
Grüße
Harald Maurer