Der Trick der Lorentztransformation

Hier wird die Relativitätstheorie Einsteins kritisiert oder verteidigt

Re: Der Trick der Lorentztransformation

Beitragvon Harald Maurer » Fr 2. Aug 2013, 07:15

Highway hat geschrieben:Eine Erfindung von irgendwelchen betrügerischen Laborratten.

Ja, die ganze Story ist erfunden. Worüber wir uns hier den Kopf zerbrechen, wurde ja in dieser Form nie durchgeführt. Es wurde weder gemessen, dass Myonen in 10 bis 20 km Höhe entstehen, es wurde nie ihre Geschwindigkeit gemessen, es wurde nie gesagt, dass es außen den Zerfallskanälen, von welchen Rossi und Hall 1941 ausgegangen sind, es noch andere Zerfallskanäle gibt, die zu Myonen führen. Tatsächlich weiß man inzwischen, dass Myonen nicht nur in 10 bis 20 km Höhe entstehen. Das tatsächliche Experiment besteht aus einer statistischen Auswertung der Halbwertszeit von Myonen auf dem Mount Washington (etwa 1920 m) und auf Seehöhe. Da sind unzählige Einwände möglich, weil für ein Experiment solcher Art etliche ungesicherte Annahmen nötig sind.
Im Teilchenbeschleuniger hat man überhaupt nur die Möglichkeit, die Myonen anhand ihrer Zerfallsteilchen (messbar sind nur die Elektronen) nachzuweisen. Auch das Verfahren ist rein statistisch. Daraus entstehen dann so Publikationen, die mit den konkreten Experimenten gar nichts zu tun haben. Also bloß Propaganda. Eines ist von vornherein klar: Myonen mit v=0,998 c haben eine enorme Beschleunigung hinter sich, man kann ihnen nicht mit purer Kinematik zu Leibe rücken. Die SRT hat hier überhaupt nichts verloren. Und außerdem kann die Annahme, ein Myon lebt auch in 20 km Höhe durchschnittlich 2,2 µs lang, nach der ART nicht richtig sein. Man müsste da schon sehr viel genauer hinschauen!

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Re: Der Trick der Lorentztransformation

Beitragvon Harald Maurer » Fr 2. Aug 2013, 07:22

Highway hat geschrieben:Wie kommt das Myon nun tatsächlich am Erdboden an? Indem es einfach mit ca. 15 facher Lichtgeschwindigkeit fliegt.

Das kommt allerdings nicht in Frage, weil man das leicht feststellen könnte. die Myonen müssten noch auf Seehöhe Tscherenkow-Strahlung aussenden. Das müssten sie übrigens auch schon bei 0,998 c tun, weil sie damit schneller sind als die spezifische Lichtgeschwindigkeit in der Atmosphäre, die etwa 70 bis 90 km/s unter c liegt! Auch in dieser Hinsicht hat man noch nichts festgestellt. Man sieht, schon die Annahme der Geschwindigkeit steht auf wackeligen Füßen!

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Re: Der Trick der Lorentztransformation

Beitragvon Harald Maurer » Fr 2. Aug 2013, 08:22

Highway hat geschrieben:Das ist doch genau die Detektionsmethode. Die Myonen werden doch zumeist mittels Tscherenkow Strahlung und Photomultiplier detektiert.

Myonen misst man in Versuchen dieser Art mit einem Szintillator ( http://de.wikipedia.org/wiki/Szintillator ). Die in diesem Szintillator entstehenden Photonen haben nichts mit einer Tscherenkow-Strahlung der Myonen zu tun. Es strahlen Teilchen, die von den Myonen ionisiert werden.

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Re: Der Trick der Lorentztransformation

Beitragvon fb557ec2107eb1d6 » Fr 2. Aug 2013, 10:32

Harald Maurer hat geschrieben:
Highway hat geschrieben:Wie kommt das Myon nun tatsächlich am Erdboden an? Indem es einfach mit ca. 15 facher Lichtgeschwindigkeit fliegt.

Das kommt allerdings nicht in Frage, weil man das leicht feststellen könnte. die Myonen müssten noch auf Seehöhe Tscherenkow-Strahlung aussenden. Das müssten sie übrigens auch schon bei 0,998 c tun, weil sie damit schneller sind als die spezifische Lichtgeschwindigkeit in der Atmosphäre, die etwa 70 bis 90 km/s unter c liegt! Auch in dieser Hinsicht hat man noch nichts festgestellt. Man sieht, schon die Annahme der Geschwindigkeit steht auf wackeligen Füßen!

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Wenn die Lichtgeschwindigkeit bis zu 90km/s unter jener der Vakuumlichtgeschwindigkeit liegt, dann ist sie c_Luft >= 0,9997 c > 0,998 c. Daher tritt keine Cherenkov-Strahlung auf, wenn die Myonen mit 0,995 c durch die Atmosphäre fliegen.

Für die Detektierung von Myonen wird sehr wohl auch die Cherenkov-Strahlung genutzt, in dem man einen Photomultiplier nutzt um die von den Myonen in einem verspiegelten Wassertank durch Cherenkov-Strahlung erzeugten Lichtblitze zu detektieren.
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Re: Der Trick der Lorentztransformation

Beitragvon fb557ec2107eb1d6 » Fr 2. Aug 2013, 11:50

Harald Maurer hat geschrieben:
Highway hat geschrieben:Nee, nee mein Herr, dadurch leben Myonen nicht länger! Das ist ja gerade der springende Punkt. Ist es eine Ansichtssache im Sinne einer optischen Täuschung oder ist es eine Tatsache mit physikalischen Konsequenzen wie verlängerte Lebensdauer von Myonen.

Dazu habe ich gerade etwas in den Blog von Kritische Stimmen zur Relativitätsheorie geschrieben, und zwar:

Dieser Myonen-Beweis ist völlig wertlos für die SRT. Auch wenn sich das Myon mit nahezu c zur Erde bewegt, ist es in seinem Ruhesystem ja ruhend und es bewegt sich die Erde mit nahezu c zum Myon. Da braucht das Myon zwar nur auf die Erde zu warten, aber die Zeit auf der Erde müsste um das 22-fache dilatiert sein.

Unsinn. Wie schon öfters hier geschrieben, sind ZD und LK SPEZIALFÄLLE der LT für ganz bestimmte Ereigniskombinationen. I.A. muss man die Ereignisse mittels LT in das jeweilige IS transformieren, wenn man an einer richtigen Darstellung interessiert ist. Offenbar bist du daran nicht interessiert, weil du immer wieder den falschen Weg einschlägst, einfach die ZD und/oder die LK anzuwenden, ohne zu prüfen, ob das im betrachteten Fall zum richtigen Ergebnis führt (was sowieso die vollständige Rechnung mit LT erfordert).

So geht es richtig:
Myon.png
Myon.png (63.43 KiB) 5750-mal betrachtet


Das IS Erde ist so gewählt, wie im Bild dargestellt. Das IS' Myon hat eine x' paralle zur x-Achse des IS Erde und IS Myon bewegt sich mit 0,995c in Richtung der positiven x-Achse.
Das Myon entsteht im IS Erde bei x=0 t=0, IS' hat dort x'=0 und t'=0.

IS Erde:

Ereignis E1: Myon entsteht: x1 = 0 km, t1 = 0 μs
Ereignis E2: Myon zerfällt: x2= 10 km, t2 = 33,5 μs (= 10.000 m / 0.995 c)

IS' Myon:

Ereignis E1': Myon entsteht: x1' = 0 km, t1' = 0 μs
Ereignis E2': Myon zerfällt: x2' = 0 km, t2' = 3,35 μs

Zum Zeitpunkt befindet t1' = 0 μs sich die Erdoberfläche bei xE' = 1 km und bewegt sich mit 0,995 c in Richtung der negativen x'-Achse.

Harald Maurer hat geschrieben:Beide Betrachtungsweisen sind gleichermaßen berechtigt. Wir müssten den herabfallenden Myonen daher dankbar sein, weil wir durch sie länger leben. Die Sache hat noch einen zusätzlichen Haken: für den Beobachter auf der Erde ist das bewegte Myon verkürzt, aber nicht nur das Myon, sondern das gesamte Bezugssystem, und demnach müssten die Myonen in einer Höhe von rund 600 m entstehen. Bekanntlich ist das nicht der Fall! Aber aufgrund der Kontraktion der Strecke müstsen sie auch nicht länger leben. Zeitdilatation und Längenkontraktion sind ein untrennbares Paar, nimmt man die ZD an, dann kommen die Myonen aus 600 m Höhe und haben gar keinen Grund, 22-mal länger zu leben, bis sie die Erde erreichen!

All das hat mit der SRT nichts zu tun, siehe meine Erklärung oben.

Harald Maurer hat geschrieben:Alle "Bestätigungen" der SRT stammen aus einer einseitigen, dem Relativitätsprinzip widersprechenden Betrachtungsweise mit Bevorzugung eines der Systeme.

Unsinn. Das ist nur in deinen Augen so. Wie die vielen Beiträge dieses Threads zeigen, betrachtest du immer alle IS aus der Sicht der gültigen Galilei-Transformation mit einer absoluten Zeit. Deshalb versuchst du auch immer Koordinaten unterschiedlicher IS miteinander zu vergleichen, ohne die LT zu verwenden. Da kommt nichts Sinnvolles heraus. Warum ist auch leicht erklärt. Was du machst ist, ein IS als Absolutsystem auszuzeichnen (zumeist ein relativ zur Erdoberfläche ruhendes IS). Dann transformierst du Ereignisse aus diesem IS per LT in ein gleichförmig bewegtes IS. Dann "vergleichst" die Koordinaten der transformierten Koordinaten mit den originalen Koordinaten (zumindest die Zeitkoordinaten), was ja nichts anderes bedeutet, als dass du die mit LT erhaltenen Koordinaten im bewegten IS mittels GT (t=t') wieder in dein ursprüngliches (bevorzugtes, absolutes) IS zurück transformierst. Also Hintransformation mit Lorentz-Transformation, Rücktransformation mit Galilei-Transformation. Das führt zwangsläufig zu Widersprüchen aufgrund falscher Anwendung der Theorie Mit der SRT hat das nichts zu tun.

Harald Maurer hat geschrieben:Alle Experimente wurden nicht in Inertialsystemen und außerdem unter nicht inertialen, sondern beschleunigten Bewegungen durchgeführt (sowohl atmosphärische Myonen als auch jene im Teilchenbeschleuniger sind exzessiv beschleunigt, ebenso wie die Teilchen im Beschleuniger schlechthin). Beschleunigte Bewegungen sind absolut - und daraus resultierende Effekte sind daher absolut und nicht relativ! In keinem Laboratorium der Welt ist die Lichtgeschwindigkeit konstant (zumindest dem Sagnac-Effekt nach) und Einstein hat die Gültigkeit seines Postulats 1916 insofern eingeschränkt, dass dieses Postulat jedenfalls mit Sicherheit nur in unendlich kleinen Räumen angenommen werden kann. Es gibt demnach keinen Grund, alle diese präsentierten "Beweise" ernst zu nehmen.

Doch, viele Gründe gibt es. Umgekehrt ist es richtig. Für alle deine Aussagen gibt es keinen Beweis. Liefere bitte eine Abschätzung für die von dir behaupteten Effekte und zeige, dass die Abweichungen so groß, dass damit die bisherigen Annahmen der Physiker falsch sind, wie du behauptest. Z.B. ist die gravitativ bedingte Zeitdilatation auf der Erdöberfläche im Vergleich zu 10 km Höhe etwa 1,11 10^-10 Prozent. Dieser Effekt ist nicht gerade riesig.

Harald Maurer hat geschrieben:Die SRT ist also nicht die bestbestätigte Theorie der Welt, sondern es gibt überhaupt keine Bestätigung.

Unsinn. Die SRT liefert Vorhersagen und Erklärungen für so unterschiedliche physikalische Phänomen und Prozesse wie
  1. Die Lorentz-Kraft
  2. Den Zusammenhang zwischen elektrischem und magnetischem Feld
  3. Der Hyperfeinstruktur des Wasserstoffs
  4. Den Myonenzerfall in der Atmosphäre
  5. Das magnetische Moment des Elektrons
  6. uvm.
Insbesonders das gyromagnetische Moment des Elektrons ist ein unschlagbare Bestätigung für die SRT.

Ohne SRT liefert die Schrödinger-Gleichung einen theoretische Wert für das gyromagnetische Moment des Elektrons von g_e = 2. Mit der Dirac-Gleichung (Schrödinger-Gleichung plus SRT) liefert die Theorie einen Wert für das gyromagnetische Moment des Elektrons von g_e = 2,002 319 304 8 (8). Der gemessene Wert ist g_e = 2,002 319 304 361 53 (53). Aber auch dazu fällt dir sicher wieder eine phantasievolle Erklärung ein, warum das die Physiker falsch gemacht und/oder verstanden haben und das mit der SRT überhaupt nichts zu tun hat.


Harald Maurer hat geschrieben:Lorentz war hingegen so intelligent, die mit der Poincaré-Synchronisation ermittelten "Ortszeiten" (die im Äther bewegungsabhängig ausfallen) nicht als Relativität der Zeit sondern lediglich als Hilfsvariable zu betrachten. Damit vermied er all die vielen Paradoxa der SRT, welche bei genauem Hinsehen keinesfalls immer konsistent mit der SRT aufgelöst werden können.

Unsinn. Die Formeln von Lorentz und die Formeln der SRT sind identisch. Damit kann die Lorentz-Äther-Therorie keine anderen Aussagen und Vorhersagen machen, als die SRT.

Harald Maurer hat geschrieben:Die SRT ist längst tot, es hat sich nur noch nicht herumgesprochen :)

Das ist deine Meinung, nichts sonst. Und die steht im Widerspruch zu unzähligen Erkenntnissen der modernen Physik und Chemie.
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Re: Der Trick der Lorentztransformation

Beitragvon Ernst » Fr 2. Aug 2013, 14:49

fb557ec2107eb1d6 hat geschrieben:IS Erde:
Ereignis E1: Myon entsteht: x1 = 0 km, t1 = 0 μs
Ereignis E2: Myon zerfällt: x2= 10 km, t2 = 33,5 μs (= 10.000 m / 0.995 c)
IS' Myon:
Ereignis E1': Myon entsteht: x1' = 0 km, t1' = 0 μs
Ereignis E2': Myon zerfällt: x2' = 0 km, t2' = 3,35 μs

Danach werden 33,5µs Erdzeit mit 3,35µs Myonenzeit auf einer gemeinsamen Zeitskala verglichen.
Da machst du das gleiche wie Harald und bewertest beide Zeiten auf einer gemeinsamen Skala.

Wenn man konsequent dabei bleibt, was ich dauernd predige was du ja bestätigt hast, daß die Zeiten auf den Zeitskalen in S und S' nicht vergleichbar sind, dann ergibt sich der Myonenbeweis als Fake. Wie übrigens auch das ZP. Im IS Erde beträgt die Lebensdauer 33,5µs. Das ist nicht dadurch erklärbar, daß man sagt, das Myon lebt in seinem IS nur ein Zehntel der Erdzeit.
Das wäre ein Vergleich auf einer gemeinsamen Zeitskala.
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Re: Der Trick der Lorentztransformation

Beitragvon Ernst » Fr 2. Aug 2013, 19:18

Highway hat geschrieben:Natürlich, wie denn auch sonst? Es geht ja nicht um ein Problem à la Zentimeter zu Inch! Das wäre ja simpel. Die SRT selbst behauptet doch sinngemäß, dass 5 <> 5 und 5 gerade ist. Als manchmal verstehe ich deine Einstellung echt nicht. :?
Im übrigen, wenn man mit der GT transformiert, ändert sich dann der Maßstab so dass man nicht mehr vergleichen könnte? Doch wohl nicht!

Wenn in der GT ein Punkt 1 in S bei x=10 und ein anderer Punkt 2 in S' bei x'=5 liegt, dann kann ich nicht vergleichend sagen, der Abstand der Punkte beträgt 5. Das sollte wohl indiskutabel sein.

Bei der LT kommt wegen der gegeneinander verzerrten Skalen in S und S' hinzu, daß
Highway hat geschrieben:Natürlich, wie denn auch sonst? Es geht ja nicht um ein Problem à la Zentimeter zu Inch! Das wäre ja simpel. Die SRT selbst behauptet doch sinngemäß, dass 5 <> 5 und 5 gerade ist. Als manchmal verstehe ich deine Einstellung echt nicht. :?
Im übrigen, wenn man mit der GT transformiert, ändert sich dann der Maßstab so dass man nicht mehr vergleichen könnte? Doch wohl nicht!

Wenn in der GT ein Punkt 1 in S bei x=10 und ein anderer Punkt 2 in S' bei x'=5 liegt, dann kann ich nicht vergleichend sagen, der Abstand der Punkte beträgt 5. Das sollte wohl indiskutabel sein.
Bei der LT kommt wegen der gegeneinander verzerrten Ortskoordinaten hinzu, daß auch nicht Δx mit Δx' verglichen werden kann.

Wenn in der LT ein Ereignis in S bei t=20s stattfindet und ein anderes Ereignis in S' bei t'=40s, dann kann ich aus dem gleichen Grunde nicht sagen, der zeitliche Abstand der beiden Ereignisse beträgt 20s.

Wieder wegen der gegeneinander verzerrten Zeitkoordinaten: Wenn zwei Ereignisse in S im zeitlichen Abstand von Δt=20s und in S' im Abstand von Δt'=2s haben, dann kann ich nicht sagen, das Verhältnis der Abstände sei 10.

Wenn anerkannt wird, daß die Koordinaten in unterschiedlichen IS nicht vergleichbar sind, und das tut fb..., dann gelten eben diese Aussagen. Und das ZP und die Myonengeschichte sind ein Fake.
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Re: Der Trick der Lorentztransformation

Beitragvon Harald Maurer » Sa 3. Aug 2013, 09:56

Chief hat geschrieben:Es ist auch höchstwahrscheinlich ( bzw. ganz sicher) so, dass es die Myonen überhaupt nicht gibt. Bei den Myonen handelt es sich vermutlich (bzw. ganz sicher) um sehr schnelle Elektronen die irgendwie mit dem "Vakuum" (Äther) wechselwirken.

Ich denke schon, dass es die Myonen gibt. Und ich denke auch, dass Rossi und Hall 1941 eine bestimmte Anzahl von Myonen auf dem Mount Washington gemessen haben, und danach auf Seehöhe mehr Myonen vorgefunden haben, als sich nach der Halbswertszeit ergeben dürfte. Alle diese Myonen wurden bei der Messung allerdings zerstört, man weiß also nicht, wann sie tatsächlich zerfallen wären. Die Geschwindigkeit der Myonen wird nun anhand ihrer Vernichtungszeitpunkte so festgelegt, dass sie zur ZD der SRT passt. Denn würden sie womöglich noch länger leben, als dies die SRT voraussagt, dann wäre die SRT ja nicht bestätigt und man müsste nach einem anderen Grund für diese Messergebnisse suchen. Nicht berücksichtigt konnte 1941 auch noch nicht werden, dass außer dem bekannten Zerfallskanal auch aus dem Zerfall von Kaonen (K-Mesonen) Pionen enstehen, die wiederum zu Myonen zerfallen, denn das wurde erst 1947 entdeckt. Natürlich ändert das die Voraussetzungen für den Rossi & Hall Versuch wesentlich.
Mit den Vorgaben von fb...
IS Erde:
Ereignis E1: Myon entsteht: x1 = 0 km, t1 = 0 μs
Ereignis E2: Myon zerfällt: x2= 10 km, t2 = 33,5 μs (= 10.000 m / 0.995 c)
IS' Myon:
Ereignis E1': Myon entsteht: x1' = 0 km, t1' = 0 μs
Ereignis E2': Myon zerfällt: x2' = 0 km, t2' = 3,35 μs
könnte das Myon auch mit SRT-ZD bei genauer Rechnung mit LT die Seehöhe nicht erreichen, sondern würde schon in einer Höhe von 342,50 m zerfallen.

IS Erde (die Erde ist eigentlich kein IS)
Ereignis E1: Myon entsteht: x1 = 0 km, t1 = 0 μs
Ereignis E2: Myon zerfällt: x2= 10 km, t2 = 33,524 μs (= 10.000 m / 0.995 c)
Mit genauer Rechnung ergibt sich mit LT im IS Myon (das IS Myon ist eigentlich kein IS!):
Abstand zur Erde 0,99875 km, dilatierte Zeit 3,3482 µs, Lebensdauer Myon 2,2 µs, es erreicht die Seehöhe daher nicht! Sondern zerfällt in der Höhe von 342,50 Metern, und so gerechnet, wäre das Experiment von Rossi & Hall schon wertlos. Weil die vorgegebene Geschwindigkeit 0,995 zu gering ist! Und da die ZD der SRT genau zu bestätigen ist, muss die Geschwindigkeit der Myonen eben größer sein. Man setzt also eine passende Geschwindigkeit voraus (direkt gemessen wurde sie ja nie) und schon geht die Rechnung auf - und Einstein ist glänzend bestätigt. Es gibt bei all diesen Experimenten stets freie Parameter, mit welchen man die SRT von vornherein in das Experiment hinein stecken kann, um das gewünschte Ergebnis zu erhalten.
Das Rossi & Hall Experiment und alle analog durchgeführten Experimente haben also angesichts der erst nach dem Experiment entdeckten zusätzlichen Zerfallskanäle keine besondere Beweiskraft. Abgesehen davon, dass es sich aufgrund der absoluten Bewegung der Myonen nur um einen Absoluteffekt handeln kann. Und man kann auch nicht mit Sicherheit annehmen, dass es außer den bisher bekannten Zerfallsmöglichkeiten nicht auch noch andere Prozesse gibt, aus welchen Myonen resultieren. Die Physik der Gegenwart ist ja die Steinzeit der Zukunft.
Eines haben wir immerhin bei dieser Debatte schon erfahren: Wenn die Werte der LT dem Relativisten nicht schmecken,weil sich dadurch Absurditäten ergeben, dann darf man sie nicht vergleichen. Wohl aber darf man sie vergleichen, wenn damit die SRT bestätigt werden kann. Also einmal hü und einmal hott, auf dass der Gaul in die richtige Richtung laufe. Aber der Gaul humpelt schon recht lahm dahin! 8-)

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Re: Der Trick der Lorentztransformation

Beitragvon fb557ec2107eb1d6 » Sa 3. Aug 2013, 13:17

Harald Maurer hat geschrieben:
Chief hat geschrieben:Es ist auch höchstwahrscheinlich ( bzw. ganz sicher) so, dass es die Myonen überhaupt nicht gibt. Bei den Myonen handelt es sich vermutlich (bzw. ganz sicher) um sehr schnelle Elektronen die irgendwie mit dem "Vakuum" (Äther) wechselwirken.

Ich denke schon, dass es die Myonen gibt. Und ich denke auch, dass Rossi und Hall 1941 eine bestimmte Anzahl von Myonen auf dem Mount Washington gemessen haben, und danach auf Seehöhe mehr Myonen vorgefunden haben, als sich nach der Halbswertszeit ergeben dürfte. Alle diese Myonen wurden bei der Messung allerdings zerstört, man weiß also nicht, wann sie tatsächlich zerfallen wären. Die Geschwindigkeit der Myonen wird nun anhand ihrer Vernichtungszeitpunkte so festgelegt, dass sie zur ZD der SRT passt. Denn würden sie womöglich noch länger leben, als dies die SRT voraussagt, dann wäre die SRT ja nicht bestätigt und man müsste nach einem anderen Grund für diese Messergebnisse suchen. Nicht berücksichtigt konnte 1941 auch noch nicht werden, dass außer dem bekannten Zerfallskanal auch aus dem Zerfall von Kaonen (K-Mesonen) Pionen enstehen, die wiederum zu Myonen zerfallen, denn das wurde erst 1947 entdeckt. Natürlich ändert das die Voraussetzungen für den Rossi & Hall Versuch wesentlich.
Mit den Vorgaben von fb...
IS Erde:
Ereignis E1: Myon entsteht: x1 = 0 km, t1 = 0 μs
Ereignis E2: Myon zerfällt: x2= 10 km, t2 = 33,5 μs (= 10.000 m / 0.995 c)
IS' Myon:
Ereignis E1': Myon entsteht: x1' = 0 km, t1' = 0 μs
Ereignis E2': Myon zerfällt: x2' = 0 km, t2' = 3,35 μs
könnte das Myon auch mit SRT-ZD bei genauer Rechnung mit LT die Seehöhe nicht erreichen, sondern würde schon in einer Höhe von 342,50 m zerfallen.

IS Erde (die Erde ist eigentlich kein IS)
Ereignis E1: Myon entsteht: x1 = 0 km, t1 = 0 μs
Ereignis E2: Myon zerfällt: x2= 10 km, t2 = 33,524 μs (= 10.000 m / 0.995 c)
Mit genauer Rechnung ergibt sich mit LT im IS Myon (das IS Myon ist eigentlich kein IS!):
Abstand zur Erde 0,99875 km, dilatierte Zeit 3,3482 µs, Lebensdauer Myon 2,2 µs, es erreicht die Seehöhe daher nicht! Sondern zerfällt in der Höhe von 342,50 Metern, und so gerechnet, wäre das Experiment von Rossi & Hall schon wertlos. Weil die vorgegebene Geschwindigkeit 0,995 zu gering ist! Und da die ZD der SRT genau zu bestätigen ist, muss die Geschwindigkeit der Myonen eben größer sein. Man setzt also eine passende Geschwindigkeit voraus (direkt gemessen wurde sie ja nie) und schon geht die Rechnung auf - und Einstein ist glänzend bestätigt. Es gibt bei all diesen Experimenten stets freie Parameter, mit welchen man die SRT von vornherein in das Experiment hinein stecken kann, um das gewünschte Ergebnis zu erhalten.
Das Rossi & Hall Experiment und alle analog durchgeführten Experimente haben also angesichts der erst nach dem Experiment entdeckten zusätzlichen Zerfallskanäle keine besondere Beweiskraft. Abgesehen davon, dass es sich aufgrund der absoluten Bewegung der Myonen nur um einen Absoluteffekt handeln kann. Und man kann auch nicht mit Sicherheit annehmen, dass es außer den bisher bekannten Zerfallsmöglichkeiten nicht auch noch andere Prozesse gibt, aus welchen Myonen resultieren. Die Physik der Gegenwart ist ja die Steinzeit der Zukunft.
Eines haben wir immerhin bei dieser Debatte schon erfahren: Wenn die Werte der LT dem Relativisten nicht schmecken,weil sich dadurch Absurditäten ergeben, dann darf man sie nicht vergleichen. Wohl aber darf man sie vergleichen, wenn damit die SRT bestätigt werden kann. Also einmal hü und einmal hott, auf dass der Gaul in die richtige Richtung laufe. Aber der Gaul humpelt schon recht lahm dahin! 8-)

Grüße
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Korinthenkackerei. Die Lebensdauer ist die Zeit, in der knapp 61% der Teilchen zerfallen, ergo sind danach noch mehr 39% übrig, die detektiert werden können. Wie auch immer ohne Zeitdilatation würden es die Myonen nur etwa 1000 m weit schaffen, nicht 10.000 m. Die durchgeführten Experimente waren aber viel detaillierter und genauer. Nachzulesen hier: http://de.wikipedia.org/wiki/Zeitdilata ... r_Teilchen
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Re: Der Trick der Lorentztransformation

Beitragvon Ernst » Sa 3. Aug 2013, 17:13

Highway hat geschrieben:
Ernst hat geschrieben:...
Wenn in der GT ein Punkt 1 in S bei x=10 und ein anderer Punkt 2 in S' bei x'=5 liegt, dann kann ich nicht vergleichend sagen, der Abstand der Punkte beträgt 5. Das sollte wohl indiskutabel sein...

Wieso das denn?
GT: Wenn sich ein Objekt in S bei x=10 Einheiten befindet und ein anderes Objekt in S' sich bei 5 Einheiten befindet, dann kann man sehr wohl sagen, dass das erste Objekt 10 Einheiten vom Ursprung entfernt ist und das zweite 5 Einheiten. Also ist Objekt 1 5 Einheiten weiter von seinem Ursprung entfernt als Objekt 2 von seinem Ursprung. Wo ist denn da das Problem? Ist die Aussage falsch?

Nee, die Aussage ist richtig und banal, weil sie ja so beschrieben ist. Das sagt doch aber gar nichts über den tatsächlichen räumlichen Abstand der beiden Punkte.
.
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