Zeitdilatation - Wahrheit oder Mythos?

Hier wird die Relativitätstheorie Einsteins kritisiert oder verteidigt

Re: Zeitdilatation - Wahrheit oder Mythos?

Beitragvon Ernst » Do 12. Mär 2015, 21:31

contravariant hat geschrieben:
Ernst hat geschrieben:Ja, da bist du der falschen Ansicht mancher Kritiker, die meinen, zur Zeit t in S gäbe es an jeder Stelle in S' eine unterschiedliche Zeit. Wie man das ja aus der LT entnehmen könnte. Das ist falsch und auch von kompetenten Relativisten hier verdeutlicht worden. in S zeigen alle Uhren stets eine gleiche Zeit und in S' zeigen auch alle Uhren stets eine gleiche Zeit. Bei einem singulären Ereignis stehen alle Uhren in S auf t und alle Uhren in S' auf einer anderen Zeit t'; weil das Ereignis in beiden IS zeitversetzt nacheinander zu unterschiedlichen Zeiten erfolgt.

Dazu hätte ich dann doch mal die einschlägigen Referenzen. Wo haben "kompetente Relativisten" verdeutlicht, dass eine Uhr in jedem IS die jeweilige "Systemzeit" anzeigt? Darüber hinaus würde ich auch gerne wissen, wie genau sich das aus der SRT ableitet, gerne auch mit Literaturreferenz. Denn das ist bei der ganzen Diskussion ja der entscheidene Punkt, dein Paradoxon existiert nur, weil du annimmst, dass die Zünderuhr "Systemzeiten" aus verschiedenen IS anzeigt. -- Meiner bescheidenen Meinung nach (macht mich das jetzt zum weniger kompetenten Relativisten?) ist das nicht der Fall, sondern eine Uhr zeigt immer nur die Zeit für diejenigen IS an, in denen sie ruht. Das kann man sich zB. anhand der "Lichtuhr", die ich ja schon beschrieben hatte, klar machen.

Es gibt diese Bilder, wo Bahnhofsuhren mit gleicher Zeit solchen Zuguhren (an den Fenstern) gegenüberstehen, welche alle eine andere Zeit anzeigen. Woraus manche Kritiker schlossen, daß zum einheitlichen Zeitpunkt t auf dem Bahnhof an jeder Stelle des Zuges eine unterschiedliche Zeit vorhanden sei. Das wäre natürlich fatal und es ist eben nicht so. Was da gegenübergestellt wird, bedeutet, daß ein Ereignis an einer bestimmten Bahnhofuhr an der entsprechenden Stelle im Zug zu der dort angezeiget Zeit erfolgt. Im Zug ist nicht an jeder stelle eine andere Zeit. Wenn ich mich recht erinnere, hat fb.. das auch mal klargestellt. Bin mir aber nicht sicher.

Die Systemzeiten, wie du sie nennen magst, sind verbunden über

t = t' * gamma

für den Fall, daß beim Zeitstart t=t'=0 war. Nennt sich Zeitdilatation. Falls vergessen.

Die Uhr mißt in S die Zeiten t und in S' die Zeiten t' der Blitzeinschläge. Das haben Uhren in der SRT so an sich. Die zur Messung verwendeten Uhren ruhen dabei im jeweiligen IS. Es geht auch nicht um materielle Uhren, sondern um die Zeiten, die SRT konform gemessen werden. Ich wiederhole mich. :(
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Re: Zeitdilatation - Wahrheit oder Mythos?

Beitragvon contravariant » Do 12. Mär 2015, 21:55

Ernst hat geschrieben:Es gibt diese Bilder, wo Bahnhofsuhren mit gleicher Zeit solchen Zuguhren (an den Fenstern) gegenüberstehen, welche alle eine andere Zeit anzeigen. Woraus manche Kritiker schlossen, daß zum einheitlichen Zeitpunkt t auf dem Bahnhof an jeder Stelle des Zuges eine unterschiedliche Zeit vorhanden sei. Das wäre natürlich fatal und es ist eben nicht so. Was da gegenübergestellt wird, bedeutet, daß ein Ereignis an einer bestimmten Bahnhofuhr an der entsprechenden Stelle im Zug zu der dort angezeiget Zeit erfolgt. Im Zug ist nicht an jeder stelle eine andere Zeit. Wenn ich mich recht erinnere, hat fb.. das auch mal klargestellt. Bin mir aber nicht sicher.

Die Systemzeiten, wie du sie nennen magst, sind verbunden über

t = t' * gamma

für den Fall, daß beim Zeitstart t=t'=0 war. Nennt sich Zeitdilatation. Falls vergessen.

Die Uhr mißt in S die Zeiten t und in S' die Zeiten t' der Blitzeinschläge. Das haben Uhren in der SRT so an sich. Die zur Messung verwendeten Uhren ruhen dabei im jeweiligen IS. Es geht auch nicht um materielle Uhren, sondern um die Zeiten, die SRT konform gemessen werden. Ich wiederhole mich. :(

Keine Referenzen, wieso wundert mich das nicht? Ja du wiederholst ständig deine falsche Behauptung, nur es mangelt an Belegen.
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Re: Zeitdilatation - Wahrheit oder Mythos?

Beitragvon contravariant » Do 12. Mär 2015, 22:12

Ernst hat geschrieben:Die Systemzeiten, wie du sie nennen magst, sind verbunden über

t = t' * gamma

für den Fall, daß beim Zeitstart t=t'=0 war. Nennt sich Zeitdilatation.

Du schreibst diese Relation ja selber hin. Betrachten wir wieder zwei IS S und S' die sich mit v=0.5c gegeneinander bewegen. In S vergeht eine Sekunde, eine in S ruhende zeigt dann also 1s an. In S' sind allerdings aus S betrachtet erst 0.577s vergangen (die von dir genannte Zeitdilatation). Trotzdem soll nach deine Argumentation eine in S' ruhende Uhr aus S betrachtet 1s anzeigen. Dh. aus S betrachtet soll die in S' ruhende Uhr schneller laufen als die Zeit in S'. Wie kommt das zustande?
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Re: Zeitdilatation - Wahrheit oder Mythos?

Beitragvon Harald Maurer » Do 12. Mär 2015, 22:49

Explodiert die Bombe oder explodiert sie nicht?
Wir denken uns ein IS in dessen Mitte bei x=0 eine Bombe steht mit einer Zündvorrichtung, die nur zündet, wenn sie von jeweils einer Uhr auf x=1LS und x=-1 LS die gleiche Zeitmarke übermittelt bekommt. Messen die Uhren zwei gleichzeitig einschlagende Blitze z.B. zu t=1 s, dann trifft von links und rechts je ein Signal gleichzeitig den Zünder und die Zeitmarken stimmen mit "1 s" überein. Die Bombe explodiert.

Im ebenso 2 LS langen Ruhesystem eines mit v=0,5 c bewegten IS' befinden sich auch an den Endpunkten 2 Uhren, welche die hier gemessenen Zeitpunkte der Blitze per Zeitmarken an die Bombe senden. Diese Signale kommen ebenso wie im IS am Zünder gleichzeitig an (Gleichzeitigkeit am selben Ort ändert sich nicht). Aber die Signale tragen die Zeitmarken t'=0,57725 s und t'=1,7320 s. Die Bombe explodiert nicht!

Ob die Bombe explodiert oder nicht ist daher abhängig vom Bezugssystem. Und das ist selbstverständlich unzulässig, denn die Transformation darf ein Ereignis weder verändern noch verschwinden lassen. Ereignisse müssen in beiden Bezugssystemen mit den jeweils erfolgten Messungen begründbar sein!

Ernst ist sehr bescheiden, wenn er meint, er wolle nichts widerlegen. Denn sein Bombenparadoxon widerlegt die SRT völlig klar und nachvollziehbar. Die eigene RdG wird ihr zum Verhängnis. Man muss eben daran denken, dass man mit Signalen Zeitmarken übertragen kann! Und man kann nicht behaupten, ein Ereignis im IS werde nur durch das bestimmt, was im IS geschieht - denn die beiden Systeme sind gleichberechtigt und keines ist ausgezeichnet. Was sich im IS ereignet, muss sich auch im IS' ereignen! Wäre nur das gleichzeitige Eintreffen der Uhrsignale an der Bombe das Kriterium für die Explosion, würde die Bombe in beiden Systemen explodieren. Doch es sind die unterschiedlichen Zeitmarken, welche zum Paradoxon führen.

Grüße
Harald Maurer
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Re: Zeitdilatation - Wahrheit oder Mythos?

Beitragvon Ernst » Do 12. Mär 2015, 22:57

contravariant hat geschrieben:
Ernst hat geschrieben:Die Systemzeiten, wie du sie nennen magst, sind verbunden über

t = t' * gamma

für den Fall, daß beim Zeitstart t=t'=0 war. Nennt sich Zeitdilatation.

Du schreibst diese Relation ja selber hin. Betrachten wir wieder zwei IS S und S' die sich mit v=0.5c gegeneinander bewegen. In S vergeht eine Sekunde, eine in S ruhende zeigt dann also 1s an. In S' sind allerdings aus S betrachtet erst 0.577s vergangen (die von dir genannte Zeitdilatation). Trotzdem soll nach deine Argumentation eine in S' ruhende Uhr aus S betrachtet 1s anzeigen. Dh. aus S betrachtet soll die in S' ruhende Uhr schneller laufen als die Zeit in S'. Wie kommt das zustande?

Wer sagt denn sowas? Ich habs doch klipp und klar hingeschrieben:

In S sind zwei Ereignisse bei (x1,t1) und (x2,t2) mit t1=t2,
In S' sind dieselben Ereignisse bei (x1't1') und (x2',t2') mit t1'<>t2'
Die jeweilgen Ereigniszeiten werden gemessen
In einem Diskriminator werden die Ereigniszeiten verglichen.
In S sind sie gleich : Ausgangssignal O
In S' sind sie ungleich : Ausgangssignal L
Abhängig von 0 oder L platzt die Bombe oder auch nicht.


Die jeweilgen Ereigniszeiten werden gemessen steht da.
Da müssen folglich nach SRT Manier die Zeiten t1 und t2 mit in S ruhenden Uhren gemessen und die Zeiten t1' und t2' mit in S' ruhenden Uhren gemessen werden.

Wie kann man das denn mißverstehen???
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Re: Zeitdilatation - Wahrheit oder Mythos?

Beitragvon contravariant » Do 12. Mär 2015, 23:03

Harald Maurer hat geschrieben:Ob die Bombe explodiert oder nicht ist daher abhängig vom Bezugssystem. Und das ist selbstverständlich unzulässig, denn die Transformation darf ein Ereignis weder verändern noch verschwinden lassen. Ereignisse müssen in beiden Bezugssystemen mit den jeweils erfolgten Messungen begründbar sein!

Wir eine Bombe deren Zünder die kinetische Energie eine Masse mit m=1kg bestimmt. Beträgt die kinetische Energie mehr als 50J explodiert die Bombe. In eine IS S ruht das Testobjekt relativ zum Zünder, also ist Ekin=0J, die Bombe explodiert nicht. In S', dass sich relativ zu S mit v=10m/s bewegt, misst der Zünder allerdings Ekin=100J. Die Bombe explodiert. Und das ist selbstverständlich unzulässig, denn die Transformation darf ein Ereignis weder verändern noch verschwinden lassen. Ereignisse müssen in beiden Bezugssystemen mit den jeweils erfolgten Messungen begründbar sein! -- Die Newtonsche Physik wurde somit widerlegt!
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Re: Zeitdilatation - Wahrheit oder Mythos?

Beitragvon Ernst » Do 12. Mär 2015, 23:06

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Harald Maurer hat geschrieben: Man muss eben daran denken, dass man mit Signalen Zeitmarken übertragen kann!

So ist es. Das ist ja auch die Substanz des Beispiels. Ich hab ja darauf hingewiesen, daß der SRT-Erfinder nicht die Möglichkeit des Transport digitaler Zeitmarken berücksichtigt hat.
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Re: Zeitdilatation - Wahrheit oder Mythos?

Beitragvon contravariant » Do 12. Mär 2015, 23:08

Ernst hat geschrieben:Die jeweilgen Ereigniszeiten werden gemessen steht da.
Da müssen folglich nach SRT Manier die Zeiten t1 und t2 mit in S ruhenden Uhren gemessen und die Zeiten t1' und t2' mit in S' ruhenden Uhren gemessen werden.

Genau was ich schon seit gefühlten 50 Seiten schreibe.Wenn man die Bombe also mit in S ruhenden Uhren zündet, dann explodiert diese. Unabhängig davon, ob ich die Uhren nun aus S oder S' ablese. Damit ändert sich an der Explosion der Bombe nichts, unabhängig vom IS. Keine Verletzung der Kausalität.
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Re: Zeitdilatation - Wahrheit oder Mythos?

Beitragvon Harald Maurer » Do 12. Mär 2015, 23:22

contravariant hat geschrieben:Wir eine Bombe deren Zünder die kinetische Energie eine Masse mit m=1kg bestimmt. Beträgt die kinetische Energie mehr als 50J explodiert die Bombe. In eine IS S ruht das Testobjekt relativ zum Zünder, also ist Ekin=0J, die Bombe explodiert nicht. In S', dass sich relativ zu S mit v=10m/s bewegt, misst der Zünder allerdings Ekin=100J. Die Bombe explodiert. Und das ist selbstverständlich unzulässig, denn die Transformation darf ein Ereignis weder verändern noch verschwinden lassen. Ereignisse müssen in beiden Bezugssystemen mit den jeweils erfolgten Messungen begründbar sein! -- Die Newtonsche Physik wurde somit widerlegt!

Dass das Quatsch ist, muss man wohl nicht extra begründen! Wie willst Du an einem Zünder, dem gegenüber die Bombe ruht, eine kinetische Energie messen? Und aus Sicht des IS' bewegen sich Zünder und Bombe mit gleicher Geschwindigkeit - also kannst Du auch hier keine kinetische Energie messen! Du brauchst also einen Zünder, gegen den sich die Bombe bewegt oder der Zünder sich gegen die Bombe bewegt. Wo ist dieser Zünder?

Grüße
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Re: Zeitdilatation - Wahrheit oder Mythos?

Beitragvon Ernst » Do 12. Mär 2015, 23:27

contravariant hat geschrieben:
Ernst hat geschrieben:Die jeweilgen Ereigniszeiten werden gemessen steht da.
Da müssen folglich nach SRT Manier die Zeiten t1 und t2 mit in S ruhenden Uhren gemessen und die Zeiten t1' und t2' mit in S' ruhenden Uhren gemessen werden.

Genau was ich schon seit gefühlten 50 Seiten schreibe.Wenn man die Bombe also mit in S ruhenden Uhren zündet, dann explodiert diese. Unabhängig davon, ob ich die Uhren nun aus S oder S' ablese. Damit ändert sich an der Explosion der Bombe nichts, unabhängig vom IS. Keine Verletzung der Kausalität.

Es ist zum verzweifeln. Die Bombe wird in S' nicht durch in S ruhende Uhren gezündet. So ein Quatsch. Die Uhren in S interessieren in S' überhaupt nicht. Was zählt, sind die Ereigniszeiten und deren korrekte Messung entsprechend SRT. Tut mir leid, aber du hast de Essenz nicht verstanden. Daher nochmal bildlich

Am Bahnhof schlagen zwei Blitze ein. Der Bahnwärter stoppt die Zeiten mit seinen gültigen Uhren und konstatiert Gleichzeitigkeit. Er gibt die Information in den Zünder: Peng!
Im Zug schlagen zwei Blitze ein. Der Schaffner stoppt die Zeiten mit seinen gültigen Uhren und konstatiert Ungleichzeitigkeit: Er gibt die Information in den Zünder: Nix passiert.
Die Bombe ist natürlich dieselbe eine einzige. Sie ruht in S und bewegt sich in S'.

Deine kinetische Energiepointe nehm ich nicht ernst.
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