Yukterez hat geschrieben:Es ist in dem Gespamme ein bißchen untergegangen, deshalb hier nochmal die Simulation von vier Körpern unterschiedlicher Masse bei gleichem Abstand. Fallzeit wieder mal für alle gleich:

Natürlich ist die Fallzeit für alle gleich! Das System hat ja einen gemeinsamen Schwerpunkt, und er wäre nicht für alle gemeinsam, wenn die unterschiedlichen Massen nicht gleichzeitig an ihm ankommen würden. Sind die Abstände der Massen alle identisch, bewegt sich der Schwerpunkt nicht. Hat eine Masse einen anderen Abstand, so bewegt sich der Schwerpunkt gleichförmig - diese Masse kommt daher zu einem anderen Zeitpunkt an.
Die Addition der Beschleunigungen zweier zueinander fallender Massen sagt nichts darüber aus, an welchem Ort zu welchem Zeitpunkt diese Massen zusammen stoßen. Weil sich die Beschleunigungen auf den Schwerpunkt beziehen und die Strecken dorthin je nach Masse unterschiedlich sind.
Wenn ein Astronaut mit ausgestreckten Armen in gleicher Höhe jeweils eine Feder und einen Hammer hält, wirkt auf beide Gegenstände die Gewichtskraft G und es gilt für die beschleunigende Kraft F=G. Nach dem Newtonschen Grundgesetz F=m*a erwartet man nun, daß der Körper mit der Masse m in Richtung der Gewichtskraft G die konstante Beschleunigung a=F/m=G/m erfährt.
Hier steht die Gewichtskraft im Zähler; deshalb sollte der schwerere Körper mit größerer Beschleunigung a fallen. Im Nenner steht aber die Masse m als Maß für die Trägheit und die ist der Gewichtskraft proportional. Ist ein Körper 1000 mal schwerer als ein anderer, so ist er auch 1000 mal träger. Damit ist die Beschleunigung im luftleeren Raum für alle Körper gleich.
Die Addition der beiden Beschleunigungen dieser beiden ungleichen Massen sagt nichts darüber aus, wo und zu welchem Zeitpunkt sie zusammenstoßen. Die große, langsamere Masse hat einen kleinen Weg zum Baryzentrum, die kleine, schnellere einen längeren Weg.

- schwerpunkt07.gif (2.21 KiB) 6970-mal betrachtet
Sie treffen sich am Schwerpunkt des Systems. Körper, die alle aus gleichem Abstand zu einem gemeinsamen Baryzentrum fallen, kommen zwangsläufig gleichzeitig dort an. Zwei Körper, die einander umkreisen, kreisen um ihr Baryzentrum. Dabei hat jeder Körper dieselbe Umlaufzeit um dieses Zentrum - ganz egal, wie unterschiedlich die Massen sind. Diese Tatsache ist vielleicht hilfreich für das Verständnis des Fallgesetzes.
Für die Frage, ob es eine Rolle spielt, ob zwei Körper gleichzeitig oder hinter einander unterschiedliche Fallzeiten haben könnten, gibt es auch eine einfache Überlegung:
Von einem Turm werden drei völlig gleiche Kugeln vom gleichen Ort aus fallen gelassen. Kugel 3 startet jedoch
eine halbe Sekunde nach den beiden anderen. In welchem zeitlichen Abstand schlagen die Kugeln auf? Die Antwort wird lauten: die beiden ersten werden gleichzeitig aufschlagen und die dritte Kugel
eine halbe Sekunde danach! Weil sie selbstverständlich genau die gleiche Fallzeit haben wird wie die beiden anderen! Die Fallbeschleunigung ist unabhängig von der fallenden Masse. Ob dies nun zwei getrennte Kugeln sind oder zwei verbundene oder nur eine einzelne, ist völlig egal. Zwei Massen, die gleichzeitig, miteinander verbunden oder getrennt, mit anderer Fallzeit fallen würden als einzeln hintereinander wären ein Widerspruch zum Fallgesetz und zum Äquivalenzprinzip und das wäre eine Weltsensation. Sowohl Newton als auch die ART wären damit widerlegt.
Grüße
Harald Maurer