Es gibt keine Kausalitätsverletzungen in der SRT

Hier wird die Relativitätstheorie Einsteins kritisiert oder verteidigt

Re: Es gibt keine Kausalitätsverletzungen in der SRT

Beitragvon Harald Maurer » Mi 4. Dez 2013, 13:32

All hat geschrieben:So wie ich das verstehe, ist der Zug aber nur zeitlich gedehnt. Um dies zeitliche Dehnung auszugleichen, muss sich der Zug selbst kontrahieren.

Die Längenkontraktion ist ein Effekt aus den Messungen mit Uhren, die in den Systemen zueinander nicht synchron laufen! Der Zug selbst verändert sich nicht! Das wäre ja auch ein Wunder. Die Frage, was der Zug so mit seiner Länge treibt, ergibt sich für den Physiker, speziell für den Relativisten nicht, weil für diesen nur gilt, was eine Messung ergibt! Die Physik ist eine Wissenschaft des Messens! Ohne Messung gibt es keine Physik - und was gemessen wird wird eben gemessen. So wie eine Länge gemessen wird, so lang ist sie. In der SRT ist nichts absolut!

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Re: Es gibt keine Kausalitätsverletzungen in der SRT

Beitragvon Harald Maurer » Mi 4. Dez 2013, 13:40

Ernst hat geschrieben:Geht nicht. Weil beidesmal Gleichzeitigkeit in SRT unmöglich ist.

Wieso? Was hindert den ruhenden Beobachter daran, zum Zeitpunkt t'=0,57735 s die beiden Enden des Zugs bei x'=346170,... km und x'=86542,...km gleichzeitig zu messen? Da kann ich mir mehrere Methoden vorstellen, mit denen das geht.

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Re: Es gibt keine Kausalitätsverletzungen in der SRT

Beitragvon Ernst » Mi 4. Dez 2013, 13:43

Harald Maurer hat geschrieben:Bewegte Längen werden immer kontrahiert gemessen. Eine wunderbare Längendehnung gibt es niemals in der SRT!

Tut mir Leid Harald. Die inS' vorhandene Ruhelänge ist in S, worin sich das Objekt bewegt, gedehnt.

Die Standardherleitung zeigt's. Das Ergebnis auch

l'=l/γ Das in S' ruhende Objekt ist gegenüber dem in S bewegten Objekt verkürzt.
l=l'*γ Das in S bewegte Objekt ist gegenüber dem in S' ruhenden Objekt gedehnt.

Das sind doch die Grundbeziehungen zur LK
Die Ruhelänge ist stets die kürzeste Länge. Im bewegten Zustrand ist das Objekt demgegenüber gedehnt.

Da gibt es eigentlich überhaupt keinen Diskusssionsbedarf, denn die obige Herleitung, wie gesagt, ist die übliche in der SRT.
Wenn Du's anders siehst, ist das eben nicht die übliche SRT.
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Re: Es gibt keine Kausalitätsverletzungen in der SRT

Beitragvon Ernst » Mi 4. Dez 2013, 13:45

Harald Maurer hat geschrieben:
Ernst hat geschrieben:Geht nicht. Weil beidesmal Gleichzeitigkeit in SRT unmöglich ist.

Wieso? Was hindert den ruhenden Beobachter daran, zum Zeitpunkt t'=0,57735 s die beiden Enden des Zugs bei x'=346170,... km und x'=86542,...km gleichzeitig zu messen? Da kann ich mir mehrere Methoden vorstellen, mit denen das geht.

Das geht, aber dann ist's in S' ungleichzeitig.
Das sind sonst keine SRT konforme Methoden.
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Re: Es gibt keine Kausalitätsverletzungen in der SRT

Beitragvon All » Mi 4. Dez 2013, 14:00

Harald Maurer hat geschrieben:
All hat geschrieben:In der SRT ist nichts absolut!


Gut, dann ist der Zug als Beispiel aber auch falsch, weil er absolute Werte hat.

Dann sind die IS falsch, weil sie von absoluten Werten ausgehen.

Folglich können verzerrte Sichtweisen gar nicht gemessen werden, weil dies in der Natur gar nicht möglich ist.

Wenn man unterstellt, dass nichts in der SRT absolut ist, dann müssen sich LK/ZD gegenseitig aufheben. Das ergäbe dann das Ergebnis 0.

LK/ZD wäre nur dann möglich, wenn man eine absolute Sichtweise auf ein bereinigtes System hat. Damit meine ich ein isoliertes System, wie die Teilchenbeschleuniger. Dort müsste man LK/ZD messen können. Das hat aber mit Naturwissenschaft nichts mehr zu tun, sondern nur noch mit Mechanik und Technik.

Nebenbei bemerkt, ohne absolute Grundlagen geht gar nix.
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Re: Es gibt keine Kausalitätsverletzungen in der SRT

Beitragvon Harald Maurer » Mi 4. Dez 2013, 14:13

Ernst hat geschrieben:Das geht, aber dann ist's in S' ungleichzeitig. Das sind dann keine SRT konforme Methoden.

Darüber könnte man streiten - aber die Frage ist, ob eine derartige Messung die Längenkontraktion bestätigt. Hat ja noch keiner gemacht und geht ja wohl kaum, weil in unserem Erfahrungsbereich die Differenzen so winzig wären, dass man das wohl kaum messen kann. Deshalb ist dieser Effekt ja auch noch nie direkt verifiziert worden. Diese gleichzeitige Messung durch den ruhenden Beobachter am bewegten Objekt ist ja nur ein theoretisches Phantasieprodukt des vom Praktiker verhassten Theoretikers. Praktisch könnte man ja vom Zug mit extrem kurzer Belichtungszeit ein Foto schießen und daraus die Länge ermitteln. Bestätigt sich die Längenkontraktion nicht, wird der Relativist sagen: Klar doch, du hast die Ruhelänge gemessen, denn durch die Momentaufnahme hast du ja nicht die Bewegung des Zugs gemessen.

Naja, ich habe mit dem Zugbeispiel auf einfache Weise gezeigt, wie die Längenkontraktion zustande kommt, und kein Relativist würde mir widersprechen, weil es eben so ist in der SRT. Du glaubst das nicht, was mich erstaunt, weil diese Sache wirklich nicht schwer zu verstehen ist.
Deine erste Bemerkung ist aber insofern richtig, als dass jeder Beobachter dem anderen vorwerfen wird, er habe ungleichzeitig gemessen! Aber ich kann nichts dafür, dass die SRT nun mal schizoid ist!

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Re: Es gibt keine Kausalitätsverletzungen in der SRT

Beitragvon Ernst » Mi 4. Dez 2013, 14:30

Harald Maurer hat geschrieben:Naja, ich habe mit dem Zugbeispiel auf einfache Weise gezeigt, wie die Längenkontraktion zustande kommt, und kein Relativist würde mir widersprechen, weil es eben so ist in der SRT. Du glaubst das nicht, was mich erstaunt, weil diese Sache wirklich nicht schwer zu verstehen ist.

Dein Beobachter mißt den relativ zu ihm bewegten Zug verkürzt, wenn ich das richtig verstehe.
Das ist dann nicht SRT konform.
Der relativ zum Beobachter bewegte Zug ist gegenüber seiner Ruhelänge gedehnt.
Am kürzesten ist immer der ruhende Zug :!:
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Re: Es gibt keine Kausalitätsverletzungen in der SRT

Beitragvon Harald Maurer » Mi 4. Dez 2013, 14:40

Ernst hat geschrieben:l'=l/γ Das in S' ruhende Objekt ist gegenüber dem in S bewegten Objekt verkürzt.
l=l'*γ Das in S bewegte Objekt ist gegenüber dem in S' ruhenden Objekt gedehnt.

Nix ist gedehnt.
Was ist denn jeweils das "l" ? Es ist stets das Produkt einer Messung. Es gibt ja keine absolute Länge!
In einem Ruhesystem wird ein bewegtes Objekt mit der Länge l gemessen. Das ist eine kontrahierte Länge! Die Ruhelänge dieses Objekts ergibt sich aus l'=l/γ !
Dieses Objekt misst seine Ruhelänge mit l' . Von einem bewegten Beobachter wird diese Länge kontrahiert gemessen nach l=l'*γ !
So schaut diese Beziehung richtig aus!

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Re: Es gibt keine Kausalitätsverletzungen in der SRT

Beitragvon Ernst » Mi 4. Dez 2013, 14:51

Harald Maurer hat geschrieben:In einem Ruhesystem wird ein bewegtes Objekt mit der Länge l gemessen. Das ist eine kontrahierte Länge!

Falsch.
In einem Bezugssystem ist das Objekt dann am kürzesten, wenn es darin ruht. Je schneller es sich in diesem Bezugssystem bewegt, desto länger wird es in diesem System. In seinem Ruhesystem bleibt die ursprüngliche Länge erhalten.
Ein Beobachter, welcher ein bewegtes Objekt sieht, sieht es bezüglich dessen Ruhelänge stets gedehnt.
Die verkürzte Länge sieht der mit dem Objekt mitbewegte Beobachter.
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Zuletzt geändert von Ernst am Mi 4. Dez 2013, 14:55, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Es gibt keine Kausalitätsverletzungen in der SRT

Beitragvon Harald Maurer » Mi 4. Dez 2013, 14:54

Ernst hat geschrieben:Dein Beobachter mißt den relativ zu ihm bewegten Zug verkürzt, wenn ich das richtig verstehe.
Das ist dann nicht SRT konform.

Waaas? Ein bewegtes Objekt wird in der SRT kontrahiert gemessen. Was denn sonst?
Ernst hat geschrieben:Der relativ zum Beobachter bewegte Zug ist gegenüber seiner Ruhelänge gedehnt.

Uff! Wie kommst Du denn auf so etwas? Der ruhende Beobachter misst die Strecke, über die sich der Zug bewegt; die sich daraus ergebenden x'Koordinaten sind nicht die Länge des Zugs! Das ist die Gesamtlänge, über welche sich das Ereignis für den Ruhenden hinzieht. Die Länge des Zugs ermittelt er entweder aus den Resultaten der LT - wie ich es gezeigt habe - oder durch gleichzeitige Messung der Endpunkte des Zugs - worauf fb.... hingewiesen hat! Das ergibt in beiden Fällen eine kontrahierte Länge des Zugs!

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