julian apostata hat geschrieben:Die Myonenuhren gehen also langsamer als die Erduhren und zugleich die Erduhren langsamer als die Myonenuhren.
Das ist nach SRT schon mal grundsätzlich falsch. Keine der Uhren geht langsamer, sondern die Uhren werden vom jeweils anderen System langsamer wahrgenommen. Es ist meiner Armbanduhr vollkommen egal, ob sie von irgendwelchen bewegten Beobachtern langsamer wahrgenommen wird. Sie verändert dadurch ihren Gang nicht. Und bei den Uhren der bewegten Beobachter ist es nicht anders! Der geflügelte Satz "Bewegte Uhren gehen langsamer" ist falsch, und darüber sollte längst Klarheit herrschen.
julian apostata hat geschrieben:Wir rechnen mal ganz einfach und nicht so superumständlich wie Harald.
Das ist nicht superumständlich, sondern ausführlich und ist notwendig, weil die Ergebnisse der LT meist falsch interpretiert werden!
julian apostata hat geschrieben:Das heißt jetzt einfach nur. Wenn im Myonensystem gleichzeitig 2 Myonen geboren werden und zwar in einer Entfernung von s*wurzel(1-v²/c²)…
…so werden diese beiden gleichzeitigen Geburten ins Erdsystem zeitversetzt um den Wert t=s*v/c² übertragen.
Es werden keine Geburten oder sonstigen Ereignisse übertragen, sondern Koordinaten. Ereignisse werden zu unterschiedlichen Zeiten gemessen. Misst man in einem Ruhesystem die Endpunkte einer Länge gleichzeitig, so misst das relativ bewegte System dies in seinem Ruhesystem ungleichzeitig
während der Bewegung des erst genannten Systems.
julian apostata hat geschrieben:Ist doch voll logisch! Das vordere Myon wird später gemessen! Wie sollte man denn sonst auf die verlängerte Strecke s kommen?
Es gibt in der SRT keine "verlängerte Strecke" bzw. Streckendehnung, sondern nur Längenkontraktionen. Die Strecke, die aufgrund der Messung am bewegten System verlängert erscheint, ist nicht die für das Ereignis relevante Strecke. Diese wird am bewegten System immer
verkürzt gemessen. Um das zu verstehen und die Bewegungsstrecke des beobachteten Systems nicht mit Ruhelänge oder gedehnter Länge zu verwechseln, muss man die Werte aus der LT richtig verstehen und nicht auf die irrelevante lange Strecke aus x'=x/sqrt(1-v²/c²) gucken (denn das ist nur eine Koordinate der Bewegungsstrecke), sondern auch die Zeitpunkte beachten, welche die LT angibt! Denn daraus ergibt sich erst die für das Ereignis relevante Länge, die bewegt nie anders als kontrahiert gemessen wird.
julian apostata hat geschrieben:Harald konstruiert mal wieder munter Widersprüche, wo keine sind!
Du verstehst da etwas falsch. Ich widerlege hier nicht die SRT sondern wende sie an, um zu zeigen, dass die Grundannahme von Rossi und Hall (und ihren Epigonen) für ihr Experiment nicht SRT-konform ist und ihr ZD-Beweis daher schief läuft.
Um im Erdsystem eine um den Wurzelfaktor dilatierte Uhr zu sehen, kann man diese nicht einfach postulieren, sondern muss aus dem Myonensystem direkt in die Sicht des Erdsystems transformieren. Nur dann sieht man im Erdsystem eine zeitdilatierte Uhr im bewegten Myonensystem! Das setzt aber voraus, dass als Grundannahme das Ruhesystem des Myons mit einer Länge von 10 km zu definieren wäre. Das ist aber nicht möglich, weil dieses Ruhesystem aufgrund der kurzen Lebenszeit des Myons nicht länger als 658 m sein kann. Und damit ist der schöne ZD-Beweis schon in der Tonne!
Grüße
Harald Maurer