Es gibt keine Kausalitätsverletzungen in der SRT

Hier wird die Relativitätstheorie Einsteins kritisiert oder verteidigt

Re: Es gibt keine Kausalitätsverletzungen in der SRT

Beitragvon Trigemina » Do 7. Nov 2013, 00:22

Ernst hat geschrieben:Es ist ja ganz abwegig, für den Abstand im einem RuheIS die Eigenlänge und im anderen RuheIS die kontrahierte Länge anzusetzen. Und wenn, dann in welchem soll man was ansetzen? Beide Systeme sind ja gleichberechtigt zur Beschreibung des Vorganges.


Gleichberechtigung der IS heisst nicht, dass die Definition des einen umkehrbar zum anderen ist. Wenn in der Rechenaufgabe die Höhe im Erdsystem vorgegeben ist, dann hat dies der Explorand nicht zu hinterfragen sondern auszurechnen. Für spitzfindige Antworten à la "Wieso-kann-man-diese-10-Kilometer-nicht-gerade-so-gut-für-das-Myonensystem-definieren?!" gibt's keine Punkte zu vergeben.

Für zwei verschiedene Aufgaben gibt es keine einheitlichen Lösungsansätze. Versuch einfach das gegebene Rechenbeispiel zu lösen. Und deine myonenbestückten Tennisbälle wurden ja auch schon aufgelöst. Und es sagt übrigens viel aus, diesen Unterschied nicht zu erkennen.
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Re: Es gibt keine Kausalitätsverletzungen in der SRT

Beitragvon Trigemina » Do 7. Nov 2013, 00:33

Hartmut Pohl hat geschrieben:
Trigemina hat geschrieben:...statt sich auf das gestellte Problem zu konzentrieren.
Was ist denn das Problem? Neben dem, dass viele Studenten die SRT nich verstehen doch wohl in erster Linie jenes, dass unheimlich viele vernünftig denkende Menschen nicht wahrnehmen können, dass Zeit etwas subjektives ist, was man weder für Einzelne noch für Gruppen in irgend einer Form (Dauer) beeinflussen kann. Das einzige was belegt, dass es solche Zeitdilatationen gibt, sollen solche Teilchenexperimente sein, bei denen die Teilchen zufällig länger leben, als es der Zerfallszeitkoeffizient im Zerfallsgesetz sagt. Mal ernsthaft die Frage: Welche Zeit ändert sich hier denn objektiv? Muss man das etwa noch berechnen oder erschliesst sich das nicht doch zufällig von selbst?


In den Teilchenbeschleunigern lassen sich relativistische Geschwindigkeiten nahe c erreichen. Und in der Tat leben radioaktive Nuklide im Ringbeschleuniger länger (was zu medizinischen Zwecken nebst ihrer Herstellung ein weiterer nützlicher Nebeneffekt zwecks längerer Konservierung ist). Sogar die Längenkontraktion in Flugrichtung lässt sich bildlich darstellen.

Welche Zeit hätten's denn gerne? Wie wäre es mit der Eigenzeit? Also die Zeit, die im Ruhesystem eines Teilchens, Vorgangs, Experiments etc. vergeht. Die tabellarisch erfassten statistischen Zerfallszeiten für Radionuklide beziehen sich immer auf deren Ruhesystem.
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Re: Es gibt keine Kausalitätsverletzungen in der SRT

Beitragvon DerDicke » Do 7. Nov 2013, 11:08

Ernst hat geschrieben:Gefragt ist einfach nach ihrem Abstand, gesehen aus ihrem jeweiligen Ruhesystem?
... Sind die Abstände in beiden Fällen gleich oder ungleich?

Die Abstände ändern sich ständig (das hat eine sog. "Relativbewegung" so an sich). Ihre Frage müßte also auch spezifizieren, zu welchen Zeitpunkten t1 und t2 in S1 und S2 Sie die Abstände jeweils vergleichen wollen.
Insoweit legt allein Ihre Fragestellung Ihren Denkfehler schön offen.


Ernst hat geschrieben:Das ist wohl schon zu kompliziert. darum einfach die Frage.

Selbstverständlich lassen sich 2 Ernstsche Tennisballmyonen Szenarien erzeugen die sich zueinander symmetrisch sind.
Die Ruhesysteme der Ernstschen Tennisballmyonen M1 und M2 nennen wir S1 und S2. Beide fliegen mit v=0.9994c aufeinander zu.
Szenario 1: "Start" beider Myonen gleichzeitig in S1, wenn sich das Myon 2 in S1 sich auf der Koordinate x1=20000 befindet. M1 wird den Einschlag von M2 nicht "erleben".
Szenario 2: "Start" beider Myonen gleichzeitig in S2, wenn sich das Myon 1 in S2 sich auf der Koordinate x2=-20000 befindet. M2 wird den Einschlag von M1 nicht "erleben".

Das sind allerdings ZWEI VERSCHIEDENE Szenarien.

Herr Ernst, DerDicke kann auch ein einzelnes DRITTES Szenario erschaffen, das wiederum in sich vollständig symmetrisch ist. Es unterscheidet sich allerdings wieder von beiden obigen.



Chief hat geschrieben:Und warum nicht? Sind alle IS nicht gleichberechtigt ("paarweise")?

Herr Schief, zum Begriff des sog. "Relativitätsprinzip" gibt es hier wohl Klärungsbedarf?
Es besagt, daß die Naturgesetze in allen IS dieselbe Form haben.
Es besagt NICHT, daß in allen IS alle Zahlenwerte gleich sind.
Letzteres gilt übrigens nicht mal bei Galilei. Insoweit wäre jedem, der hier diskutiert ein Update des klassischen Physik ans Herz zu legen.



Chief hat geschrieben:Ist die Relativgeschwindigkeit zwischen zwei IS unterschiedlich je nachdem von welchem IS aus betrachtet wird?

in S1 und S2 ist v gleich.
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Re: Es gibt keine Kausalitätsverletzungen in der SRT

Beitragvon Ernst » Do 7. Nov 2013, 12:35

Trigemina hat geschrieben:
Ernst hat geschrieben:Es ist ja ganz abwegig, für den Abstand im einem RuheIS die Eigenlänge und im anderen RuheIS die kontrahierte Länge anzusetzen. Und wenn, dann in welchem soll man was ansetzen? Beide Systeme sind ja gleichberechtigt zur Beschreibung des Vorganges.


Gleichberechtigung der IS heisst nicht, dass die Definition des einen umkehrbar zum anderen ist. Wenn in der Rechenaufgabe die Höhe im Erdsystem vorgegeben ist, dann hat dies der Explorand nicht zu hinterfragen sondern auszurechnen. Für spitzfindige Antworten à la "Wieso-kann-man-diese-10-Kilometer-nicht-gerade-so-gut-für-das-Myonensystem-definieren?!" gibt's keine Punkte zu vergeben.

Als Punktrichter bist du abgesetzt.
Der Explorand antwortet nämlich: Der Abstand 10 km als Ruhelänge ist sowohl im RuheIS der Erde als auch im RuheIS des Myons vorhanden.
Die Erde legt im Ruhesystem des Myons während des Zerfalls des Myons auch 10km zurück.

Für zwei verschiedene Aufgaben gibt es keine einheitlichen Lösungsansätze. Versuch einfach das gegebene Rechenbeispiel zu lösen. Und deine myonenbestückten Tennisbälle wurden ja auch schon aufgelöst. Und es sagt übrigens viel aus, diesen Unterschied nicht zu erkennen.

Als Punktrichter bist du auch hier entlassen.
Das Myonenkonstrukt sagt aus, daß ein die Erde anfliegendes Myon länger lebt als ein auf der Erde ruhendes Myon. Da gehört nicht viel Auffassungsvermögen dazu, die bessere Veranschaulichung zu verstehen, wo die Erde zum Tennisball wird und dem fliegenden Myon ein Untersatz in Form eines Tennisballs spendiert wird (ala Münchhausen).
" Und es sagt übrigens viel aus, diesen Übereinstimmung nicht zu erkennen."
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Re: Es gibt keine Kausalitätsverletzungen in der SRT

Beitragvon julian apostata » Do 7. Nov 2013, 13:42

Ernst hat geschrieben:Die Erde legt im Ruhesystem des Myons während des Zerfalls des Myons auch 10km zurück.


Nochmal: Es wird ständig auf Durchzug geschalten, deswegen muss ich mich ständig wiederholen.

Diese Werte wurden von Harald vor gegeben. v=-0,9994*c x=10 km t=0,
.
Harald hat sie korrekt ins Myonensystem umgerechnet(rechts oben)

x’ hat er über (II) ermittelt t’ hat er über (I) ermittelt.

Bild

Was er höchstwahrscheinlich ganz bewusst unterlassen hat, ist Folgendes, nämlich zu ermitteln, wie weit denn die Erde im Myonensysten entfernt ist.

Die nächstliegende Gleichung ist nun natürlich (IV) und zwar nach x’ augelöst

x’=x*wurzel(1-v²/c²)-v*t’ und da wir auf Meereshöhe (x=0) haben, vereinfacht sich die Sache:

x’=-v*t’

Für t’ müssen wir natürlich die Geburtszeit des Myons einsetzen und die hat ja Harald schon ermittelt (rechts oben)

Also x’~288,37km

Macht also für das Myon eine Verkürzung von 10 000 Meter auf 346 Meter.


t=0-----------------------------------------------------t‘=0,00096248s
Bild
t=0,0000333s-----------------------------------------t‘=0,00096248s

Wichtig bei derartigen Grafiken ist immer, anzugeben in welchem Bezugsystem eine Längenmessung durchgeführt wurde und die lässt sich eindeutig über die Zeitangaben ermitteln, nämlich die Geburtszeit des Myons bei t‘=0,00096248s. (Gleichzeitigkeit bei Längenmessung)

Diese wichtige Angabe fehlt fast bei allen Grafiken von „SRT-Kritikern“
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Re: Es gibt keine Kausalitätsverletzungen in der SRT

Beitragvon Ernst » Do 7. Nov 2013, 14:27

julian apostata hat geschrieben:
Ernst hat geschrieben:Die Erde legt im Ruhesystem des Myons während des Zerfalls des Myons auch 10km zurück.

Nochmal: Es wird ständig auf Durchzug geschalten, deswegen muss ich mich ständig wiederholen.

Du erkennst überhaupt nicht, worum es hier geht.

Wenn die Messung im Erdsystem richtig ist, dann ist die Lebensdauer des anfliegenden Myons verlängert.
Im Myonensystem ruht nun das Myon, während die Erde in der Lebenszeit des Myons heranfliegt.
Da die Geschichte voll symmetrisch ist, hat auch das ruhende Myon diese verlängerte Lebenszeit.

Der Effekt der Lebensdauerverlängerung kann also nicht auf Bewegung ansich zurückgeführt werden, sondern muß andere Ursachen haben; etwa Bewegung im Gravitationsfeld oder Magnetfeld der Erde.
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Re: Es gibt keine Kausalitätsverletzungen in der SRT

Beitragvon Trigemina » Do 7. Nov 2013, 17:47

Ernst hat geschrieben:Als Punktrichter bist du abgesetzt.
Der Explorand antwortet nämlich: Der Abstand 10 km als Ruhelänge ist sowohl im RuheIS der Erde als auch im RuheIS des Myons vorhanden.
Die Erde legt im Ruhesystem des Myons während des Zerfalls des Myons auch 10km zurück.

Au weia! Wenn per definitionem (also durch Festlegung) ein Abstand im IS Erde von 10km veranschlagt wird, ist diese Strecke im IS Myon sicher nicht wieder 10km, sondern längenkontrahiert.

So viel Sturheit bezüglich Festhalten an falschen Vorstellungen lässt tief blicken. Aber als SRT-Kritiker bist du erstens in bester Gesellschaft und zweitens deshalb voll und ganz entschuldigt.

Tschüssie
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Re: Es gibt keine Kausalitätsverletzungen in der SRT

Beitragvon Jondalar » Do 7. Nov 2013, 18:05

Trigemina hat geschrieben:
Ernst hat geschrieben:Als Punktrichter bist du abgesetzt.
Der Explorand antwortet nämlich: Der Abstand 10 km als Ruhelänge ist sowohl im RuheIS der Erde als auch im RuheIS des Myons vorhanden.
Die Erde legt im Ruhesystem des Myons während des Zerfalls des Myons auch 10km zurück.

Au weia! Wenn per definitionem (also durch Festlegung) ein Abstand im IS Erde von 10km veranschlagt wird, ist diese Strecke im IS Myon sicher nicht wieder 10km, sondern längenkontrahiert.

So viel Sturheit bezüglich Festhalten an falschen Vorstellungen lässt tief blicken. Aber als SRT-Kritiker bist du erstens in bester Gesellschaft und zweitens deshalb voll und ganz entschuldigt.

Tschüssie


Du kapierst das wohl hartnäckig gar nicht oder?

Natürlich ist, wenn man das von IS-Erde aus betrachtet, die Strecke im Myon-IS verkürzt, aber wenn man im Myon-IS anfängt und dann transformiert ist die Strecke im IS-Erde verkürzt.

Mann, SO verbohrt kann man doch gar nicht sein oder? Ich bin mir sicher, Ihr macht das mit Absicht, um einfach nicht mal logisch darüber nachdenken zu müssen. HALLOOO - Symmetrie und Gleichberechtigung !!!

Herzliche Grüße
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Re: Es gibt keine Kausalitätsverletzungen in der SRT

Beitragvon Trigemina » Do 7. Nov 2013, 18:21

Jondolar hat geschrieben:...aber wenn man im Myon-IS anfängt und dann transformiert ist die Strecke im IS-Erde verkürzt.

...wenn und aber und hätte und könnte! Es ist nun aber leider so, dass diese 10km sich aufs IS Erde beziehen und nicht aufs IS Myon.

Wie gesagt... in bester Gesellschaft und deshalb entschuldigt

Tschauie
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Re: Es gibt keine Kausalitätsverletzungen in der SRT

Beitragvon All » Do 7. Nov 2013, 19:15

Trigemina hat geschrieben: Wenn per definitionem (also durch Festlegung) ein Abstand im IS Erde von 10km veranschlagt wird, ist diese Strecke im IS Myon sicher nicht wieder 10km, sondern längenkontrahiert.


Wenn das so per Definition festgelegt ist, was hindert jemanden daran, das anders zu definieren?

Insofern ist alles eine Ansichtssache (im wahrsten Sinne des Wortes) und verkommt damit zur Geschmackssache.

Dann wäre eine Diskussion sinnlos.

Gruß

All
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