Guten Tag hat geschrieben:@ Harald Maurer
Zitat: "...Erde misst Myon in 10 km Entfernung, also x=10 km, t=0..."
Genau, es mißt den PUNKT der Entstehung mit 10 km. Und dieser Punk ruht zur Erde.
Unsinn. Es wird in einem mit v=-0,9994 c relativ bewegten IS' ein in diesem IS' ruhendes Pion aus dem Ruhesystem der Erde IS beobachtet, dass in einer Entfernung von 10 km in ein Myon und ein Myon-Neutrino zerfällt und das Myon die Strecke zur Erde fortsetzt. Da gibt es keinen relativ zur Erde ruhenden "Punkt", sondern ein Teilchen, dass nur zu einem bestimmten Zeitpunkt, der im Erdsystem mit t=0 festgelegt wird, diese Entfernung hatte. Laut SRT werden relativ bewegte Inertialsysteme (das sind Koordinatensysteme) von ruhenden Beobachtern aus längenkontrahiert gemessen. Ermittelt man mit der LT, was im Ruhesystem IS' gemessen wird, muss sich daher ergeben, dass die im IS Erde gemessenen Werte, sowohl Längen als auch Zeiten betreffend, im IS' größer ausfallen. D.h. die Werte im Erdsystem sind gegenüber dem IS' zeitdilatiert und längenkontrahiert! Die Entfernung zu dem im IS' ruhenden Teilchen, von der Erde gemessen mit 10 km, wird daher im Ruhesystem IS' gemessen mit
x=10 km --> x'=288,71844561, also rund 28 mal länger, weil die Endpunkte hier in einem Zeitabstand von 0,000962483234127451259 s gemessen werden.
Genauso mißt das zur Erde ruhende Myon, denken Sie an mein Beispiel mit dem Sieb, 10 km.
Das Sieb braucht man nicht. Im Ruhesystem IS' ruht das Myon ohnehin und die Erde ist bewegt. Diese 288,71844561 km kommen durch ungleichzeitige Messung der Endpunkte an der bewegten Erde zustande. Misst man im IS' diese Punkte aber gleichzeitig, also ohne diese Zeitdifferenz von 0,000962483234127451259 s, dann werden diese 288,71844561 km längenkontrahiert mit 10 km gemessen! Andersrum würde man im Erdsystem bei ungleichzeitiger Messung im selben Zeitabstand ebenfalls eine Länge von 288,71844561 km messen. Die Längenkontraktion ist ein reiner Effekt aus der RdG, und alle Effekte gelten gleichermaßen für die beiden Systeme. Bei gleichzeitiger Messung (t'=t) misst man von jedem System aus eine verkürzte Länge von 10 km!
Was es für eine Rolle spielt, in welchem IS das Myon tatsächlich ruht (und es ruht nicht im System der Erde), habe ich bereits beschrieben. Aber Sie nehmen meine Beiträge offenbar nicht zur Kenntnis, sondern versuchen stets nur ihren falschen Standpunkt zu zementieren. Ich wiederhole mich hier gerne, weil Sie das vermutlich nicht gelesen bzw. nicht verstanden haben. Ich habe da 2 Szenarien beschrieben, die trotz eines Unterschiedes dasselbe Ergebnis mit der LT ergeben:
Auf der Erde steht ein 10 km hoher Turm. Dieser Turm ruht im Koordinatensystem der Erde, an seiner Spitze befindet sich ein Teilchen, das zur Zeit t=0 fallen gelassen wird und nun mit v=-0,9994 c zum Turmboden saust und nach 0,000033376435381 s dort ankommt. Die Ausgangswerte für die LT für das Ereignis "Ankunft am Turmboden" sind:
x=0, t=0,000033376435381 s
Das Ergebnis aus der LT ist:
x’= 288,71844561km, t'=0,0009636392543225 s
Das Teilchen wurde im System S' fallen gelassen zur Zeit t'=0,00096248323412 s und kommt bei t'=0,0009636392543225 also nach 0,0000011560202025 s an, hat also mit v=0,9994 c eine Strecke von 346,3582 km zurückgelegt. Wir werden sagen: Aha, der Turm hat sich für das Teilchen verkürzt, also hat die Längenkontraktion der SRT zugeschlagen! Im System S' hat sich das auf der Koordinate x’= 288,71844561 km abgespielt.
Jetzt lassen wir den Turm weg, und da ruht auch kein Teilchen, sondern es rast eines bereits auf die Erde zu, und als es 10 km weit entfernt ist, legen wir fest, es sei in diesem Moment t=0 und das Teilchen kommt nach 0,000033376435381 s am Erdboden an. Die Ausgangswerte für die LT sind demnach dieselben wie vorhin:
x=0, t=0,000033376435381 s
und es wird nicht überraschen, dass auch das Transformationsergebnis dasselbe sein wird wie vorhin!
Worin besteht aber nun ein Unterschied?
Im ersten Fall ist das Teilchen am Turm befestigt, bewegt sich mit der Erde zur Koordinate x’= 288,71844561 km mit und kann daher dort problemlos auch 0,00096248323412 s später im System S' fallen gelassen werden. Und damit könnte man auch ZD und LK bestätigen, wenn es gar nicht am Turmboden ankommen dürfte, es aber dennoch tut.
Im zweiten Fall kommt das Teilchen bereits samt seinem Bezugssystem daher gesaust und wir messen den Raum dazwischen zur Zeit t=0 gerade mit 10 km. Das Teilchen ist nirgendwo befestigt und bewegt sich mit der Erde daher nicht mit bis zur Koordinate x’= 288,71844561 km. Da ist das Teilchen also gar nicht, und kann daher auch nicht nach 346 m am Erdboden ankommen. Denn Erde und Teilchen sind längst aneinander vorbei gerauscht!
Wer den Unterschied nicht erkennt, wird mit dem mathematischen Resultat aus dem zweiten Szenario die ZD und LK als bestätigt sehen und das ist freilich ein Irrtum, denn da gibt es ja keinen Turm, auf welchem ein Myon gewartet hätte, bis es zwecks Messung fallen gelassen wird! Das Resultat aus der LT träfe also nur im ersten Szenario zu!
Doch dieses Szenario haben wir nicht. Der Turm würde ja im Erdsystem nicht kontrahiert gemessen, wohl aber im Myonensystem! Die Länge des im Erdsystem ruhenden Turms ist zeitunabhängig stets 10 km, aber im zweiten Szenario messen wir eine Länge, die nur zum Zeitpunkt t=0 existiert und zum Zeitpunkt t'=0,00096248323412 s 28 mal länger gemessen wird. Es ist also demnach von vornherein eine relative Länge, an deren Endpunkt das Myon nicht ruht, bis es fallen gelassen wird. Und deswegen kann das im Erdsystem beschriebene Ereignis, aus welchem eine ZD geschlossen wird, im System des Myons auf der Koordinate x’= 288,71844561 km gar nicht stattfinden. Das könnte nur der Fall sein, wenn die Entstehung eines Myons ein Ereignis wäre, das im Erdsystem ruht und daher diesem System zugeschrieben werden muss. Aber das ist nicht der Fall. Das Myon entsteht im relativ bewegten Koordinatensystem IS' !
Es sieht also von der Erde aus gesehen so aus:

Und vom Ruhesystem des Myons so:

Würde das Myon von einem 10 km hohen Turm der Erde fallen gelassen, dann würde es tatsächlich zum Zeitpunkt t'=0,00096248323412 s an der Koordinate x’= 288,71844561 km vom Turmboden erreicht werden können. Es entsteht aber zu diesem Zeitpunkt an einem Ort, der nicht mit der Erde mitgegangen ist! Daher trifft die zweite Animation zu, und der sogenannte "Beweis" der ZD mit dem Myon ist mit SRT und LT eben nicht verifizierbar.
Darum explizit meine Frage, was ist an meinem Gedankenexperiment falsch?
Alles, denn es hat nichts mit der SRT zu tun!
Grüße
Harald Maurer