fallili hat geschrieben:
Die SRT ist IN SICH schon ok und widerspruchsfrei - nur ob sie wirklich die Realität abbildet, frag ich mich immer mehr.
Da haben wir aber doch schon das Problem. Jeder definiert Realität anders und nimmt damit automatisch andere Grundlagen an.
Das Wort Realität wird keiner zufriedenstellend definieren können, weil es eine vollständig beschreibbare Realität nicht geben kann. Das ist sprachlich schon gar nicht möglich, weil jedes Wort auf einer Trennung beruht, die so mit dem Universum gar nicht übereinstimmt. Wir haben nun mal keine festen Punkt im Universum, an dem wir etwas argumentativ aufhängen können.
Was wir maximal kreieren können sind Konstruktionen. Konstruktionen sind aber nicht wirktlich „real“, sondern lediglich mechanischer Art. Letztlich bedeutet das nur, dass wir die Grundlagen, die uns das Universum zur Verfügung stellt, mechanisch nutzen können. Deswegen können wir ja auch nur maximal die Funktion beweisen, eine stoffliche Grundlage entzieht sich der Beweisführung, wenn überhaupt eine „stoffliche“ Grundlage existiert.
Diese Mechanik findest du schon im Formalismus, der ja auch in der Logik als auch in der Mathematik und anderweitigen Sparten als Instrument dient, die Sprache zu ordnen. Das Resultat dieser Ordnung nennen wir dann Wissen, welches aber auch nur einen abstrakten Hintergrund hat und uns lediglich als Nutzeffekt dient. Des Weiteren können diese Instrument lediglich das Verhältnis der Strukturen untereinander beschreiben und nicht die Struktur selbst.
Ein einfaches Beispiel: Wir können einen einfachen hausgebräuchlichen Tisch maximal in seiner Funktion beschreiben und zwar so, wie wir ihn nutzen.
Wollen wir den Tisch in seinen Bestandteilen untersuchen, müssen wir ihn in seine Einzelteile zerlegen und dafür entsprechende Wortschöpfungen einführen, die uns den vermeintlich inneren Zusammenhang des Tisches offenbaren (Atome usw.).
Da taucht aber dann das gleiche Problem auf. Wir beschreiben den „inneren“ Zusammenhang auch wieder über mechanische Funktionen. Der Nutzeffekt für uns ist ein vermeintliches Wissen über künstlich hergestellte gedachte mikroskopische Strukturen. Die vorgefundenen mikroskopischen „WERTE“ lassen sich zwar auch technisch nutzen, existieren aber auch nicht als Einzelteile in der Natur.
Versuchen wir den Tisch mikroskopisch zu beschreiben, so wird automatische die makroskopische Funktion des Tisches uninteressant. Sie verliert an Bedeutung.
Da klemmt letztlich auch die Zusammenführung der großen Theorien. Man beschreibt unterschiedliche Welten in Ihrer Funktion, die so gar nicht zusammenpassen können. Einen passenden Adapter hat man auch noch nicht gefunden. Und wenn doch, dann wäre der auch nur konstruiert.
Somit existieren real nur Wortschöpfungen, die als Basis eine mechanische Wirkung haben.
Der Tisch als Gebrauchsgegenstand hat für uns einen Sinn und existiert in dieser nutzbaren Form auch. Im Universum existiert dieser Tisch auch, allerdings nicht als Tisch. Das ist der feine Unterschied, den es zu verstehen gilt. Die Realität verschwimmt mit der Zunahme an abstraktem Wissen. Wer das nicht verinnerlicht, kann auch an Götter glauben.
(Betrifft dein Beitrag vom 13. Okt 2013, 13:05) Wenn du jetzt Gleichzeitigkeit für dich nach deinem Muster definierst und diese Konstruktion so gewählt ist, dass sie nicht zur SRT passen kann, bedeutet das nicht, dass deine Konstruktion falsch ist. Sie passt halt nicht zur SRT, wenn man Daniel K. glauben kann. Insofern existiert auch kein Denkfehler. Damit hast du aber etwas konstruiert, wozu andere gar nicht in der Lage sind.
Offenbar gibt es dann doch ein Leben außerhalb der SRT. Wer hätte das gedacht?
Gruß
All