Yukterez hat geschrieben: Damit hat das langsame Schiff aus Sicht des schnelleren 239003 km Distanz zur Erde, während das Schnellere selber 239834 km zurückgelegt hat:
Das ist die Vorgabe aus Sicht des Erdsystems nach Newton. Diesem gemäß ist ja klar, dass mit v=0,8 c 239634 km in 1 s zurückgelegt werden und mit v=0,799 c 239003 km. Aber aus Sicht des Erdsystems sind nicht nur die Raumschiffe selbst kontrahiert, sondern auch die Bezugssysteme selbst, also auch die Strecken. Es sind ja 2 relativ zur Erde bewegte IS. Das ist einer meiner Kritikpunkte: man beginnt mit Newton und rechnet mit Einstein weiter. Das fällt auch beim sogenannten Myonenbeweis auf. Aus Sicht der Erde erreichen die Myonen aufgrund der ZD die Erde. Aus Sicht der Myonen aber deshalb, weil die Strecke zur Erde kontrahiert ist. Wenn aber aus Sicht der Erde eine ZD im System der Myonen angenommen wird, muss auch die LK angenommen werden, weil es eine ZD ohne LK nicht gibt. Das Myonensystem müsste aus Sicht der Erde also sowohl zeitdilatiert als auch längenkontrahiert anzunehmen sein. Alle Effekte der SRT sind reziprok. Bei zueinander bewegten IS "sieht" jedes IS das andere verkürzt! Dem wird man nicht gerecht, wenn man aus Erdsicht die Strecke für die Myonen unkontrahiert beurteilt, aber ZD annimmt, und andererseits diese Strecke nur aus Sicht der Myonen kontrahiert sein soll. Die muss sich eben aufgrund der Relativbewegung mit nahezu c aus der Sicht beider Bezugssysteme verkürzen! Dann fällt aber der Myonenbeweis ins Grab.
Das gleiche Problem gibt es nun bei den beiden Raumschiffen meiner Satire, die ja nicht todernst gemeint ist, sondern sich an die Adresse jener richtet, die an eine konkrete Längenkontraktion glauben. Aus Sicht der Erde auf bewegte Bezugssysteme der Raumschiffe muss alles enthalten sein: LK, ZD und rel. Addition. Für die Beurteilung der Relativgeschwindigkeit zwischen den Raumschiffen aus Sicht eines der Raumschiffe gilt die rel. Additon nicht, weil es da nichts zu addieren gibt. Denn dann ist eines der Raumschiffe ruhend definiert und das andere bewegt sich, und da ist die Relativgeschwindigkeit 0,001 c. Meine Schilderung geht davon aus, dass jedes der Systeme als Ausgangssystem für die LT dienen kann und nach dem RP muss es auch so sein. Aber das gibt die SRT gar nicht her! Man konstruiert ein Ausgangssystem und das wird absolut, denn alles was man mit der LT nun berechnen kann, bezieht sich auf dieses Ausgangssystem, jedes Ergebnis zeigt eine Sicht auf dieses System aus einem relativ bewegten System, es wird also nur stets dasselbe System beschrieben und die LT ist nicht direkt umkehrbar, sondern nur eine Rücktransformation möglich, was nicht dasselbe ist als wenn man von vornherein von einem anderen System ausgehend transformiert. Das verabsolutierte Ausgangssystem bestimmt also jegliche Sicht aus anderen Systemen. Geht's dann darum, die SRT zu beweisen, wird man völlig inkonsequent: da gibt es im Myonensystem nur die ZD aus Sicht der Erde, aber die LK sehr wohl aus Sicht der Myonen.
Yukterez hat geschrieben:Nur aus Sicht der Erde beträgt der Abstand zwischen beiden Schiffen (0.8-0.799)·c·sek !
Aus dem ruhend definierten Bezugssystem der Erde blickt man auf die beiden relativ bewegten Bezugssysteme der Raumschiffe. Die Erdbewohner nehmen daher in diesen bewegten Bezugssystemen alle relativstischen Effekte wahr, insbesondere stets ZD und LK gemeinsam. Die Raumschiffe (ihre Ruhelängen sind je 100 m) erscheinen daher für einen Erdbewohner verkürzt bei den vorgegebenen Geschwindigkeiten auf 60 m bzw 60,13 m. Aber in der SRT gilt die LK nicht nur für Objekte, sondern auch für den Raum selbst (wie im Myonenbeweis ja praktiziert!). Demnach sind auch die Strecken verkürzt. Und zwar nach 1 s beim schnelleren Raumschiff auf 143900,37984 km und beim langsameren auf 144039,33 km. Es gilt für beide bewegten Koordinatensysteme (und nicht nur für die Raumschiffe) die Formel

Man kann doch nicht zuerst aus Sicht der Erde auf bewegte Systeme zuerst mit Newton rechnen und aus der Sicht der Systeme auf die Erde dann mit Einstein! Entweder gilt die SRT für alle Inertialsysteme oder sie gilt gar nicht. Die theoretisch mit Newton berechneten Entfernungen der Raumschiffe mit 239003 km und 239834 km kann's nach SRT von vornherein gar nicht geben, denn die Bezugssysteme der Raumschiffe ruhen nicht im Erdsystem. Eine Sicht im Newtonschen Raum kann es in der SRT gar nicht geben, den nach dieser leben wir ja im Minkowski-Raum.
Aus Sicht der Erde hat demnach das langsamere Raumschiff das schnellere überholt!
Grüße
Harald Maurer