Harald Maurer hat geschrieben:...........
Die Anfangssituation ist also für beide Systeme x=x'=0, t=t'=0
Die Blitze schlagen ein im IS Bahndamm bei x=1LS und x=-1 LS und t=0
Ins Koordinatensystem des Schaffners mit der LT transformiert ergibt sich:
Blitz vorne bei x'=1,1547 LS t'=-0,57735 s (eine Minuszeit, d.h. der Blitz hat 0,57735 s vor der Zeit t=0 stattgefunden! t=0 ist auch t'=0 !
Blitz hinten bei x'=-11547 LS, t'=+0,57735 s (d.h. der Blitz wird 0,57735 s nach der Zeit t=0 stattfinden. Nicht vergessen: t=0 ist auch t'=0 !
Die Aussage der LT ergibt also: wenn im Bahndamm bei t=0,(t'=0!) die beiden Blitze gleichzeitig einschlagen, hat für den Schaffner der vordere Blitz bereits 0,57735 s früher eingeschlagen (-0,57735 s) und der hintere Blitz wird erst in 0,57735 s einschlagen. Daher fährt für ihn das Licht ungleichzeitig los und wird ihn ungleichzeitig erreichen. Es muss ja das Gleiche heraus kommen wie klassisch - aber ohne c+/-v!
Diese ungleichzeitige Ankunft des Lichts tritt nicht ein, wenn -0,57735 s nicht tatsächlich früher als t=0 (t'=0!) ist und +0,57735 s nicht tatsächlich später als t=0 (t'=0!) ist! Die Blitze müssen für den Schaffner real ungleichzeitig einschlagen und dazu müssen sich ihre Einschlagszeiten von jenen im Bahndamm auch real zeitlich unterscheiden.
.........
Grüße
Harald Maurer
Also mir hat Haralds Beitrag eine schlechte Nacht gebracht und, obwohl ich der Meinung bin, dass er unrecht hat, komme ich nicht drauf wie man ihm das klarmachen kann.
Seine Aussagen haben eine "Logik" die für mich verwirrend ist und daher tu ich mir echt schwer.
Ich gehe allerdings mit den beiden Beiträgen von Ernst konform - da werden von Harald wirklich Zeitskalen "vermanscht".
Wir hatten dieses Zugbeispiel ja schon oft - da wurden auch Minkowski Diagramme gezeichnet und lange diskutiert, aber anscheinend hilft das alles nichts.
Mir fällt eigentlich derzeit nur ein anderer Zugang zur Zug-Situation ein - kann aber auch Blödsinn sein was ich nun schreibe - wie gesagt, ich find das alles verwirrend.
@Harald
Du beschreibst oben die Ausgangssituation, die Zahlen stimmen auch alle, aber um die Situation zu beurteilen, sollte man die Ereignisse aus Sicht der beiden Beobachter (ruhend, Schaffner) anschauen.
Die können ja über von den Blitze erst DANN etwas sehen und diese beurteilen, wenn sie von Licht der Blitze erreicht werden.
Ich will das aber fürs erste mal nur rein qualitativ beschreiben (irgendwann mach ich das auch wieder als animiertes Minkowski).
Der Schaffner fährt ja nach vorne, daher gilt:
1) ZUERST sieht der Schaffner das Licht des vorderen Blitzes.
2) DANN sieht der ruhende Beobachter das Licht beider Blitze gleichzeitig.
3) ERST DANN sieht der Schaffner das Licht des hinteren Blitzes.
Dass der Schaffner das Licht des vorderen Blitze VOR dem ruhenden Beobachter sieht, heißt doch offensichtlich nicht, dass vorne zwei Blitze vorhanden gewesen sein müssen.
Die Gleichzeitigkeit für den ruhenden Beobachter erschließt sich ihm daraus dass er bei 2) beide gleichzeitig sieht.
Die Ungleichzeitigkeit für den Schaffner erschließt sich für ihn daraus, das zwischen 1) und 3) eben eine Zeitspanne existiert.
Also das ist mir zumindest klar und ich kann daher Deinen Folgerungen ( z.B. Kausalitätsverletzungen) nicht zustimmen.
Ich muss aber zugeben, dass ich mit der RdG dennoch meine Probleme habe. In dem Beispiel ergibt sich die RdG NUR deswegen weil der Schaffner die Blitze ungleichzeitig sieht.
Und dazu fällt mir aber ein Beispiel ein, das ich mal mit Kurt versucht habe zu diskutieren - aber Kurt ist m.E. nicht der richtige dafür.
Daher hier nochmals eine nun etwas abgewandelte Vorstellung von mir.
Nehmen wir an im Zug sind vorne und hinten Beobachter. An Bahnsteig sind dort wo die Blitze einschlagen werden auch Beobachter.
Alle haben eine laufende Uhr bei sich, die auf Knopfdruck stehen bleibt.
Nun gibt es GARANTIERT eine Situation bei der die Beobachter im Zug EXAKT auf selber Höhe sind wie die Beobachter am Bahndamm.
(Wenn da mit LK argumentiert wird, kann ich, vergleichbar zu Lübecker sagen - dann machen wir den Zug eben notfalls länger - glaub aber nicht dass dies nötig ist.
Jeder von uns ist schon mal an einem Bahnsteig gewesen, hat einen Zug vorbei fahren gesehen - daher MUSS es diesen Zeitpunkt an dem sich die vorderen und hinteren Beobachter GENAU gegenüber stehen, auch geben (so ein Zug fährt ja nicht "schräg" vorbei, wie im Minkowski Digramm dargestellt vorbei)
Also:
In DIESEM Moment schlagen auch die Blitze am Bahndamm ein. Alle 4 Beobachter stoppen daraufhin Ihre Uhr.
Nun ist für mich eigentlich nur vorstellbar:
1) dass die Uhren der beiden Beobachter am Bahndamm die SELBE Zeit anzeigen.
2) dass die Uhren der Beobachter im Zug auch eine untereinander identische Zeit anzeigen. Mag sein, das diese Zeit wegen der ZD nicht mit jener der Beobachter am Bahndamm übereinstimmt, aber BEIDE Uhren IM Zug MÜSSEN das selbe anzeigen.
Jetzt gehen dann die Beobachter mit den Uhren in die Mitte und zeigen dort Ihre Uhren. Am Bahndamm wird festgestellt, das die Uhren die selbe Zeit anzeigen - die Blitze waren also gleichzeitig!
Der Schaffner wird sich aber auch die beiden Uhren der Beobachter im Zug anschauen und AUCH feststellen, dass sie die selbe Zeit anzeigen - also wird er wohl oder übel AUCH eingestehen müssen, das die Blitze gleichzeitig eingeschlagen haben.
Das ist ein Ergebnis, das mir "Sorgen" macht.
Hängt die Gleichzeitigkeit von Ereignissen auch innerhalb EINES IS davon ab WIE man diese Gleichzeitigkeit feststellen will.
Wenn "nur" der Schaffner dies anhand der bei ihm eintreffenden Lichtblitze beurteilt, sind die Blitzeinschläge "ungleichzeitig".
Wenn der Schaffner zwei Leute nach vorne und hinten schickt und diese dann mit Ihren Uhren die Blitzeinschläge beurteilen (nochmals der Hinweis - die zwei Leute BLEIBEN im IS "Zug") und dies dann dem Schaffner mitteilen, dann sind die Blitzeinschläge "gleichzeitig".
Find ich sehr verwirrend - find aber auch keine Fehler in meiner Argumentationskette!