Es gibt keine Kausalitätsverletzungen in der SRT

Hier wird die Relativitätstheorie Einsteins kritisiert oder verteidigt

Re: Es gibt keine Kausalitätsverletzungen in der SRT

Beitragvon fallili » Mi 25. Sep 2013, 20:49

Harald Maurer hat geschrieben:
Erst wenn Euch klar wird, dass unterschiedliche Uhren noch keine Ungleichzeitigkeit anzeigen, sondern dies nur dann der Fall ist, wenn diese Anzeigen auch einen tatsächlichen Zeitunterschied bedeuten, macht es Sinn, mit Euch über die RdG zu diskutieren!

Grüße
Harald Maurer


Ja aber genau das ist es doch!
Wenn bei einem Ereignis die Uhr des ruhenden Beobachter 0 Sekunden anzeigt und die Uhr des bewegten Beobachters -0,57 Sekunden dann haben wir doch GENAU DEN FALL den Du nun beschreibst. Diese Anzeigen der Uhren bedeuten keinen TATSÄCHLICHEN Zeitunterschied.
Wieso siehst Du das beim Flugzeugbeispiel sofort - aber bei Beispielen für die SRT sieht Du das nicht.
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Re: Es gibt keine Kausalitätsverletzungen in der SRT

Beitragvon Harald Maurer » Mi 25. Sep 2013, 21:11

fallili hat geschrieben:Ja aber genau das ist es doch!
Wenn bei einem Ereignis die Uhr des ruhenden Beobachter 0 Sekunden anzeigt und die Uhr des bewegten Beobachters -0,57 Sekunden dann haben wir doch GENAU DEN FALL den Du nun beschreibst. Diese Anzeigen der Uhren bedeuten keinen TATSÄCHLICHEN Zeitunterschied.
Wieso siehst Du das beim Flugzeugbeispiel sofort - aber bei Beispielen für die SRT sieht Du das nicht.


Ernst hat geschrieben:Es ist im Grunde ganz einfach. Ein einziges singuläres Ereignis ereignet sich in S zum Zeitpunk t und in S' zum Zeitpunkt t'. Nun kann zwischen t und t' ja kein "tatsächlicher" Zeitunterschied bestehen. Denn es handelt sich ja nur ein einmaliges Ereignis.


Und das ist das, was ihr nicht versteht: wenn es zwischen t und t' keinen Zeitunterschied gibt, kann das Licht der beiden Blitze den Schaffner nicht ungleichzeitig erreichen! Darum geht es aber: es soll den Schaffner ungleichzeitig erreichen! Existieren keine tatsächlichen Zeitunterschiede (und nur die Uhren sind unterschiedlich gestellt) dann sind in beiden Systemen die Ereignisse identisch. Denn das Licht der Blitze saust dann eben nicht im Zug vorne früher los und am Ende später, sondern zu den gleichen Momenten in beiden Systemen, die nur mit einer Pseudo-Ungleichzeitigkeit durch unterschiedliche Zeitanzeigen ohne die entsprechenden Intervalle bezeichnet sind! Da das Licht in beiden Systemen dieselben Strecken bis zu den Systemmittelpunkten hat, käme es sowohl beim Wärter als auch beim Schaffner gleichzeitig an! Denn hier ist ja ein Unterschied zwischen gleichzeitig und ungleichzeitig leicht festzustellen - dazu haben die Uhren in den Systemen gar keine Bedeutung. Denn ob z.B. ein Detektor nacheinander von Licht getroffen wird oder gleichzeitig, kann er ja selbst ganz unabhängig messen! Und der Schaffner kann's auch, denn der müsste ja schön blöd sein, nicht zu merken, dass zwischen dem Eintreffen der Lichtstrahlen eine halbe Sekunde liegt! Und die ist aber da, diese Differenz und kann nur aus Differenzen beim Start der Lichtstrahlen entstehen. Und dann haben wir aber wieder das Problem mit der Minuszeit bzw. der Pseudorelativität! Also, dass Ihr das nicht auf die Reihe bekommt, ist schon sehr verwunderlich!
Die LT stellt uns vor die Wahl: entweder Kausalitätsverletzung oder Pseudorelativität mit verstellten Uhren, nach welcher die RdG nicht funktionieren kann!

Grüße
Harald Maurer
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Re: Es gibt keine Kausalitätsverletzungen in der SRT

Beitragvon Harald Maurer » Mi 25. Sep 2013, 21:43

Highway hat geschrieben:Aber hast du auch dein Minkowski Diagramm dazu befragt? Das sagt nämlich was anderes.

Ja, der Minkowski hat sich über das Problem auch den Kopf zerbrochen und dem ganzen einen höchst esoterischen Überbau gegeben, indem er den Minkowski-Raum erfand. In diesem Raum wird das Szenario so dargestellt:
Das ruhende System Bahndamm ruht im Raum waagrecht, der Zug ist entsprechend seiner Relativgeschwindigkeit schräg und bewegt sich nach oben (von der Vergangenheit in die Zukunft), wobei diese Bewegung das Vergehen der Zeit bedeutet (die Zeit hat in diesem Raum daher die Dimension einer Länge!).
Also dazu die Skizze (Reihenfolge der Situationen von oben nach unten):
minkowski_raum.jpg
minkowski_raum.jpg (44.17 KiB) 3788-mal betrachtet

Die Systeme haben einen gemeinsamen zeitlichen Bezugspunkt zur Zeit t=t'=0 , wenn sie sich in der Mitte kreuzen bei x=x'=0. Auch in dieser Darstellung vergeht zwischen der "0" bis zu -0,577 und 0.577 s im Zug Zeit, dargestellt durch die Bewegung des schrägen Zugsystems nach oben. Die Gegenwart ist also im Bahndamm waagrecht und im Zug ist sie schräg.
Diese Darstellung zwingt zu folgendem Schluss: alle Ereignisse in diesem Universum existieren sowohl noch in der Vergangenheit über die Gegenwart und auch schon in der Zukunft! Und die Systeme fischen sich durch die entsprechende Lage - waagrecht oder schräg - die unterschiedlichen Zeitpunkte aus dem Raum für die gerade betreffenden Ereignisse heraus! Das Erstaunliche dabei ist, dass so ein esoterischer Nonsens von der Wissenschaft akzeptiert wurde - und ich denke auch, wenn so manche Relativitätsverteidiger diesen Hintergrund kennen würden, der da von Minkowski zusammen fantasiert wurde, würden sie die SRT mit anderen Augen sehen!
Nun sind ja die Systeme nicht wirklich schräg zueinander und alle Ereignisse finden in beiden Systemen statt. Die Zeitdifferenzen, die der nach oben bewegte Zug hinter sich bringt, müssen daher in der Projektion auf die beiden Systeme vorhanden sein. Sind sie das nicht, ist die ganze RdG nur ein Fake! SInd sie das, ist die Kausalität im Eimer.

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Re: Es gibt keine Kausalitätsverletzungen in der SRT

Beitragvon fallili » Mi 25. Sep 2013, 22:45

Harald Maurer hat geschrieben:Und das ist das, was ihr nicht versteht: wenn es zwischen t und t' keinen Zeitunterschied gibt, kann das Licht der beiden Blitze den Schaffner nicht ungleichzeitig erreichen! Darum geht es aber: es soll den Schaffner ungleichzeitig erreichen! Existieren keine tatsächlichen Zeitunterschiede (und nur die Uhren sind unterschiedlich gestellt) dann sind in beiden Systemen die Ereignisse identisch. Denn das Licht der Blitze saust dann eben nicht im Zug vorne früher los und am Ende später, sondern zu den gleichen Momenten in beiden Systemen, die nur mit einer Pseudo-Ungleichzeitigkeit durch unterschiedliche Zeitanzeigen ohne die entsprechenden Intervalle bezeichnet sind! Da das Licht in beiden Systemen dieselben Strecken bis zu den Systemmittelpunkten hat, käme es sowohl beim Wärter als auch beim Schaffner gleichzeitig an! Denn hier ist ja ein Unterschied zwischen gleichzeitig und ungleichzeitig leicht festzustellen - dazu haben die Uhren in den Systemen gar keine Bedeutung. Denn ob z.B. ein Detektor nacheinander von Licht getroffen wird oder gleichzeitig, kann er ja selbst ganz unabhängig messen! Und der Schaffner kann's auch, denn der müsste ja schön blöd sein, nicht zu merken, dass zwischen dem Eintreffen der Lichtstrahlen eine halbe Sekunde liegt! Und die ist aber da, diese Differenz und kann nur aus Differenzen beim Start der Lichtstrahlen entstehen. Und dann haben wir aber wieder das Problem mit der Minuszeit bzw. der Pseudorelativität! Also, dass Ihr das nicht auf die Reihe bekommt, ist schon sehr verwunderlich!
Die LT stellt uns vor die Wahl: entweder Kausalitätsverletzung oder Pseudorelativität mit verstellten Uhren, nach welcher die RdG nicht funktionieren kann!

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Ich bin mir nun bei Deiner Auffassung der Zug-Situation nicht im klaren.
Schlagen die Blitze gleichzeitig im Bahndamm vorne und hinten eine oder schlagen sie gleichzeitig im Zug vorne und hinten ein ?
Sind die Blitze also ruhend zum Bahndammsystem oder ruhend zum Zugsystem ?

Da gabs ja auch Meinungen die behaupten, das ALLES gleichzeitig funktioniert - aber da habe ich (und werde auch weiterhin) heftigst widersprechen.

Da hab ich Deine Meinung dazu schon vergessen und in der Fülle der Beiträge zu suchen ist wirklich zu aufwendig.
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Re: Es gibt keine Kausalitätsverletzungen in der SRT

Beitragvon Harald Maurer » Do 26. Sep 2013, 00:56

fallili hat geschrieben:Schlagen die Blitze gleichzeitig im Bahndamm vorne und hinten eine oder schlagen sie gleichzeitig im Zug vorne und hinten ein ?

Die Blitze schlagen gleichzeitig in den Bahndamm ein. Ob sie dabei den Zug erwischen oder nicht, spielt keine Rolle, denn es geht ja um Koordinatensysteme. "Bahndamm" und "Zug" sind nur Krücken zwecks besserer Anschaulichkeit. Das Licht der Blitze bewegt sich sowohl im Koordinatensystem "Bahndamm" als auch in jenem des "Zugs" laut Postulat mit c=const.

Es ist eine ganz einfache Situation: In der Mitte eines Bahdamms steht ein Wärter (=das ruhende IS S). Ein Zug fährt mit v=0,5 c vorbei, in der Mitte des Zugs (=das bewegte IS S') steht der Schaffner. Als sich der Wärter und der Schaffner gerade auf gleicher Höhe befinden, schlagen im Koordinatensystem des Wärters - er steht auf x=0 - zur Zeit t=0 zwei Blitze jeweils 1 LS von ihm entfernt gleichzeitig ein. Das Licht dieser Blitze wird den Wärter daher gleichzeitig erreichen. Für den Schaffner, der sich ja weiter bewegt, während das Licht unterwegs ist, ergibt sich das anders: klassisch betrachtet bewegt er sich dem Licht des vorderen Blitzes entgegen und läuft dem Licht vom hinteren Blitz davon. Das vordere Licht wird ihn daher früher treffen als das Licht von hinten. Klassisch hätte im Koordinatensystem des Schaffners (die Länge des Zugs ist ganz egal) das Licht nun die LG vorne c+v und hinten c-v. Das ist lt. Postulat der SRT aber nicht zulässig, und Einstein setzt nun die RdG ein: die Blitze, die im Bahndamm IS gleichzeitig einschlagen, schlagen für den Schaffner nicht gleichzeitig ein. Der Blitz vorne schlägt früher ein und der Blitz hinten später, und daher wird der Schaffer aus diesem Grund ungleichzeitig vom Licht der Blitze getroffen, obwohl auch in seinem IS c=const gilt. Als die beiden, Wärter und Schaffner sich gegenüber standen, wurden die Uhren in beiden Sytemen auf "0" gestellt.
Die Anfangssituation ist also für beide Systeme x=x'=0, t=t'=0
Die Blitze schlagen ein im IS Bahndamm bei x=1LS und x=-1 LS und t=0
Ins Koordinatensystem des Schaffners mit der LT transformiert ergibt sich:
Blitz vorne bei x'=1,1547 LS t'=-0,57735 s (eine Minuszeit, d.h. der Blitz hat 0,57735 s vor der Zeit t=0 stattgefunden! t=0 ist auch t'=0 !
Blitz hinten bei x'=-11547 LS, t'=+0,57735 s (d.h. der Blitz wird 0,57735 s nach der Zeit t=0 stattfinden. Nicht vergessen: t=0 ist auch t'=0 !
Die Aussage der LT ergibt also: wenn im Bahndamm bei t=0,(t'=0!) die beiden Blitze gleichzeitig einschlagen, hat für den Schaffner der vordere Blitz bereits 0,57735 s früher eingeschlagen (-0,57735 s) und der hintere Blitz wird erst in 0,57735 s einschlagen. Daher fährt für ihn das Licht ungleichzeitig los und wird ihn ungleichzeitig erreichen. Es muss ja das Gleiche heraus kommen wie klassisch - aber ohne c+/-v!
Diese ungleichzeitige Ankunft des Lichts tritt nicht ein, wenn -0,57735 s nicht tatsächlich früher als t=0 (t'=0!) ist und +0,57735 s nicht tatsächlich später als t=0 (t'=0!) ist! Die Blitze müssen für den Schaffner real ungleichzeitig einschlagen und dazu müssen sich ihre Einschlagszeiten von jenen im Bahndamm auch real zeitlich unterscheiden. Ist das nicht der Fall, wird praktisch nur das Ereignis vom Bahndamm ins Schaffnersystem transformiert samt der bestehenden Gleichzeitigkeit, bloß mit verstellten Uhren beschrieben. Damit kann sich die Ungleichzeitigkeit der Blitzenschläge für den Schaffner nicht ergeben! Denn ob er vom Licht gleichzeitig oder ungleichzeitig getroffen wird, bezieht sich nur auf den Schaffner selbst, ganz egal, was seine Uhren in seinem Zug gerade anzeigen. t=0 darf nicht gleichbedeutend wie -0,57735 bzw. 0,57735 s sein, denn dann betreffen alle diese Zeitangaben denselben Moment - in ähnlichem Sinne wie 100 cm und 39,3701 Zoll dieselbe Länge bedeuten...

Grüße
Harald Maurer
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Re: Es gibt keine Kausalitätsverletzungen in der SRT

Beitragvon Ernst » Do 26. Sep 2013, 08:56

Highway hat geschrieben:
Ernst hat geschrieben:
Highway hat geschrieben:Ich komme beispielsweise bei v=0.5c und x=1Ls auf etwa 3.373s für t als auch für t'. Hab ich mich da verrechnet? :shock:

Sicherlich.
.
.

Nicht? Willst du mich auf den Arm nehmen, oder möchtest du mir lieber meinen Fehler zeigen? Jetzt mal ohne Scherz, ich komme auf 3.373s in einer Entfernung von 1Ls. Du nicht?


Doch, aber deine Folgerung ist falsch.

t'=(t-vx/c²)*gamma

Es gibt zu jedem Zeitpunkt t nur einen einzigen speziellen Ort x_s, für welchen bei einem Ereignis gilt t=t'

t = (t-vx/c²)*gamma
t(1-gamma) = - gamma* vx_s/c²
x_s = - t(1-gamma)*c²/v

Dieser eine spezielle Ort, wo ein Ereignis mit gleichen Zeit-Werten erfolgt, ist bei dir

x_s = -3.373s(1-0,866)*2 = -0,9Ls

Du hattest 1Ls angenommen. Einer von uns hat ungenau gerechnet.

An allen anderen Orten x, an welchen ein Ereignis erfolgt, sind zum Zeitpunkt t die Werte für t und t' unterschiedlich.
.
.
Zuletzt geändert von Ernst am Do 26. Sep 2013, 09:18, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Es gibt keine Kausalitätsverletzungen in der SRT

Beitragvon Ernst » Do 26. Sep 2013, 09:04

Harald Maurer hat geschrieben:Und das ist das, was ihr nicht versteht: wenn es zwischen t und t' keinen Zeitunterschied gibt, kann das Licht der beiden Blitze den Schaffner nicht ungleichzeitig erreichen!

Was soll das mit t zu tun haben. Gar nichts. Im IS des Schaffners gilt ausschließlich die Zeitskala t'.
Und da ist es ganz einfach so, daß der Blitzeinschlag hinten zum Zeitpunkt t'_h erfolgt und vorne zu einem anderen Zeitpunkt t'_v. Da beide Laufstrecken gleich sind, erreichen die Blitze den Schaffner im zeitlichen Abstand t'_h-t'v.
Dein Irrtum folgt aus einer unzulässigen Vermanschung beider Zeitskalen.
.
.
Zuletzt geändert von Ernst am Do 26. Sep 2013, 09:16, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Es gibt keine Kausalitätsverletzungen in der SRT

Beitragvon Ernst » Do 26. Sep 2013, 09:16

Harald Maurer hat geschrieben:Diese ungleichzeitige Ankunft des Lichts tritt nicht ein, wenn -0,57735 s nicht tatsächlich früher als t=0 (t'=0!) ist und +0,57735 s nicht tatsächlich später als t=0 (t'=0!) ist! Die Blitze müssen für den Schaffner real ungleichzeitig einschlagen und dazu müssen sich ihre Einschlagszeiten von jenen im Bahndamm auch real zeitlich unterscheiden.

Du machst dann unmögliches möglich. Nämlich, aus eins mach zwei.
Wenn der Blitz vorn mit einer realen Zeitdifferenz einschlägt, dann müssen es notgedrungen zwei Blitze sein.

Der Blitzeinschlag vorn ist ein einmaliges einzelnes singuläres Ereignis. Wie kann zwischen einem einzigen Ereignis ein realer zeitlicher Abstand existieren :?:
Nur weil das eine Ereignis in unterschiedlichen Koordinatensystemen betrachtet wird, können aus einem Ereignis nicht deren zwei entstehen.
Es bleibt bei dem einen Ereignis. Und in unterschiedlichen Koordinatensystemen ergeben sich naturgemäß unterschiedliche Koordinaten (Ort und Zeit) für das eine Ereignis.

Das alles ist so einfach, daß mir deine Zweifel unerklärlich sind.
.
.
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Re: Es gibt keine Kausalitätsverletzungen in der SRT

Beitragvon fallili » Do 26. Sep 2013, 12:36

Harald Maurer hat geschrieben:...........
Die Anfangssituation ist also für beide Systeme x=x'=0, t=t'=0
Die Blitze schlagen ein im IS Bahndamm bei x=1LS und x=-1 LS und t=0
Ins Koordinatensystem des Schaffners mit der LT transformiert ergibt sich:
Blitz vorne bei x'=1,1547 LS t'=-0,57735 s (eine Minuszeit, d.h. der Blitz hat 0,57735 s vor der Zeit t=0 stattgefunden! t=0 ist auch t'=0 !
Blitz hinten bei x'=-11547 LS, t'=+0,57735 s (d.h. der Blitz wird 0,57735 s nach der Zeit t=0 stattfinden. Nicht vergessen: t=0 ist auch t'=0 !
Die Aussage der LT ergibt also: wenn im Bahndamm bei t=0,(t'=0!) die beiden Blitze gleichzeitig einschlagen, hat für den Schaffner der vordere Blitz bereits 0,57735 s früher eingeschlagen (-0,57735 s) und der hintere Blitz wird erst in 0,57735 s einschlagen. Daher fährt für ihn das Licht ungleichzeitig los und wird ihn ungleichzeitig erreichen. Es muss ja das Gleiche heraus kommen wie klassisch - aber ohne c+/-v!
Diese ungleichzeitige Ankunft des Lichts tritt nicht ein, wenn -0,57735 s nicht tatsächlich früher als t=0 (t'=0!) ist und +0,57735 s nicht tatsächlich später als t=0 (t'=0!) ist! Die Blitze müssen für den Schaffner real ungleichzeitig einschlagen und dazu müssen sich ihre Einschlagszeiten von jenen im Bahndamm auch real zeitlich unterscheiden.

.........
Grüße
Harald Maurer


Also mir hat Haralds Beitrag eine schlechte Nacht gebracht und, obwohl ich der Meinung bin, dass er unrecht hat, komme ich nicht drauf wie man ihm das klarmachen kann.
Seine Aussagen haben eine "Logik" die für mich verwirrend ist und daher tu ich mir echt schwer.
Ich gehe allerdings mit den beiden Beiträgen von Ernst konform - da werden von Harald wirklich Zeitskalen "vermanscht".

Wir hatten dieses Zugbeispiel ja schon oft - da wurden auch Minkowski Diagramme gezeichnet und lange diskutiert, aber anscheinend hilft das alles nichts.
Mir fällt eigentlich derzeit nur ein anderer Zugang zur Zug-Situation ein - kann aber auch Blödsinn sein was ich nun schreibe - wie gesagt, ich find das alles verwirrend.
@Harald
Du beschreibst oben die Ausgangssituation, die Zahlen stimmen auch alle, aber um die Situation zu beurteilen, sollte man die Ereignisse aus Sicht der beiden Beobachter (ruhend, Schaffner) anschauen.
Die können ja über von den Blitze erst DANN etwas sehen und diese beurteilen, wenn sie von Licht der Blitze erreicht werden.

Ich will das aber fürs erste mal nur rein qualitativ beschreiben (irgendwann mach ich das auch wieder als animiertes Minkowski).

Der Schaffner fährt ja nach vorne, daher gilt:
1) ZUERST sieht der Schaffner das Licht des vorderen Blitzes.
2) DANN sieht der ruhende Beobachter das Licht beider Blitze gleichzeitig.
3) ERST DANN sieht der Schaffner das Licht des hinteren Blitzes.

Dass der Schaffner das Licht des vorderen Blitze VOR dem ruhenden Beobachter sieht, heißt doch offensichtlich nicht, dass vorne zwei Blitze vorhanden gewesen sein müssen.
Die Gleichzeitigkeit für den ruhenden Beobachter erschließt sich ihm daraus dass er bei 2) beide gleichzeitig sieht.
Die Ungleichzeitigkeit für den Schaffner erschließt sich für ihn daraus, das zwischen 1) und 3) eben eine Zeitspanne existiert.

Also das ist mir zumindest klar und ich kann daher Deinen Folgerungen ( z.B. Kausalitätsverletzungen) nicht zustimmen.
Ich muss aber zugeben, dass ich mit der RdG dennoch meine Probleme habe. In dem Beispiel ergibt sich die RdG NUR deswegen weil der Schaffner die Blitze ungleichzeitig sieht.

Und dazu fällt mir aber ein Beispiel ein, das ich mal mit Kurt versucht habe zu diskutieren - aber Kurt ist m.E. nicht der richtige dafür.

Daher hier nochmals eine nun etwas abgewandelte Vorstellung von mir.
Nehmen wir an im Zug sind vorne und hinten Beobachter. An Bahnsteig sind dort wo die Blitze einschlagen werden auch Beobachter.
Alle haben eine laufende Uhr bei sich, die auf Knopfdruck stehen bleibt.
Nun gibt es GARANTIERT eine Situation bei der die Beobachter im Zug EXAKT auf selber Höhe sind wie die Beobachter am Bahndamm.
(Wenn da mit LK argumentiert wird, kann ich, vergleichbar zu Lübecker sagen - dann machen wir den Zug eben notfalls länger - glaub aber nicht dass dies nötig ist.
Jeder von uns ist schon mal an einem Bahnsteig gewesen, hat einen Zug vorbei fahren gesehen - daher MUSS es diesen Zeitpunkt an dem sich die vorderen und hinteren Beobachter GENAU gegenüber stehen, auch geben (so ein Zug fährt ja nicht "schräg" vorbei, wie im Minkowski Digramm dargestellt vorbei)

Also:
In DIESEM Moment schlagen auch die Blitze am Bahndamm ein. Alle 4 Beobachter stoppen daraufhin Ihre Uhr.
Nun ist für mich eigentlich nur vorstellbar:
1) dass die Uhren der beiden Beobachter am Bahndamm die SELBE Zeit anzeigen.
2) dass die Uhren der Beobachter im Zug auch eine untereinander identische Zeit anzeigen. Mag sein, das diese Zeit wegen der ZD nicht mit jener der Beobachter am Bahndamm übereinstimmt, aber BEIDE Uhren IM Zug MÜSSEN das selbe anzeigen.

Jetzt gehen dann die Beobachter mit den Uhren in die Mitte und zeigen dort Ihre Uhren. Am Bahndamm wird festgestellt, das die Uhren die selbe Zeit anzeigen - die Blitze waren also gleichzeitig!
Der Schaffner wird sich aber auch die beiden Uhren der Beobachter im Zug anschauen und AUCH feststellen, dass sie die selbe Zeit anzeigen - also wird er wohl oder übel AUCH eingestehen müssen, das die Blitze gleichzeitig eingeschlagen haben.

Das ist ein Ergebnis, das mir "Sorgen" macht.
Hängt die Gleichzeitigkeit von Ereignissen auch innerhalb EINES IS davon ab WIE man diese Gleichzeitigkeit feststellen will.
Wenn "nur" der Schaffner dies anhand der bei ihm eintreffenden Lichtblitze beurteilt, sind die Blitzeinschläge "ungleichzeitig".
Wenn der Schaffner zwei Leute nach vorne und hinten schickt und diese dann mit Ihren Uhren die Blitzeinschläge beurteilen (nochmals der Hinweis - die zwei Leute BLEIBEN im IS "Zug") und dies dann dem Schaffner mitteilen, dann sind die Blitzeinschläge "gleichzeitig".

Find ich sehr verwirrend - find aber auch keine Fehler in meiner Argumentationskette!
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Re: Es gibt keine Kausalitätsverletzungen in der SRT

Beitragvon Ernst » Do 26. Sep 2013, 13:46

fallili hat geschrieben:Also mir hat Haralds Beitrag eine schlechte Nacht gebracht und, obwohl ich der Meinung bin, dass er unrecht hat, komme ich nicht drauf wie man ihm das klarmachen kann.
Seine Aussagen haben eine "Logik" die für mich verwirrend ist und daher tu ich mir echt schwer.
Ich gehe allerdings mit den beiden Beiträgen von Ernst konform - da werden von Harald wirklich Zeitskalen "vermanscht".

Das kann einem schon den Schlaf rauben. :(
Wie die beiden H's unbekümmert mit Zeiten aus unterschiedlichen Zeitskalen jonglieren.

Also:
In DIESEM Moment schlagen auch die Blitze am Bahndamm ein. Alle 4 Beobachter stoppen daraufhin Ihre Uhr.
Nun ist für mich eigentlich nur vorstellbar:
1) dass die Uhren der beiden Beobachter am Bahndamm die SELBE Zeit anzeigen.
2) dass die Uhren der Beobachter im Zug auch eine untereinander identische Zeit anzeigen. Mag sein, das diese Zeit wegen der ZD nicht mit jener der Beobachter am Bahndamm übereinstimmt, aber BEIDE Uhren IM Zug MÜSSEN das selbe anzeigen.

2. ist nicht richtig. Die Stopp-Uhren zeigen eine unterschiedliche Zeit.
.
.
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