Ralf Maeder hat geschrieben:......... Dann wurde mir erklaert, dass es sogenannte Valenz-Elektronen gaebe, die an den Mechanismen der Reflektion beteiligt seien. Was ich daraus verstanden hatte, war, dass das ankommende Licht oder Photon nicht dasselben Licht/Photon ist, wie das reflektierte, sprich die beiden sind nicht identisch, sondern werden neu emittiert. Und da kam ein Einwand von mir, ob diese Weiterleitung des ankommenden und reflektierten Lichtes nicht eine kleine, klitzekleine Verzoegerung mit sich bringen sollte. - Keine Antwort darauf.
Gruss Ralf.
Da geht es nicht nur um eine "kleine, kilitzekleine Verzögerung" sondern diese Verzögerung ist auch der Grund dafür, dass es Brechung, Drehung von Polarisationsebenen etc. überhaupt gibt.
Vielleicht darf ich ganz "frei Schnauze" erklären wie das abläuft.
Achtung - Modellvorstellung
1) Das eintretende Licht ist eine elektromagnetische Welle mit "positiven" und "negativen" Wellenhälften.
Diese wirken auf die Elektronenkonfiguration der Atome, was klar ist - diese negative Elektronenschale wird ja von den + oder - der Welle beeinflußt.
Diese Elektronenkonfigurationen der Atome beginnen daher im Rhytmus der Welle zu schwingen.
In Schwingung versetzen heißt aber Energie aufnehmen - die Originalwelle "verliert" also Energie und verschwindet sogar.
Dann haben wir aber dafür Millonen von Elektronenkonfigurationen die "schwingen".
Schwingen heiß aber wiederum : elektromagnetische Welle abstrahlen.
Aus diesen Millionen "kleiner Abstrahlungen" baut sich wieder eine neuen Welle auf.
Und das geht ständig im Inneren einer lichtdurchlässigen Materie ( Glas, Kristall, Wasser, Luft etc) so weiter.
Es gibt eine japanische Arbeit bei der durch Computersimulation mit Millionen "Atomen" genau nachgewiesen wurde, dass das "neue" Licht exakt den Vorgaben der Brechungsgesetze etc. folgt.
Ich finde es schon enorm faszinierend, dass das Licht das ich hinter einer Scheibe sehen NICHT das Licht ist, dass vorne hineinkommt.
Nun aber der Clou:
Elektronenschalen (oder Elektronen wenn Dir das lieber ist) haben eine Masse - Masse heißt Trägheit.
Es DAUERT also ein wenig, bis die in "Schwingung" geraten. Daher wird die "neue" Welle gegenüber der "Originalwelle" verzögert sein.
Aus dieser "Trägheit oder Steifheit" erklärt sich auch, dass Lichtwellen durch Materie "langsamer" laufen.
Und von der Materie und deren "Steifheit" ist es abhängig WIE langsam - also wie lange es dauert bis ich diese "Millionen kleiner Schwingungen aufgebaut" haben und wieder abgestrahlt werden.
Ich glaub der Rekord bei Wellenausbreitung in Materie liegt derzeit bei ein paar cm/sekunde. Irgendwo gibt es ein faszinierendes Video wie ein Lichtstrahl auf eine mit etwas Flüssigem (weiß nicht was) gefüllten Küvette trifft, laaaaaaaaaangsam durchwandert und dann am Ende wieder als Lichtstrahl austritt.
Da es Moleküle gibt, deren Elekrtonenkonfiguratioen in einer Richtung "steifer" ist als in der 90° dazu, kommt es dann zu Drehung der Polarisationsebene. Und natürlich viele Andere optische Effekte - faszinierend sich damit zu beschäftigen, auch wenn ich da 90% der mathematischen Grundlagen nicht mehr verstehe.
Hier also alles sehr vereinfacht und "frei Schnauze" dargestellt. Das ist ein hochkomplexer dynamischer Vorgang und auch die Begriffe "Elektronenschale" (oder Elektron oder Orbital) ja selbst Licht als elektromagnetische Welle sind ja nur Modellvorstellungen (oder hat jemand mal eine "halbe Lichtwelle" gesehen? - und ein Photon ist schon wieder etwas ganz anderes ) Aber eben funktionierende Modellvorstellungen, und das ist ja wichtig.
Also nochmals zm Abschluss :Alle diese optischen Phänomene funktionieren nur WEIL es kleine, kilitzekleine Verzögerung GIBT!
So genug Oberlehrer gespielt

Nachtrag: Spiegel und Metalloberflächen hab ich nun nicht besprochen aber da sind es eben nicht an bestimmte Atome "gebundene" Elektronen, sondern "frei bewegliche Elektronen im Leitungsband" die aber völlig identisch zu obig gesagtem mit Licht agieren bzw. reagieren.