Uhrensynchronisation

Hier wird die Relativitätstheorie Einsteins kritisiert oder verteidigt

Re: Uhrensynchronisation

Beitragvon Harald Maurer » Mo 24. Jun 2013, 08:51

Lübecker hat geschrieben:Die Schaffner kennen ja nun die Uhrzeiten des anderen Schaffners, als der Blitz stattgefunden hat, wie ist das nun, theoretisch sollten doch die Uhren beider Züge nur mit einem Zeitversatz von 0,1547 s laufen?

Wenn der Schaffner nun die Zeit im anderen Zug wissen will, müsste er seine Uhren dann nicht nur um 0,1547 s vor- oder zurückstellen?

Die Uhren in den Zügen haben keinen "Zeitversatz", sondern meinen mit ihren nicht übereinstimmenden Anzeigen dasselbe. Man kann gleichzeitig zwei falsch laufende Uhren mit unterschiedlichen Zeigerstellungen betrachten - einen Zeitversatz darf man daraus nicht ersehen. Zeit ist eine Mentalerfahrung und Uhren können das nicht messen. Aber wir können mit Uhren die Dauer von Prozessen oder Ereignissen definieren und da sollten die Uhren zweckmäßigerweise zueinander synchron sein und das gleiche Zeitnormal verwenden. Falsch gehende Uhren ändern an einer Dauer nichts. Ich werde nicht langsamer altern, bloß weil meine kaputte Uhr gegenüber allen anderen langsamer läuft.
Wenn die Schaffner in den Zügen bemerken, dass ungleiche Zeitanzeigen in verschiedenen Zügen nicht sehr zweckmäßig sind, werden sie ihre Uhren korrigieren. Und nachdem ihre Züge an vielen Bahnhofsuhren vorbeikommen werden, werden sie sich an das allgemein gültige Zeitnormal halten. Sie werden sich also über den jeweiligen Stand ihrer Uhren informieren und sie dementsprechend korrigieren. (Muss ich bei meiner alten Küchenuhr jeden Tag machen. Sie läuft leider vor, und da ich befürchte, dadurch schneller zu altern, stelle ich sie lieber jeden Tag auf das gültige Zeitnormal (sagt mir mein Computer ganz genau) zurück. ;) )
Also gut, wenn ein Schaffner die Uhrzeit des anderen wissen will, dann wird er ihn fragen, welche Differenz besteht. Sie werde sich einigen, welche der beiden unterschiedlichen Uhren die zukünftig gültige Zeit zeigen soll und ihre Uhren dementsprechend einstellen.

Grüße
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Re: Uhrensynchronisation

Beitragvon fb557ec2107eb1d6 » Mo 24. Jun 2013, 11:08

Legt man, welchen Überlegungen auch immer, das Konzept einer absoluten Zeit zugrunde, so stößt man mit diesen Überlegungen zwangsläufig auf Widersprüche mit einer Theorie, die mit einer absoluten Zeit im Widerspruch steht. Die SRT ist so eine Theorie, da sie keine absolute Zeit kennt. Das invalidiert natürlich nicht notwendiger Weise die SRT, sondern ggf. das Konzept einer absoluten Zeit, die bei Newton als Axiom festgelegt ist. Eine absolute Zeit ist keine physikalische Eigenschaft der Geometrie der Raumzeit, lässt sich mithin auch nicht experimentell ermitteln.

Zwei Uhren in Ruhe (in einem IS Ruhesystem), die sich an unterschiedlichen Orten befinden und synchronisiert sind, zeigen gleichzeitig die selbe Zeit an. Aufgrund der RdG zeigen diese Uhren, wenn sie gleichförmig bewegt sind, also in einem zum IS Ruhesystem bewegten IS, NICHT die gleiche Zeit.

Das hat tatsächlich mit der gewählten Synchronisationsmethode der Uhren zu tun, ist jedoch nicht der Uhrensynchronisation nach Einstein geschuldet, da bei der Synchronisation mittels langsamen Uhrentransports, also einer Synchronisation ohne Licht bzw. anderen EM-Wellen, exakt das gleiche herauskommt.
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Re: Uhrensynchronisation

Beitragvon Harald Maurer » Mo 24. Jun 2013, 11:19

Lübecker hat geschrieben:Gut, also ist die Annahme, die Uhren im anderen Zug gehen alle entweder 0,1547 s vor oder nach. Würde ein Schaffner nun die angezeigten Zeiten aus dem anderen Zug übernehmen wollen, müsste er alle seine Uhren entweder 0,1547 s vor- oder zurückstellen, oder?

Na, er stellt eine Uhr richtig ein und synchronisiert die anderen Uhren von dieser ausgehend. Ist doch wurscht, wie er's macht. Soll er' es doch machen wie ich beim Wechsel von der Winterzeit zur Sommerzeit. Ich gehe von einer Uhr zur anderen und stelle sie ein - und als Referenz habe ich meine Armbanduhr mit.

Grüße
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Re: Uhrensynchronisation

Beitragvon Harald Maurer » Mo 24. Jun 2013, 11:25

fb557ec2107eb1d6 hat geschrieben:Das hat tatsächlich mit der gewählten Synchronisationsmethode der Uhren zu tun...,

Ja, hat es. Andere Methode = anderes Ergebnis = keine SRT!
fb557ec2107eb1d6 hat geschrieben:ist jedoch nicht der Uhrensynchronisation nach Einstein geschuldet, da bei der Synchronisation mittels langsamen Uhrentransports, also einer Synchronisation ohne Licht bzw. anderen EM-Wellen, exakt das gleiche herauskommt.

Das ist eine durch nichts belegte Behauptung, die lediglich verschleiern soll, dass Einsteins Uhrenspektakel lediglich auf einer bestimmten Uhrensynchronisationsmethode beruht! Die außerdem, wenn das Postulat real wäre, gar nicht funktionieren kann.

Grüße
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Re: Uhrensynchronisation

Beitragvon fb557ec2107eb1d6 » Mo 24. Jun 2013, 13:03

Harald Maurer hat geschrieben:
fb557ec2107eb1d6 hat geschrieben:Das hat tatsächlich mit der gewählten Synchronisationsmethode der Uhren zu tun...,

Ja, hat es. Andere Methode = anderes Ergebnis = keine SRT!

Aber auch keine absolute Zeit und damit kein Newton.
Harald Maurer hat geschrieben:
fb557ec2107eb1d6 hat geschrieben:ist jedoch nicht der Uhrensynchronisation nach Einstein geschuldet, da bei der Synchronisation mittels langsamen Uhrentransports, also einer Synchronisation ohne Licht bzw. anderen EM-Wellen, exakt das gleiche herauskommt.

Das ist eine durch nichts belegte Behauptung, die lediglich verschleiern soll, dass Einsteins Uhrenspektakel lediglich auf einer bestimmten Uhrensynchronisationsmethode beruht!

Da bist du schlecht informiert. Kannst du z.B. bei Mansouri, R., Sexl, R., "A Test Theory of Special Relativity: II. First Order Tests", General Relativity and Gravitation, Vol. 8., No. 7 (1977), pp. 515-524 nachlesen.

Harald Maurer hat geschrieben:Die außerdem, wenn das Postulat real wäre, gar nicht funktionieren kann.

Beweis?
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Re: Uhrensynchronisation

Beitragvon Harald Maurer » Mo 24. Jun 2013, 16:28

Lübecker hat geschrieben:1. Beide Schaffner können nach dem gegebenen Vorgaben ihre Uhren im Zug mit nur einem Blitz synchronisieren.
2. Die Uhren der Züge laufen alle mit einer angezeigten Differenz von 0,1547 s zueinander.

Der zweite Punkt soll nun mal genauer untersucht werden. Dazu beobachtet der Schaffner im kurzen Zug nun wie das Licht des Blitzes zu den Uhren des Schaffners im anderen längeren Zug läuft, und dort dann die Uhren startet. Nach der Annahme im zweiten Punkt, sollte der Schaffner im Kurzen Zug da dann nur eine Differenz von 0,1547 s beobachten.

Also der Schaffner sieht eine Uhr im langen Zug dem Licht davonrennen und eine dem Licht entgegenkommen. Wenn er das schon sieht, wird er wissen, dass er sich für eine unbrauchbare Synchronisationsmethode entschieden hat und darüber hinaus mit der Synchronisation in ungleich langen Zügen von vornherein keine Übereinstimmung erzielen wird. Die Uhren im langen Zug können ihm eigentlich auch egal sein, mit dem Wissen, dass der andere Schaffner ja seine Uhren ebenso wie er selbst im Ruhesystem synchronisiert, braucht er sich um die irritierende Beobachtung der vom Licht verfolgten Uhren nicht zu kümmern. Das wird dann wohl eine Art optischer Täuschung sein. Im übrigen sollten beide Schaffner mit übereinstimmender Methode ihre Uhren in gleich langen Zügen synchronisieren. Nach dem Postulat sind dann völlig automatisch alle Uhren zueinander synchron. Also, sind diese Uhrengeschichten eigentlich für kleine Kinder gedacht?
Na gut, der Schaffner beobachtet die bewegten Uhren und das Licht, das sich in seinem ruhend definierten kürzeren, nunmehr gleich langem Zug (weil sich der andere bewegt) konstant ausbreitet und sieht seltsame Dinge. Daraus müsste er schließen, dass im langen Zug das Licht sich gleich wie er gerade sieht verhält und er den einzigen Zug hat, in dem man Uhren mit Licht synchronisieren kann, oder er würde eben wissen, dass die Synchronisation im anderen Zug anders erfolgt, als er es wahrnimmt (wenn er das denn wahrnehmen könnte).
Lübecker hat geschrieben:Es ist kein Problem die Laufzeiten nun zu dem Uhren im anderen Zug zu berechnen.

Berechne halt mal. Aber was für einen Zweck sollte das für irgendeinen der Schaffner haben?

Grüße
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Re: Uhrensynchronisation

Beitragvon Harald Maurer » Mo 24. Jun 2013, 17:59

fb557ec2107eb1d6 hat geschrieben:Da bist du schlecht informiert. Kannst du z.B. bei Mansouri, R., Sexl, R., "A Test Theory of Special Relativity: II. First Order Tests", General Relativity and Gravitation, Vol. 8., No. 7 (1977), pp. 515-524 nachlesen.

Das sind Testtheorien zwecks Untersuchung bereits durchgeführter Experimente (oder wiederholter Experimente bekannter Konstruktion) und keine eigenen Experimente zur Feststellung des Verhaltens langsam transportierter Uhren. EInsteins Methode führt zur RdG, und es ist weder experimentell untersucht oder erwiesen, ob sich dasselbe auch durch langsamen Transport von Uhren ergibt. Mansouri Sexl beweisen auch nichts, sondern erarbeiten Parameter, mit denen sich Unterschiede diverser Synchronisationen nachweisen lassen - nachgewiesen ist aber gar nichts. Denn der langsame Uhrentransport passt praktisch zu jeder angebotenen Theorie, wogegen Einsteins Methode nur in Inertialsystemen funktioniert, eben mit der Konseqzenz der RdG. Meine Armbanduhr kann ich hintragen wo ich will, sie geht genau, ob ruhend oder bewegt. Und was sie machen würde bei 0,5 c weiß ich auch: nichts anderes. Es gibt wahrscheinlich im Universum gerade Tausende von Inertialsystemen, die sich gerade mit 0,5 c relativ zu meinem Ruhesystem bewegen. Das hat meine Armbanduhr bis jetzt nicht bekümmert. Die Frage ist nicht, ob der langsame Uhrentransport der Poincarè-Einstein Methode entspricht, sondern ob letztere dem langsamen Uhrentransport entspricht. Uhren werden in Massen herumgetragen, nach der Einstein-Methode aber synchronisiert niemand. Die existiert nur auf dem Papier!

Grüße
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