Lübecker hat geschrieben:Die Schaffner kennen ja nun die Uhrzeiten des anderen Schaffners, als der Blitz stattgefunden hat, wie ist das nun, theoretisch sollten doch die Uhren beider Züge nur mit einem Zeitversatz von 0,1547 s laufen?
Wenn der Schaffner nun die Zeit im anderen Zug wissen will, müsste er seine Uhren dann nicht nur um 0,1547 s vor- oder zurückstellen?
Die Uhren in den Zügen haben keinen "Zeitversatz", sondern meinen mit ihren nicht übereinstimmenden Anzeigen dasselbe. Man kann gleichzeitig zwei falsch laufende Uhren mit unterschiedlichen Zeigerstellungen betrachten - einen Zeitversatz darf man daraus nicht ersehen. Zeit ist eine Mentalerfahrung und Uhren können das nicht messen. Aber wir können mit Uhren die Dauer von Prozessen oder Ereignissen definieren und da sollten die Uhren zweckmäßigerweise zueinander synchron sein und das gleiche Zeitnormal verwenden. Falsch gehende Uhren ändern an einer Dauer nichts. Ich werde nicht langsamer altern, bloß weil meine kaputte Uhr gegenüber allen anderen langsamer läuft.
Wenn die Schaffner in den Zügen bemerken, dass ungleiche Zeitanzeigen in verschiedenen Zügen nicht sehr zweckmäßig sind, werden sie ihre Uhren korrigieren. Und nachdem ihre Züge an vielen Bahnhofsuhren vorbeikommen werden, werden sie sich an das allgemein gültige Zeitnormal halten. Sie werden sich also über den jeweiligen Stand ihrer Uhren informieren und sie dementsprechend korrigieren. (Muss ich bei meiner alten Küchenuhr jeden Tag machen. Sie läuft leider vor, und da ich befürchte, dadurch schneller zu altern, stelle ich sie lieber jeden Tag auf das gültige Zeitnormal (sagt mir mein Computer ganz genau) zurück.
Also gut, wenn ein Schaffner die Uhrzeit des anderen wissen will, dann wird er ihn fragen, welche Differenz besteht. Sie werde sich einigen, welche der beiden unterschiedlichen Uhren die zukünftig gültige Zeit zeigen soll und ihre Uhren dementsprechend einstellen.
Grüße
Harald Maurer
