Ernst hat geschrieben:Die physische Länge bleibt gleich. Ist wie messen mit dem Zollstock. Eine Seite Meter, andere Seite Zoll. Gleiche physische Länge, andere Maße.
Das stimmt nicht. Die Längenkontraktion gilt für den Maßstab eben so, wie für jeden andern Körper, da sie eine physikalisch Eigenschaft der Geometrie der Raumzeit ist. Ein bewegter Maßstab mit einem Meter Ruhelänge (z.B. eine Kopie des Urmeters) ist im Vergleich mit einem ruhenden Maßstab mit einem Meter Ruhelänge verkürzt. Diese Längenkontraktion ist eine physikalische Eigenschaft der Geometrie der Raumzeit und kein Messeffekt. Natürlich spielt die Messvorschrift auch eine Rolle. Denn um die Länge eines bewegten Körpers zu messen, muss schon in der klassischen Mechanik gleichzeitig der Abstand zwischen Anfang und Ende gemessen werden. Damit muss vor der Messung festgelegt sein, was "gleichzeitig" ist. Das wiederum erfordert eine Synchronisation von Uhren. Die Vorschrift zur Uhrensynchronisation ist tatsächlich Konvention und nicht durch die Physik vorbestimmt. In der historischen Entwicklung der Naturwissenschaft hat sich zuerst eine Synchronisation der Uhren mittels langsamen Uhrentransports als sinnvoll herausgestellt. Jede Armbanduhr ist ein Beispiel dafür. Heute werden Uhren mittels Funk, also EM-Wellen synchronisiert. Das wird Einsteinsche Uhrensynchronisation genannt. Diese beiden Synchronisationsvorschriften liefern bemerkenswerter Weise das identische Ergebnis. Die Längenkontraktion ist keine materielle Veränderung, sondern dem Umstand geschuldet, dass die Geometrie der Raumzeit vom Bewegungszustand abhängt. Das gilt genau so auch für die Zeitdilatation.