Ralf Maeder hat geschrieben:
Ich moechte hier nichts vorwegnehmen, jedoch wenn es meine Intention ist, die SRT zu erlernen, dann will ich mich zum jetzigen Zeitpunkt nicht ueber die Aussagen Einsteins hinwegsetzen, die ja nun klar sagen, dass den im fahrenden Zug ruhenden Schaffner die Blitze/Lichtfronten nicht gleichzeitig erreichen, wenn diese den Bahnhofswaerter gleichzeitig erreichen, sprich im IS_Bahndamm eingeschlagen sind. [Hervorhebung durch Lopez]
Damit Du die SRT kennenlernst, ist es aus meiner Sicht wichtig auf den schwammigen Sprachgebrauch von Einstein in seiner SRT hinzuweisen, der ein Verständnis seines Gedankenganges extrem erschwert bzw. unmöglich macht, weil es die Grundlage seiner Theorie berührt: Man kann nämlich durch den Sprachgebrauch von Einstein nie klar entscheiden, ob er meint, dass die Blitze tatsächlich den Schaffner ungleichzeitig erreichen (= physikalischer Vorgang, sprich eine Messung), oder ob er meint, dass ein Außerbeobachter "sieht", dass die Blitze den Schaffner ungleichzeitig erreichen (= kein physikalischer Vorgang, keine Messung).
Diese Unsicherheit zwischen physikalischer Realität und Schein zieht sich wie einen roten Faden durch die ganze SRT. Das ist auch ein Dauerbrenner seit 100 Jahren in der Kritikergemeinde, was zum Beispiel von der Forschungsgruppe G.O. Mueller analysiert wurde:
Relativistische Effekte: Anschein oder Realität?
oder zum Beispiel auch von Wolfgang Herrig
13. Brief aus meiner Mühle
oder zum Beispiel auch von Peter Ripota in seinem Gartenzaunparadoxon: "Was ist da geschehen? Das Wechseln des Standpunkts macht etwas möglich, was vorher unmöglich war. Aber, ist das Ganze vielleicht nur Illusion? Dann muss auch, aus Symmetriegründen, das Zwillingsparadoxon Illusion sein, und wir brauchen uns um beides keine Gedanken machen. Mit anderen Worten: Wären die Effekte nur scheinbar, wäre auch die Relativitätstheorie überflüssig, denn Physik beschäftigt sich mit Sein, nicht mit Schein."
Deshalb interessiere ich mich nie für das ganze Chaos mit den Transformationsvorgängen, weil sie keine physikalischen Messungen sind, sondern nur willkürlich verwendete theoretische Grundlagen, die man beliebig anders gestalten kann, um beliebig festzulegen, was der Außenbeobachter vermeintlich "sieht", wenn er beobachtet, wie der lichtempfangende (Haupt)Beobachter das Licht tatsächlich empfängt. Man kann zum Beispiel willkürlich die Lorentztransformation oder die Galileitransformation anwenden, oder auch meinetwegen jede andere beliebige Transformation, um blind festzulegen, was der Außenbeobachter vermeintlich "sieht", wenn er den lichtempfangenden Beobachter beobachtet.
Viele Grüße
Jocelyne Lopez


