Etwas übersehen?

Hier wird die Relativitätstheorie Einsteins kritisiert oder verteidigt

Etwas übersehen?

Beitragvon scharo » Do 21. Mai 2009, 10:27

1907 in „Über das Relativitätsprinzip und die aus demselben gezogenen Folgerungen“ – Kapitel V, §§ 17,18,19 (Jahrbuch d. Radioaktivität u. Elektronik IV S. 411) erweitert Einstein die SRT und bezieht auch beschleunigte Bezugssysteme und Gravitation mit ein. Zusammen mit der Forderung über eine Gleichheit zwischen träger und schwerer Masse, wurden in dieser Arbeit die Grundlagen der späteren „Allgemeine Relativitätstheorie“ (ART) gelegt.
Die Zeitdilatation in einer Beschleunigungsepoche wird hier analog den ursprünglichen Bestimmungen der SRT von 1905 mit den „so gerichteten Uhren“ während infinitesimaler Zeitabschnitte definiert. Das bedeutet, eine Uhr sollte diejenigen Zeitgang in so einer winzigen Zeitspanne aufweisen, der der relativen augenblicklichen Geschwindigkeit zwischen zwei Inertialsystemen S und S´ entspricht. Ist ja auch logisch – bei v relativ = 0 laufen beide Uhren gleich, bei v läuft U´ langsamer als U. Bis v erreicht ist (Zeitdauer), läuft also U´ stetig langsamer und langsamer. Genau das Gleiche geschieht auch mit der Längenkontraktion – währen der Beschleunigungsphase werden die Abstände, Längen immer kürzer und kürzer. Nach dieser Überlegung müsste eine Zeitdilatation (Uhrgang) vom Wert und Zeitdauer der Beschleunigung abhängen. Die Zeitdauer hat aber Albert unterschlagen und nur den Wert der Beschleunigung als bestimmend postuliert.

Jetzt taucht aber das Problem auf: Wird das „bewegte“ System S´ abgebremst, so dass es nach diesem Bremsvorgang relativ zum S wiederum unbewegt ist, läuft dann die Uhr U´ erneuert synchron mit U. Entsprechend werden auch Abstände, Längen, in, oder aus beiden Inertialsystemen betrachtet, identisch. Die einzig mögliche Folgerung liegt auf der Hand: Während des Bremsvorganges muss die bewegte Uhr U´ schneller als die unbewegte Uhr U laufen. Eine Bremsung ist jedoch genauso eine Beschleunigung – es kommt heraus, dass bei Beschleunigungsvorgängen eine bewegte Uhr langsamer oder schneller laufen wird. Weitergedacht, wird die Verlangsamung des Uhrganges während der positiven Beschleunigung mit dem Voreilen während der negativen Beschleunigung exakt kompensiert.
Andere Ursachen einer Zeitdilatation in Beschleunigungsphasen hat Einstein in der o.a. Arbeit ausgeschlossen – s. S. 455 unten – d.h. weder physikalische, noch durch IS-Wechsel bedingte kommen für die Zeitdilatation in Frage.

Die Folgerungen dargestellter Überlegung sind für die Einsteinslogik vernichtend:
a) Betreffend das Zwillingsparadoxon, sind alle Behauptungen, die Beschleunigungsphasen als Ursache einer realen Zeitdilatation annehmen, irrelevant.
Die Argumentation Einsteins in „„Dialog über Einwände gegen die Relativitätstheorie“ v. 1918 kann man nur als Unfug bezeichnen. Dort hat er die auftretenden positiven und negativen Beschleunigungen gleichgestellt.
b) Das Äquivalenzprinzip Einsteins, Beschleunigung mit Gravitation gleichzusetzen, erweist sich als unzutreffend. Die relativistischen Effekte bei einer Beschleunigung sind also von der Art der Beschleunigung, negativ oder positiv, abhängig und entgegengesetzt. Die Gravitation ist aber einseitig, dort gibt es keine positive oder negative Beschleunigung. Versucht man die Gravitation durch eine Beschleunigung zu beschreiben, dann muss man sich für die eine Art der Beschleunigung entscheiden. Einstein hat nur die positive Beschleunigung betrachtet. Mit gleichem Recht kann man aber auch mit einer negativen Beschleunigung vergleichen, ist sogar, der Ableitung aus der SRT folgend, zutreffender. Ein mitbewegter Beobachter kann ohne Vergleich zur Umwelt nicht entscheiden, um welchen Art der Beschleunigung es sich handelt. Eine mitbewegte Uhr noch weniger – wie soll dann diese Uhr laufen – schneller oder langsamer??? :o
Ein Beobachter kann nur relativ zu einem Inertialsystem annehmen, beschließen, postulieren, ob es sich um positive oder negative Beschleunigung handelt. Positiv oder negativ ist also immer relativ, die Beschleunigung an sich jedoch immer absolut.
Für einen Inertialbeobachter muss eine, sich in freiem Fall befindliche Uhr langsamer als eine, die an der Erdoberfläche frei zu fallen gehindert wird, laufen. Hindern, um frei zu fallen, bedeutet nichts anderes, als dauerhaft gebremst zu sein.
Wenn man auch die, von Einstein „vergessene“, Zeitdauer der Beschleunigung dazu zählt, müsste eine Uhr z.B. auf der Erdoberfläche fortwährend schneller und schneller bis in die Unendliche laufen. :lol:

Gruß
Ljudmil
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Re: Etwas übersehen?

Beitragvon scharo » Sa 30. Mai 2009, 15:57

Hallo acadam,

„Egal ob er nach unten oder oben "gekrümmt" ist. So gesehen, ist Gravitation = Beschleunigung und SRT und ART beschreiben im Grunde Gleiches.“

Schön, dass Du dir Gedanken bezüglich meinen Beitrag gemacht hast. Das ist aber alles, was ich aus Deinem Antwort entnehmen kann. Du hast die Grundaussage übersehen:
„Die Zeitdilatation in einer Beschleunigungsepoche wird hier analog den ursprünglichen Bestimmungen der SRT von 1905 mit den „so gerichteten Uhren“ während infinitesimaler Zeitabschnitte definiert. Das bedeutet, eine Uhr sollte denjenigen Zeitgang in so einer winzigen Zeitspanne aufweisen, der der relativen augenblicklichen Geschwindigkeit zwischen zwei Inertialsystemen S und S´ entspricht. ....
... Wird das „bewegte“ System S´ abgebremst, so dass es nach diesem Bremsvorgang relativ zum S wiederum unbewegt ist, läuft dann die Uhr U´ erneuert synchron mit U. Entsprechend werden auch Abstände, Längen, in, oder aus beiden Inertialsystemen betrachtet, identisch. Die einzig mögliche Folgerung liegt auf der Hand: Während des Bremsvorganges muss die bewegte Uhr U´ schneller als die unbewegte Uhr U laufen.

Oder, die ART-Zeitdilatation (Beschleunigung) stammt aus der SRT, entspricht nach der Einsteins Ableitung der momentanen relativen Geschwindigkeit, die Uhren müssten dann bei positiver Beschleunigung (Erhöhung der rel. Geschw.) langsamer und langsamer (beschleunigt langsamer) laufen, entsprechend bei negativer Beschleunigung (Verminderung der rel. Geschw.) schneller und schneller (beschleunigt schneller) laufen. Zwei plus Zwei muss man rechnen können, um zu merken, dass Einstein die Auswirkungen der negativen Beschleunigung unterschlagen hat – richtiger vielleicht, nicht kapiert hat.
Dann, wenn diese ART-Zeitdilatattion eigentlich der momentanen Relativgeschwindigkeit entsprechen soll, dann fehlt in seiner Überlegung die Zeitdauer der Beschleunigung – Elementarphysik v = a*t. Weiter, wo ist bei einer Gravitationswirkung (Du „klebst“ auf der Erde) eine Relativgeschwindigkeit?

„Physikalisch jedoch ist es klar: Mir wird schlecht, ich bekomme Rückenschmerzen und wenn es mehr als 3 G sind, wird mir schwindelig, Du merkst nichts davon! Beschleunigung wirkt sich auf die "kleinsten" phys. Prozesse (quantenmech. Prozesse) aus (z.B. Frequenz von Teilchen). Somit werden alle biochemischen Prozesse, welche darauf aufbauen, auch "verlangsamt",“

Und Du merkst die ganze Zeit nicht, dass Deine, wohl logische, Argumentation (nicht nur in diesem Beitrag) in Widerspruch zu der RT steht. So argumentieren nur die Gegner der RT, nämlich mit dem physikalischen Einfluss der Beschleunigung, Gravitation (einseitige Krafteinwirkung), der z.B. nicht nur eine Uhr verlangsamt oder beschleunigt. Einstein meint das aber nicht, sogar schließt so eine Auswirkung aus, bzw. als vernachlässigbar betrachtet.
Also, entscheide Dich, ob Du zu den Relativisten, oder doch zu den Gegnern zählst! :o

„...,der Beschleunigte lebt länger“

Wenn Du das den Biologen bei NASA erzählst, werden sie sich totlachen. Schau auch oben, was Du selbst geschrieben hast: „ich bekomme Rückenschmerzen und wenn es mehr als 3 G sind, wird mir schwindelig“ :lol:

„Einstein hat also unrecht, wenn er sagt "bewegte Uhren gehen langsamer". Es muss heißen: "beschleunigte Uhren gehen langsamer". Und dabei ist die Richtung der Beschleunigung egal!“

Ja, so wäre es richtig. Seine Theorie sagt aber was ganz anderes aus.

„Nein: Die "Länge" der Beschlunigung in Sekunden wirkt nicht“

S. auch oben. Die Zeitdilatation in beiden RT hängt allein von der momentanen Relativgeschwindigkeit ab. Und eine Relativgeschwindigkeit ist gleich Beschleunigung mal Zeitdauer.
„Deshalb ist ja auch jeder Geschwindigkeitszuwachs durch gleichmäßige Beschleunigung NICHT gleichmäßig, sondern wird immer weniger. Je näher man c kommt, desto kleiner werden die Geschwindigkeitszuwächse. Die Stärke der Beschleunigung muss erhöht werden. Deswegen kann man ja c auch nicht erreichen - die Stärke der Beschleunigung müsste unendlich groß werden.“

Oh, hier hast Du dich aber total verzettelt! Sagen wir, Du hast dich nur vertippt und nicht Beschleunigung, sondern Kraft gemeint. v = a*t; a = dv/dt; F = m*a
Wenn wir also Kraft statt Beschleunigung einsetzen, liegst Du immer noch voll daneben. Geschwindigkeit ist immer relativ, Beschleunigung ist absolut.
Nehmen wir mal eine Rakette mit unerschöpflichen Kraftstoffreserven. Die Gasen aus der Düsen werden mit z.B. 10km/s relativ zur Rakette ausgestoßen und deren Masse ist ausreichend, um die Rakette mit g = konstant zu beschleunigen. Jetzt darfst Du mal erklären, ob die Rakette c relativ zu einem Komet z.B. erreicht und sogar übertrifft! Und nicht vergessen zu erklären, wann und wie die Gasen merken, dass die Rakette rel. zum Komet zu schnell laut RT wird und sich entsprechend reduzieren, da c relativ zu irgendwas nicht erreicht werden darf.

Gruß
Ljudmil
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Re: Etwas übersehen?

Beitragvon scharo » Mo 1. Jun 2009, 13:39

Hallo acadam,

in den menschlichen Beziehungen existiert bei der Beurteilung einer Meinung, Äußerung, Theorie, Glauben immer ein Pro und Kontra. Betreffend die RT heißen die Befürworter Relativisten und diejenigen, die die Theorie für nicht richtig halten, heißen Gegner, Kritiker, Antirelativisten, Cranks usw.
Eine neutrale Haltung bedeutet, nicht kennen, nichts wissen, nicht interessieren. In dem Moment, als man aber eine Stellung, unabhängig davon, ob über die gesamte, oder nur über Teile dieser Theorie nimmt, nimmt man auch eine Pro- oder Kontra-Richtung.

Was ist Logik? Logik, logisch nennt man eine Beurteilung eines Sachverhaltes, die analog zu den von der Menschheit gesammelten Erfahrungen steht.
Die RT entspricht aber der Logik nicht. Deswegen meinen die Relativisten, um die RT als richtig anzunehmen, bedarf es einen anderen (nicht menschlichen) Verstand. Da aber der menschliche Verstand aus der Natur stammt und der o.g. Logik entspricht, hat also die RT mit Logik nichts zu tun. Wird man also versuchen mit der menschlichen Logik an die RT sich anzutasten, landet automatisch bei den Kritikern.

Du hast bereits einige Aussagen hier geäußert, die durchaus der menschlichen Logik entsprechen und automatisch entgegen der RT stehen:
Uhren können keine Zeit „messen“.
Uhren und egal auch welche Prozesse werden durch die Gravitationsstärke, bzw. Beschleunigung PHYSIKALISCH beeinflusst.
Für die Beschleunigung oder Verlangsamung der Prozesse ist immer eine physikalische WECHSELWIRKUNG verantwortlich.

Oder, egal ob es Dir passt oder nicht, und egal ob Deine Absichten eher in Richtung einer Rechtfertigung der RT stehen, bist Du in Richtung Gegner der RT gerutscht.
Du hast selbst herausgefunden:
„Einstein hat also unrecht, wenn er sagt "bewegte Uhren gehen langsamer". Es muss heißen: "beschleunigte Uhren gehen langsamer". Und dabei ist die Richtung der Beschleunigung egal!“

Was Du aber noch nicht herausgefunden hast, ist, dass diese Aussage exakt „die RT ist falsch“ bedeutet.
Und gerade das wollte ich in meinem obigen Beitrag vorführen, dass nach der RT nur die relative Bewegung, relative Geschwindigkeit in der gesamten RT gilt, und dass der Uhrzeitdilatation auch noch von der relativen Richtung der Beschleunigung abhängt, und dass die physikalische Wirkung der Beschleunigung und automatisch die Gravitationswirkung nichts mit der RT zu tun haben. Einstein selbst hat diese Wirkung ausgeschlossen, bzw. als unerheblich und vernachlässigbar betrachtet.

Und dass Du dich doch verzettelt hast, passt Dir wohl nicht – ist ja verständlich. Aber weil Du so viel Wert auf eine „wissenschaftliche“ Auseinandersetzung legst, solltest Du nicht mit Blödsinn Deinen Fehler vertuschen, sonder ihn klar zugeben!
Versuche mal mit Deiner Logik zu erklären, ob die Rakette relativ zum Komet c erreichen kann oder nicht!

Gruß
Ljudmil
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Re: Kindische Polemik

Beitragvon scharo » Mi 3. Jun 2009, 09:44

Hallo acadam,

so viel Schmarrn in einem Beitrag sieht man selten!
„Ich beurteile keine anderen Meinungen.“

Das tust Du ununterbrochen und leider ziemlich unqualifiziert. „Du reagierst zu emotional. So kommst Du zu keiner vernünftigen Schlussfolgerung.“ – nennst Du das anders als Urteil, Beurteilung?
„Ich überprüfe die Logik in Aussagen und komme zu einer Schlussfolgerung.“

Du bist nicht der Gott der Logik, um sie zu überprüfen! Du kannst sie höchstens mit Deiner „Logik“ vergleichen. Und zu einer Schlussfolgerung zu kommen, bedeutet in allen Sprachen dieser Welt, eine Beurteilung der Aussage vorzunehmen.
„Nein. Sie ist die Lehre des vernünftigen Schlussfolgerns. Eine "Beurteilung" gehört nicht dazu.“

Von Philosophie hast Du auch nichts gehört? „Vernünftig“ ist ein äußerst relativer Begriff – das was in Deinen Augen vernünftig sein soll, ist für einen anderen blanker Schwachsinn z.B. Und eine Schlussfolgerung ist ein anderes Wort für Beurteilung. Verwechselst Du nicht zufällig die Wörter „Beurteilung“ mit „Verurteilung“?
„Du reagierst zu emotional. So kommst Du zu keiner vernünftigen Schlussfolgerung.“

Ja, ja, so kann man sein Physikunwissen auch verbergen. Das hier ist ein Forum über Physik und nicht über kindische Philosophie und selbstgestrickte Logik mit Batteriebetrieb. :lol:

Gruß
Ljudmil
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