Die Zeitdilatation in einer Beschleunigungsepoche wird hier analog den ursprünglichen Bestimmungen der SRT von 1905 mit den „so gerichteten Uhren“ während infinitesimaler Zeitabschnitte definiert. Das bedeutet, eine Uhr sollte diejenigen Zeitgang in so einer winzigen Zeitspanne aufweisen, der der relativen augenblicklichen Geschwindigkeit zwischen zwei Inertialsystemen S und S´ entspricht. Ist ja auch logisch – bei v relativ = 0 laufen beide Uhren gleich, bei v läuft U´ langsamer als U. Bis v erreicht ist (Zeitdauer), läuft also U´ stetig langsamer und langsamer. Genau das Gleiche geschieht auch mit der Längenkontraktion – währen der Beschleunigungsphase werden die Abstände, Längen immer kürzer und kürzer. Nach dieser Überlegung müsste eine Zeitdilatation (Uhrgang) vom Wert und Zeitdauer der Beschleunigung abhängen. Die Zeitdauer hat aber Albert unterschlagen und nur den Wert der Beschleunigung als bestimmend postuliert.
Jetzt taucht aber das Problem auf: Wird das „bewegte“ System S´ abgebremst, so dass es nach diesem Bremsvorgang relativ zum S wiederum unbewegt ist, läuft dann die Uhr U´ erneuert synchron mit U. Entsprechend werden auch Abstände, Längen, in, oder aus beiden Inertialsystemen betrachtet, identisch. Die einzig mögliche Folgerung liegt auf der Hand: Während des Bremsvorganges muss die bewegte Uhr U´ schneller als die unbewegte Uhr U laufen. Eine Bremsung ist jedoch genauso eine Beschleunigung – es kommt heraus, dass bei Beschleunigungsvorgängen eine bewegte Uhr langsamer oder schneller laufen wird. Weitergedacht, wird die Verlangsamung des Uhrganges während der positiven Beschleunigung mit dem Voreilen während der negativen Beschleunigung exakt kompensiert.
Andere Ursachen einer Zeitdilatation in Beschleunigungsphasen hat Einstein in der o.a. Arbeit ausgeschlossen – s. S. 455 unten – d.h. weder physikalische, noch durch IS-Wechsel bedingte kommen für die Zeitdilatation in Frage.
Die Folgerungen dargestellter Überlegung sind für die Einsteinslogik vernichtend:
a) Betreffend das Zwillingsparadoxon, sind alle Behauptungen, die Beschleunigungsphasen als Ursache einer realen Zeitdilatation annehmen, irrelevant.
Die Argumentation Einsteins in „„Dialog über Einwände gegen die Relativitätstheorie“ v. 1918 kann man nur als Unfug bezeichnen. Dort hat er die auftretenden positiven und negativen Beschleunigungen gleichgestellt.
b) Das Äquivalenzprinzip Einsteins, Beschleunigung mit Gravitation gleichzusetzen, erweist sich als unzutreffend. Die relativistischen Effekte bei einer Beschleunigung sind also von der Art der Beschleunigung, negativ oder positiv, abhängig und entgegengesetzt. Die Gravitation ist aber einseitig, dort gibt es keine positive oder negative Beschleunigung. Versucht man die Gravitation durch eine Beschleunigung zu beschreiben, dann muss man sich für die eine Art der Beschleunigung entscheiden. Einstein hat nur die positive Beschleunigung betrachtet. Mit gleichem Recht kann man aber auch mit einer negativen Beschleunigung vergleichen, ist sogar, der Ableitung aus der SRT folgend, zutreffender. Ein mitbewegter Beobachter kann ohne Vergleich zur Umwelt nicht entscheiden, um welchen Art der Beschleunigung es sich handelt. Eine mitbewegte Uhr noch weniger – wie soll dann diese Uhr laufen – schneller oder langsamer???
Ein Beobachter kann nur relativ zu einem Inertialsystem annehmen, beschließen, postulieren, ob es sich um positive oder negative Beschleunigung handelt. Positiv oder negativ ist also immer relativ, die Beschleunigung an sich jedoch immer absolut.
Für einen Inertialbeobachter muss eine, sich in freiem Fall befindliche Uhr langsamer als eine, die an der Erdoberfläche frei zu fallen gehindert wird, laufen. Hindern, um frei zu fallen, bedeutet nichts anderes, als dauerhaft gebremst zu sein.
Wenn man auch die, von Einstein „vergessene“, Zeitdauer der Beschleunigung dazu zählt, müsste eine Uhr z.B. auf der Erdoberfläche fortwährend schneller und schneller bis in die Unendliche laufen.
Gruß
Ljudmil
