Ralf Maeder hat geschrieben:
Es geht um die Invarianz der Lichtgeschwindigkeit in jedem Bezugssystem, also auch in dem Bezugssystem des mit dem Zug sich bewegenden Beobachters. Das Licht der beiden Blitze breitet sich auch in seinem Bezugssystem mit Lichtgeschwindigkeit aus und da er zum Zeitpunkt des Einschlages der Blitze sich genau zwischen den beiden befand, muss das Licht dieser Blitze ihn in seinem Bezugssytem auch gleichzeitg erreichen und dass trotzdem dass er sich bewegt.
Es ist richtig, dass lt. SRT das Licht der Blitze den in der Mitte des bewegten Zugs befindlichen Schaffner gleichzeitig erreicht. Dies ist auch für einen ruhenden Beobachter nicht anders, denn zwei gleichzeitige Ereignisse am gleichen Ort sind in jedem Inertialsystem gleichzeitig. Um die Relativität der Gleichzeitigkeit zu zeigen, müssen die beiden Ereignisse an
unterschiedlichen Orten vorliegen.
Was in diesem Link (
http://projekte.oenet.org/Physik/Spezie ... eitigkeit/ ) verzapft wird, hat nichts mit der SRT zu tun und ist eine typische Märchenerzähler-Variante der SRT. Das Beispiel für die RdG muss ganz anders aufgebaut werden. Wir lassen von der Mitte des Zugs jeweils einen Lichtstrahl zum vorderen Ende und zum hinteren Ende des Zugs laufen. Im Zug gilt das Postulat, und der Schaffner wird
mit seinen Uhren messen, dass das Licht die Enden des Zugs gleichzeitig erreicht.
Ein dagegen ruhender Außenbeobachter sollte hingegen (weil auch hier das Postulat gilt) sehen, dass ein Ende des Zugs dem Licht entgegen kommt und das andere Ende dem Licht davonfährt. Misst er die Zeitpunkte, wann das Licht die Enden des Zuges erreicht,
mit seinen Uhren, wird er Ungleichzeitigkeit feststellen.
D.h. die beiden Ereignisse an den Enden des Zugs sind im Bezugssystem des Schaffners gleichzeitig, für den Außenbeobachter sind sie es nicht. Jeweils gemessen mit den in den Systemen befindlichen Uhren!
Das schaut oberflächlich betrachtet, zwar ganz plausibel aus, ist aber Unsinn. Denn es muss vorausgesetzt werden, dass jeder der Beobachter seine Uhren mit Lichtsignalen synchronisiert. Das ist aber, wäre das Postulat tatsächlich realisiert, gar nicht möglich, wenn zwei zueinander relativ bewegte Bezugssysteme vorliegen.
Siehe:
http://www.mahag.com/srt/1905_2.phpEinsteins Uhrenspektakel könnte also nicht funktionieren, wenn das Licht sich tatsächlich dem Postulat entsprechend verhalten würde. Genau betrachtet ist das Postulat deshalb ein Ding der Unmöglichkeit - und damit ist es auch die SRT.
Grüße
Harald Maurer