"Einstein verstehen" von Markus Pössel und die "GOM-Sekte"

Hier wird die Relativitätstheorie Einsteins kritisiert oder verteidigt

Re: "Einstein verstehen" von Markus Pössel und die "GOM-Sekte"

Beitragvon M.S » Fr 4. Jan 2013, 18:57

Highway hat geschrieben:
M.S hat geschrieben:
Es war deine Aussage, daß die Mainstream Wissenschaft einer Sekte gleicht. Da bin ich schon davon ausgegangen, daß du dich da zumindest rudimentär informiert hast. Offensichtlich nicht.
Beispiele habe ich genannt. Ich werde dir jetzt sicherlich nicht das "Auditing" der scientologen erklären. Oder, wie sich Sektenmitglieder dir gegenüber verhalten, wenn du aus ihrer heiligen Sekte austrittst.

Aha, du willst also nicht konkret werden. Du stellst lieber vage Behauptungen ins Netz damit sich jeder nach seiner Fantasie ein Bild zusammen reimen möge.

Ist es wirklich so schwer, sich diese Informationen selbständig zu holen?

Aber gut, reden wir über scientology.

Du gehst an einem sonnigen Sonntag Nachmittag, in einer Großstadt, in einer Einkaufsstrasse, spazieren.
Es kommt ein Typ auf dich zu, der dich fragt, ob du nicht mehr über dich selbst wissen willst. Wenn du magst, kannst du bei ihm einen Test machen. Du sagst ja, gehst mit ihm in eines der Bürogebäude in den zweiten Stock und führst den Test durch. Das Ergebnis (wenig überraschend) lautet, daß du nicht wirklich zufrieden/glücklich bist.

Aber du kannst es werden. Alles, was du tun mußt, ist diverse Kurse bei Scientologie zu besuchen. Und auch Bücher kaufen. Die Kurse kosten Geld - das du nicht hast. Da du aber so begeistert von der Sache bist, borgst du dir das Kleingeld von deiner Oma. So, jetzt hast du den ersten Kurs erfolgreich durchgeführt, allerdings bist du erst am Anfang eines steinigen Weg's. Damit du weiterkommst, solltest du weitere Kurse besuchen. Je "höher" der Kurs, den du besuchst, umso mehr Cash kostet es dich. Da kann dir deine Oma leider nicht mehr weiterhelfen. Da du immer noch begeistert von der ganzen Sache bist, gehst du halt zur Bank und nimmst einen Kredit auf, besuchst weitere Kurse und steigst in der Hierarchie. Geil. Deine alten Freunde siehst du nur mehr selten. Inzwischen weisst du auch schon, daß ein Auditing dir weiterhelfen kann. Na gut.

Du sitzt halt dort, angeschlossen am E-Meter, die Fragen prasseln auf dich ein und du fühlst dich eigentlich wie bei einem Verhör. Aber was solls, das sollte dir die geistige Befreiung schon wert sein. Inzwischen hast du den Kontakt zu deinen alten Freunden komplett abgebrochen. Macht nichts, es ist sowieso nicht gut, mit Nicht Scientologen zuviel rumzuhängen. Selbst deine neue Freunding ist Scientologe. Du bist glücklich. Alles in Butter. Nur noch ein paar Kurse, ein paar Euros, ein paar Auditings und du wirst am Ziel sein.

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Auditing: http://www.ilsehruby.at/WasistAuditing.html
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Re: "Einstein verstehen" von Markus Pössel und die "GOM-Sekte"

Beitragvon M.S » Fr 4. Jan 2013, 20:28

Highway hat geschrieben:...
Das Thema war aber konkret: Wie geht eine Sekte mit Nestbeschmutzern um und wie geht die Wissenschaft als Institution damit um. Ich behaupte ziemlich ähnlich.


Ich weiss nicht, was du mit dem Begriff "Nestbeschmutzer" hast.
Ein Kritiker (auch ein unorthodoxer Kritiker) ist doch kein Nestbeschmutzer und wird auch nicht wie einer behandelt.
Wenn jemand Blödsinn verzapft und dieses als Blödsinn benannt wird, hat das doch nichts mit "Nestbeschmutzer" zu tun.
Aber ok, gib mir mal ein konkretes Beispiel, wo du findest, dass die Wissenschaft als Institution Leute quasi als "Nestbeschmutzer" diskriminiert. Und vor allen Dingen: was ist das - ein Nestbeschmutzer, wie definierst du den?
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Re: "Einstein verstehen" von Markus Pössel und die "GOM-Sekte"

Beitragvon M.S » Fr 4. Jan 2013, 21:14

Highway hat geschrieben:
M.S hat geschrieben:
Ich weiss nicht, was du mit dem Begriff "Nestbeschmutzer" hast.

Ich verwende den lediglich als Synonym für anders denkende Wissenschaftler.

M.S hat geschrieben:Ein Kritiker (auch ein unorthodoxer Kritiker) ist doch kein Nestbeschmutzer und wird auch nicht wie einer behandelt.

Ach so, gibts nicht? Das erzähle mal beispielsweise Otto E. Rössler oder dem Typen der der Meinung war zu veröffentlichen, dass Neutrinos schneller als Licht fliegen und deshalb seinen Hut nehmen musste. Da haben regelrechte Hetzjagden stattgefunden wenn ich das richtig verfolgt habe.


Da denke ich eher, daß manche Leute eine sehr selektive Wahrnehmung ihr eigen nennen.

Warum der "Typ" geflogen bzw. zurückgetreten (was meines Wissens die korrekte Darstellung wäre) ist, hat doch nichts mit "Nestbeschmutzern" zu tun. Oder glaubst du allen ernstes, der ist ein "anders denkener Wissenschaftler" ? Ganz im Gegenteil, der hat sich verhalten wie sich Wissenschaftler eben verhalten. Er hat seine Messergebnisse veröffentlicht mit der Absicht, daß andere das überprüfen. Und bei der Überprüfung fand man dann halt den Fehler. Das einzige, dass er sich selbst vorwarf, war, daß er vielleicht verfrüht veröffentlichte. Aber das willst du wahrscheinlich nicht hören. Eine VT passt ja viel mehr zu den bösen wissenschaftlichen Institutionen, nicht wahr?
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Re: "Einstein verstehen" von Markus Pössel und die "GOM-Sekte"

Beitragvon M.S » Fr 4. Jan 2013, 21:26

Highway hat geschrieben:
M.S hat geschrieben:
Da denke ich eher, daß manche Leute eine sehr selektive Wahrnehmung ihr eigen nennen.

Warum der "Typ" geflogen bzw. zurückgetreten (was meines Wissens die korrekte Darstellung wäre) ist, hat doch nichts mit "Nestbeschmutzern" zu tun. Oder glaubst du allen ernstes, der ist ein "anders denkener Wissenschaftler" ? Ganz im Gegenteil, der hat sich verhalten wie sich Wissenschaftler eben verhalten. Er hat seine Messergebnisse veröffentlicht mit der Absicht, daß andere das überprüfen. Und bei der Überprüfung fand man dann halt den Fehler. Das einzige, dass er sich selbst vorwarf, war, daß er vielleicht verfrüht veröffentlichte. Aber das willst du wahrscheinlich nicht hören. Eine VT passt ja viel mehr zu den bösen wissenschaftlichen Institutionen, nicht wahr?


Ach, jetzt sind wir bei einer Verschwörungstheorie. Das Killerargument schlechthin. Ja dann erübrigt sich jede weitere Diskussion. Was denkst du wieviele freiwillige Rücktritte aus persönlichen Gründen wirklich freiwillig sind? Ich glaube die wenigsten.


Dass er nicht gerne bzw. nicht ganz so freiwillig zurückgetreten ist, ist klar. Aber der Grund war eben der Vorwurf, verfrüht veröffentlicht zu haben. Das bedeutet aber noch lange nicht, dass der nicht mehr als Wissenschaftler arbeitet.
Wenn dir der Begriff VT nicht gefällt: Wie würdest du denn deine Vermutung - dass das ein Beispiel dafür , wie das System seine "Nestbeschmutzer" behandelt - denn nennen
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Re: "Einstein verstehen" von Markus Pössel und die "GOM-Sekte"

Beitragvon M.S » Fr 4. Jan 2013, 21:56

Highway hat geschrieben:
M.S hat geschrieben:
Dass er nicht gerne bzw. nicht ganz so freiwillig zurückgetreten ist, ist klar. Aber der Grund war eben der Vorwurf, verfrüht veröffentlicht zu haben. Das bedeutet aber noch lange nicht, dass der nicht mehr als Wissenschaftler arbeitet.
Wenn dir der Begriff VT nicht gefällt: Wie würdest du denn deine Vermutung - dass das ein Beispiel dafür , wie das System seine "Nestbeschmutzer" behandelt - denn nennen


Also um das abzukürzen. Ich bin der Meinung, dass sich der Wissenschaftsbetrieb nicht sonderlich von jedem anderen Laden unterscheidet. Egal ob es sich dabei um eine Großbank, einen Konzern, ein Fertigungsunternehmen, irgendwelchen religiösen Institutionen, sonstiger Sekten und Politiker handelt.

Wer gegen die Organisation arbeitet bekommt Druck und wird kalt gestellt. Das war schon immer so, das ist heute so und das wird wahrscheinlich auch zukünftig so sein. Die Mechanismen sind überall die gleichen. Da geht es um Macht, Prestige, und sonstige Pfründe welche es zu schützen gilt! Da kannst du reden wie du willst und das hat nichts mit Verschwörungstheorien zu tun.

Sehr eindrucksvoll jetzt beispielsweise wieder anhand der Bestechungsskandale im Ärzte-Umfeld zu verfolgen.


Nun, ich bin der Meinung, daß sich eine Sekte in der Vorgangsweise gravierend von (regulären) Institutionen unterscheidet. Aber ich bin auch der Meinung, lassen wir's, da kommen wir auf keinen grünen Zweig.
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Re: "Einstein verstehen" von Markus Pössel und die "GOM-Sekte"

Beitragvon Harald » Fr 4. Jan 2013, 22:10

Highway hat geschrieben:...
Also um das abzukürzen. Ich bin der Meinung, dass sich der Wissenschaftsbetrieb nicht sonderlich von jedem anderen Laden unterscheidet. Egal ob es sich dabei um eine Großbank, einen Konzern, ein Fertigungsunternehmen, irgendwelchen religiösen Institutionen, sonstiger Sekten und Politiker handelt.
....


Haben Sie eigentlich schon einmal wissenschaftlich gearbeitet?

Gerade das ist doch die Stärke der Wissenschaft, dass neue Erkenntnisse in der Lage sind, alte zu ersetzen. Ein Beispiel: Irgendwann wurde erkannt, dass Magengeschwüre durch Bakterien entstehen, die im Magen leben. Lange Zeit galt so etwas als unmöglich, das Millieu im Magen wurde als zu lebensfeindlich angesehen. Aber irgendwann wurde der Nachweis erbracht und anerkannt.

Dass man Probleme hat, revolutionäre Erkenntnisse anerkannt zu bekommen, das ist in sich logisch. Schließlich müssen diese Erkenntnisse widerspruchsfrei in das bisherige Lehrgebäude passen. Zumindest dort, wo sie nicht die alten Gebäude ersetzen.

Soweit zum Idealzustand. Dann kommen natürlich noch menschliche Schwächen, Eitelkeiten, Geld usw. dazu, die Wissenschaftler manchmal in einen Zielkonflikt bringen. Das ändert aber nichts daran, das "Wissenschaft" mit ihrer Forschung eine geniale Erfindung des Menschen ist.

Wenn sie mal ein wenig mitbekommen wollen, wie ein Wissenschaftler denkt: Es lohnt sich, diesen Blog zu verfolgen, man bekommt dort auch kompetente Antworten zum Fachgebiet Astronomie:

http://scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/
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Re: "Einstein verstehen" von Markus Pössel und die "GOM-Sekte"

Beitragvon Harald » Sa 5. Jan 2013, 08:11

Chief, sie haben nicht verstanden.

Wenn Sie verstehen würden, wie Wissenschaft funktioniert, dann gingen Sie auch nicht von der Behauptung aus, man glaubte, dort die "absolute Wahrheit" zu haben. Die Suche nach der Wahrheit nennt man "Forschung", und die findet jeden Tag statt.

Die Wissenschaft hat ein Lehrgebäude, das widerspruchsfrei aufgebaut und recht gut konstruiert ist. Wenn jemand hier plötzlich ganze Gebäudeflügel abreißen möchte, dann muss er/sie schon wirklich gute Argumente haben. Beispiel: Wenn jemand kommt und behauptet, der Mond bestände aus Schweizer Käse, weil der Mond auch gelb und löchrig aussieht, dann genügt das nicht ganz als Argumentation.
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Beitragvon rmw » Sa 5. Jan 2013, 08:25

Harald hat geschrieben:Wenn Sie verstehen würden, wie Wissenschaft funktioniert,

Das Problem liegt darin dass Wissenschaftler halt auch Menschen sind und oft Theorien, mit den sie "aufgewachsen" sind, so verhaftet sind wie andere ihrer Religion. Da ist oft kein großer Unterschied.

Harald hat geschrieben:man bekommt dort auch kompetente Antworten zum Fachgebiet Astronomie:http://scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/

Florian Freistetters Hauptanliegen ist sich über irgendwelchen Humbug aufzuregen den ohnehin niemand Ernst nimmt. Er schreibt aber auch den einen oder anderen interessanten Artikel.
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Re: Wissenschaftler

Beitragvon Harald » Sa 5. Jan 2013, 08:36

rmw hat geschrieben:
Harald hat geschrieben:Wenn Sie verstehen würden, wie Wissenschaft funktioniert,

Das Problem liegt darin dass Wissenschaftler halt auch Menschen sind und oft Theorien, mit den sie "aufgewachsen" sind, so verhaftet sind wie andere ihrer Religion. Da ist oft kein großer Unterschied.


Ja, Menschen haben Schwächen. Wissenschaftler und auch die Kritiker der Relativitätstheorie. Ich denke, hier steht es in etwa 1:1, dieses Argument kann man also beiseite lassen. Überall wo Menschen beteiligt sind, dort gibt auch Fehlverhalten. Gerade deshalb finde ich die Methode "Wissenschaft" eine so gute Erfindung. Diese Methode ist in der Lage, richtige und falsche Aussagen zu identifizieren. Im Gegensatz zum Beispiel die Religion, deren Dogmen werden unwiderlegbar beibehalten.

Ich sehe es als richtig an, das Kritiker mit den Befürwortern diskutieren und Argumente austauschen. Erstaunlicherweise ist das Klima aber oft vergiftet. Wenn ich in GOM lese, dann sehe ich, dass dies (auch) von dort kommt. Dort wird meiner Meinung nach polemische Hetze betrieben. Von Frau L. erwähntes Ziel ist es ja nicht einmal, etwas eigenständiges auf die Beine zu stellen. Man möchte nur das bestehende Gebäude einreißen und einen Schutthaufen hinterlassen. Wissenschaftler dagegen wollen das Gebäude so lange nutzen, bis sie etwas besseres auf die Beine gestellt haben.
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Re: "Einstein verstehen" von Markus Pössel und die "GOM-Sekte"

Beitragvon Kurt » Sa 5. Jan 2013, 10:47

Harald hat geschrieben:Die Wissenschaft hat ein Lehrgebäude, das widerspruchsfrei aufgebaut und recht gut konstruiert ist. Wenn jemand hier plötzlich ganze Gebäudeflügel abreißen möchte, dann muss er/sie schon wirklich gute Argumente haben. Beispiel: Wenn jemand kommt und behauptet, der Mond bestände aus Schweizer Käse, weil der Mond auch gelb und löchrig aussieht, dann genügt das nicht ganz als Argumentation.


Wenn jemand komm und zeigt dass ein von einer Theorie behaupteter Umstand rechnerisch widerlegbar ist, reicht das dann aus um einen Gebäudeflügel dieser Theorie abzureissen, damit die ganze Theorie in Frage zu stellen?
Beispiel: die -gravitatorische (Rot)Blauverschiebung- wird behauptet, existiert aber rechnerisch nachweisbar nicht.
Oder ist das dann wie mit dem Schweizer Käse, was fehlt da dann noch?


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