gh001 hat geschrieben:So ergab sich die Äthertheorie fast zwangsläufig als Folge der (damals) vorherrschenden Meinung, Licht sei eine Welle und benötige daher ein Medium (zusätzlich zum (Luft-)leeren Raum). Auch hier versuchte man, auch nach den Versuchen von MM, an dieser Theorie zunächst "auf Biegen und Brechen" festzuhalten.
Die Frage wäre, ob es Einheitstheorien geben kann, wenn die grundlegenden Objekte solcher Theorien kaum bekannt sind? Man weiß nicht was ein Elektron oder Photon wirklich ist - will allerdings bezüglich der Emittierung und Übertragung Elektromagnetischer Wellen feststehende und einheitliche Aussagen machen - das ist kaum nachvollziehbar. Insofern überzeugt es mich, etablierte Theorien - hier SRT und auch Äthertheorie - erstmal stehen zu lassen, um sie auf erkenntnisrelevante Bestandteile zu untersuchen, d.h. es geht nach eigener Überzeugung nicht um Verifizierung oder Falsifikation, sondern darum, die 10 % Erkenntniswert zu entdecken.
gh001 hat geschrieben:Das zweite (und problematische) Postulat (Konstanz von c, unabhängig von allem) geht aber über die tatsächlichen experimentellen Befunde hinaus (s.o.). Bedauerlicherweise liegt auch keinerlei physikalische Erklärung für diese "wundersame c-Geschwindigkeit" vor. Wenn man die c-Konstanz aber "postuliert" und als wahr vorrausetzt, folgen die bekannten Merkwürdigkeiten über Zeit und Raum (mit allen ebenfalls wundersamen und viel diskutierten Folgeerscheinungen).
Wirft man tradierten Ballast ab und beschränkt sich auf das Grundgebilde, was von Albert Einstein hier benutzt wurde, dann handelt es sich einfach um eine Transformation von Koordinatensystemen - der LT. Man hat ein Koordinatensystem (Bezugssystem), welches man als Ruhesystem BS bezeichnen kann und in welchem man raumzeitliche Ereignisse darstellen kann, wobei dazu auch Bewegungen gehören - z.B. die eines Lichtstrahls. Dann hat man als Zweites ein Koordinatensystem (Bezugssystem), welches manchmal als Bewegtsystem BS' bezeichnet wird - jetzt geht es darum, per Rechnung, d.h. Lorentztransformation, die raumzeitlichen Ereignisse ins Bewegtsystem zu übertragen. Dies ist ein pur mathematischer Vorgang, der in bestimmten Fällen allerdings auch für die physikalische Realität brauchbare Ergebnisse liefert - auch wenn es zuerst etwas merkwürdig klingt:
Ein in BS sich mit c bewegender Lichtstrahl, bleibt auch in BS' ein sich mit c bewegender Lichtstrahl. Interpretation: Da es sich um ein Photon handelt findet keine LK statt.
Ein in BS ruhender Luftballon, verformt sich in BS' stromlinienförmig. Interpretation: Der Fahrwiderstand des Mediums nimmt mit zunehmender Geschwindigkeit zu.
