Die relativistische Geschwindigkeitsaddition als Mogelpackun

Hier wird die Relativitätstheorie Einsteins kritisiert oder verteidigt

Re: Die relativistische Geschwindigkeitsaddition als Mogelpackun

Beitragvon Ernst » Di 10. Jul 2012, 20:52

Jocelyne Lopez hat geschrieben:
Ernst hat geschrieben:IM Bezugssystem Lampe/Stuhl/Eßtisch/Sofa ist sie c+v.
Im Bezugssystem Jocelyne ist sie c.

Ich habe eine Relativgeschwindigkeit c+v zum Sofa, zur Lampe, zu den Stühlen und zum Tisch?
Und ich habe eine Relativgeschwindigkeit c zu mir selbst?

Langfassung:
Im Bezugssystem Erde/Lampe/Stuhl/Eßtisch/Sofa ist die Relativgeschwindigkeit zwischen dem Lampenlicht und Jocelyne c+v.
Im Bezugssystem Jocelyne ist die Relativgeschwindigkeit zwischen dem Lampenlicht und Jocelyne c.
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Re: Die relativistische Geschwindigkeitsaddition als Mogelpackun

Beitragvon Jocelyne Lopez » Di 10. Jul 2012, 21:13

Ernst hat geschrieben:
Langfassung:
Im Bezugssystem Erde/Lampe/Stuhl/Eßtisch/Sofa ist die Relativgeschwindigkeit zwischen dem Lampenlicht und Jocelyne c+v.


Was heißt es konkret?
Wenn ich eine Lampe, ein Stuhl, ein Eßtisch oder ein Sofa wäre, hätte ich eine Relativgeschwindigkeit c+v zum Licht?


Ernst hat geschrieben:Im Bezugssystem Jocelyne ist die Relativgeschwindigkeit zwischen dem Lampenlicht und Jocelyne c.


Was heißt es konkret?
Wenn ich nur ich bin, und nicht eine Lampe, ein Stuhl, ein Eßtisch oder ein Sofa, habe ich nur eine Relativgeschwindigkeit von c zum Licht?

Das finde ich ungerecht. :cry:
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Re: Die relativistische Geschwindigkeitsaddition als Mogelpackun

Beitragvon Ernst » Di 10. Jul 2012, 21:46

Jocelyne Lopez hat geschrieben: Was heißt es konkret?

Konkret heißt das so, wie es dasteht.

Anschaulich heißt das:

Du guckst auf deinen Monitor. Da ist an einer Stelle auf dem Monitor ziemlich weit links die Lampe fest plaziert. Die Lampe strahlt Licht aus, das auf dem Monitor mit c nach rechts läuft. Von rechts bewegt sich Jocelyne mit der Geschwindigkeit v auf die Lampe entgegen dem Licht zu. Da sich Licht und Jocelyne aufeinander zu bewegen, ist die Relativgeschwindigkeit zwischen dem Licht und Jocelyne c+v.

Du guckst wieder auf den Monitor. Da ist an einer Stelle ziemlich weit rechts Jocelyne fest plaziert. Von links bewegt sich die Lampe mit der Geschwindigkeit v auf Jocelyne zu. Das Licht der Lampe bewegt sich auf dem Monitor mit c. Da Jocelyne auf dem Monitor festgenagelt ist, ist die Relativgeschwindigkeit zwischen Jocelyne und dem Licht c.
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Re: Die relativistische Geschwindigkeitsaddition als Mogelpackun

Beitragvon Jocelyne Lopez » Mi 11. Jul 2012, 11:26

Ernst hat geschrieben:
Jocelyne Lopez hat geschrieben: Was heißt es konkret?

Konkret heißt das so, wie es dasteht.

Anschaulich heißt das:

Du guckst auf deinen Monitor. Da ist an einer Stelle auf dem Monitor ziemlich weit links die Lampe fest plaziert. Die Lampe strahlt Licht aus, das auf dem Monitor mit c nach rechts läuft. Von rechts bewegt sich Jocelyne mit der Geschwindigkeit v auf die Lampe entgegen dem Licht zu. Da sich Licht und Jocelyne aufeinander zu bewegen, ist die Relativgeschwindigkeit zwischen dem Licht und Jocelyne c+v.

Du guckst wieder auf den Monitor. Da ist an einer Stelle ziemlich weit rechts Jocelyne fest plaziert. Von links bewegt sich die Lampe mit der Geschwindigkeit v auf Jocelyne zu. Das Licht der Lampe bewegt sich auf dem Monitor mit c. Da Jocelyne auf dem Monitor festgenagelt ist, ist die Relativgeschwindigkeit zwischen Jocelyne und dem Licht c.


Gut, mit einer anschaulichen Situation kann ich etwas mehr anfangen als mit Euren „Systemen“ – ich weiß nämlich nicht, was mit meinem „System“ gemeint ist und was es überhaupt ist (habe ich ein „System“?), was natürlich misslich ist, wenn einem ein eigenes "System“ zugesprochen wird, oder? ;)

1) Erster Fall:

Ich BEWEGE mich auf eine leuchtende Lampe, die links vom mir steht.

- Meine Geschwindigkeit relativ zur Erdoberfläche: v_Jocelyne>0
- Das Licht der Lampe fliegt von links nach rechts auf mich mit c zu, gemessen relativ zur Erdoberfläche.

    Meine Relativgeschwindigkeit zum Licht:
    c + v_Jocelyne nach Galilei
    c nach Einstein (Beobachterunabhängigkeit der LG)

Wo ist denn hier der Unterschied von meiner weiter oben beschriebenen Konstellation Nr. 2 ??? Das ist doch genau die gleiche Konstellation, wie ich sie zuvor vorgegeben habe, wenn ich auf eine leuchtende Lampe in meinem Wohnzimmer zulaufe, ganz genau die gleiche Situation. Der einzige Unterschied ist, dass ich bei Dir nicht die Lampe angucke, sondern meinen Monitor. Meine Blickrichtung hat jedoch keinen Einfluß darauf, dass meine Geschwindigkeit in Richtung Licht v_Jocelyne>0 ist, und dass das Licht der Lampe mir mit c entgegen fliegt. Einverstanden?

Der wesentliche Unterschied ist dabei jedoch das Meßergebnis: Für Dich gilt in dieser Konstellation c+v_Jocelyne sowohl für Galilei als auch für Einstein.
Für Einstein bestreitet ich das weiterhin: Einstein postuliert ja die Beobachterunabhängigkeit der LG. Den Nachweis, das er es nicht tut, bist Du schuldig.



2) Zweiter Fall:

Ich SITZE vor meinem Monitor, links von mir bewegt sich eine leuchtende Lampe auf mich zu

- Meine Geschwindigkeit relativ zur Erdoberfläche: v_Jocelyne=0
- Geschwindigkeit der Lampe relativ zur Erdoberfläche: v_lampe>0
- Das Licht der Lampe fliegt von links nach rechts auf mich zu mit c+v_Lampe (Emittertheorie) oder mit c (Einstein)

Meine Relativgeschwindigkeit zum Licht:

    - Nach Einstein: c + 0 + 0 = c
    - Nach Emittertheorie: c + v_Lampe + 0

So sehe ich das.


Viele Grüße
Jocelyne Lopez
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Re: Die relativistische Geschwindigkeitsaddition als Mogelpackun

Beitragvon Jingle » Mi 11. Jul 2012, 12:54

ich weiß nämlich nicht, was mit meinem „System“ gemeint ist und was es überhaupt ist


Ein "System" ist ein Koordinatensystem mit Nullpunkt plus Uhr, auf welches Zeit- und Ortsangaben bezogen werden.

Es steht ausser Frage, dass die Wahl eines solchen Systems im Weltall unendlich vielfältig ist. Eine willkürliche Festsetzung eines solchen Systems darf sich nicht auf die darin geltenden physikalischen Gesetze auswirken. Dies ist das Relativitätsprinzip.

viele Grüsse
Tina
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Re: Die relativistische Geschwindigkeitsaddition als Mogelpackun

Beitragvon Jocelyne Lopez » Mi 11. Jul 2012, 13:36

Jingle hat geschrieben:
ich weiß nämlich nicht, was mit meinem „System“ gemeint ist und was es überhaupt ist


Ein "System" ist ein Koordinatensystem mit Nullpunkt plus Uhr, auf welches Zeit- und Ortsangaben bezogen werden.


Ja, ich ich kann einen räumlichen "Nullpunkt" jeweils bei allen der unendlich vielfältigen Objekte, die sich bewegen, nicht erkennen, sorry, geschweigen denn "Koordinatensysteme", die sich durch die Gegend im Universum bewegen.

Sie gehen mir auf das System...

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Re: Die relativistische Geschwindigkeitsaddition als Mogelpackun

Beitragvon Jingle » Mi 11. Jul 2012, 13:47

Jocelyne Lopez hat geschrieben:Ja, ich ich kann einen räumlichen "Nullpunkt" jeweils bei allen der unendlich vielfältigen Objekte, die sich bewegen, nicht erkennen, sorry, geschweigen denn "Koordinatensysteme"


tja, darin liegt vermutlich die Ursache Ihrer Verständnisschwierigkeiten... :roll:
Dann empfiehlt es sich, zuerst diese Lücke zu schliessen anstatt etwas zu kritisieren, was Sie nicht verstehen. Wenn Sie möchten, helfe ich Ihnen gerne dabei.

viele Grüsse
Tina
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Re: Die relativistische Geschwindigkeitsaddition als Mogelpackun

Beitragvon Ernst » Mi 11. Jul 2012, 15:16

Jocelyne Lopez hat geschrieben:1) Erster Fall:

Ich BEWEGE mich auf eine leuchtende Lampe, die links vom mir steht.

- Meine Geschwindigkeit relativ zur Erdoberfläche: v_Jocelyne>0
- Das Licht der Lampe fliegt von links nach rechts auf mich mit c zu, gemessen relativ zur Erdoberfläche.

    Meine Relativgeschwindigkeit zum Licht:
    c + v_Jocelyne nach Galilei
    c nach Einstein (Beobachterunabhängigkeit der LG)

Der wesentliche Unterschied ist dabei jedoch das Meßergebnis: Für Dich gilt in dieser Konstellation c+v_Jocelyne sowohl für Galilei als auch für Einstein.
Für Einstein bestreitet ich das weiterhin: Einstein postuliert ja die Beobachterunabhängigkeit der LG. Den Nachweis, das er es nicht tut, bist Du schuldig.

Auch nach Einstein gilt in diesem Fall c+v. Das ist ja ganz offensichtlich. Auch Einstein sieht: Das Licht läuft mit c nach rechts und du läufst mit v nach links. Macht c+v.
Einsteins Bedingung ist dabei erfüllt: Im IS (Monitor,Erde) läuft das Licht mit c. Mehr fordert er nicht; einzig das ist sein 2. Postulat, welches hier erfüllt wird.

2) Zweiter Fall:

Ich SITZE vor meinem Monitor, links von mir bewegt sich eine leuchtende Lampe auf mich zu

- Meine Geschwindigkeit relativ zur Erdoberfläche: v_Jocelyne=0
- Geschwindigkeit der Lampe relativ zur Erdoberfläche: v_lampe>0
- Das Licht der Lampe fliegt von links nach rechts auf mich zu mit c+v_Lampe (Emittertheorie) oder mit c (Einstein)

Meine Relativgeschwindigkeit zum Licht:

    - Nach Einstein: c + 0 + 0 = c
    - Nach Emittertheorie: c + v_Lampe + 0

So sehe ich das.

Das siehst du richtig. Wieder ist Einsteins Bedingung erfüllt; im IS läuft das Licht mit c.
Allerdings läuft in diesem Fall bei ruhendem Äther auch nach Ätherthese das Licht nur mit c.

Woran man anschaulich erkennt, daß Einsteins Annahme sich mit der Ätherannahme deckt, wenn man voraussetzt, daß in allen IS stets der Äther ruht. Das ist aber nun auch wieder wider alle Logik.
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Re: Die relativistische Geschwindigkeitsaddition als Mogelpackun

Beitragvon Jingle » Mi 11. Jul 2012, 15:32

Hallo Ernst,

korrekt erklärt. Frau Lopez und viele andere Kritiker haben jedoch ihre Schwierigkeiten mit dem Begriff "Inertialsystem" bzw. "Bezugssystem", weswegen sie Deine Erklärung nicht verstehen können (oder wollen).

Beispielsweise nimmt G. O. Müller auch nach 20 Jahren Beschäftigung mit der SRT an, ein Objekt welches sich auf einer krummlinigen Bahn bewegt, "widerspreche der SRT", weil Inertialsysteme nur gleichförmig bewegt sein dürften. Ein Objekt bewegt sich jedoch in einem Bezugssystem, niemals jedoch mit einem Bezugssystem. Das Bezugsystem wird einmal festgelegt, und dann die Bahn des Objektes in diesem System beschrieben, in dem die Ortskoordinaten als Funktion der Systemzeit angegeben werden.

viele Grüsse
Tina
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Re: Die relativistische Geschwindigkeitsaddition als Mogelpackun

Beitragvon Jocelyne Lopez » Mi 11. Jul 2012, 17:49

Ernst hat geschrieben:
Jocelyne Lopez hat geschrieben:1) Erster Fall:

Ich BEWEGE mich auf eine leuchtende Lampe, die links vom mir steht.

- Meine Geschwindigkeit relativ zur Erdoberfläche: v_Jocelyne>0
- Das Licht der Lampe fliegt von links nach rechts auf mich mit c zu, gemessen relativ zur Erdoberfläche.

    Meine Relativgeschwindigkeit zum Licht:
    c + v_Jocelyne nach Galilei
    c nach Einstein (Beobachterunabhängigkeit der LG)

Der wesentliche Unterschied ist dabei jedoch das Meßergebnis: Für Dich gilt in dieser Konstellation c+v_Jocelyne sowohl für Galilei als auch für Einstein.
Für Einstein bestreitet ich das weiterhin: Einstein postuliert ja die Beobachterunabhängigkeit der LG. Den Nachweis, das er es nicht tut, bist Du schuldig.

Auch nach Einstein gilt in diesem Fall c+v. Das ist ja ganz offensichtlich. Auch Einstein sieht: Das Licht läuft mit c nach rechts und du läufst mit v nach links. Macht c+v.


Aha. Es existiert also das Postulat der Beobachterunabhängigkeit der LG in der SRT.

Dann erübrigt sich jegliche Diskussion mit Dir. Vielen Dank für Deine Interpretation der Theorie.

Und passt in Zukunft schön auf, dass Dir Dein Sofa nicht mit c + v um die Ohren fliegt... 8-)

Viele Grüße
Jocelyne Lopez
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