Scheinkräfte

Hier wird die Relativitätstheorie Einsteins kritisiert oder verteidigt

Re: Scheinkräfte

Beitragvon Harald Maurer » So 25. Mär 2012, 19:32

rmw hat geschrieben:Die Unterscheidung zwischen Wechselwirkungskräften und Gleichgewichtskräften ist rein deine Erfindung.

Keinesfalls.
Nachhilfeunterricht gibt es hier:
http://www.dieter-heidorn.de/Physik/VS/Kraft/WW/Wechselwirkung.html
Man beachte den Satz:
"Das Wechselwirkungsprinzip darf nicht verwechselt werden mit der Gesetzmäßigkeit beim Kräftegleichgewicht"
oder hier:
http://www.leifiphysik.de/web_ph07_g8/grundwissen/08newton3/gleichgewicht.htm
"Auf den ersten Blick könnte man den Eindruck haben, dass die Aussage von Newton III das Gleiche ist, wie das Kräftegleichgewicht. Zwischen dem Wechselwirkungsprinzip und dem Kräftegleichgewicht besteht jedoch ein wesentlicher Unterschied"
oder hier:
http://nibis.ni.schule.de/~ursula/Physik/Mechanik/Kraeftegleichgewicht.htm
"Oft wird das Wechselwirkungsgesetz mit dem Kräftegleichgewicht verwechselt. Zwischen beiden besteht jedoch ein wesentlicher Unterschied:
Actio und reactio greifen an verschiedenen Körpern an, sie können also nie im Gleichgewicht sein."

und in tausend anderen Webseiten und Lehrbüchern! Wird wohl alles auch eine Verschwörung sein zugunsten der ART, nicht wahr? ;)

Grüße
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Re: Wechselwirkung

Beitragvon Ernst » So 25. Mär 2012, 19:49

rmw hat geschrieben: Die Gegenkraft zur Gravitation kann jederzeit die Kraft aus elastischer Verformung z.B. eines Tisches sein auf der der Gegenstand liegt.

Was du hier so am laufenden Band produzierst, darüber kann man sich nur wundern.
Selbstverständlich kann sich actio und reactio auschließlich auf gleichartige Kräfte beziehen. Wie Harald es ganz klar dargestellt hat.

In Deinem Beispiel wirkt die Gravitation des Gegenstandes und die Gravitation der Erde. Was da am Gegenstand und an der Erde verformt wird, ist die Folge dieser beiden gleichartigen Kräfte.

Ich kann über solche "Kenntnisse" nur staunen.
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Re: Wechselwirkung

Beitragvon Ernst » So 25. Mär 2012, 19:54

rmw hat geschrieben:Die Unterscheidung zwischen Wechselwirkungskräften und Gleichgewichtskräften ist rein deine Erfindung.

Das ist mal wieder von dir völlig daneben. Neben jeder elementarsten Mechanik.
Wer das nicht unterscheiden kann, dem ist natürlich Mechanik nicht nahezubringen.
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Re: Scheinkräfte

Beitragvon Harald Maurer » So 25. Mär 2012, 20:24

Chief hat geschrieben:Newton schreibt, dass die Trägheitskraft nur während der Beschleunigung eines Körpers wirkt, während Du die Trägheitskraft einem unbeschleungten Objekt - hier dem fliegenden Autofahrer (Lenker) - zuschreibst obwohl dieser überhaupt nicht beschleunigt wird.

Tja, im Bezugssystem des Autos ist der Lenker kein unbeschleunigtes Objekt, denn aus diesem Bezugssystem bewegt er sich plötzlich hinaus und ist daher beschleunigt. Und dafür muss man eine Trägheitskraft verantwortlich machen, damit auch in diesem Bezugssystem richtig bleibt, was Newton schreibt. So einfach ist das!
Die Physik bezieht Bewegungen und Beschleunigungen auf Bezugssysteme. Schon mal davon gehört? Und Beschleunigung definiert man aus der Änderung einer Geschwindigkeit und aus nichts sonst. Und da der Lenker in Bezug zum BS Auto seine Geschwindigkeit ändert, ist er beschleunigt! Also gibt es eine anzunehmende Trägheitskraft! Im Inertialsystem außerhalb ist er nicht beschleunigt, denn darauf bezogen behält er seine Geschwindigkeit bei. Daher gibt es hier keinen Grund, eine Trägheitskraft anzunehmen. Da gibt es auch keine, weil Newton ja schreibt, dass Trägheitskraft nur während der Beschleunigung eines Körpers wirkt, wie Du selbst betonst!

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Re: Wechselwirkung

Beitragvon Ernst » So 25. Mär 2012, 20:30

Chief hat geschrieben: .....

ignored
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Re: Scheinkräfte

Beitragvon Harald Maurer » So 25. Mär 2012, 20:54

Chief hat geschrieben:Du drückst also mit der Muskelkraft gegen eine Wand und die Wand drückt ebenfalls mit der Muskelkraft gegen deine Hand.

Womit man einen Druck auf eine Wand ausübt, ist völlig gleichgültig, denn die angelegte Kraft ist eine aus der Kategorie mechanische Kräfte und nennt sich Druckkraft. Mit eben einer solchen drückt die Wand zurück! Die ausgeübte Kraft heißt auch nicht "Muskelkraft", eben so wenig würde die Kraft "Kartoffelkraft" heißen, wenn man mit einer Kartoffel gegen die Wand drückt. Die Aktionskraft ist eine Druckkraft, und die Reaktionskraft ist daher ebenfalls eine Druckkraft!

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Re: Scheinkräfte

Beitragvon Harald Maurer » So 25. Mär 2012, 21:15

Highway hat geschrieben:Das ist aber nur eine willkürliche Feststellung bzw. Festlegung, dass der Fahrer beschleunigt wird

Nein, das ist eine korrekte Beschreibung einer Bewegung des Lenkers im Bezugssystem des Autos!
Highway hat geschrieben:Man könnte ebenso sagen, dass das Fahrzeug beschleunigt wird, in Gegenrichtung zwar, aber beschleunigt.

Ja, das wäre eine korrekte Beschreibung der Autobewegung im Inertialsystem! Im Koordinatensystem des Autos kann das nicht beschrieben werden, denn in diesem Koordinatensystem ruht das Auto.
Highway hat geschrieben:Die Auswahl wer jetzt beschleunigt soll ist also willkürlich, was ein Blick aus dem Fenster bestätigt, da sich offenbar auch alle anderen Objekte beschleunigt bewegen kann man durchaus, eine gewisse Grundintelligenz vorausgesetzt, darauf kommen, dass es das Auto sein muss welches Beschleunigt wird.

Bewegung, Geschwindigkeit und Beschleunigung werden auf Koordinatensysteme bezogen. Wenn beim Blick aus dem Autofenster die Landschaft draußen beschleunigt erscheint, dann ist sie es in Bezug zum bremsenden Auto auch - weil sich die Geschwindigkeit der Landschaft ändert. Um festzustellen, wer nun beschleunigt ist, bedarf es keiner besonderen Intelligenz, weil man die Wirkung der Trägheit spürt und damit erkennt, dass es das Auto ist, welches beschleunigt wird. Und daher weiß man auch, dass in diesem Bezugssystem die Newtonschen Gesetze nicht gelten. Sie gelten aber, wenn man "Trägheitskräfte" in die Rechnung einbezieht, obwohl man weiß, dass sie nicht existieren, weil der Lenker bloß deshalb aus dem Auto fliegt, indem er seine inertiale, daher kräftefreie Bewegung fortsetzt!
Präziser Umgang mit Bezugs-bzw. Koordinatensystemen ist eine Grundlage der Physik!

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Re: Scheinkräfte

Beitragvon Harald Maurer » Mo 26. Mär 2012, 00:09

Highway hat geschrieben:Bin nur gespannt, wie du all die Energie dafür aufbringst um all diese Massen zu beschleunigen, die ja nur scheinbar beschleunigt sind.

Für scheinbare Beschleunigung wird man wohl hoffentlich keine Energie benötigen ;)
Highway hat geschrieben:Ein mit der Person verbundener Beschleunigungssensor deckt es auch sofort auf, dass man als Person nicht beschleunigt ist.

Das braucht man ja nicht. Man weiß doch, dass man sich in einem beschleunigten Bezugssystem befindet und hier die Gesetze Newtons nicht gelten. Und man weiß auch, dass der aus dem Auto fliegende Lenker nicht beschleunigt ist, dennoch nimmt man Wirkungen wahr, die nach Newton nur bei Beschleunigung auftreten sollten. Mit Newton rechnet es sich so schön einfach und es wäre doch angenehm, auch im beschleunigten BS mit Newton rechnen zu können. Also was macht man, um die Bewegungsgesetze Newtons im beschleunigten BS zu erhalten? Man führt eine Trägheitskraft ein! Und schon stehen Newton I bis III zur Verfügung. Newton selbst macht das bei seiner Herleitung der Zentripetalkraft ja ebenso. Obwohl er als Entdecker des Trägheitsprinzips wissen muss, dass sein "Kreis" auf die diesem Prinzip gehorchende Kugel eine Zentripetalkraft ausübt, setzt er eine Kraft der Kugel auf den Kreis ein, was nichts anderes als die Einführung einer Trägheitskraft ist, die es ihm nun ermöglicht, nach seinem 3. Gesetz das Ausmaß der Zentripetalkraft zu berechnen. Macht er das im Inertialsystem, weiß er zwar, dass es eine Zentripetalkraft geben muss, hat aber keinen Hinweis auf ihren Betrag. Also schaut er sich die Wirkung der trägen Kugel auf den Kreis an und schließt daraus auf die Zentripetalkraft zurück. d'Alembert hat sich das sicher genau angeschaut, denn sein Prinzip hat Newton eigentlich schon vorweg genommen. Und wer es nicht versteht, wird fälschlich meinen, Zentripetalkraft und Zentrifugalkraft seien tatsächlich Wechselwirkungskräfte nach Newton III. Das kann aber nicht sein, weil sich beide Kräfte auf denselben Körper beziehen. Und die Zentripetalkraft auf jenen Körper, welcher die Zentripetalkraft verursacht, ihre Gegenkraft zurückgibt, also auf das Rotationszentrum und nicht auf die zentripetal beschleunigte Masse. Im rotierenden BS verhält es sich genauso wie im beschleunigten Auto; die Einführung und Anwendung einer Trägheitskraft holt Newton in das BS hinein, in welchem er andernfalls nicht gelten würde.

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Re: Scheinkräfte

Beitragvon Bell » Mo 26. Mär 2012, 08:38

Chief hat geschrieben:
MAHAG hat geschrieben:Unser neuestes Mitglied: girl friday

Tatsächlich!

Also girl friday, das freut mich ja sehr ...

Gesetzt den Fall, es war die Kraft der Liebe, die Dich mit großer Gewalt hierherzog ...

... so wäre ja bewiesen, dass es sich auch bei dieser Kraft eindeutig um eine Newton-Kraft ... und nicht etwa um eine Scheinkraft -wie dieser schnöden Trägheitskraft- handelt.
Zuletzt geändert von Bell am Mo 26. Mär 2012, 08:57, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Scheinkräfte

Beitragvon Bell » Mo 26. Mär 2012, 08:54

Chief hat geschrieben:Hauptsache, es gibt keine Trägheitskraft nach Newton!
Newton hat geschrieben:3. Gesetz. Die Wirkung ist stets der Gegenwirkung gleich, oder die Wirkungen zweier Körper auf einander sind stets gleich und von entgegengesetzter Richtung.

Jeder Gegenstand, welcher einen andern drückt oder zieht, wird eben so stark durch diesen gedrückt oder gezogen. Drückt Jemand einen Stein mit dem Finger, so wird dieser vom Steine gedrückt. Zieht ein Pferd einen an ein Seil befestigten Stein fort, so wird das erstere gleich stark gegen den letzteren zurückgezogen, denn das nach beiden Seiten gespannte Seil wird durch dasselbe Bestreben schlaff zu werden, [33] das Pferd gegen den Stein und diesen gegen jenes drängen; es wird eben so stark das Fortschreiten des einen verhindern, als das Fortrücken des andern befördern. Wenn irgend ein Körper auf einen andern stösst und die Bewegung des letztern irgendwie verändert, so wird ersterer, in seiner eigenen Bewegung dieselbe Aenderung, nach entgegengesetzter Richtung, durch die Kraft des andern (wegen der Gleichheit des wechselseitigen Druckes) erleiden. Diesen Wirkungen werden die Aenderungen nicht der Geschwindigkeiten, sondern der Bewegungen nämlich bei Körpern, welche nicht anderweitig verhindert sind, gleich. Die Aenderungen der Geschwindigkeiten, nach entgegengesetzten Richtungen, sind nämlich, weil die Bewegungen sich gleich ändern, den Körpern umgekehrt proportional. Es gilt dieses Gesetz auch bei den Anziehungen, wie in der nächsten Anmerkung gezeigt werden wird.


Und ja und tatsächlich und Schwarz auf Weiß: Das Wort 'Trägheitskraft' findet sich nicht noch nicht einmal andeutungsweise in Newtons Erläuterung seines 3. Gesetzes.
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