Scheinkräfte

Hier wird die Relativitätstheorie Einsteins kritisiert oder verteidigt

Re: Scheinkräfte

Beitragvon Harald Maurer » Sa 24. Mär 2012, 10:03

Chief hat geschrieben:Und was misst die Waage?

Das wurde schon unzählige Male beantwortet. Im Inertialsystem (Außenbeobachter) bewegt sich die Waage z.B. nach oben, gegen die darauf stehende Person; die Waage misst daher die Kraft, die sie auf die Person ausübt. Sie zeigt daher ein höheres Gewicht an.
Im Bezugssystem des Aufzugs bewegt sich die Waage aber nicht. Dennoch zeigt sie für den Innenbeobachter ein höheres Gewicht an. Nicht bewegte Körper, die eine Kraftwirkung zeigen, widersprechen dem Trägheitssatz Newtons. Er führt deshalb eine Kraft ein, welche die Gewichtszunahme erklärt und nennt sie "Trägheitskraft".
Die Beobachter beschreiben den Sachverhalt unterschiedlich, weil im unbeschleunigten IS die Waage bewegt ist, wogegen sie im beschleunigten BS Aufzug ruht. Bewegungen, Geschwindigkeiten und Ruhe sind auch bei Newton relativ und werden stets auf das Koordinatensystem des Beobachters bezogen. Ruhen im BS Aufzug Waage und Person zueinander, kann der Innenbeobachter zur Erklärung der wahrzunehmenden Kraft die Axiome Newtons nicht anwenden. Der Außenbeobachter hingegen aber kann es, weil er hier sieht, dass hier die Waage die darauf stehende Person nach oben beschleunigt. Er erklärt also alles mit Newton I bis III und benötigt die Annahme einer Trägheitskraft nicht. Sie ist im Inertialsystem deshalb nicht vorhanden. Sie ist es auch im BS Aufzug nicht, weil der wahre Grund für die Gewichtszunahme jener ist, den der Außenbeobachter sieht. Deshalb ist die angenommene Trägheitskraft eine "Scheinkraft".
Es hängt also vom Bezugssystem ab, wie der Sachverhalt beschrieben und berechnet wird. Im IS gilt Newton, im BS Aufzug gilt Newton nur dann, wenn man die Trägheitskraft zu Hilfe nimmt.
Die endlose Verwirrung in diesem Thread folgt daraus, dass die Zentrifugianer die Bezugssysteme nicht auseinander halten können. Es ist aber nun mal so, dass das Bezugssystem in der Physik eine fundamentale Rolle spielt! Ohne Koordinatensystem können Bewegung und Ruhe nicht beschrieben werden. Beides muss sich stets auf die Koordinaten beziehen, die der jeweilige Beobachter errichtet. Das ist Physik, und alles andere ist Plauderei.

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Re: Scheinkräfte

Beitragvon Harald Maurer » Sa 24. Mär 2012, 10:34

Highway hat geschrieben:Waage und Person bewegen sich eben nicht gegeneinander im Inertialsystem wenn die Beschleunigung konstant ist! Waage und Person bewegen sich gleich schnell, genau wie im Beschleunigten System. Um Aussenysstem beide mit gleicher zunehmender Geschwindigkeit und im Innensystem mit gleicher Geschwindigkeit, die ist allerdings Null!

Quatsch! Wenn Du einen Körper beschleunigen willst, musst Du auf ihn eine Kraft ausüben, indem Du dich gegen diesen Körper bewegst. Der Körper ist nur dann konstant beschleunigt, wenn Du dich weiterhin gegen diesen Körper bewegst. "Beschleunigt" heißt, dass die Geschwindigkeit des Körpers sich ständig und weiterhin ändert, also musst Du die angelegte Kraft aufrecht erhalten und Dich auch weiterhin gegen den Körper bewegen. Tust Du das nicht, so bewegt sich der Körper nicht beschleunigt, sondern inertial weiter. Deshalb tritt im Aufzug die scheinbare Gewichtsveränderung nur bei Änderung der Geschwindigkeit auf, also beim Losfahren oder beim Bremsen. Die Waage wird dabei gegen den Körper bewegt und beschleunigt ihn, oder von ihm weg bewegt, wodurch sich die Gewichtsanzeige vermindert.
Wenn so einfache Dinge nicht verstanden werden, ist es klar, dass sich manche Teilnehmer hier im Gruselkabinett der Trägheitskräfte total verirren!

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Re: Scheinkräfte

Beitragvon Harald Maurer » Sa 24. Mär 2012, 11:29

Chief hat geschrieben:Die endlose Verwirrung in diesem Thread folgt daraus, dass die Newtonleugner ihre Argumente auf extrem aggressive Art durchsetzen wollen

Also auf welcher Seite die extrem aggressive Art zu finden ist, ist wohl keine Frage! Mit kannst Du jedenfalls keine aggressive Art vorwerfen!
Chief hat geschrieben:Alles was man zum Verständnis von Zentrifugal- bzw. Zentripetalkraft braucht steht in diesem kurzen Abschnitt

In welchem Bezugssystem beschreibt Newton denn den Vorgang?
Chief hat geschrieben:Muss ich nicht, ich kann z.B. ein Seil auf eine Trommel aufwickeln und so die Masse ziehen.

Auch da liegt dann eine Bewegung des Seils gegen die Masse vor! Mit welcher Methode am Seil gezogen wird, ist völlig egal.
Highway hat geschrieben:Waage und Person erfahren die gleiche Geschwindigkeitsänderung in der gleichen Zeit.

Ja, aber die Person macht das nicht freiwillig, sondern aufgrund der angelegten Kraft. Zwischen Waage und Person herrscht daher ein Druck. Und das nur solange die Waage ihre Geschwindigkeit weiterhin erhöht. Und solange dieser Druck besteht, wird die Waage ihn anzeigen.
Highway hat geschrieben:Wenn nun auf die Person und die Waage eine konstante Beschleunigung wirkt, dann ist die Feder immer gleichweit zusammengedrückt.

Ja, dann wenn die Waage ihre Geschwindigkeit weiterhin erhöht und Waage samt der durch sie beschleunigten Person immer schneller werden. Dann bleibt der Druck zwischen Waage und Person aufrecht, und die Feder der Waage zeigt ihn an.
Highway hat geschrieben:Die "Verkürzung" der Feder ist ein Maß dafür, wie groß die Kraft bzw. Beschleunigung ist, welche auf die zu messende Masse wirkt.

Richtig! Damit hast Du die Frage, was die Waage anzeigt, selbst exakt beantwortet!

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Re: Scheinkräfte

Beitragvon Harald Maurer » Sa 24. Mär 2012, 11:42

Chief hat geschrieben:Selbstverständlich wird die Trägheitskraft benötigt wie von Newton genau beschrieben.

F=m*a. Wo ist eine Trägheitskraft in dieser Formel?

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Konstante Beschleunigung

Beitragvon rmw » Sa 24. Mär 2012, 13:21

Harald Maurer hat geschrieben:Ruhen im BS Aufzug Waage und Person zueinander, kann der Innenbeobachter zur Erklärung der wahrzunehmenden Kraft die Axiome Newtons nicht anwenden.

Nur wenn der Innenbeobachter nicht begreift dass er sich in einen beschleunigten System befindet, höflich ausgedrückt.

Harald Maurer hat geschrieben:Es hängt also vom Bezugssystem ab, wie der Sachverhalt beschrieben und berechnet wird.

Nur wenn die Beobachter relativistische "Experten" sind. Bei Newton steht nichts von einer unterschiedlichen Sicht verschiedener Beobachter.

Harald Maurer hat geschrieben:Der Körper ist nur dann konstant beschleunigt, wenn Du dich weiterhin gegen diesen Körper bewegst.

Ich nehme auch an dass das nun Satire ist. Wenn die Beschleunigung konstant ist bewegen sich Person und Waage überhaupt nicht gegeneinander.
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Re: Scheinkräfte

Beitragvon Harald Maurer » Sa 24. Mär 2012, 13:30

Chief hat geschrieben:Die Trägheitskraft ist ganz klar ma.

ma ist F. Und a zeigt in die gleiche Richtung wie F.
Newtons 2. Gesetz. Die Aenderung der Bewegung ist der Einwirkung der bewegenden Kraft proportional und geschieht nach der Richtung derjenigen geraden Linie, nach welcher jene Kraft wirkt.

ma kann daher keine Kraft sein, welch gegen F wirkt, wie Ihr das von der Trägheitskraft ja behauptet.
Highway hat geschrieben:Richtig! Und das was die Zentripetaler Trägheit nennen ist F/a.

Ja, nur ist m keine Kraft, sondern eine Masse und hat die Einheit kg, wogegen eine Kraft die Einheit N = kg·m·s² hätte. Da ist also keine Kraft in m!

Einem Blinden den Regenbogen zu beschreiben dürfte leichter sein, als Euch Newtons Gesetze zu erklären!

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Re: Scheinkräfte

Beitragvon Harald Maurer » Sa 24. Mär 2012, 13:39

rmw hat geschrieben:Wenn die Beschleunigung konstant ist bewegen sich Person und Waage überhaupt nicht gegeneinander.

Nicht? Du drückst nicht gegen einen Karren, wenn Du ihn bewegst? Und Du drückst nicht weiterhin gegen ihn, wenn Du ihn immer schneller haben willst? Beherrschst Du die Kunst der Psychokinese?
Wenn Du einen Körper mit den Händen von Dir weg schiebst, bewegst Du Deine Hände nicht gegen den Körper? Das habe ich bislang nur bei David Copperfield gesehen ;)

Grüße
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F=m.a

Beitragvon rmw » Sa 24. Mär 2012, 14:58

Harald Maurer hat geschrieben:Du drückst nicht gegen einen Karren, wenn Du ihn bewegst? Und Du drückst nicht weiterhin gegen ihn, wenn Du ihn immer schneller haben willst?

Drücken schon, aber eine Bewegung zueinander muß das keinesfalls heißen.

Harald Maurer hat geschrieben:ma kann daher keine Kraft sein, welch gegen F wirkt, wie Ihr das von der Trägheitskraft ja behauptet.

F=m.a beschreibt den wertmäßigen Zusammenhang zwischen F, m und a, sonst schon überhaupt nichts, genau so wie bei v=a.t der Zusammenhang zwischen v,a und t beschrieben wird.
Der Wert der notwendigen Beschleunigungskraft ist F=m.a. Der Wert der Massenträgheitskraft berechnet sich ebenfalls aus F=m.a, nur eben entgegengesetzt gerichtet.
Wenn dir dann leichter ist kannst du es ja zwei mal anschreiben.
Fb=m.a
Ft=-m.a
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Re: Scheinkräfte

Beitragvon Trigemina » Sa 24. Mär 2012, 15:22

Im IS BS übt das Pferd eine Kraft F=m*a auf einen Stein aus. Nach Newton III wirkt eine Reaktionskraft F_R =-m*a auf das Pferd. Die Reaktionskraft ist keine Trägheitskraft, da sie auf einen zweiten Körper wirkt.

Will man nun eine Bewegungsgleichung für den Stein erstellen, interessiert nur die auf ihn wirkende Kraft. Die Reaktionskraft auf das Pferd interessiert hier nicht. Somit ist für die Bewegungsgleichung des Steins nur die auf ihn wirkende Kraft des Pferdes relevant.

Eine Trägheitskraft gibt es nur im beschleunigten Bezugssystem des Steins. Zusätzlich zur auf den Stein wirkenden Kraft F wirkt auf den gleichen Körper (Stein) eine entgegengesetzte Trägheitskraft F_T=-m*a. Somit ruht der Stein in seinem beschleunigten BS.

Formell sind F_R und F_T identisch und mitunter ein Grund für die Missinterpretationen der "Newtonversteher". Auch die Bezugssysteme werden wie wild durcheinander gewürfelt genauso wie die Kräfte nicht sorgfältig den verschiedenen Körpern zugeordnet werden.

Die zahlreichen und immer wieder gebetsmühlenartig vorgetragenen Newton-Zitate belegen nur das Unverständnis, aus welchem Bezugssystem heraus Newton seine Sätze formuliert hat. Unsereins leugnet nicht etwa die Trägheitskräfte, wie immer wieder behauptet wird, sondern führt sie als Scheinkräfte ein, um mit Newtons Kraftgesetzen auch in einem beschleunigten BS konform zu gehen.

Gruss
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Trägheitskräfte

Beitragvon rmw » Sa 24. Mär 2012, 16:19

Trigemina hat geschrieben:Unsereins leugnet nicht etwa die Trägheitskräfte, wie immer wieder behauptet wird, sondern führt sie als Scheinkräfte ein, um mit Newtons Kraftgesetzen auch in einem beschleunigten BS konform zu gehen.

So zu tun als ob ein beschleunigtes System ein unbeschleunigtes wäre und nun die komischerweise doch vorhandnen Trägheitskräfte als Scheinkräfte zu bezeichnen, welchen Sinn sollte das haben? Überhaupt keinen!
Es sei denn man wollte sich selbst etwas vormachen um die Massenträgheitkräfte RT-konform aus dem IS beobachtet verschwinden lassen zu können. Das ist alles.
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