Jingle hat geschrieben:
meine Meinung dazu:
1. Die Antwort von Gerard’t Hooft ist ausweichend und nichtssagend.
2. Die Antwort von Prof. Hermann Nicolai ist korrekt:
Die behauptete unterschiedliche Alterung der Zwillinge hat nichts mit Beschleunigungen zu tun, sondern ergibt sich alleine durch die unterschiedlichen Wege der Zwillinge durch die Raumzeit. Man kann es noch so oft probieren: man wird kein Bezugssystem finden, in welchem beide Zwillinge exakt die gleiche Bahnkurve vollführen.
Da sich somit nur einer von beiden durchgängig als ruhend betrachten kann, wird die Symmetrie zwischen den Zwillingen aufgehoben. Aus reinen Symmetriebetrachtungen folgt daher nicht zwingend eine gleiche Alterung der Zwillinge.
Ich sehe eben einen Widerspruch zwischen den Interpretationen von Prof. Hooft und Prof. Nicolai:
- Prof. Hooft vertritt entschieden eine Lösung mit der Dynamik der ART, also mit Einbeziehung der Beschleunigungsargumentierung. „There is no difficulty of any kind with the twin paradox; it was basically resolved with Einstein’s 1916 theory". [Hervorhebung durch Lopez]
- Prof. Nicolai vertritt eine reine kinematische Lösung ohne Dynamik, und zwar allein aus dem mathematischen Minkowski-Konstrukt von 1908: „There is no "physical cause" in the sense of some underlying dynamics, the time delay is merely the result of the *kinematics* of space-time”.
wobei beide Lösungen aufgrund der berechneten Asymmetrie der Effekte gleichermaßen mit der ursprünglichen SRT von 1905 in Widerspruch stehen, die jegliche Asymmetrie ausschließt und eine exakte Reziprozität der Effekte bei der Relativbewegung zwischen zwei Objekten voraussetzt.
Dazu kommt sowohl bei Prof. Hooft als bei Prof. Nicolai, dass sie sich beide verweigert haben, die Frage nach der physikalischen Ursache des identisch berechneten Altersunterschiedes zwischen den Zwillingen zu beantworten,
was überhaupt die wichtigste Frage bei diesem Paradoxon ist, es soll sich ja um Physik handeln! Sowohl die Mathematik der ART als auch die Mathematik von Minkowski sollen ja ein physikalisches Ereignis beschreiben, vorausgesetzt jedoch, dass dieses physikalische Ereignis überhaupt existiert! Wenn dieses physikalische Ereignis nicht existiert, haben sowohl die Mathematik der ART als auch die Minkowski-Mathematik absolut keinen Wert, das sollte sowohl dem Nobelpreisträger Prof. Hooft als auch dem Direktor vom Albert Einstein Institut Prof. Nicolai einleuchten. Deshalb schweigen sie auch beide über die wichtigste Frage nach der physikalischen Ursache des Altersunterschiedes: Weil es eben keine gibt. Es gibt bei diesem Paradoxon kein physikalisches Ereignis zu beschreiben, die Mathematik beschreibt nur eine Messfiktion, sie ist dadurch wertlos und irrelevant zur Erklärung der Natur.
Viele Grüße
Jocelyne Lopez