Hannes hat geschrieben:
Es wird die Zentrifugalkraft bei Start des Karussels größer als die Zentripetalkraft sein, erst wenn die Auslenkung der Seile im Zusammenwirken mit der Gravitation genau die Stärke der
Zentrifugalkraft erreicht hat, wird sich Kräftegleichgewicht einstellen.
Es ist Dir offenbar entgangen, dass die Zentrifugalphysiker hier ständig behaupten, Zentripetal -und Zentrifugalkraft seien ein Kräftepaar nach Newton III. Wenn dem so wäre, sind beide Kräfte immer gleich groß. Also könnte die Zentrifugalkraft niemals größer als die Zentripetalkraft sein. Und Kräftegleichgewicht ist ein völlig anderes Paar Schuhe als Newtons Actio-Reactio!
Mir ist das nicht entgangen, wenn du meine Beiträge genau verfolgt hättest.
Unser Streit ist eigentlich ein Streit zwischen Statik und Dynamik.
Ich habe schon vor einigen Tagen Chief darauf aufmerksam gemacht, dass
Zentripetalkraft und Zentrifugalkraft zusammengehörende Kräfte sind,aber nicht gleich groß sein müssen.
Erst bei eingependeltem Kräftegleichgewicht sind die beiden Kräfte gleich stark, nur entgegengesetzt gerichtet.
Unsere Kollegen haben immer wieder Statik und Dynamik durcheinandergebracht.
In der Statik gibt es weder Zentrifugalkraft noch Zentripetalkraft !Da hat Ernst recht.
Und in der Statik sind einander entgegengerichtete Kräfte immer gleich groß.
Es bewegt sich ja nichts.
Sollte eine Kraft zu groß sein, bricht das Bauwerk zusammen.
Erst dann wird aus Statik wieder Dynamik.
In der Dynamik haben wir bis zum Erreichen eines dynamischen Gleichgewichtes
immer unterschiedliche Kräfte, sonst würde sich ja nichts bewegen.
Deswegen ist die Zeichnung aus dem Lehrbuch Fendts unangebracht.
Die Zeichnung Fendts zeigt den Augenblick,in dem das Karussel mathematisch zum Stehen gebracht worden ist.Da hat die Zentrifugalkraft bereits aufgehört. Die Zentripetalkraft ist aber aufgrund der Auslenkung der Ketten noch wirksam.
Ist eine in der Statik vielleicht zulässige Momentaufnahme,für Dynamik aber nicht geeignet.
Ein Karussel ist aber IMMER eine dynamische Angelegenheit, ob sich der Beobachter mitdreht oder danebensteht.
Die Denkweise in IS BS oder beschleunigten BS ist wirklich verwirrend und führt zu Fehleinschätzungen.Unsere Diskussion war aus diesem Grund nicht uninteressant.
Mit Gruß
Hannes
