Coriolis auf der Scheibe.
Um zu verstehen, um was es sich handelt, habe ich eine Zeichnung angefertigt. Eine rotierende Scheibe mit Raster r = 2,5m. Einmal ist eine exakt radiale Bewegung vom Zentrum nach außen und einmal versetzt um 12,5m vom Zentrum. Linke Seite - eine Kugel in Nut; rechte Seite - frei fliegende Kugel. Die Pfeile und Kurven sind nicht maßstabgetreu – nur als Prinzip und Vergleich.

Links sind je zwei Teilstrecken, eine innen, eine außen zu je 10m dick gezeichnet. w und v sind konstant – von denen kommt keine Beschleunigung . Werte zum Rechnen: v = 5m/s; w = 2rad/s. Die blaue Pfeile zeigen die Trägheitsbeschleunigung aus der Differenz von vB (Bahngeschwindigkeit) für jede Teilstrecke. Die Richtung ist die der Beschleunigung am Ende der Teilstrecken. Blau ist nach meiner Meinung die Coriolisbeschleunigung, -Kraft. Wenn jemand anderer Meinung sein soll, möchte bitte erklären, wie woher warum, aber nicht weil so in irgendeiner Formel steht, oder weil Wiki es so sagt.
Die rote Pfeile zeigen die momentane Zentrifugalbeschleunigung, bzw. Kraft.
Rechnen wir:
a) Bewegung exakt radial:
vB1 = w*r1 = 2*2,5 = 5m/s
vB2 = w*r2 = 2*12,5 = 25m/s …. Diff. aus vB1 und vB2 = 20m/s
vB3 = w*r3 = 2*80 = 160m/s
vB4 = w*r4 = 2*90 = 180m/s …. Diff. aus vB3 und vB4 = 20m/s
Die Beschleunigung in beiden Teilstrecken ist gleich a1 = a2 = dv/dt = (20m/s)/2s = 10m/s²
Da die Beschleunigung offensichtlich konstant ist, gilt für den tangentialer Weg s = v*w*t² = ½ a*t², oder a = 2*w*v und daraus Fc = m*a = m*2*w*v. Coriolis senkrecht zu v und zu w.
b) Bewegung nicht radial – Anfang ist versetzt um 12,5m:
vB1 = w*r1 = 2*12,5 = 25m/s
vB2 = w*r2 = 2*17,5 = 35m/s …. Diff. aus vB1 und vB2 = 10m/s
vB3 = w*r3 = 2*81 = 162m/s (ca. Wert)
vB4 = w*r4 = 2*90 = 180m/s …. Diff. aus vB3 und vB4 = 18m/s
Die Beschleunigung in Teilstrecke 1-2 ist a1 = dv/dt = (10m/s)/2s = 5m/s²
Die Beschleunigung in Teilstrecke 3-4 ist a2 = dv/dt = (18m/s)/2s = 9m/s²
Für den Weg s gilt ½ a*t² nicht mehr, das die Beschleunigung nicht konstant ist. Somit gilt auch die Formel Fc = m*2*w*v in diesem Fall NICHT. Ja, so eine Sch....e!?!? Coriolis senkrecht zu w, nicht aber zu v.
Auf der rechten Seite sind die Ablenkungen einer freifliegenden Kugel über die rotierende Scheibe aus der Sicht eines mitrotierenden Beobachters. Man sieht, dass die Kurven nicht identisch sind – unten (Radialbewegung), wegen a konst. – Kreissegment. Oben (nicht Radialbewegung), wegen a nicht konst. – Hyperbel.
Noch mehr Beweise?
Wenn jemand etwas auszusetzen, hinzufügen, ändern möchte – nichts dagegen, aber bitte mit Begründung.
Nachtrag: Ernst hat ein Zitat von Coriolis eingestellt – sehr schön, kann mir bitte einer sagen, wo dort steht, dass v nicht radial ist???? Diese Herleitung kennen wir schon, leider wird dort immer eine radiale Bewegung beschrieben – s. meine a).
Sonst wird es zu kompliziert, man muss integrieren, da a nicht mehr konstant ist. Wenn Du schon das Original in Deutsch gefunden hast, gib uns den Link bitte! Würde mich sehr interessieren, welche v-Richtung er genommen hat und welche – die „echte“ oder die „fiktive“ Fc er beschreibt. So weit ich aus dem französischen Original entnehmen kann, behandelt er die Wetterlage auf der Erde und somit die „fiktive“.
@ Trigemina
Bevor Du so fröhlich grinst, wäre nicht schlecht meine Fragen zu beantworten. Oder gilt auch für Dich: Impulsaustausch = Weihwasser für den Teufel?
Was ist auch mit den Links, die ich angegeben habe – sind das nur xxx, die von Physik nichts verstehen?
Viele Grüße
Ljudmil