Zwillingsparadoxon: Unterschrift-Aktion aus den USA

Hier wird die Relativitätstheorie Einsteins kritisiert oder verteidigt

Re: Zwillingsparadoxon: Unterschrift-Aktion aus den USA

Beitragvon Trigemina » Fr 30. Dez 2011, 19:06

Diese Skizze von Lothar Permes ist der ultimative Hit:

Bild

Beschleunigte und inertiale (unbeschleunigte) Bezugssysteme werden gleichgeschaltet. Neben dem Karussell stehend verspüre ich somit ein laues Gefühl in der Magengegend, da die Trägheitskräfte auf mystischen Pfaden irgendwie auf mich wirken.

Die epische Diskussion verwischt sämtliche Unterschiede zwischen auf oder neben dem Karussell.
Ich rekapituliere: Bezugssysteme sind des Teufels und werden dazu benutzt, Verwirrung und Täuschung zu verbreiten.

Ernst und Harald sind nicht zu beneiden.

Gruss
Trigemina
 
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Re: Zwillingsparadoxon: Unterschrift-Aktion aus den USA

Beitragvon Trigemina » Fr 30. Dez 2011, 19:32

Chief hat geschrieben:So ist es wenn man nicht in der Lage ist zwischen "bewegten" Bezugssystemen und bewegten Objekten zu unterscheiden! :mrgreen:


Oder wenn man nicht in der Lage ist, bewegten Objekten ihrerseits ein Ruhesystem zuzuordnen!
Ist halt so eine Sache mit den Bezugssystemen. Diese Diskussion reflektiert dies in epischer Grössenordnung :!:

Gruss
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Aktion Reaktion

Beitragvon rmw » Fr 30. Dez 2011, 19:33

Harald Maurer hat geschrieben:Das ist ein richtiges Beispiel für actio-reactio! Die Kraft wirkt auf den Ball (bzw. Stahlkugel), die Gegenkraft wirkt auf die Hand! Denn Kraft und Gegenkraft ( Actio und Reactio) wirken immer auf zwei verschiedene Körper!

Ja, das ist ein Beispiel für Aktion und Reaktion und zeigt dass die Massenträgheitskraft als Reaktion des Körpers auf eine angreifende Kraft wirkt.
Um das Beispiel dem mit der Schnur ähnlicher zu machen können wir zwischen Hand und Kugel z.B. ein Stück Holz dazwischen geben. Auf der einen Seite drückt die Hand mit einer Kraft auf das Stück Holz dem wirkt das Holz entgegen da sich der Widerstand der Kugel also die Massenträgheitskraft über das Holz auf die Hand überträgt. Auf der anderen Seite drückt das Holz mit der Kraft die sich von der Hand überträgt auf die Kugel, der die Kugel mit ihrer Massenträgheitskraft entgegenwirkt.
Wenn man nun eine Schnur nimmt und zwischen Kugel und Hand gibt, und mit der Hand abrupt anzieht dann ist das völlig das Gleiche. Auf der einen Seite der Schnur zieht die Hand abrupt an auf der anderen Seite wirkt die Massenträgheitskraft der Kugel dagegen.
Und selbstverständlich ist das bei einer Drebewegung nicht anders. Die Hand zieht auf der einen Seite nach innen, das ist die Zentripetalkraft, die Massenträgheitskraft der Kugel wirkt dieser Ablenkung nach innen entgegen das ist die Zentrifugalkraft.

Harald Maurer hat geschrieben:Wirkt die Gravitation als Zentripetalkraft auf einen Satelliten, dann wirkt die Gegenkraft nicht auf den Satelliten, sondern auf die Erde, die nun vom Satelliten angezogen wird!

Die Gravitation wirkt als Zentripetalkraft, die Massenträgheitskraft des Satelliten ist die Zentrifugalkraft. Da die beiden Kräfte im Gleichgewicht sind bleibt der Satellit dort wo er ist.

Harald Maurer hat geschrieben:Wirft jemand mit Kraft Steine aus einem Boot, dann wirkt die Gegenkraft auf das Boot - und nicht auf die Steine! Das Boot bewegt sich dadurch in die Gegenrichtung (Rückstoßprinzip).

Die Kraft des Einen ist jeweils die Gegenkraft für den anderen.

Harald Maurer hat geschrieben:Liegen Steine in einem bewegten Boot und wird das Boot aprupt abgebremst, dann fliegen auch hier Steine aus dem Boot. Im Gegensatz zum vorhergehenden Beispiel hat die im BS Boot auftretende Trägheitskraft keine Gegenkraft und das Boot bewegt sich nicht in die Gegenrichtung!

Doch das Boot kann nur mit einer Gegenkraft abgebremst werden, nur dass dies in diesem Fall nicht die Steine sind.

Harald Maurer hat geschrieben:Wirken zwei Kräfte auf den gleichen Körper, dann handelt es sich um ein Kräftegleichgewicht bzw. Kräfteverhältnis und nicht um die Wechselwirkung actio-reactio.

Es wirken immer zwei Kräfte aufeinander, eine Kraft allein gibt es nicht.

Harald Maurer hat geschrieben:Auch wenn in unzähligen Büchern und Webseiten geschrieben steht, ein Satellit bliebe aufgrund des Gleichgewichts der Gravitation zur Zentrifugalkraft in seinem Orbit, ist es dennoch physikalisch falsch.

Nein das ist völlig richtig, nur bei der ART können die RT-Anhänger keine Zentrifugalkraft gebrauchen, deshalb versuchen sie nun die elementare Mechanik umzuschreiben.
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Bezugssystem

Beitragvon rmw » Fr 30. Dez 2011, 19:40

Highway hat geschrieben:Das heißt, wenn auf A etwas wirkt, also B wirkt, dann wirkt A auch auf das was auf A gewirkt hat, also auf B wird gewirkt, mit gleicher Größe und entgegengesetzt. Ganz klar und unmissverständlich. Drittes Newtonsche Axiom.

Völlig korrekt!

Highway hat geschrieben:Übrigens, bei Newton steht nichts von IS oder beschleunigtem System. Da steht nur das, was oben in lateinisch angegeben ist. Da frage ich mich jetzt allen Ernstes, wo kommt dieser Bezugsystem-Kram eigentlich her. Bei Newton taucht der jedenfalls nicht auf.

An sich ist am Verwenden von unterschiedlichen Bezugssystemen nichts falsch. Nur dass die RT-Anhänger sie verwenden wie es ihnen in den Kram passt.
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Re: Zwillingsparadoxon: Unterschrift-Aktion aus den USA

Beitragvon Hannes » Fr 30. Dez 2011, 19:44

Hallo Ernst !
Wichtig ist hier, man rechnet in jedem Schritt nur mit einer einzigen "richtigen" Kraft (Gravitationskraft), welche auf die Kapsel wirkt.

Wozu müsste man auch eine zweite Kraft berechnen, wenn man weiß, dass diese Kraft IMMER genauso groß ist wie die erste. ( nur in die entgegengesetzte Richtung weisend.)
Das Ganze Theater, das du veranstaltest, ist ein Streit um "des Kaisers Bart".
Nur, wenn diese Kraft nicht da wäre, würde der Satellit stichgerade auf den
Erdmittelpunkt zusteuern.
Die ganze Himmelsmechanik beruht auf dem Gleichgewicht von Gravitation und Beharrungskraft eines Körpers auf seiner Bahn.
Aus dem gleichen Grund stoßen Sterne so extrem selten zusammen, sodass sich beim Zusammenprall von Galaxien die Sterne kaum treffen .Vor einem möglichen
Zusammenprall machen sie noch einen Millionen Jahre langen Tanz umeinander.
Zwei Sterne müssten schon zu 100% exakt auf der gleichen gekrümmten Bahn einander nähern . Gerade Bahnen findest du im Weltall nirgends.
Bitte steig doch von deinem hohen Ross herunter !

Hannes


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Scheinkraft

Beitragvon rmw » Fr 30. Dez 2011, 19:49

Ernst hat geschrieben:Trägheitskraft=Scheinkraft
Zentrifugalkraft=Träghheitskraft=Scheinkraft


Die Trägheitskraft ist genau so lange eine Scheinkraft als wie du rechnerisch ein beschleunigtes System als IS betrachtest und daher auch mit fiktiven Kräften rechnest.
Sonst ist die Massenträgheitskraft eine ganz normale Kraft, im speziellen Fall die Zentrifugalkraft.
Massenträgheitskraft generell als Scheinkraft hinzustellen ist ein glatter Unsinn.
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Messung

Beitragvon rmw » Fr 30. Dez 2011, 19:53

Ernst hat geschrieben:Scheinkräfte können natürlich nicht gemessen werden

Scheinkräfte nicht, Zentrifugalkräfte schon.
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Re: Aktion Reaktion

Beitragvon Ernst » Fr 30. Dez 2011, 20:06

rmw hat geschrieben:Die Gravitation wirkt als Zentripetalkraft, die Massenträgheitskraft des Satelliten ist die Zentrifugalkraft. Da die beiden Kräfte im Gleichgewicht sind bleibt der Satellit dort wo er ist.

Wenn es ein geostationärer Satellit ist, dann bleibt er im rotierenden Bezugssystem da wo er ist. Und da er eine zentripetalkraft erfährt, würde er herunterfallen, wenn ihm rechnerisch eine Gegenkraft verordnet ist; die Zentrifugalkraft. Das Trägheitskräfte/Scheinkräfte als solche Ersatzkräfte definiert sind, das hattest Du ja akzeptiert. Die Zentrifugalkraft ist als eine solche Scheinkraft im durch Rotation beschleunigten System definiert. daneben gibt es dort noch eine zweite; die Corioliskraft.

Die Kraft des Einen ist jeweils die Gegenkraft für den anderen.

Natürlich, das erklären wir ja die ganze Zeit. Aber die beiden Kräfte; Kraft und Gegenkraft wirken auf zwei verschiedene Körper. Die Zentripetalkraft zieht an der Kugel; die Reaktionskraft der Zentripetalkraft wirkt auf die Hand. Auf die Kugel wirkt im IS BS keine weitere Kraft. Deshalb wird sie ja beschleunigt in Richtung der Zentripetalkraft.
An der Kugel wirkt nur eine Kraft. Wäre da noch eine ausgleichende Gegenkraft, dann wäre sie ja kraftfrei und würde sich tangential verabschieden.

Gruß
Ernst
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Re: Messung

Beitragvon Ernst » Fr 30. Dez 2011, 20:08

rmw hat geschrieben:Scheinkräfte nicht, Zentrifugalkräfte schon.

Zentrifugalkraft ist per Definition eine spezielle Scheinkraft.

Gruß
Ernst
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Fiktiv

Beitragvon rmw » Fr 30. Dez 2011, 20:10

Ernst hat geschrieben:Gravitationskraft ermitteln, Beschleunigung ermitteln,

Ja genau, Beschleunigung ermitteln, diese entspricht der Massenträgheitskraft die der Gravitationskraft entgegen wirkt.

Ernst hat geschrieben:Auf eine rotierenden Eisfläche wird ein Eishockeypuck gesetzt....
Man setzt hier deshalb zwei zusätzliche fiktive "Kräfte" an; die man gesondert berechnet; die Zentrifugalkraft und die Corioliskraft.

An diesen beiden Kräften ist absolut nichts fiktiv, sie sind ganz reale Kräfte.
Fiktiv ist allenfalls die Betrachtung dieses Systems als IS.
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