Ernst hat geschrieben:Diese Beschreibungen zum Zug können mißverständlich sein.
Man muß sich immer bewußt sein, daß es ausschließlich darum geht, das Newtonsche Gesetz a=F/m, welches die Bewegungen im IS exakt beschreibt, auch bei der Berechnung der Bewegungen in beschleuniget BSen anzuwenden, wo es erstmal nicht gilt. Es wird deshalb geltend gemacht durch eine rechnerischen Trick mittels zusätzlicher rein mathematischer Kraftterme, und die bezeichnet man als Trägheitskräfte. Die führt man in die Berechnung ein und schon kann man mit Newton auch dort rechnen. Grundlage dieser Berechnung ist natürlich, daß die Beschleunigung des beschleunigten Bezugssystems bekannt ist. Sie ist bekannt, weil sie ja auch absolut meßbar ist.
Dagegen ist nicht einzuwenden solange man es auch als das bezeichnet was es ist, nämlich eine Berechnungsmethode. Den Begriff Trägheitskraft für solche fiktive Trägheitskräfte zu monopolsieren kann aber nicht einen großen Logiker als Vater gehabt haben. Scheinkraft ist in diesem Fall durchaus zutreffend, es handelt sich ja um keine tatsächliche Kraft, sondern nur um einen Berechnungausdruck.
Ernst hat geschrieben:Nach Newton müßte er ruhend bleiben. Dennoch wird er (im Bezugssystem) beschleunigt bewegt. Um das hinzukriegen, wird wieder der mathematische Kraftterm (Trägheitskraft) auf ihn angesetzt. Er bewegt sich infolge dieser "Kraft" und Newton ist erfüllt.
Auch dagegen ist nichts einzuwenden, solange man es als eine Berechnungsmethode bezeichnet bei der man nicht nur ein bestimmtes Bezugssystem verwendet, sondern rein für die Berechnung das beschleunigte Bezugssystem als IS betrachtet. Das kann mitunter rein für die Berechnung der einfachere Weg sein deshalb verwendet man es ja auch. Allerdings ist es mehr als nur ein Wechsel des Bezugssystems und dass muß man dann schon auch klarstellen, selbst wenn sich die vereinfachende Bezeichnung durchgesetzt hat weil man es, dort wo es klar ist, nicht jedes Mal dazu sagen braucht.
Nur, so wie es der Wiki Experte geschrieben hat, nämlich dass ein Beobachter am Bahnsteig glauben soll, der Fahrgast wird beschleunigt weil er an der Stange zieht, ist es wirklich nur noch glatter Schwachsinn, gleichviel in wie vielen Veröffentlichungen das in ähnlicher Form stehen mag.
Und wenn im Gerthsen steht dass die Zentrifugalkraft als Scheinkraft "entlarvt" sei, ohne dass der Autor einen Grund dafür angeben kann, dann ist das mit Unsinn noch recht höflich bezeichnet.