Hallo liebe Freunde,
ich nehme mir etwas Zeit, um auch etwas Salz in die Suppe zu streuen.
Nach dem hier zuletzt gelesene, streitet Ihr um nichts und wieder nichts. Ich sehe keinen, der die Rolle bzw. Wirkung von Kräften missversteht, ich sehe nur reinste Rhetorik.
Meine bescheidene Meinung:
Newton: Kräfte existieren nur paarweise. Somit sind lebendige, wirkende, treibende Kräfte nur eine subjektive Empfindung. Der Newtons-Begriff „eingeprägte“ Kraft leite ich aus ganz anderen Umständen. Newton wollte die „Fernwirkung“ nicht akzeptieren. Die Kraftfelder, mit denen wir heutzutage leben, stillschweigend als real annehmen und damit hantieren, wollte er nicht behandeln, er war vorsichtig in seinen Äußerungen (nicht wie der Laie Albert). „Eingeprägte“ Kräfte waren also die Kräfte, die bereits durch direkten Kontakt entstehen. Er hat also die späteren Probleme in der Elektrodynamik z.B. nicht behandelt. Daher ist es falsch zu behaupten (einige Relativisten), Newtons-Physik sei falsch oder hat versagt.
Kraft kann nur beim Vorhandensein einer Masse existieren. Was Kraft genau sein soll, ist philosophisch ungeklärt, wird auch kaum zu klären sein. Wichtig ist nur zu verstehen, was damit gemeint ist. Nun, eine Masse hat aber eine bestimmte und unzertrennliche Eigenschaft – die Trägheit. Oder, Kraft ist immer mit Masse und Trägheit verbunden und definiert.
Zu den angeblich oder nicht „Scheinkräften“.
Meine Meinung nach, ist die Trägheitskraft keine Scheinkraft. Genauso ist es falsch zu behaupten, die Zentripetalkraft sei real, die Zentrifugal aber nur scheinbar. Scheinbar sind nur kinematische Erscheinungen, die in der Dynamik entlarvt werden – Corioliskraft. Scheinkräfte, wie das Wort aussagt, sind „geglaubte“ Kräfte, bedingt durch BS-Wechsel = Irrtum eines unwissenden Beobachters.
Corioliskraft – Corioliseffekt – nur bei kinematische Bewegung eines kräftefreien Körpers. Die Beispiele mit Flussufern, Bahngleise usw. hat mit Corioliseffekt oder –kraft nichts zu tun, wird aber oft so bezeichnet, obwohl es sich um grundlegende Mechanik handelt und unzertrennlich mit Masse, Trägheit, Kraftübertragung und Beschleunigung verbunden ist.
Um auch den letzten Besserwisser zu überzeugen:
Fall 1: Ein U-Boot steht unbewegt rel z. Wasser. In gewisser Entfernung bewegt sich ein Schiff. Der U-Boot-Schütze feuert einen (ungelenkten) Torpedo und verfehlt das Schiff. Der Schütze: Ich habe doch exakt auf dem Schiff gezielt. Eine Kraft muss wohl den Torpedo abgelenkt haben.
Fall 2: Jetzt ist das U-Boot gleich wie das Schiff bewegt (rel. z. Wasser) – wieder verfehlt – die „böse“ (oder „gute“ aus Schiffssicht) Kraft muss schon wieder am Werke gewesen sein.
Klare Angelegenheit sogar für ein Kind – elementare Mechanik und keine Corioliskraft.
Das Beispiel ist nicht das beste, hoffentlich versteht Ihr, was gemeint ist – durch direkten Kontakt wird ein Körper auf eine höhere oder niedrigere Geschwindigkeit beschleunigt, es wirkt tatsächlich eine Kraft.
Trägheitskraft, Zentrifugalkraft: Sie ist genauso real wie die „wirkende“ oder Zentripetalkraft. Keine Masse = keine Trägheit = keine Kräfte = keine wirkende oder Zentripetal. Der Rest ist reine Rhetorik, wie z.B.:
Eine Bleikugel hängt auf einer Feder an der Decke, die Feder (Federwaage) ist gedehnt, auf sie wirkt offensichtlich und messbar eine Kraft:
Der Gläubige meint: Die Kugel übt eine reale Kraft auf die Feder, die Decke sträubt sich dagegen mit Scheinkraft – die Kugel bleibt unbewegt.
Der Ungläubige: Nein, die Decke zieht (übt reale Kraft) an die Feder, die Kugel sträubt sich dagegen mit Scheinkraft, die Decke bleibt unbewegt.
Wer hat recht? Wie wäre es, wenn keine Kugel an der Feder wäre, oder wenn keine Decke auf der anderen Seite? Wohl dann auch keine Kraft an der Feder, oder?
Also: Reinste Rhetorik ohne physikalische Aussagekraft. Zentripetal- und Zentrifugalkraft sind gleichberechtigt, gleich real, da messbar, immer nur paarweise vorhanden. In der Wirklichkeit ist eigentlich nur eine einzige Kraft vorhanden, wir sind es, die je nach Betrachtungsweise als zwei Kräfte definieren und dann rumstreiten, welche der beiden die wirkliche sein soll.
Was ist aus der Diskussion über Sagnac geworden? So weit zurück habe ich jetzt nicht gelesen. Dass die SRT nicht mal in Ansatz den Effekt erklären kann, ist mir klar, hat aber Ernst geschafft ihn mit der reinen Emissionstheorie überzeugend zu erklären?
Liebe Grüße
Ljudmil
