Ernst hat geschrieben:Das ist das ganze Geheimnis des Sagnac Effekt infolge Emission.
Ja, sieht auf den ersten Blick recht plausibel aus - funktioniert aber nicht. Dagegen gibt es zwei schwerwiegende Gründe:
1.) Wenn die Lichtgeschwindigkeit bei gleichmäßiger Rotation kontinuierlich langsamer wird, bzw. im anderen Strahl immer größer wird, verändert sich auch die Frequenz (Doppler-Effekte an den Spiegeln wg. Relativbewegung). Der eine Strahl wird immer röter und der andere immer blauer. Da man die Frequenzen auf einem Oszi darstellen kann (samt der resultierenden Beatfrequenz), würde man diesen Effekt sofort feststellen können. Die Frequenzveränderungen würden hier von der
Dauer der gleichmäßigen Rotation abhängen, und so etwas hat man noch nie festgestellt. Tatsächlich hängt die Frequenzänderung - wie man eindeutig detektieren kann - von der Drehzahl, also von der Rotationsgeschwindigkeit ab - und nicht von der Dauer. Nach Deiner These müsste sich trotz
gleichbleibender Drehzahl eine drastische fortlaufende Veränderung der Beatfrequenz ergeben, und das widerspricht aber der Beobachtung, denn auch die Beatfrequenz hängt nicht von der Dauer gleichmäßiger Rotation ab, sondern von der Rotationsgeschwindigkeit.
2.) Bei gleichmäßiger Rotation verändert sich die zeitlich-geometrische Situation der Spiegel nicht. Die Spiegelgeschwindigkeit bleibt immer gleich. Wird ein Strahl immer langsamer und der andere Strahl immer schneller, so wird der eine Strahl bald zu langsam sein, um den Spiegel zu treffen und der andere zu schnell und die Strahlen sausen an den Spiegeln vorbei ins Labor. D.h. es gibt bald gar keine Reflexion mehr! Dieser Einwand gilt nicht bei Faserkreiseln, da in der Lichtfaser der Spiegel quasi überall vorhanden ist, da gilt aber dennoch der Einwand 1.)
Grüße
Harald Maurer