Zitat:
Bell hat geschrieben:
Sein lesenswertes Buch trägt den Titel "Abschied von der Weltformel". ... Sie wären ganz sicher schwer enttäuscht von dem "aufmüpfigen Nobelpreisträger", läsen Sie, was er darin über Einstein und die Relativitätstheorie schreibt.
Ich bin überhaupt nicht enttäuscht, dass Laughlin die Relativitätstheorie für „richtig“ hält. Es ging für ihn in seinem Buch nicht um die Richtigkeit der Theorie, sondern um ihre Relevanz in der Physik und um ihre gesellschaftliche Durchsetzung. Und genauso darum geht es auch den meisten Kritikern der Theorie seit mehr als 100 Jahren. Laughlin reiht sich damit eindeutig unter den Kritikern. Es geht nun mal für die meisten Kritiker nicht um die angenommene Richtigkeit der Theorie, sondern um ihre Relevanz in der Physik und im wissenschaftlichen Denken, sowie um ihre Durchsetzungsmethoden, die Laughlin unverblümt beim Namen nennt: Marketing.
Das Buch wurde schon 2008 im Forum von Ekkehard Friebe unter diesen beiden wichtigen Aspekten besprochen, hier eine Rezension:
http://www.ekkehard-friebe.de/friebefor ... #post12564Zitat:
Zitat Brunhild K.:
Abschied von der Weltformel - die Neuerfindung der Physik” , wie dieses im September 2007 beim Piper Verlag München erschienene Buch (ISBN 978 - 3 - 492 - 04718 - 0) auf deutsch heißt, hat als Autor keinen geringeren als Robert B. Laughlin (*1950, Nobelpreis 1998).
Abgesehen von den äußerst spannenden inhaltlichen Fragen (Übergang von einer reduktionistischen Physik zu einer „emergenten” Physik) gibt Laughlin hier einen Blick hinter die Kulissen des Wissenschaftsbetriebes zum besten, der den letzten Glauben an „Objektivität der Wissenschaft” zerstört: der Wissenschaftler, der dem Geld nachgeht, kann nicht mehr der Wahrheit verpflichtet sein.
So könnte man die vielen diesbezüglichen Bemerkungen des Buches zusammenfassen. Laughlins schnoddrig-arrogante, teilweise zynische Art, das zu sagen, läßt keinen moralischen Zeigefinger erkennen. Er scheint sagen zu wollen: „Es ist, wie es ist.” - und er amüsiert sich darüber.
Wenn man dann am Ende des Buches sieht, warum er so gleichgültig sein kann gegen die Verbiegung der Wahrheit, kann man herzlich mitlachen („Der Kaiser ist ja nackt!”- Lache):
Eine Schlußfolgerung aus seinen Erkenntnissen sagt:
Die Frage, ob Einsteins Theorie „richtig” oder „falsch” ist, ist inzwischen völlig unwichtig!
Die Frage heute heißt (S. 316 - er stellt sie nicht selbst, sondern legt sie anderen in den Mund):
„Ist Einstein überhaupt noch relevant?”
Und Laughlin erklärt, daß genau das das Problem der Emergenz ist - es gibt wichtigeres: die vielen unverstandenen Dinge, die mit der alten Denkweise der Physik (Reduktionismus, zu dieser gehört auch die Einsteinsche Denkweise) nicht erklärt werden können, sondern nur mit der neuen, der emergenten.
Emergenz ist ein anderes Wort für "physikalisches Ordnungsprinzip", (im weitesten Sinne das, was bisher mit Begriffen wie Systemtheorie, holographische Sicht, Suche nach Mustern / Verknüpfungen / Zusammenhängen usw. beschrieben wurde), das über die rein reduktionistische Beschreibung der Wirklichkeit hinausgeht. Deshalb sei auch die Physik nicht am Ende, sondern am Anfang - und für die Suche nach den neuen Antworten auf die neuen Fragen braucht man Einstein nun wirklich nicht mehr.
Er ist ein „frecher Hund”, der Laughlin, er kann es sich z. B. erlauben, kurz nach obiger Frage zur Relevanz der Einstein-Theorien zu schreiben:
„Nur Menschen, deren gesunder Menschenverstand durch ein Übermaß an Bildung beeinträchtigt worden ist, können das nicht erkennen.”
Damit ist schon alles gesagt: Kritiker interessieren sich nicht für Marketing, sondern für Physik. Kritiker interessieren sich nicht für die gesellschaftlich angenommene Richtigkeit einer Theorie, sondern für ihre Relevanz in der Physik, die bei der SRT nun mal nicht gegeben ist - das kannst Du im Kritikerforum MAHAG ausführlich über die ganzen Jahren nachlesen, da hast Du was nachzuholen.

Zitat:
Ungeachtet der schönen Argumente Einsteins glauben wir heute nicht deshalb an die Relativität, weil sie wahr sein sollte; sondern weil sie als wahr gemessen wird.
Genau, die Messvorgänge sind "wahr" im Sinne von physikalisch existent, aber die Messergebnisse sind "falsch" im Sinne von physikalisch nicht existent (die relativistischen Effekt sind nur Anschein). Das wurde hier im Kritiker-Forum MAHAG über Jahre hinweg weit und breit diskutiert, einschließlich mit dem Experten der SRT Dr. Markus Pössel, wenn Du Dir die Mühe machst alles nachzulesen - da hast Du aber was nachzuholen...

Man sollte aber nicht seine Träume für die physikalische Realität halten, das ist dann keine Wissenschaft, sondern höchstens ... Marketing.

Viele Grüße
Jocelyne Lopez