Die Formel für die Corioliskraft F_c lautet:
F_c = 2 *m * ω x v
ω - Winkelgeschwindigkeit eines rotierenden Körpers (z.B. einer Scheibe)
m - Masse eines Körpers, welcher sich auf dieser rotierenden Scheibe bewegt
v - Geschwindigkeit des Körpers bei beliebiger Bewegungsrichtung auf der Scheibe
Aus der Formel kann man folgendes ablesen
Merke: Die Größe der Corioliskraft (ihr Betrag) bei gegebenem v ist unabhängig von der Bewegungsrichtung des Körpers auf der Scheibe
Merke: Die Richtung der Corioliskraft ist immer senkrecht zur Bewegungsrichtung des Körpers auf der Scheibe
Daraus folgt die für Laien zunächst verblüffende Aussage, daß auch bei rein tangentialer Bewegung mit der Geschwindigkeit v eine Corioliskraft auftritt, deren Größe (Betrag) genauso groß ist, als wenn der Körper sich mit der gleichen Geschwindigkeit v exakt radial auf der Scheibe bewegen würde. Nur die Wirkungsrichtung ist eine andere. Bei rein tangentialer Bewgung wirkt die Corioliskraft radial, bei rein radialer Bewegung wirkt sie tangential.
Das sind die klaren Aussagen der Technischen Mechanik, wie sie in der obigen Formel ausgedrückt sind.
Das Verständnis gerade für den richtungsunabhängigen Betrag der Corioliskraft ist offenbar für mit der Materie nicht so Vertraute zunächst schwer nachvollziehbar:
Wikipedia hat geschrieben:Es ist ein verbreitetes Missverständnis, dass die Corioliskraft nur bei radialen Bewegungen, also bei solchen, die entweder vom Mittelpunkt weg oder zu ihm hin gerichtet sind, wirkt. Tatsächlich wirkt sie bei beliebigen horizontalen Bewegungen auf der Drehscheibe, steht jeweils senkrecht auf der Bewegungsrichtung und hat jeweils den gleichen Betrag.
http://www.systemdesign.ch/index.php?title=Corioliskraft: hat geschrieben:Richtung der Corioliskraft
Die Corioliskraft wird oft am Beispiel der auf einem Drehteller rollenden Kugel eingeführt. Vom Bezugssystem Drehteller aus gesehen, wirken dann drei Kräfte (die Zentrifugalkraft, die Corioliskraft und eine Haftreibung) in horizontaler Richtung auf die Kugel ein. Auf einer entsprechend komplizierten Bahn bewegt sich die Kugel von der Mitte des Tellers weg. Dieses Experiment führt zusammen mit einer mangelhaften Herleitung zur völlig unsinnigen Aussage, dass die Corioliskraft nur bei einer Radialbewegung auftritt (vergl. dazu Motorrad auf Karussell).
Was ergibt sich also für das Motorrad auf dem Karussell. Das Motorrad fährt ja auf dem Karussell im Kreis. Es führt daher eine ausschließlich tangentiale Bewegung aus. So sieht das aus:
Das Karussell rotiert mit der Winkelgeschwindigkeit ω. Auf dem Kreis mit dem Radius r fährt auf dem Karussell ein Motorradfahrer der Masse m mit der Geschwindigkeit v.
Welche Kräfte wirken?
Die Scheibe rotiert mit ω
Der Motorradfahrer "rotiert auf der Scheibe" mit ω_m = v/r
Seine Winkelgeschwindigkeit "über alles" ist folglich ω_ges = ω + ω_m. Seine "Kraft über alles" ist folglich
F = m * ω_ges² * r
F = m ( ω + ω_m )² *r
F = m * r * ω² + m * r * ω_m²+ 2*m *r * ω * ω_m
und mit ω_m = v/r
F = m * r * ω² + m * r * ω_m² + 2*m * ω * v
Der erste Term ist die Fliehkraft infolge der Rotation des Karussels
Der zweite Term ist die Fliehkraft infolge des Kreisens des Motorrades auf der Scheibe
Der dritte Term ist die Corioliskraft.
Es handelt sich hier, wie gesagt, um die Corioliskraft bei völligem Fehlen einer radialen Geschwindigkeitslomponente.
So läuft das bei richtiger Anwendung der Theorie der Technischen Mechanik
Ernst
