Laserpistolen im Weltall

Hier wird die Relativitätstheorie Einsteins kritisiert oder verteidigt

Re: Laserpistolen im Weltall

Beitragvon Ernst » Mi 22. Jun 2011, 11:43

contravariant hat geschrieben:Hmm... ich fasse zusammen, die "Eigengeschwindigkeit" der Erde ist,
so groß, wie ich sie gerne hätte (Kurt)
350km/s (Harald),
4,63m/s (Heinrich).
Irgendwie habe ich das Gefühl, der Begriff ist nicht sauber definiert...

Es gibt keine "Eigengeschwindigkeit" an sich und absolut. Es gibt nur eine Eigengeschwindigkeit in Bezug auf irgendetwas. Das nennt man üblicherweise Relativgeschwindigkeit.

Gruß
Ernst
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Re: Laserpistolen im Weltall

Beitragvon galactic32 » Mi 22. Jun 2011, 11:50

Veritatibus hat geschrieben:
contravariant hat geschrieben:Ich fasse zusammen, die "Eigengeschwindigkeit" der Erde ist, so groß, wie ich sie gerne hätte (Kurt), 350km/s (Harald), 4,63m/s (Heinrich). Irgendwie habe ich das Gefühl, der Begriff ist nicht sauber definiert...
... Es geht wohl weniger darum wie der Begriff definiert ist, sondern wie er „hier“ im Forum verstanden wird, und da kocht wohl jeder ein anders Süppchen.
Also physikalisch sehr schwach, sich dermaaßen unflexibel zu zeigen.

Nun da Massen-Medien-Literatur auf derartige Leserschaft setzt und solche Einstellung zur Physik gradezu fördert ...
http://www.google.de/#q=eigengeschwindigkeit hat geschrieben:...29.400 Ergebnisse...
Eigengeschwindigkeit
ist die Relativgeschwindigkeit, mit welcher sich ein Luftfahrzeug gegen die umgebende Luftschicht bewegt. Hat diese Luftschicht[203] selbst eine Bewegung ...
Als Technikerin hätte ich mich wohl bei einer "Eigen"-Größe an die nächst naheliegende Referenz, die funktionabel ist, zu orientieren.

Gruß
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Re: Laserpistolen im Weltall

Beitragvon galactic32 » Mi 22. Jun 2011, 11:56

Ernst hat geschrieben:Es gibt keine "Eigengeschwindigkeit" an sich und absolut.
Es gibt schon eine!
Es gibt nur eine Eigengeschwindigkeit in Bezug auf irgendetwas. Das nennt man üblicherweise ...
...Absolutgeschwindigkeit.
Wäre doch paddelig, Eigengeschwindigkeit als Relativgeschwindigkeit zu verwischen.

Gruß
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Re: Laserpistolen im Weltall

Beitragvon Jocelyne Lopez » Mi 22. Jun 2011, 12:03

Mirko hat geschrieben:
Die Kinematik beschäftigt sich nicht mit den Kräften, die für die Bewegung verantwortlich sind, das heißt aber nicht, dass die Bewegung kräftefrei wäre!

Natürlich sind keine Bewegungen kräftefrei, die Kinematik betrachtet aber eine Bewegung ohne Berücksichtigung der Kräfte, die diese Bewegung verursachen oder beeinflussen. Ist es denn so schwierig zu verstehen? Die Dynamik untersucht dagegen eine Bewegung unter Berücksichtigung der Kräfte, die sie verursachen oder beeinflussen. Ist es denn so schwierig zu verstehen? Du hast doch selbst die jeweiligen Definitionen gepostet. :|

Das Relativitätsprinzip Galileis spielt wohl in der heutigen Physik bzw. in der heutigen Forschung eine untergeordnete Rolle - wie gesagt, dieses Prinzip war vor allem historisch von großer Bedeutung um das geozentrische Weltbild umzustürzen: Es ist gleichwertig für die Berechnung der Relativgeschwindigkeit zwischen Erde und Sonne, ob man annimmt, dass die Sonne sich um die Erde dreht oder andersrum, das Ergebnis ist gleich. Das war nur für die Wissenschaft dieser Zeit eine dicke Kröte zu schlucken, weil es ein drastisches Umdenken über das geltende Weltbild bedeutete. Für uns ist es selbstverständlich, das ist nichts anderes als die perfekte Symmetrie jeder beliebigen Relation, ob physikalisch oder mathematisch, nach diesem Prinzip kräht heute kein Hahn mehr, außer für Einstein, der es ausgegraben hat (das Relativitätsprinzip von Poincaré und Lorentz war nämlich von dynamischen Natur, wegen Einfluß des angenommenen Äthers auf die Bewegungen).

Für die heutige Alltagsphysik, für das Ingenieurwesen, für die Quantenphysik und vielleicht auch für die Astronomie und die Kosmologie besitzt wohl die Dynamik den Löwenanteil bei den Untersuchungen und bei der Forschung.

Viele Grüße
Jocelyne Lopez
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Re: Laserpistolen im Weltall

Beitragvon Ernst » Mi 22. Jun 2011, 12:16

Chief hat geschrieben: Allein die Tatsache dass ein bevorzugtes BS existiert widerlegt komplett die Einsteinsche Theorie.

Es gibt kein bevorzugtes Bezugssystem. Es sei denn, Du bestimmst Deinen Kirchturm dazu.

Das RP gilt nicht für Geschwindigkeit, kin. Energie, Impuls... Es gilt nur für Differenzen.

Quatsch. Das Relativitätsprinzip gilt für alle Naturgesetze in gleichförmig bewegten Systemen. Die Naturgesetze sind in allen IS identisch.

v, Ekin, Impuls sind keine Naturgesetze, sondern physikalsche Größen!
Bei der Betrachtung eines Systems aus einem anderen System heraus gibt es Größen, welche übertragungsinvariant sind und solche, die es nicht sind. Will man variante Größen (v. Ekin, Impuls) übertragen, dann verwendet man die Transformationsbeziehung.

Gruß
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Re: Laserpistolen im Weltall

Beitragvon Ernst » Mi 22. Jun 2011, 12:33

Jocelyne Lopez hat geschrieben: Nach Deiner Denweise sollte man die beiden Betrachtungen nicht getrennt untersuchen,

Man kann die Kinematik getrennt betrachten. Nicht aber die Dynamik; die enthält die Kinematik.
Die Kinematik ist ein Instrument, ein Hilfsmittel zur Darstellung der Dynamik.

Ich mach´s Dir an einem Beispiel klar. Es soll ein Planetengetriebe entwickelt werden. Da beschränkt man sich zunächst auf den Bewegungsablauf, um die Übersetzungsverhältnisse, die Zahnflankenkurven etc zu bestimmen. Danach wird das Getriebe nach diesen Grundvorgaben konstruiert. Damit es mechanisch dynamisch funktioniert, werden bei der Auslegung zusätzlich die statischen Kräfte, die Fliehkräfte, die Reibungskräfte, die Öldruckkräfte etc berücksichtigt und das ganze entsprechend dimensioniert und mit Werkstoffen geeigneter Festigkeit versehen.

Dynamik = Kinematik + Kraftwirkung

Gruß
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Re: Laserpistolen im Weltall

Beitragvon Ernst » Mi 22. Jun 2011, 12:42

Jocelyne Lopez hat geschrieben: Das Relativitätsprinzip von Galiliei wurde als kinematisches Prinzip aufgestellt (also ohne Berücksichtigung von Kräften)

Wenn das kein Spass sein soll:
Das ist so ein gewaltiger Unsinn.

Gruß
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Re: Laserpistolen im Weltall

Beitragvon Ernst » Mi 22. Jun 2011, 12:51

galactic32 hat geschrieben:Wäre doch paddelig

Könntest Du mal bitte unpaddelig Deine momentane Eigengeschwindigkeit angeben :?:

Gruß
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Re: Laserpistolen im Weltall

Beitragvon Ernst » Mi 22. Jun 2011, 12:54

Jocelyne Lopez hat geschrieben: Das Relativitätsprinzip Galileis spielt wohl in der heutigen Physik bzw. in der heutigen Forschung eine untergeordnete Rolle

Da unterliegst Du wohl einem fundamentalen Irrtum. Das Relativitätsprinzip ist die Basis aller heutigen Physik und Forschung :!:

Gruß
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Re: Laserpistolen im Weltall

Beitragvon Jocelyne Lopez » Mi 22. Jun 2011, 13:35

Ernst hat geschrieben:
Man kann die Kinematik getrennt betrachten. Nicht aber die Dynamik; die enthält die Kinematik.

Man kann die Kinematik getrennt betrachten genauso wie man die Dynamik getrennt betrachten kann, nicht umsonst macht die klassische Physik einen Unterschied zwischen diesen beiden Betrachtungen, oder? Und natürlich ist das Phänomen "Bewegung" bei den beiden Betrachtungen vorhanden, das ist ja der gemeinsame Faktor der beiden verschiedenen Betrachtungen. Die Definitionen von Wikipedia sind dabei ausreichend um den Unterschied zu erkennen (Bewegúng mit oder ohne Kräfte), wobei sie natürlich beide den gemeinsamen Umstand bzw. den gemeinsamen Begriff "Bewegung" enthalten. Die Dynamik enthält also nicht die Kinematik, sondern sie enthält die Bewegung: Man kann ja weder in der Kinematik noch in der Dynamik eine Bewegung ohne Bewegung betrachten, oder?

Wikipedia:

Die Kinematik ist die Lehre der Bewegung von Punkten und Körpern im Raum, ohne die Ursachen einer Bewegung (Kräfte) zu betrachten.

Ihr Gegenstück ist die Dynamik, die sich mit der Bewegung von Körpern unter Einwirkung von Kräften beschäftigt.

[Hervorhebung durch Lopez]


Ernst hat geschrieben:
Jocelyne Lopez hat geschrieben: Das Relativitätsprinzip von Galiliei wurde als kinematisches Prinzip aufgestellt (also ohne Berücksichtigung von Kräften)

Wenn das kein Spass sein soll:
Das ist so ein gewaltiger Unsinn.

Wo bleibt ein Gegenargument?

Galilei hat wie gesagt sein Relativitätsprinzip auf der kinematischen Betrachtung der Relativbewegung zwischen zwei Körpern basiert (zum Beispiel Erde-Sonne) und gezeigt, das das Ergebnis gleich ist, ohne dabei die Kräfte, die z.B. auf die Sonne oder auf die Erde einwirken zu berücksichtigen, weder Äther, noch mechanische Kräfte, noch thermische Kräfte noch sonst was für Kräfte, sondern die reine kinematische Betrachtung.

Einstein setzt auch in seiner SRT einzig eine kinematische Betrachtung voraus, ohne Einwirkung von Kräften zwischen den beiden relativ zueinander bewegten Objekten zu berücksichtigen. Oder hat er vielleicht in seinen Postulaten zum Beispiel der Einfluß der Gravitation oder des Äthers in seiner "linearen gleichförmigen" Bewegung von zwei Objekten zueinander vorgesehen? Das wäre mir neu, er hat diese beiden Einflüße sogar ausdrücklich ausgeschlossen. Was für Kräfte soll er also bei seinem Relativitätsprinzip berücksichtigt haben wollen? Vielleicht doch den Äther wie beim Relativitätsprinzip von Poincaré oder Lorentz? Das wäre mir neu.

Viele Grüße
Jocelyne Lopez
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