Die Längenkontraktion ist in der SRT nicht materiell

Hier wird die Relativitätstheorie Einsteins kritisiert oder verteidigt

Re: Der Äther bei Einstein

Beitragvon Sebastian Hauk » So 15. Mär 2009, 19:59

Hallo scharo,

Die Wechselhaftigkeit eines Äthers ist genauso auch bei Minkowski unter dem Namen „Raumzeitkrümmung“ versteckt.


der Begriff Raumzeitkrümmung tauchte m.W. erst nach dem Tod von Minkowski 1909 auf. Ich würde Minkowski den Begriff Raumzeit zuschreiben, obwohl laut wikipedia der Begriff schon 1901 zum ersten Mal verwendet worden ist:

Die Begriffe Raumzeit und die imaginäre Zeitkoordinate it als vierte Dimension wurden bereits 1901 von Menyhért Palágyi verwendet


http://de.wikipedia.org/wiki/Hermann_Minkowski

Gruß

Sebastian
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Re: Eine Frage zu RdG

Beitragvon Jocelyne Lopez » So 15. Mär 2009, 20:18

Chris hat geschrieben:
mir stellt sich grad beim lesen des Einsteinzitates die Frage, ob die Behauptung:
In Wahrheit aber eilt er (vom Bahndamm aus beurteilt) dem von B herkommenden Lichtstrahl entgegen, während er dem von A herkommenden Lichtstrahl vorauseilt.

überhaupt mit der Invarianz der Lichtgeschwindigkeit zum Beobachter vereinbar ist.
Wie kann man denn einem Lichtblitz entgegenlaufen bzw. vorauseilen, wenn die Lichtgeschwindikeit zu dem sich Bewegendem immer gleich ist?
Wo ist jetzt mein Denkfehler?



Deine Überlegungen sind m.E. von grundlegender Bedeutung. Der Denkfehler liegt wie gesagt nicht bei Dir, sondern ist schon bei Einstein in seiner Definition der „Relativität der Gleichzeitigkeit“ 1905 vorhanden - unabhängig von der Frage, ob er dabei falsche oder falsch verstandene Quellen verwendet hat.

Widersprüche ergeben sich nämlich allein aus seiner Beschreibung der „Relativität der Gleichzeitigkeit“ mit seinem Bahndamm/Zug-Gedankenexperiment:


1) Erst einmal erkennt Einstein selbst ausdrücklich in diesem Gedankenexperiment, dass zumindest ein Fall von Gleichzeitigkeit beobachtet werden kann: Der Fall, der am Bahndamm ruhende Beobachter in der Mitte der Strecke A-B:

Zitat Albert Einstein:

Sind zwei Ereignisse (z.B. die beiden Blitzschläge A und B), welchen in Bezug auf den Bahndamm gleichzeitig sind, auch in Bezug auf den Zug gleichzeitig? [Hervorhebung durch Lopez] Wir werden sogleich zeigen, dass die Antwort verneinend lauten muss.


Einstein geht also explizit davon aus, dass Gleichzeitigkeit für den Beobachter auf dem Bahndamm gegeben und auch messbar ist (in der Mitte der Strecke). Wenn ein Fall von Gleichzeitigkeit gegeben und messbar ist, dann kann man nicht behaupten, dass absolute Gleichzeitigkeit nicht existiert, logisch. :?


2) Der Fall der vermeintlichen „Relativität der Gleichzeitigkeit“, den Einstein für den im Zug fahrenden Beobachter beschreibt, ist ein Fall, der überhaupt nichts mit relativistischen Effekten zu tun hat, sondern ganz trivial ist, auf der Erfahrung von jedermann beruht und mit der klassischen Physik bestens erklärbar und erklärt ist: Das sind platt die verschiedenen Laufzeiten des Lichts als endliche Geschwindigkeit. Das Licht, wie unbestritten jedes andere physikalische Objekt auch, braucht bei unveränderter Geschwindigkeit mehr Zeit um eine längere Strecke zurückzulegen als eine kürzere, logisch. Dasselbe passiert mit irgendeinem anderen physikalischen Objekt und ist nicht spezifisch für einen Lichtstrahl. Wenn also ein Beobachter der Lichtquelle entgegen läuft, wird die zurückgelegte Strecke des Lichts laufend kürzer, und andersrum wird die zurückgelegte Strecke laufend länger, wenn der Beobachter sich von der Quelle entfernt. Einstein nennt also hier den Unterschied zwischen zwei verschiedenen Laufzeiten des Lichts: „Relativität der Gleichzeitigkeit“. Sprachliche (und wohl auch gedankliche) Verwirrung hoch drei. :?


3) Bei einem Objekt, das eine endliche Geschwindigkeit hat, kann man also verschiedene Laufzeiten beobachten und messen, je nach dem wie lange die zurückgelegte Strecke bei unveränderter Geschwindigkeit ist. Das beobachtet und misst man auch für einen Lichtstrahl, das tut ja Einstein auch in seinem Gedankenexperiment. Deshalb ist das Postulat der Beobachterunabhängigkeit des Lichts unhaltbar und hiermit widerlegt, einschließlich von Einstein selbst.

Damit das Licht gleichzeitig alle verschiedentlich bewegte Beobachter erreichen könnte, müsste das Licht eine unendliche Geschwindigkeit (instantane Wirkung) haben. Das ist nicht der Fall, das Licht hat eine endliche Geschwindigkeit, es kann also nicht unabhängig von der Bewegung der Beobachter sein.

Viele Grüße
Jocelyne Lopez
Zuletzt geändert von Jocelyne Lopez am So 15. Mär 2009, 21:30, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Die Längenkontraktion ist in der SRT nicht materiell

Beitragvon Ernst » So 15. Mär 2009, 21:30

Lieber Ljudmi.

Ich weiß nicht, was ich noch alles zitieren soll, um die Irrtümer Deine Privatphysik zu verdeutlichen. Ich habe Dir die bekannten Beziehungen zur Beschleunigung eines Massenpunktes zitiert und erläutert. Alle Welt kennt sie und wendet sie an und benutzt die eingeführten Bezeichnungen. Du willst nicht verstehen. Von Dir kommen nur verbale Reaktionen. Wie diese:

scharo hat geschrieben:Was dann die echte Corioliskraft und Euler-Kraft unterscheidet, sind nur zwei Funktionen, die jedoch in Endeffekt eine identisch wirkende Kraft darstellen. In beiden Fällen hängt diese Kraft von der Bahngeschwindigkeitsänderung. Du kannst die Gleichungen jederzeit umformen und sie gleichstellen. Messen kannst Du auch nur das Gleiche, ohne Bezug (Relation) zur Außenwelt kannst Du auch niemals entscheiden, was die Ursache ist.

Das ist doch keine Physik, sondern (dazu noch falsche) Prosa.

Was Du zu Kräften erzählst; alle Kräfte haben im Endeffekt eine (mitunter auch gleiche) Wirkung. Sie haben aber wie Corioliskraft und Eulerkraft unterschiedliche Ursachen. Daher werden sie unterschiedlich berechnet und unterschiedlich bezeichnet. Die Bahngeschwindigkeitsänderung ist nicht die gemeinsame Ursache, sondern das Resultat unterschiedlicher Ursachen. Wozu habe ich Dir die Lehrbuchquellen rausgesucht, wenn Du als Vogel Strauß den Kopf in den Sand steckst? Es sind die beiden Kräfte bezüglich ihrer unterschiedlichen Ursache und unterschiedlichen Berechnung beschrieben. Die einzige Gemeinsamkeit: es sind beides Kräfte. Sie wirken allgemein nicht mal in dieselbe Richtung; nämlich dann, wenn sich die Kugel anders als auf dem Radius bewegt. Die Corioliskraft wirkt senkrecht zur Bewegungsrichtung der Kugel auf der Scheibe. Aber das alles interessiert Dich ja nicht. Für Dich ist das alles eine Suppe.

Dein Generalfehler ist aber die Aussage, ohne Bezug zur Außenwelt liefe gar nichts. Faber und ich haben Dir wiederholt erklärt, daß vom Sytem der rotierenden Scheibe aus die Rotation diagnostiziert und die Bewegung einer Kugel mit und ohne Corioliskraft prima berechnet werden kann.

Es geht nicht darum, was man bei diesen Kräften als Coriolis nennt, sondern ob so ein extra Name überhaupt notwendig ist, wenn es sich in beiden Fällen um eine und dieselbe Kraft in Abhängigkeit von der Bahngeschwindigkeitsänderung handelt.
Dagegen hat die „fiktive“ nicht existierende Kraft, genauer Effekt, dann keine Name – sie wird aber auch überall Corioliskraft benannt. Und das finde ich als Widerspruch – und nur darum geht es.

Wieso kannst du nicht begreifen, was Generationen von Physiklehrlingen aus Lehrbüchern lernen? Es gibt nicht zwei Arten von Corioliskraft. Sondern nur die eine, die in allen Büchern angegeben ist, und deren beschleunigende Wirkung auf einen Massenpunkt in der Formel quantifiziert ist, die ich dir bereits 20 mal aufgeschrieben habe. Aber Dich beeindrucken ja keine "Formelchen". Du kommst lieber immer wieder mit privater Prosa. Und Deine "unechte" Corioliskraft ist ganz einfach "keine" Coriliskraft. Corioliskraft=0. Und das kann der mitrotierende und der stationäre Beobachter gleichemaßen erkennen. Nicht erkennen kann das Dein unwissender Buchautor und natürlich Du.

Ljudmil. Viele hier, Faber, Trigemina und ich haben versucht, Dir zu zeigen, daß deine private Meinung hierzu einfach falsch ist und das mit Worten, Formeln und Quellen belegt. Alles vergebliche Liebesmüh. Du willst nicht den physikalischen Unterschied zwischen Euler- und Corioliskraft verstehen. Du willst nicht verstehen, daß es nur eine einzige physikalisch definierte Corioliskraft gibt. Weder wir noch alle Lehrbücher können so einen Willen brechen. Also werde seelig mit Deiner singulären Mechanik. Ich verstumme angesichts solcher Umstände.

Liebe Grüße
Ernst
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Re: Coriolis

Beitragvon Faber » Mo 16. Mär 2009, 02:41

@scharo

Schauen Sie sich die Formel aus der Wikipedia an (die erste Textzeile im Bild bitte ignorieren, es handelt sich um Nonsens in Idiotensprache):

Bild

Die Formel summiert die drei Trägheitskräfte, die auf unsere Kugel wirken.

Der mittlere Summand gibt die Fliehkraft an, die -entgegen Ihrer jüngsten Aussage- offensichtlich unabhängig von der Geschwindigkeit v der Kugel ist.

Sie behaupten nun, der erste Term (Corioliskraft) und der dritte Term (Eulerkraft) seien in der Realität ein und dasselbe und ununterscheidbar.

Dass Corioliskraft und Eulerkraft unverwechselbar sind, erkennt man am schnellsten daran, dass die Corioliskraft von der Geschwindigkeit v der Kugel abhängt, während die Eulerkraft unabhängig von v ist.

Ich kann nur versichern: die Formel oben entspricht unserem Beispiel mit Scheibe und Kugel. Die Formel lässt sich alleine aus einfacher Massenpunktmechanik herleiten. Die Mathematik sagt die Kraftkomponenten voraus und einfachste Experimentalphysik sowie Technik bestätigen sie.

Die klassische Mechanik, die uns als Newtonsche Mechanik verkauft wird, entspricht zwar nicht dem, was Newton in den Principia schreibt, die obige Formel aber sähe mit echtem Newton strukturell gleich aus.

Gruß
Faber
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Re: Eine Frage zu RdG

Beitragvon Jocelyne Lopez » Mo 16. Mär 2009, 10:09

Hallo Chris,

Chris hat geschrieben:mir stellt sich grad beim lesen des Einsteinzitates die Frage, ob die Behauptung:
In Wahrheit aber eilt er (vom Bahndamm aus beurteilt) dem von B herkommenden Lichtstrahl entgegen, während er dem von A herkommenden Lichtstrahl vorauseilt.

überhaupt mit der Invarianz der Lichtgeschwindigkeit zum Beobachter vereinbar ist.
Wie kann man denn einem Lichtblitz entgegenlaufen bzw. vorauseilen, wenn die Lichtgeschwindikeit zu dem sich Bewegendem immer gleich ist?
Wo ist jetzt mein Denkfehler?


Zu Deinen obigen Überlegungen empfehle ich Dir Ausführungen des Philosophen Dietmar Odilo Paul über die Relativität der Gleichzeitigkeit in der Seite seiner Homepage: Dunkle Physik

Der Denkfehler liegt nicht bei Dir… ;)

Zum Beispiel:

Zitat Dietmar Odilo Paul:

[…] Da unternimmt etwa der Einstein etwas ganz Wunderliches: Mit Hilfe einer besonderen Formel bringt er den Raum und die Zeit und die Schwere in ein Verhältnis zur Geschwindigkeit, dem Quotienten der beiden ersteren, was zur Folge hat, daß uns eine Elle nicht mehr eine Elle, eine Stunde nicht mehr eine Stunde, ein Pfund nicht mehr ein Pfund bleibt bei demjenigen, der sich in der Welt fortbewegt und je schneller die Bewegung, desto weniger. Vornehmlich soll für uns Ruhende die Uhr des Eilenden langsamer schlagen, sein Leib kürzer und dabei zugleich schwerer werden. Der Eilende selbst aber soll dabei denken, er sei in Ruhe und wir würden uns stattdessen gegen ihn bewegen, und also müßte, in seinen Augen, unsere Uhr langsamer gehen, unser Leib kürzer und schwerer werden. Eine größere Verwirrung konnte ein menschlicher Geist für den menschlichen Geist nicht aussinnen - und doch geschah es in der vermeintlichen Absicht, Erkenntnis über die Natur zu gewinnen.
[…]
Zunächst will er uns auf seine Abenteuer einstimmen und versucht, mit einem wahrhaft naiven Trick, (der allenfalls noch zu entschuldigen ist unter der Annahme, daß er ihn selbst nicht durchschaut), glaubhaft zu machen, daß, schon aufgrund der uns zur Verfügung stehenden Meß- und Vergleichsmöglichkeiten, jeder seine eigene Zeit mit sich herumtrage. Sein zu diesem Zwecke aufgestelltes, berühmtes und allseits von den Physikern übernommenes Beispiel mit dem ruhenden Beobachter am Bahnsteig, dem fahrenden Beobachter im Zug und den beiden Blitzen, deren Einschlagen die Beobachter unterschiedlich wahrnehmen, ist aber allein schon Beweis genug, daß logisches Denkvermögen nicht mit dem erwählten Berufsstande erworben wird. Logisches Denkvermögen finden wir bei Künstlern und Bauern, Psychologen und Hausfrauen nicht seltener als bei Physikern und Mathematikern und bei ihnen, entgegen der landläufigen Meinung, ebenso häufig eine eklatante Unterentwicklung desselben. Es ist auch keineswegs so, daß nur diejenigen, die von Natur logisches Denkvermögen mitbringen, an Physik und Mathematik ihre Freude fänden und also ein solches Fach zum Berufe wählten, denn man kann sich auch in diesen Fächern sehr wohl mit leichter Auffassung, einem guten Gedächtnis und, wie überall, mit Übung helfen. Was dann am Ende Ruhm und Ansehen verschafft, hängt ohnehin mehr an der Beredsamkeit, mit welcher einer seine Sache in das günstigste Licht zu stellen weiß.

Damit wollte ich allerdings nicht sagen, logisches Denkvermögen sei Voraussetzung für bedeutende geistige Leistungen, ja ich würde fast vermuten, daß die größeren Leistungen auf ganz anderen Fähigkeiten beruhen. Aber im vorliegenden Falle will Einstein ja gerade mit logischer Beweisführung seinen Ideen Gewicht verschaffen, und da ist freilich peinlich, wenn's mit der Logik kränkelt.

Um die Verkehrtheit seines hypothetischen Experimentes mit der Eisenbahn und den Blitzen auch für den Laien noch deutlicher zu machen, sei mir erlaubt, die Szene auf einen anderen Schauplatz zu verlegen: Dort soll sich, genau in der Mitte zwischen zwei in einiger Entfernung stattfindenden Schlachten, der Feldherr befinden. Von beiden Heeren des Feldherrn soll nun zur gleichen Zeit ein Bote zu ihm abgehen, um den Sieg über die Feinde zu vermelden. Weil sie gleich lange Wege und gleich gute Pferde haben, werden sie also auch gleichzeitig eintreffen und ihre gute Nachricht überbringen, und der Feldherr, der dies alles weiß, kann wiederum zurecht daraus schließen, beide Schlachten seien zur selben Zeit gewonnen worden. Nun dieselbe Szene abgewandelt: Wäre der Feldherr ungeduldiger, und würde er, zum Zeitpunkt, da die Boten an ihn abgehen, selbst in Richtung des einen Heeres aufbrechen, dann würde der Bote, dem er entgegengeht, früher seine Nachricht überbringen können, der andere aber, dem er gewissermaßen vorauseilt, später. (Der physikalisch kundige Leser erkennt im abwartenden Feldherrn Einsteins Beobachter am Bahnsteig, im aufbrechenden Feldherrn den Beobachter im fahrenden Zug und in den Boten die Lichtstrahlen der eingeschlagenen Blitze wieder (Einsteins Relativität der Gleichzeitigkeit)).

Soweit ist auch alles noch in der Regel. Aber nun folgt das Husarenstück Einsteins, der nämlich, auf unsere Szene übertragen, behauptet: Der ungeduldige Feldherr, der die eine Siegesbotschaft früher erhält als die andere, muß daraus schließen, daß der eine Sieg auch wirklich früher stattgefunden habe! Und weil dem so wäre, müßten wiederum wir schließen, daß es verschiedene Gleichzeitigkeiten und überhaupt verschiedene Zeiten gäbe, je nach dem sich einer gegenüber einem Ereignis bewege oder stille stehe.

Das heißt aber doch, daß Einstein den bleibenden Feldherrn für einen klugen Mann hält, der aus dem gleichzeitigen Eintreffen der Boten, ihren gleichschnellen Pferden und der gleichen Entfernung zu den Schlachtfeldern vernünftig schließt, die Siege seien gleichzeitig errungen worden. Den ungeduldigen Feldherrn hingegen macht er zum xxx, aber nicht wegen dessen Ungeduld, was ja gewissermaßen verständlich wäre, sondern indem er ihn, ohne jegliche Prüfung der Umstände, glauben läßt, derjenige Sieg, der ihm zuerst gemeldet wird, habe auch als erster stattgefunden - fast so, als müsse für jeden das Weltgeschehen in der Reihenfolge ablaufen, in der er es am andern Morgen in der Zeitung liest.

Einstein will uns weismachen, ob einer fahre oder stehe komme physikalisch auf dasselbe heraus, denn bei gleichförmiger Bewegung könne ja der Fahrende durch Messungen gar nicht feststellen, ob er selbst nicht vielleicht stehe und dafür die Welt an ihm vorüberzöge. Das mag nun, bei aller Abstrusität des Gedankenganges, wenigstens rein logisch nicht verkehrt sein. Daß aber sein fahrender Beobachter zu einer anderen Einschätzung der Gleichzeitigkeit von Ereignissen kommt, hat nicht damit zu tun, daß er fährt, sondern nur, daß Einstein ihn entweder zum besagten xxx macht, oder aber ihm vortäuscht, er befinde sich, relativ zu den Ereignissen, im selben Falle wie der ruhende Beobachter: Der ruhende Beobachter ruht im Verhältnis zu den Ereignissen, und die Entfernung zu denselben bleibt also konstant. Seinem fahrenden Beobachter suggeriert Einstein, wie man annehmen muß, dasselbe, nämlich er ruhe im Verhältnis zu den Ereignissen, und die Entfernung zu denselben bliebe ebenfalls konstant - aber dem ist in Wahrheit nicht so, denn der fahrende Beobachter nähert sich ja selbst dem einen Schauplatz und wird den von dort abgegangenen Boten notwendigerweise früher empfangen, vom andern Schauplatz aber entfernt er sich, wird vom dort abgegangenen Boten also erst später eingeholt. Wüßte Einsteins fahrender Beobachter um seine Bewegung - wie sein ruhender um seine Ruhe weiß -, so könnte er leicht diese mit in sein Kalkül nehmen und käme, hinsichtlich der Gleichzeitigkeit besagter Ereignisse, zum selben Ergebnis wie der Ruhende. Täte er dies nicht, dann wäre er ebenfalls ein xxx, und so bleibt uns nur der Ausweg, daß er von Einstein, vielleicht wider besseres Wissen, betrogen wird.

Auf solche Weise läßt sich also die ersehnte "Relativität der Gleichzeitigkeit" und die für jeden anders verstreichende Zeit nicht hervorzaubern. Aber aus solch plumpen Irrtümern nährt sich die Relativitätstheorie, und der heutige Leser wird mich schon deswegen für unglaubwürdig halten, weil er selbst nicht glauben kann, daß von Einstein, dem intelligentesten Menschen des zwanzigsten Jahrhunderts, zusamt den zahllosen intelligenten Physikern, die seitdem seine Theorie verteidigen, ein solch offensichtlicher Denkfehler nicht bemerkt worden wäre. Glaube mir, lieber Leser, auch ich stehe einigermaßen fassungslos vor der allerdings unbestreitbaren Tatsache, daß die selben Männer, die in der technischen Physik während der letzten hundert Jahre wahrhafte Wunderwerke vollbrachten, sich gleichzeitig mit derartig fadenscheinigen und falschen Begründungen zum Aberglauben an die Relativitätstheorie haben überreden lassen. Aber es ist ein Beweis mehr, daß weder Intelligenz, noch Zivilisation, weder Aufklärung, Rationalität oder Atheismus vor offensichtlichstem Aberglauben bewahrt - und finde ich nicht, wenn ich mich selbst seziere, überall Überzeugungen, von deren Wahrheit ich nicht das geringste Urteil haben kann?

Doch eigentlich hat dieses an Verkehrtheit kaum zu übertreffende Beispiel mit der Relativitätstheorie überhaupt nichts zu schaffen, und ich verstehe selbst nicht, warum es dort angeführt ist. Ich kann mir nur vorstellen, daß Einstein diesen fehlenden Zusammenhang selbst gar nicht bemerkt und es nur hingeschrieben hat, weil es ihm gerade geeignet schien, den Verstand des Lesers aufzuweichen für sein eigentliches Anliegen. Er mag sich gedacht haben: "Wenn der Leser erst einmal geschluckt hat, daß es schon bei fahrenden Zügen zu Verschiebungen der Zeit kommt, so wird er sicher gefügig sein, wenn ich später solche Verschiebungen von Zeit und Raum benutze, um das Rätsel der Konstanz der Lichtgeschwindigkeit zu lösen." Denn auf seine Idee, jeder habe seine eigene Zeit, seinen Raum und sein Gewicht, nach dem Maße wie er sich relativ zu anderen bewege, kam er nicht wegen des Unsinns aus dem obigen Beispiel, sondern weil er sich durch andere Physiker von einer ebenso gravierenden Ungereimtheit hatte überzeugen lassen, nämlich von der immer gleichbleibenden Geschwindigkeit des Lichts, welche, unabhängig von jeglicher Bewegung, sowohl der Lichtquelle als auch des Beobachters, gemäß einem Naturgesetze festgeschrieben sei (Zur Ausbreitungsgeschwindigkeit des Lichts). Aus der grotesken Lage, in welche diese ebenso verquere wie den menschlichen Verstand schwindelnd machende Behauptung geführt hatte, glaubte Einstein einen genialen Ausweg gefunden zu haben, eben durch seine Idee, die Konsistenz der Zeit und des Raumes künftighin für aufgehoben zu erklären - und an diesen "genialen Ausweg" glaubt heute noch die Mehrzahl derjenigen Physiker, die sich entweder unter vielem Schweiß den Verstand für das Unfaßliche der Relativitätstheorie weichgeknetet, oder mit gutem Gedächtnis die Formeln und Sätze gelernt haben. Daß sie allesamt in hundert Jahren weder bemerkt haben, daß ihr vielgerühmtes Beispiel mit dem Bahndamm und dem Zug ein bloßer Denkfehler ist, noch daß es mit ihrer Theorie (vom bloßen Wortgeklingel "Relativität der Gleichzeitigkeit" abgesehen) nicht das mindeste zu schaffen hat, ist ein weiteres Indiz für die Art und Weise wie in diesen Kreisen "gedacht" wird.[…]


Viele Grüße
Jocelyne Lopez
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Re: Die Längenkontraktion ist in der SRT nicht materiell

Beitragvon Ernst » Mo 16. Mär 2009, 12:50

Bruno hat geschrieben:lass dich nicht von Ernst und Faber beirren:

Das soll Humor sein, oder?

Das, was du zitierst und schreibst, ist ja alles richtig. Aus dem genanntem Grunde wird ja in der Physik zwischen eingeprägten Kräften und Trägheitskräften (auch als Scheinkräfte bezeichnet) unterschieden.

Schriebe er den Schwerpunktsatz nur für diese von ihm festgestellte Relativbeschleunigung hin, so wäre das falsch, sofern er nicht auf der Kraftseite noch die sogenannten „Scheinkräfte" oder „Zusatzkräfte" hinzufügte, also Gl. (4.4) in der Form

Ich denke, das hast du für Scharo herausgesucht. Das ist ja die entscheidende Aussage. Die Realität wäre falsch berechnet. Weil diese Kräfte in diesem System eine reale Wirkung haben.

mbr= K(a) - mbf - mbc = K(a) + Kf + KC (4.5)

Ja, Schulphysik. Die entsprechende Beziehung habe ich ja schon x-mal angegeben bzw. zitiert.

Du hast in allen Punkten recht. :)

Ernst
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Re: Die Längenkontraktion ist in der SRT nicht materiell

Beitragvon Hannes » Mo 16. Mär 2009, 13:36

Hallo Frau Jocelyne !

Ich verwende gerne das vertraute " Du" unter den Forumskollegen und
möchte im Zeichen der Emanzipation auch die Damen einbeziehen.Ich selbst möchte auch gerne so angesprochen werden.

    Zu Deinen obigen Überlegungen empfehle ich Dir Ausführungen des Philosophen Dietmar Odilo Paul über die Relativität der Gleichzeitigkeit in der Seite seiner Homepage: Dunkle Physik

Der Artikel von Dietmar Odilo Paul ist Spitze !
Auf gar keinen Fall agressiv geschrieben, doch sehr einleuchtend und wirklichkeitsnah.

Ich hatte mit Joachim einen Gedankenaustausch, den du sicherlich verfolgt hast über die Ursache der Fehleinschätzung einer invarianten LG.
(Verhalten der LG bei Durchgang durch Glas und Eintritt in das Vacuum der Meßanlage.)

Aus dieser Fehleinschätzung (Fehlinterpretation des Experiments von MM) ergeben sich zwangsläufig alle anderen Unsinnigkeiten.
Joachim hat dabei seine persönliche Ansicht dargestellt und es hat sich herausgestellt, dass unsere Meinungen nicht weit auseinanderlagen.

Joachim hat geschrieben:
    Am Rande des Glases tritt eine Polarisationsschwingung auf, die im Vakuum oder Wasser ebenfalls eine schwingende Polarisation anregt. Diese Polarisation pflanzt sich im neuen Medium mit der für das Medium spezifischen Wellengeschwindigkeit fort.

Nicht mehr und nicht weniger !

Die eventuell vorhandene Geschwindigkeitsdifferenz vor Eintritt in das Glas +oder -v verwandelt sich in eine Frequenzänderung (Blau- oder Rotverschiebung),da ja keine Energie verloren gehen kann.

Nur wenn die Relativisten in Verteidigung gedrängt werden,bleiben sie stur am Lehrbuchtext.Ansonsten kann man mit ihnen schon vernünftig diskutieren, da sie ja sehr
geschulte, intelligente Leute sind.

Mit Gruß Hannes
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Re: Die Längenkontraktion ist in der SRT nicht materiell

Beitragvon Jocelyne Lopez » Mo 16. Mär 2009, 15:03

Hannes hat geschrieben:Der Artikel von Dietmar Odilo Paul ist Spitze !
Auf gar keinen Fall agressiv geschrieben, doch sehr einleuchtend und wirklichkeitsnah.


Nur wenn die Relativisten in Verteidigung gedrängt werden,bleiben sie stur am Lehrbuchtext.Ansonsten kann man mit ihnen schon vernünftig diskutieren, da sie ja sehr
geschulte, intelligente Leute sind.



Versuch denn mal Joachim (oder seine Kollegen) zu fragen, ob er auch den Artikel von Dietmar Odilo Paul Spitze findet.
Da bin ich sehr skeptisch und auch sehr gespannt...

Viele Grüße
Jocelyne
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Re: Die Längenkontraktion ist in der SRT nicht materiell

Beitragvon Hannes » Mo 16. Mär 2009, 15:59

Hallo Jocelyne !

    Versuch denn mal Joachim (oder seine Kollegen) zu fragen, ob er auch den Artikel von Dietmar Odilo Paul Spitze findet.
    Da bin ich sehr skeptisch und auch sehr gespannt...

Da würde ich sie ja in die Verteidigung drängen ! Ich will aber nur ihre ganz persönliche Meinung hören !

Ich will eigentlich nur verstehen, wieso es zu einer solchen Fehleinschätzung wie der Invarianz der LG gekommen ist.
Denn die Menschen des auslaufenden 19-angehenden 20. Jahrhunderts waren doch seriöse, geschulte Leute,
die nicht per Spass einen solchen Zeitgeist entwickelt haben.

Leider wollen die Relativisten nicht zur Kenntnis nehmen, dass die Zeit und das Wissen der Menschen fortschreiten.
Dass sie dabei "ihrem" Albert nichts Gutes tun, ist ihnen scheinbar nicht bewusst.

Mit Gruß Hannes
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Re: Die Längenkontraktion ist in der SRT nicht materiell

Beitragvon Ernst » Mo 16. Mär 2009, 16:48

Hallo Hannes und Jocelyne,

Hannes hat geschrieben:Ich hatte mit Joachim einen Gedankenaustausch, den du sicherlich verfolgt hast über die Ursache der Fehleinschätzung einer invarianten LG...
Aus dieser Fehleinschätzung (Fehlinterpretation des Experiments von MM) ergeben sich zwangsläufig alle anderen Unsinnigkeiten.
Joachim hat dabei seine persönliche Ansicht dargestellt und es hat sich herausgestellt, dass unsere Meinungen nicht weit auseinanderlagen.

Ich befürchte, da hast Du Joachim gründlich mißverstanden. Er hatte Dir ja erklärt, daß Dein Mediendurchgang nichts zu tun hat mit einer konstanten VakuumLG. Und da liegt er natürlich richtig.

Jocelyne Lopez hat geschrieben:Versuch denn mal Joachim (oder seine Kollegen) zu fragen, ob er auch den Artikel von Dietmar Odilo Paul Spitze findet.

Ich vermute, eher nicht. Ich jedenfalls nicht. Genausowenig wie all die anderen Kritiken, welche eifrig unlogische Widersprüche in der SRT suchen.
Die unlogischen Widersprüche ergeben sich ganz einfach aus logischer Mathematik.

Man kann noch nicht mal sagen, daß die Basis der SRT (Postulate) falsch ist. Ein Postulat ist eine Festsetzung. Eine Festsetzung kann man nicht als richtig oder falsch einschätzen. (Beispiel: Festsetzung der Zeitzonen auf der Erde, Festsetzung eines Umtauschkurses, etc). Eine Festsetzung kann lediglich unzweckmäßig sein (Etwa die Festsetzung eines Umtauschkurses Gold gegen Alteisen von 1:1).

Und so mag denn die Festlegung der SRT, c=konst, unzweckmäßig sein. Ist sie nach meiner Meinung auch, da sie mathematisch zu diesen unlogischen Resultaten führt, die in Wirklichkeit nicht überzeugend beobachtet werden. Ich denke, z.B. ein Postulat c=konst zur Quelle würde weniger unlogische Resultate liefern.

Sei es wie es sei. Das ständige Suchen und Finden von Unlogik in den Resultaten der SRT mag zwar ein kurzweiliger Denksport sein; der Grundlage der SRT ficht das nicht an.
Es ist ja ganz einfach: Aus der Festsetzung der SRT folgen die Lorentz-Transformationen. Das kann jeder Abiturient ableiten. Und damit rechnen nach einiger Übung auch. Und das ergibt eben diese unlogischen Widersprüche. Ob sie nur scheinbar widersprüchlich sind, wie Relativisten annehmen, kann ausschließlich das Experiment bestätigen/widerlegen. Aber Logigbetrachtungen, wie etwa in diesem Buch oder widersprüchliche Betrachtungen an Stränden und Pfeilen helfen überhaupt nicht weiter. Einzig, was zählt ist das Experiment. Harald weiß das und hat einen entsprechenden Versuch gewagt. Die Reaktion einiger Relativisten zeigt es: Über logische Bewertungen der SRT lachen sie (zu recht); bei Experimenten als Prüfstand der Logik zeigen sie die Zähne.

Gruß
Ernst
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