Highway hat geschrieben:
Es geht letztlich um Interferenz und das Messprinzip des MMI.
[...]
Hier wird also nicht aneinander vorbei geredet. Ich denke du hast vielmehr nicht verstanden was hier diskutiert wird.
Genau, es geht um Interferenz und um das Messprinzip des MMI, das habe ich sehr wohl verstanden.
Und ich mache nebenbei darauf aufmerksam, dass ich die einzige hier bin, in einer kontroversen Diskussion von 233 Seiten (!), die sich für das Interferenzmuster überhaupt interessiert hat. Ich bin die einzige, die gefragt hat, ob im Interferenzmuster systematisch einen Unterschied zwischen den zwei Teilstrahlen optisch dargestellt werden könnte. Ich bin die einzige, die versucht hat, das Interferenzmuster zu interpretieren, um die Kontrahenten zu einer fachgerechten Interpretation zu animieren. Nichts kam. Es wurde lediglich vage das Zählen von Ringen oder das Messen von Breiten kurz erwähnt, und fertig. Schwach, wenn man sich über 233 Seiten über Interferenzen streitet, mit Verlaub.
Ich sage mir dafür die ganze Zeit, dass Michelson ein hochqualifizierter Experimentalphysiker war, und dass er sich irgendetwas dabei gedacht hat, wenn er sein Experiment konzipiert hat. Er hat sich dabei gedacht, es kann sich irgendeinen Unterschied im Muster zeigen,
ganz egal ob er dabei einen Denkfehler gemacht hat oder nicht, er hat sich etwas dabei gedacht! Und zwar, er hat sich irgendetwas gedacht, das man aus dem Interferenzmuster herauslesen könnte. Und offensichtlich, hat er auch aus dem Interferenzmuster etwas herausgelesen, da er einen Ätherwind von 8 km/s ermittelt hat. Er hat sich diesen Wert wohl nicht aus den Fingern gesaugt, er hat was im Interferenzmuster erkannt und gemessen, damit gerechnet und einen Ätherwind von 8 km/s ermittelt! Das steht fest, dass er etwas im Interferenzmuster herausgelesen hat, er hat diesen Wert nicht erfunden oder geträumt oder per Zufallgenerator erzielt, oder?
Und jetzt nach 233 Seiten ist nur eine einzige Frage für mich zu stellen:
Was hat Michelson aus dem Interferenzmuster herausgelesen? Was hat er gemeint, dass er messen könnte und damit rechnen könnte? Was? Was? Was? Ich bin der Meinung, dass den Meßwert, den er suchte, die Gesamtlichtlaufzeit eines einzelnen Messdurchganges war, weil man die Gesamtlichtlaufzeit eines Meßdurchganges mit der Gesamtlichtlaufzeit eines anderen Meßdurchganges vergleichen kann, und damit, falls es einen Unterschied gibt, einen Ätherwind berechnen kann. Er erwartete keinen Unterschied, weil er die Hypothese vertrat, dass sich die Erde in einem ruhenden Äther bewegt.
Ich bin der Meinung, dass ohne die systematische Möglichkeit, die Gesamtlichtlaufzeit aus dem Interferenzmuster herauszulesen, das Experiment in der Tat für die Tonne ist.
Ich bin auch der Meinung, dass man aus dem Interferenzmuster einen Unterschied bei den Amplituden der beiden Teilstrahlen optisch erkennen und messen könnte. Ich bin es mir aber nicht sicher, und ich weiß auch nicht, ob man mit irgendeinem Unterschied bei den Amplituden eine Gesamtlaufzeit berechnen kann.
Voilà, das ist mein Standpunkt nach 233 Seiten heftige kontroverse Austauschen zwischen Fachleuten. Ich weiß nicht, warum Du mich vorwirfst nicht verstanden zu haben, worum hier diskutiert wurde, das finde ich unfair. Eine Lösung habe ich zwar nicht, aber ich habe sehr wohl verstanden, worum hier diskutiert wurde.
Viele Grüße
Jocelyne Lopez