Highway hat geschrieben:
Wenn man sich über einen Zeitunterschied einig ist, und daraus den prozentualen Phasenversatz ableitet, dann [...]
Der Knackpunkt ist, dass man sich über einen Zeitunterschied gar nicht einigen kann, weil man ihn bei diesem Experiment nicht merken kann: ein hypothetischer Zeitversatz ist bei dieser Meßanordnung prinzipiell nicht beobachtbar! Sich über einen Zeitunterschied zu einigen würde sozusagen eine Überinterpretation der Beobachtung am Ziel nach der eigenen Hypothese bedeuten. Das darf man bei einem Experiment nicht tun. Man darf nur deuten, was beobachtet wurde, und nicht erfinden, was nicht beobachtet wurde.
Die Wellenzüge bestehen ja aus zwei Wellen, die zwar eventuell unterschiedlich schnell gelaufen sind, aber ihren eventuellen Laufzeitunterschied beim Treffen genau kompensieren, weil sie um eine Startposition versetzt gleichzeitig ankommen! Ich kann mir nicht helfen, aber ich finde, dass man es mit meiner Analogie mit Hasen und Schildkröten ganz genau erkennen kann: Am Ziel sieht der Beobachter immer wieder, und immer wieder, und immer wieder, einen Hase und eine Schildkröte gleichzeitig ankommen. Wie soll er denn wissen, ob eine der zwei Spezies dabei schneller war? Er kann nur Opfer der Illusion sein - wenn er zum Beispiel diese zwei Spezies vorher nicht kannte - dass beide Spezies fähig sind, die gleiche Strecke gleich schnell zurückzulegen. Einen Zeitversatz kann man bei diesem Experiment nirgendwo messen, er ist nicht beobachtbar. Man soll nicht ein Experiment sagen lassen, was es nicht sagen kann.
Viele Grüße
Jocelyne Lopez
