Ernst hat geschrieben:Noch so ein grundlegender Irrtum. Ganz falsch! Eine stehende Welle bildet sich nur im Sonderfall, wenn die Lauflänge eine ganzzahlige Anzahl von Halbwellen enthält. Das nennt man konstruktive Interferenz. In allen anderen Fällen ergeben sich andere Überlagerungen.
Daß eine stehende Welle nur bei speziellen Wellenlängen/Wellenstrecken existieren kann, ist doch physikalische Grundlage.
Lieber Ernst, es wundert mich, dass Du so geläufige Tatsachen, wie eine stehende Welle vor dem Spiegel nicht kennst. Für eine stehende Welle genügt es, wenn die Reflexion bei einem Knoten erfolgt und die rücklaufende Welle mit der ankommenden superpositioniert.
Diese Animation zeigt es ja deutlich:

Die Reflexion einer em-Welle erfolgt immer von einem Knoten weg, weil nur das elektrische Feld reflektiert wird, das magnetische nicht. Für eine stehende Welle aufgrund der Superposition ist es keinesfalls notwendig, dass ein zweites Ende da ist, das eine Lauflänge von ganzzahliger Anzahl von Halbwellen bestimmt, weil eine Rückreflexion gar nicht notwendig ist, das braucht man nur für Laser und Resonatoren.
Eine Orgelpfeife und alle Blasinstrumente sind nach einer Seite hin offen und dennoch bilden sich stehende Wellen in ihnen.
Könnte es sein, dass Du als Liebhaber der Emissionsthese bei den elektromagnetischen Wellen nicht ganz up to date bist?
Ernst hat geschrieben:Das ist daher ebenfalls ganz falsch. Das verschlägt mir fast die Sprache. Wie darüberhinaus im ruhenden Arm bei unterschiedlicher Wellenlänge hin+rück jemals eine stehende Welle entstehen kann, bleibt wohl Dein einsames Geheimnis.
Nein, die Animation zeigt das:

Sie ist nicht hochpräzise, weil mit einfachen Mitteln hergestellt. Es laufen lange, schnelle Wellen gegen kurze langsame. Und zwar in den Verhältnissen, wie sie sich prinzpiell im waagrechten Arm des MMI ergeben. Die Animation zeigt einen Ausschnitt der Welle, die Amplituden muss man sich natürlich geistig addieren um die Gesamtwelle zu erahnen - sie gehen in der Animation etwas hin und her, weil die Schleife der Animation nicht ganz exakt ist. An einer exakten Animation wird noch gearbeitet. Die Lösung des verblüffenden Effektes liegt wiederum an der konstanten Periodendauer. Die beiden unterschiedlichen Geschwindigkeiten führen dazu, dass die Perioden auch räumlich zusammenfallen. Vom Resultat war ich selbst überrascht, weil es statisch betrachtet nicht zu erwarten ist - und deshalb habe ich die Animation gebastelt. Es soll doch einer der Animationskünstler hier eine exakte Animation erstellen und es wird sich noch genauer zeigen. Nach dem Superpositionsprinzip ist ohnehin eine durchschnittliche Wellenlänge und durchschnittliche Geschwindigkeit zu erwarten mit der konstanten Periodendauer, und daher ist es auch von der Seite erhellend, dass dies letztlich nur eine stehende Welle sein kann.
Natürlich, wenn Dir gewisse Verhaltensweisen elektromagnetischer Wellen nicht geläufig sind, kannst Du auf meine Argumente nicht eingehen - was Du ohnehin nicht vorhast. Hinsichtlich stehender em-Wellen vor einem Spiegel schlag mal im Gerthsen (23. Auflage) auf Seite 430 nach, da gibt's auch eine hübsche kleine Abbildung freier stehender elektromagnetischer Wellen.
Und wieder ignorierst Du, dass meine Animation, die Du ansprichst, keinen Reflexionsvorgang zeigt, sondern lediglich die taktgleiche Periode am Treffpunkt zeigen soll. Eine reflektierte Welle kommt mit derselben Phasenlage zurück, mit welcher sie ausgesendet wurde. Du machst aus der Animation einen Sender-Empfänger-Vorgang ohne Reflexion. Das ist etwas anderes und war auch so nicht gemeint.
Also WAS hier die Makulatur ist, wäre noch zu hinterfragen
Grüße
Harald Maurer
