Ernst hat geschrieben:Ich sehe auf dem Bild, daß letztlich beide Strahlen inline zum Interferometer laufen. Das ist allerdings gar nicht zwingend erforderlich, da ja keine diskreten Strahlen, sondern Wellenfronten laufen.
Wenn gezeichnete Bilder schon alles beweisen, bräuchte man ja keine Experimente durchführen. Dann zeichnen wir eben nur noch Bildchen und stellen fest: wir sehen auf dem Bild ...

Natürlich laufen Wellenfronten. Das Bild vereinfacht die Situation und daraus kann man nichts schließen.
Ernst hat geschrieben:Diese statisch vorliegende Interferenz ist nämlich gar nicht der Meßwert des MM Experimentes, wie Du es mit Deinen Argumenten suggerierst. Der ist vielmehr die Änderung des Interferenzmusters bei der Drehung des MMI.
Ich weiß. Und suggeriere gar nichts. Wenn ich behaupte, es gibt keine Phasenverschiebung, weil sie kompensiert ist, versteht es sich von selbst, dass sich auch bei Drehung das Interferenzmuster nicht ändert.
Ernst hat geschrieben:Diese Änderung wird durch den Schräg-Fronteneffekt nicht beeinflußt.
Sagst Du. Und ich sage das Gegenteil. Irgendwie habe ich das Gefühl, Du versuchst es so darzustellen, als hätte ich vom MM-Versuch keine Ahnung. Aber ganz so ahnungslos bin ich nicht. Immerhin habe ich das Experiment auch selbst durchgeführt.
Hier mein Instrumentarium:

- mm_exp.jpg (14.11 KiB) 3992-mal betrachtet

- mm_exp2.jpg (11.75 KiB) 4012-mal betrachtet
Dabei habe ich übrigens festgestellt, dass die Kompensationsplatte völlig unnötig ist. Es gibt mit oder ohne das erwartete "Nullergebnis". Die eventuelle winzige Phasenverschiebung geht in der Strahlbreite völlig unter!
Kugelwellen gibt es erst nach Aufweitung durch die Optik. Sie enthalten dann die Interferenz, die sich aus der Lage ergibt, in welcher die Strahlen bis zur Optik zusammen laufen. Und da sind sie ab Umlenker eben etwas zueinander verschoben. Die konstruktive Interferenz kommt aus dem Bereich, wo die Wellenfronten am geringsten zueinander verdreht sind. Und das ist nicht der Punkt, den man theoretisch erwartet. Ergo das Ergebnis einer falschen Messung mit keinem oder zu geringem Ausmaß.
Ernst hat geschrieben:Der kleine Driftwert des Äthers, welcher sich aus manchen Messungen eventuell ableiten läßt, liegt wie Chief schon bemerkte, in der Größenordnung der Rotationsgeschwindigkeit der Erde.
Nein, dafür sind die gemessenen Werte zu hoch. Michelson hat ungefähr ein Vierzigstel des erwarteten Wertes gemessen. Nach der Rotationsgeschwindigkeit der Erde hätte er einen hundert mal kleineren Wert messen müssen - aber das ist ohnehin mit dieser Methode von vornherein unmöglich!
Grüße
Harald Maurer