Ernst hat geschrieben:Gluon hat geschrieben: Wie ihr wollt. Ich solltet euch dann nur bewusst sein, dass das keine Physik ist.
Doch, ist es. Sonst wäre Kinematik kein Teilgebiet der Physik. Dann wäre die LT auch keine Physik, denn die ist Kinematik pur. Und dann ist klar auch die relativistische Beschleunigungstransformation keine Physik, denn darin kommt Dynamik ebenfalls nicht vor:
a_x = a_x' * sqr ((1-v²/c²)^3)
a_y = a_y' * (1 - v²/c²)
Keine Spur von Kräften bzw. Massen!
Die LT ist eine Koordinatentransformation. Kinematik ist die Lehre davon, wie man Bewegungen analytisch beschreibt. Also wie man Bewegungen durch zeitveränderliche Ortskoordinaten beschriebt, wie man durch Ableitung nach der Zeit zuerst auf Geschwindigkeit und dann auf Beschleunigung kommt und so fort.
Da Koordinatensysteme also Thema der Kinematik sind, sind Transformationen zwischen Koordinatensystemen natürlich auch im Rahmen der Kinematik beschreibbar. Man kann in der Kinematik auch beschleunigte Bewegungen beschreiben, wenn diese vorgegeben sind. Man kann aber nicht rein Kinematisch herleiten, wie Beschleunigungen zustande kommen.
Das ist es aber, was ihr hier versucht. Wenn ihr von einem ausgedehnten Objekt vorgibt, wie sich dessen Schwerpunkt beschleunigt bewegt, dann sagt die Kinematik nichts darüber aus, wie sich die anderen Punkte des Körpers relativ zu diesem bewegen. Das lässt sich nur dynamisch bestimmen. Fabers versuch, die dynamische Kontraktion von beschleunigten Körpern herzuleiten, ist ohne Betrachtung der wirkenden Kräfte schlicht nicht möglich.
Nun kann man einfach festlegen, dass alle Punkte eines Körpers gleichartig beschleunigen. Das wäre die Näherung starrer Körper. Oder man kann (wie Faber) festlegen, dass die Körper bei Beschleunigung stets ihre Ruhelänge beibehalten und bemerken, dass das bei Rotationen nicht funktioniert. Aber jede dieser Festlegungen ist willkürlich und nur eine mathematische Spielerei, weil Beschleunigungen in der Physik nun einmal dynamisch zu berechnen sind, also unter Verwendung von Kräften.
Wobei ich nichts gegen mathematische Spielereien gesagt haben will. Man kann viel aus ihnen lernen. Zum Beispiel sieht man hier schön, wo ihre Grenzen liegen.
Gruß,
Gluon