hmpf hat geschrieben:in dem das Volumen eines Luftpakets, ohne es zu erhitzen, künstlich „adiabatisch“ vergrößert wird.
Das ist ein Missverständnis der Thermodynamik. Eine adiabatische Zustandsänderung ist per Definition ein Prozess ohne Wärmeaustausch mit der Umgebung – also weder künstlich noch unrealistisch, sondern ein idealisierter, aber physikalisch möglicher Grenzfall.
Wenn ein Luftpaket aufsteigt, dehnt es sich wegen des abnehmenden Umgebungsdrucks aus. Diese Expansion geschieht nicht durch äußere Wärmezufuhr, sondern mechanisch durch Druckunterschiede. Da diese Expansion Arbeit erfordert (das Luftpaket „arbeitet“ gegen den Umgebungsdruck), kühlt es sich ab.
hmpf hat geschrieben:Dann wird dieses Luftpaket „adiabatisch“ in eine Höhe gebeamt, die seinem Luftdruck entspricht.
Das ist eine polemische Beschreibung, die nicht der wissenschaftlichen Methodik entspricht. Natürlich wird ein Luftpaket nicht gebeamt, sondern durch Konvektion transportiert, d.h. durch Auftrieb.
Wenn ein Luftpaket wärmer und damit leichter ist als die Umgebungsluft, steigt es auf.
Beim Aufsteigen nimmt der Umgebungsdruck ab, das Paket dehnt sich aus, und die Temperatur sinkt
hmpf hat geschrieben:So könnte das Luftpaket natürlich seiner Umgebung Wärme entziehen.
Dann endet die Rechnung.
Falsch. Der adiabatische Temperaturgradient ist experimentell bestätigt – durch Ballonsonden, Radiosonden und Flugzeuge. Auch numerische Wettermodelle basieren auf diesen Gleichungen und liefern täglich zuverlässige Vorhersagen.
Das Konzept ist zentral in der Meteorologie zur Beschreibung der Stabilität der Atmosphäre:
Ist die Temperaturabnahme mit der Höhe geringer als der adiabatische Gradient, ist die Atmosphäre stabil.
Ist sie größer, ist die Atmosphäre labil
hmpf hat geschrieben:Luft steigt nur auf, wenn und solange sie wärmer als ihre
Umgebung ist.
Richtig ist: Warme Luft steigt auf, weil sie eine geringere Dichte hat – das ist der Auftrieb nach dem Archimedischen Prinzip.
Falsch ist: Dass das Luftpaket dabei Wärme entziehen würde. Beim adiabatischen Aufstieg geschieht kein Wärmeaustausch, aber die Temperatur sinkt trotzdem – durch mechanische Arbeit (Expansion gegen Druck).
Ein Luftpaket, das aufsteigt, kühlt sich adiabatisch ab, auch wenn es ursprünglich wärmer war. Wenn es in eine Höhe kommt, in der es die gleiche Temperatur wie die Umgebung hat, hört es auf zu steigen.
hmpf hat geschrieben:Damit kann sie aber ihrer Umgebung keine Wärme entziehen, sondern nur Wärme nach oben
transportieren, wie man es leicht in jedem Treppenhaus nachmessen kann.
Dort ist bekannter Weise die Luft oben wärmer als unten.
Das ist ein unpassender Vergleich. In einem Treppenhaus wirken ganz andere Bedingungen:
Geschlossene Umgebung, geringe Luftbewegung,
Heizquellen im unteren Bereich (z. B. Keller),
Wärmestau unter dem Dach.
In der freien Atmosphäre hingegen sind die Prozesse dynamisch und durch Druck, Temperatur und Feuchtigkeit getrieben – inklusive adiabatischer Prozesse, Strahlung, Turbulenz, etc.
