Die folgende Animation zeigt, wie ScænaSRT eine galilei-konforme Szene, die Körper in verschiedenen Bewegungzuständen zeigt, in eine einsteinkonforme Szene umrechnet. Die Körper sind teils bzw. zeitweise in Ruhe, gleichförmig geradlinig bewegt, geradlinig beschleunigt sowie auch querbeschleunigt:

Zwei Raumschiffe fahren in entgegengesetzter Richtung aneinander vorbei. Sie führen jeweils ein Tochterschiff mit sich. Die Tochterschiffe wechseln das Mutterschiff (sie wechseln sozusagen das `Bezugssystem'). Man kann die Bilder vergrößern (Browser: Firefox) indem man bei gedrückter Strg-Taste am Mausrad dreht.
Alle gezeigten Bewegungen sind stetig differenzierbar. Die Komponenten der Trajektorien bestehen aus knickfrei zusammengesetzten Parabelstücken und Geraden.
Die oberen beiden Teilbilder G und G' zeigen eine galileische Szene, in der alle Körper starr bleiben, in der alle Körper unabhängig von ihrer Bewegung ihre Ruhegeometrie beibehalten.
Die unteren beiden Teilbilder E und E' zeigen eine einsteinsche Szene, in der die Körper i.a. nicht starr bleiben. Jedes infinitesimale Volumenelement eines Körpers ist jederzeit in Abhängigkeit vom Betrag seiner Geschwindigkeit in Richtung seiner Geschwindigkeit lorentzkontrahiert.
Die galileische Szene wurde in G konfiguriert, d.h. die Komponeten der Trajektorien aller Vertices der dargestellten Linienzüge wurden in Form stetig differenzierbarer Funktionen vorgegeben. Die einsteinsche Szene in E wurde daraus mittels der
hier beschriebenen Transformation numerisch errechnet. Man beachte, dass es nicht ganz einfach sein dürfte, die einsteinsche Szene direkt analytisch zu beschreiben.
Die beiden Darstellungen der Einstein-Szene zeigen die erwarteten Eigenschaften: Ruhende Körper erscheinen in Ruhegeometrie. Geradlinig gleichförmig bewegte Körper erscheinen in Bewegungsrichtung in Abhängigkeit von der Schnelligkeit lorentzkontrahiert. Geradlinig beschleunigte Körper schrumpfen in Bewegungsrichtung bzw. wachsen in Bewegungsrichtung, wenn sie bremsen. Auch die Relativität der Gleichzeitigkeit ist zu beobachten. Vor allem aber erkennt man leicht die Symmetrie zwischen E und E' im Anfangs- und Endzustand. Die Unterschiede dazwischen sind durch die Relativität der Gleichzeitigkeit bedingt.
Was passiert nun, wenn ein Körper mit gleichförmiger Schnelligkeit bewegt wird, dabei aber eine Querbeschleunigung erfährt? Der Körper mag sich mit konstantem Betrag des Geschwindigkeitsvektors beliebig durch die Ebene bewegen. Etwa entlang einer sinusförmigen Kurve in der x-y-Ebene. Oder er rotiere um den Ursprung.
Zerlegt man die Bewegung in infinitesimale Zeitintervalle, dann ändert sich die Geschwindigkeit u mit jedem Zeitintervall um einen Betrag δu senkrecht zu u. Diese Geschwindigkeitsänderung führt zu einer Lorentzkontraktion des entsprechenden Volumenelements. Die Kontraktion ist unabhängig davon, ob der Körper in Bewegungsrichtung nach rechts oder nach links abgelenkt wird. Nun ist zu beachten, dass der Körper in Bewegungsrichtung nicht beschleunigt, sondern gebremst wird. Der Geschwindigkeitsvektor des nächsten Zeitintervalls ist in Bewegungsrichtung des aktuellen Zeitintervalls kürzer als der Geschwindigkeitsvektor des aktuellen Zeitintervalls. Da nun beschleunigende Körper kürzer werden, während bremsende Körper länger werden, wird unser querbeschleunigter Körper in Bewegungsrichtung länger. Es findet keine Kontraktion sondern eine Expansion statt.
Im Falle eines etwa um den Ursprung rotierenden Körpers ist diese Expansion dauerhaft kumulativ. Sie führt zu einer Erhöhung der Winkelgeschwindigkeit sowie einer Vergrößerung des Radius. Das zeigen die folgenden bekannten Animationen:
Zum Phipps-Versuch [1]Zum Phipps-Versuch [2]Gruß
Faber