Lagrange hat geschrieben:Rechne mal nach.
Ja, das ist korrekt! Der **Sagnac-Effekt** wird durch das Interferenzmuster von zwei Lichtstrahlen verursacht, die in einem rotierenden System in entgegengesetzte Richtungen um einen Kreis herumlaufen. Das von dir erwähnte **Zeitdifferenz-Formel**:

wird verwendet, um die Zeitdifferenz \( \Delta t \) zu berechnen, die entsteht, wenn sich die Lichtstrahlen in einem rotierenden Bezugssystem in entgegengesetzte Richtungen bewegen.
### Erklärungen der Terme:
- ** L * ist die Länge, die das Licht in dem rotierenden System zurücklegt (der Umfang des Kreises oder einer entsprechenden Bahn).
- ** c ** ist die Lichtgeschwindigkeit im Vakuum (konstant).
- ** v ** ist die lineare Geschwindigkeit des rotierenden Systems am Punkt, wo das Licht auf die Spiegel trifft. Diese Geschwindigkeit ist proportional zur Winkelgeschwindigkeit der Rotation und dem Radius des Kreises.
In einem rotierenden System bewegt sich der Beobachter relativ zu den Lichtstrahlen. Der Lichtstrahl, der sich **mit** der Rotation bewegt (in Drehrichtung), wird relativ zum Beobachter langsamer erscheinen ( c - v ), während der Lichtstrahl, der sich **gegen** die Rotation bewegt, schneller erscheint ( c + v ).
### Herleitung der Zeitdifferenz:
Für den Lichtstrahl, der sich in Drehrichtung bewegt:
- Die Zeit, die dieser Strahl benötigt, um eine Strecke L zurückzulegen, ist

.
Für den Lichtstrahl, der sich gegen die Drehrichtung bewegt:
- Die Zeit, die dieser Strahl benötigt, ist

.
Die **Zeitdifferenz Delta t ** zwischen diesen beiden Lichtwegen ist dann:

Durch das Zusammenfassen ergibt sich:

### Interpretation:
Diese Zeitdifferenz ist der Kern des Sagnac-Effekts und zeigt, dass der rotierende Beobachter eine Phasenverschiebung oder Laufzeitdifferenz zwischen den beiden Lichtstrahlen misst, obwohl die Lichtgeschwindigkeit im Vakuum in jedem Bezugssystem gleich ist.
**Der Schlüsselpunkt** ist, dass es hier nicht um eine tatsächliche Veränderung der Lichtgeschwindigkeit geht. Die Lichtgeschwindigkeit c bleibt konstant. Stattdessen entsteht die Zeitdifferenz durch die Bewegung des Systems relativ zum Licht. Der Ausdruck ( c - v ) und ( c + v ) beschreibt die relative Bewegung des Beobachters oder der Spiegel, nicht eine tatsächliche Veränderung der Lichtgeschwindigkeit selbst.
### Fazit:
Der **Sagnac-Effekt** zeigt also keine Abweichung von der Lichtgeschwindigkeit c , sondern eine Zeitdifferenz, die durch die Relativbewegung in einem rotierenden Bezugssystem verursacht wird.