Er sitzt ausdrücklich nicht wie eine Kamera an einem bestimmten Ort und beobachtet von dort aus die Umgebung, auch wenn Einstein es ursprünglich in seinen Gedankenexperimenten so beschrieben hat (wir schreiben inzwischen das Jahr 2024). Der Beobachter ist quasi ein Netzwerk von synchronisierten, idealen Uhren mit ihren Orts- und Zeitkoordinaten. Punkt.
Das ist für mich nicht so verständlich. Der Beobachter, der diese Uhren abliest kann deren Informationen verarbeiten. Man kann sich diese Uhren auch eher als Messstellen vorstellen, die Ereignisse an ihn mit Zeitangaben übermitteln.
Falls du ihn unbedingt wie eine Kamera einem bestimmten Ort sehen willst, dann beobachtet er mit einem sog. Instantan-Fernrohr, d.h. er registriert trotzdem alle Ereignisse im Universum mitsamt ihren Koordinaten in seiner Gleichzeitigkeit instantan.
Sowas gibt es einfach in der SRT nicht.
Beim Mond (und an jedem andren Ort) befinden sich sozusagen zwei ideale Uhren. Sie verkörpern die Zeitkoordinaten der beiden Ruhesysteme. Der Beobachter der Rakete registriert beim Startereignis beide gleichzeitig, in seiner Gleichzeitigkeit, versteht sich. Und da zeigt ihm beim Mond seine Uhr 0 und die andere den Vorlauf (12,19 im aktuellen Beispiel). Dazu muss er nicht die RdG "kennen", nur die Koordinaten registrieren.
Wie werden denn "Koordinaten registriert"?
Rudi Knoth hat geschrieben:Es gibt sogar "Kritiker der SRT", die mit der Möglichkeit der "instantanen Ablesung" die RdG widerlegen wollen.
Das mag sein. Bist du denn so einer? Die SRT mitsamt RdG ist für mich gegeben. In diesem Rahmen denke und argumentiere ich. Wenn du das anders siehst, dann kann man zwar darüber diskutieren, aber das ist dann eine ganz andere Baustelle. Zurück auf Los zu Einsteins erstem Paper von 1905 vielleicht, wo man alles nochmal haarklein auf die Goldwaage legt und überprüft.
Also ich selber bin kein "Kritiker" aber ich kenne diese Ansicht aus einer recht langen Diskussion (2030 Kommentare) zu einem Artikel von Markus Pössel in scilogs zum Thema "Relativität der Gleichzeitigkeit". Der Diskussionsteilnehmer "Markus Termin" vertritt diese These noch auf seiner Homepage. Ob wir uns dieses Werk antun sollten, halte ich nicht für so gut. Es gibt heute andere Darstellungen der SRT. In diesen braucht man die "Figur" des Beobachters nicht.
Gruß
Rudi Knoth
