Frau Holle hat geschrieben:Rudi Knoth hat geschrieben:
Dies hat aber auch eine Bedeutung für den Vortrag von Peter Kroll und der daraus entstandenen Diskussion. Denn es steht ja die Behauptung im Raum, dass die Uhr des "reisenden Zwillings" schon auf der Hinreise gegenüber den Uhren des "ruhenden Zwillings" und der Uhr auf AC langsamer geht. Da in diesem Gedankenexperiment der Zug die Strecke Erde-AC darstellt und Kurt den "reisenden Zwilling", kann man wohl sagen, dass man anders als durch den Vortrag "angeregt" die Uhr der beiden Zwillinge "gegenseitig langsamer gehen". Also keine der Uhren "bevorzugt" ist.
1. Alle Uhren "gehen" als ideale Uhren immer gleich schnell. Abgehakt als Fakt.
2. Alle Inertialsysteme sind gleichberechtigt (Relativitätsprinzip). Abgehakt als Fakt.
3. Alle Uhren, die in einem Inertialsystem zueinander ruhen, gehen synchron. Abgehakt als Fakt.
Wenn man nun feststellt, dass eine Uhr zwischen zwei Ereignissen weniger oder mehr Zeit zählt als eine oder mehrere andere zwischen
denselben Ereignissen,
dann liegt zwangsläufig eine einseitige Feststellung vor. Sonst hätte man einen Widerspruch zu den Fakten 1 und 2 festgestellt und sie wären widerlegt, wovon wir aber nicht ausgehen wollen.
Was verstehst Du unter einer "einseitigen" Feststellung?
So was kenne ich nicht im physikalischem Kontext, willst Du damit die Formulierung "aus einem bestimmten Ruhesystem heraus beschrieben" vermeiden, im Sinne von "von Ruhesystem X aus gesehen"?
Ich habe Dir auch das mit dem Blockuniversum erklärt, alles ist statisch, wenn man sich zwei Ereignisse nimmt, eines mit x, t, x', t' = 0 und dazu ein beliebig anderes entferntes Ereignis, dann kann das gut sein, dass t und t' unterschiedlich sind, das liegt in der Geometrie der Raumzeit begründet und ist intrinsisch.
Frau Holle hat geschrieben:
Es ergeben sich also folgende Fragen:
a) Wie kommt es zu der einseitigen Feststellung?
b) Wie kommt man zu einer anderen Feststellung, so dass sich in der Gesamtschau kein Widerspruch zu den Punkten 1 und 2 ergibt?
Für mich ist die Sache klar:
a) Gemäß SRT stellt man eindeutig die Zeitdehnung bei einer Uhr C fest, die zwischen zwei synchronisierten Uhren A und B bewegt ist, welche in konstantem räumlichem Abstand zueinander ruhen. Das ist eine einseitige Feststellung, die Bewegung von C geschieht nach Vorgabe entlang der Ruhelänge von A und B. Die Uhr C bewegt sich also in einem vorgewählten Ruhesystem, in dem A und B zueinander ruhen.
Das stellt man so nur im Ruhesystem der Uhren A und B fest nur dort ist die Uhr C bewegt und nur dort geht die Uhr C gegenüber den Uhren A und B dilatiert. Die Formulierung "einseitige Feststellung" ist physikalisch nicht präzise, sage es doch wie es ist, aus dem Ruhesystem der Uhren A/B "gesehen" ...
Frau Holle hat geschrieben:
Egal mit welcher sonstigen Uhr man C auf der Strecke zwischen A und B vergleicht, es bleibt bei der einseitigen Sicht, dass die Uhr C bewegt ist im Ruhesystem der Uhren an der Strecke, und dass folglich C bei jeder Begegnung weniger Zeit anzeigt als diese. Jede Uhr an der Strecke "sieht" das gleiche, C zeigt weniger Zeit an, wenn sie gerade vorbei kommt. Die beiden Zeiten bei jeder Begegnung als einzelnes Ereignis in der Raumzeit sind invariant, jeweils für beide gleich. Wichtig, gemäß Punkt 3 oben wissen wir sicher, dass alle Uhren in einem Inertialsystem die gleiche Zeit anzeigen, es ist jeweils die Zeit bei einer solchen Begegnung. So ergibt sich ganz zweifellos die Zeitdehnung der Uhr C ggü. A und B schon während der Bewegung. Es bleibt aber eine einseitige Feststellung, wegen des vorgewählten Ruhesystems der Uhren A und B und der darin bewegten Uhr C. Bei Peter Kroll ist es das Ruhesystem der Erde (Uhr A) und AC (Uhr B), ggü. dem die Uhr des Reisenden (C) bewegt ist.
Viel Prosa, und nichts neues, und es ist nichts weiter, als das die im Ruhesystem der Uhren A und B die bewegte Uhr eben dilatiert läuft, im Ruhesystem der Uhr C hingegen läuft die Uhr C nicht dilatiert, Kurt kann nicht seine eigenen Uhr dilatiert messen, auch wenn er feststellt, die Uhr B zeigt mehr als seine zu ihm ruhende Uhr C an, ist die Uhr B im Ruhesystem von Kurt die Uhr die dilatiert geht, wie auch die Uhr A es macht.
Frau Holle hat geschrieben:
b) Um zu zeigen, dass auch die Uhr A oder B im Ruhesystem der Uhr C eine Zeitdehnung erfährt, muss man nur die zueinander ruhenden Uhren A und B ins andere System verlegen. Z.B. so wie im Beispiel von Zug und Bahnhof, wo Krolls Uhr A von der Erde in die Lok verlegt wird und Krolls Uhr B (AC) ans Zug-Ende.
Unfug, man lässt die Uhren A und B wo sie ruhend sind, man muss sie nicht beschleunigen, beleibt alles wie es ist, die Grafik habe ich Dir mehrfach gezeigt, auch eine Animation, man beschreibt einfach die Szene aus dem Ruhesystem der Uhr C und dort laufen die beiden Uhren A und B dilatiert, die Uhr A zeigt es direkt, die Uhr B gegen wegen der RdG eben vor, und zeigt darum mehr Zeit an, als die Uhr C. Aber ganz sicher muss man da die Uhren A und B nicht in ein anderes System verlegen.
Ich kann es zeigen, ohne die Uhren zu verlegen, Joachim, Markus, Josef sicher auch, Rudi, Julian wir können dass alle so zeigen, ohne die Uhren verlegen zu müssen.
Frau Holle hat geschrieben:
Der Trick ist, dass man immer nur einzelne Ereignisse betrachtet und Punkt 3 im Auge behält. Dass die Uhren im jeweils anderen System asynchron gehen verstellt die Sicht auf das, was invariant beim Ereignis Sache ist. Was die beiden Uhren vor Ort beim Ereignis anzeigen ist gemäß Punkt 3 genau das, was alle Uhren im jeweiligen System anzeigen.
Da wird mal gar nichts an Sicht verstellt, und man kann immer nur in einem System ruhen, die Dinge werden nun mal immer nur aus einem System beschrieben, man kann die natürlich erst aus dem und dann auch aus dem anderen System beschreiben, die Beschreibung selber ist an ein System gebunden, denn man nutzt ja Ereignisse was Punkte in der Raumzeit sind, die eben Koordinatenwerte haben, und die sind an ein System gebunden. Man kann ein Ereignis in unterschiedlichen Systemen beschreiben, aber man nennt dennoch immer ein System.
Frau Holle hat geschrieben:
Was man z.B. im Bahnhof beim Treffen von K und E feststellt, nämlich 5 J im Zug und 3 J im Bahnhof, das sehen Zug-gleichzeitig alle Fahrgäste, E mit 5 J trifft K mit 3 J. Und auch alle im Bahnhof sehen das Bahnhofs-gleichzeitig, E mit 5 J trifft K mit 3 J. Die Werte sind Invariant.
Wieder betonst Du, dass die Werte invariant sind, was sonst Holle, die Koordinatenwerte aller Ereignisse sind invariant. Es gibt kein nicht invarianten Koordinatenwerte. Das da nun zwei Uhren sich treffen und die eine 3 und die andere 5 Jahre anzeigt, ist so invariant wie dass die eine Uhr 3 Jahre und die andere 1,8 Jahre anzeigt, auch dass ist für alle im Zug und am Bahnhof so.
Frau Holle hat geschrieben:
Vom Bahnhof aus bei H = 3 J sieht man zwar etwas anderes, nämlich L = 1,8 der Lok, aber das ist eben nicht das, was "jetzt" beim Ereignis "K trifft E" für alle Fahrgäste Sache ist. Die Werte der Lok sind hier nicht invariant, für die Lok gilt wie im ganzen Zug L = 5 J und nicht wie im Bahnhof L = 1,8 J.
Das ist falsch, die Werte bei der Lok sind invariant, was Du meinst ist "nicht gleichzeitig", erkläre ich Dir schon viele Monate lang, Du kannst auch die Begriffe nicht richtig verwenden. Ja das Ereignis bei Holle 2.0 ist nur am Bahnhof gleichzeitig mit dem Treffen von Zugende und Kurt. Und? Für Kurt und Holle sind beide Ereignisse gleichzeitig, und für alle im Zug eben nicht, nennt sich RdG, schön wenn Du da mal hinfinden würdest.
Und wo ist da nun Dein Problem, dass die beiden Ereignisse nicht gleichzeitig sind?
Geht nun deswegen die Uhr von Kurt für Kurt in seinem eigenen Ruhesystem dilatiert, wie Du behauptest?
Wohl nicht, eben.
Das ist der Weg ...