Die Zeitdilatation - längst belegt von Kritikern geleugnet

Hier wird die Relativitätstheorie Einsteins kritisiert oder verteidigt

Re: Die Zeitdilatation - längst belegt von Kritikern geleugnet

Beitragvon Gluon » Mo 20. Dez 2010, 15:26

Chief hat geschrieben:Es ging um die Berechnung von fb... mit "Raummyon" und "Labormyon"


Nein, es geht um viewtopic.php?p=20372#p20372
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Re: Die Zeitdilatation - längst belegt von Kritikern geleugnet

Beitragvon Hannes » Mo 20. Dez 2010, 15:35

Hallo Joachim !
Ich weiß ja nicht, was du hier betrachtest, aber Ernst und ich reden gerade über das CERN-Experiment zur Myonen-Lebensdauer und das wurde nunmal an einem Speicherring durchgeführt. Um den zu beschreiben braucht man zwei Raumdimensionen.

Ich weiß, dass du nicht nur über den Zerfall der Myonen bescheid weißt.
Jedes Materieteilchen (mit Ausnahme des Protons, von dem man einen Zerfall
noch nicht festgestellt hat) hat eine Zerfallszeit.
Ich bin der Meinung, dass man den Zerfall der Myonen im Zusammenhang mit den Zerfallszeiten der übrigen Materieteilchen sehen soll.
Sich ein einzelnes Ereignis herauszugreifen ist nicht sinnvoll.

Mit besten Grüßen auch für die Feiertage

Hannes
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Re: Die Zeitdilatation - längst belegt von Kritikern geleugnet

Beitragvon Gluon » Mo 20. Dez 2010, 15:41

Chief hat geschrieben:Aber wenn Du so willst es sind noch die Punkte:

[...]


zu klären.


Bitte schön: viewtopic.php?p=20381#p20381

Liest du in diesem Thread überhaupt mit?
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Re: Die Zeitdilatation - längst belegt von Kritikern geleugnet

Beitragvon Gluon » Mo 20. Dez 2010, 16:15

Chief hat geschrieben:Was jetzt besonders wichtig ist, ist die Frage wie wir Relativgeschwindigkeit definieren.


Nein, das ist für diese Diskussion völlig uninteressant und lenkt nur von der eigentlichen Diskussion ab. Gehe ich recht in der Annahme, dass genau das auch dein Ziel ist?

Gruß,
Gluon
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Die Zeitdilatation <-> wie?

Beitragvon galactic32 » Mo 20. Dez 2010, 16:44

Chief hat geschrieben:Was jetzt besonders wichtig ist, ist die Frage wie wir Relativgeschwindigkeit definieren. Bist Du einverstanden, dass die Relativgeschwindigkeit als v_r=v_1-v_2 (vektoriell) definiert werden kann?
Warum definierst Du v_r nicht vernünftig?
Du müßtest doch ahnen/wissen, daß die Meßphysiker sich nur auf die Geschwindigkeit 0 beziehen (können), oder?
Also v_0=0 mit Gamma=1=Gamma_max für den berüchtigten Ursprung eines Licht-Blitzes, oder?

Gruß
galactic32
 
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Re: Die Zeitdilatation - längst belegt von Kritikern geleugnet

Beitragvon scharo » Di 21. Dez 2010, 11:54

Hallo Gluon,

„Eine Annäherungsgeschwindigkeit zweier Koordinatensysteme kann es gar nicht geben. Ein Inertialsystem umfasst immer den gesamten Raum.“

Wie kann man so einen Unsinn schreiben?
Schau Dir doch die Arbeit Einsteins an – er bewegt nämlich KS zueinander. Du brauchst nicht in KS und Objekt, oder in Objekt zu Objekt zu flüchten. Das ist doch alles das Gleiche – ob ein Objekt in einem KS bewegt ist, oder ob man dem Objekt auch ein eigenes KS zuschreibt. Zwischen zwei IS, oder zwei Objekten, oder ein KS und ein Objekt – die Geschwindigkeit zueinander ist nur eine einzige.

Und so wird in der SRT mit der LT gerechnet:
Die LT zeigt die Koordinaten eines Punktereignisses in zwei zueinander mit v bewegten IS. Die Standart LT bezieht sich auf zwei IS, die von gemeinsamen 0-Punkt sich zueinander entfernen – sonst, bei sich nähernden wird komplizierter, da die Startpunkte zuerst herausgefunden werden müssen. Ein Punktereignis ist immer rel. zu allen IS unbewegt.

So, zu den Myonen: Entstehungspunkt in Erd-IS = 10km Höhe, v = 0,995c, y = 30.
In 10km Höhe ist ein unbewegter rel. z. Erde Ballon – dort hockt der Erdbeobachter. Die Erdoberfläche ist das Punktereignis. Der Myon entsteht neben dem Ballon zur Zeit t = 0 und fliegt in Richtung Erdoberfläche.
Aus Sicht des Ballonbeobachters ist das Punktereignis (Erdoberfläche) also z. Zeit 0 = 10km.
Jetzt wollen wir transformieren und erfahren, wie der Myon das Punktereignis sehen soll:

x´(t=0) = (x – v*t)*y = (10km – 0)*30 = 300km

Reicht das, oder soll ich weiter rechnen ?

Und denke bitte zuerst, bevor Du so einen Schmarrn schreibst:
„Nein, die Geschwindigkeit im Laborsystem wird tatsächlich konstant gehalten. Nur die Richtung ändert sich. Relativgeschwindigkeit ist nicht Abstandsänderung pro Zeit, sondern Weg pro Zeit.“

Relativgeschwindigkeit ist immer die eine einzige Geschwindigkeit zwischen zwei Punkten zu bestimmtem Zeitpunkt.

„Es geht bei der Galieo- und Lorentztransformation nicht um Messungen, sondern um Kooridnatentransformationen“

Ist Dir der Begriff „Transformation“ überhaupt bekannt?



Hallo Ernst,

„3. Die Auswertung erfolgte für eine Relativgeschwindigkeit von 0,9994c. Betrachtet man die Geschwindigkeit des Myons auf der Kreisbahn relativ zur Meßeinrichtung, so erkennt man leicht, daß diese Relativgeschwindigkeit von 0,9994c nur zu einem einzigen Zeitpunkt auftritt. Sie ändert sich zeitlich sinusförmig und ihr Mittelwert liegt erheblich unter den 0,9994c.“

??? – Einsicht gewonnen? Das freut mich! :D

Grüße
Ljudmil
scharo
 
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Re: Die Zeitdilatation - längst belegt von Kritikern geleugnet

Beitragvon Lothar Pernes » Mi 22. Dez 2010, 14:07

Britta hat geschrieben:Die Kritiker sagen immer, die Physiker würden die Wahrheit unterdrücken, sie würden schwammig antworten, oder den Fragen ganz aus dem Weg gehen. Ist in meinen Augen simmt das nicht. Viel mehr ist es so, dass die Kritiker einfach nichts in Händen haben und auf ganz konkrete Phänomene in der Natur keine Antwort wissen, und selbst das nicht mal eingestehen wollen.

So leugnen Kritiker einfach rigorose Fakten, welche nicht ins Bild der Kritik passen.

Dazu ein konkretes Beispiel, die Zeitdilatation wurde an der verlängerten Halbwertszeiten von ganz schnell bewegten Myonen mehrfach im Labor bestätigt, in den Beschleunigern der Welt zeigt sich die Zeitdilatation tagtäglich, und kein Physiker stellt diese infrage.


Von Seiten der Kritik kommt dazu nur betroffenes Schweigen, oder es werden die Fakten geleugnet. Da heißt es dann, die Ergebnisse wurden eben falsch interpretiert:

Ernst hat geschrieben:
Ich habe gesagt, daß das Meßergebnis meines Erachtens falsch interpretiert wird.

Wie soll das denn bitte gehen?

Wenn nach einem fest vorgegebenen Zeitraum, nicht die Hälfte der Teilchen zerfallen ist, wie sie es eben nach der Halbwertszeit hätten, dann ist das einfach ein Fakt, da kann man nichts falsch interpretieren.

Doch selbst hier kneifen die Kritiker kollektiv und verweigern sich jeder Antwort.

Das Phänomen ist einfach eine Tatsache, da bringt doch Leugnen nicht weiter und wenn die Kritiker hier die Augen verschließen, machen sie sich nur weiter unglaubwürdig.

Oder es kommen solche Aussagen:

rnw hat geschrieben:
Britta hat geschrieben:
Oder machst du es wie für einen guten Kritiker eben üblich, und leugnest einfach die Ergebnisse zur ZD bei Myonen in CERN?

Also ich kenne überhaupt keinen Kritiker der das Ergebnis des Myonen Experiments an sich bestreitet, warum auch. Aber die Myonen sind bei diesem Experiment sehr hohen Beschleunigungen ausgesetzt, was die Ursache ihrer längeren Lebensdauer sein kann. Und selbst wenn die Ursache der der längeren Lebensdauer die Geschwindigkeit selbst sein sollte, so hieße das ganz einfach das sich eben ihre Lebensdauer an sich ändert, nichts sonst. Dazu braucht keine Zeit anders zu vergehen.

Nun auf einmal sollen 'Beschleunigungen' schuld sein, diese treten in Linearbeschleunigern nicht in der Stärke auf, und dann müsste die längere Lebensdauer im Zusammenhang mit der Beschleunigung stehen und nicht mit der Geschwindigkeit. Aber erstmal zum Experiment:

www.relativitaetsprinzip.info hat geschrieben:
Direkte Messung der Zeitdilatation beim Zerfall schneller Myonen

In der Ausgabe vom 28. Juli 1977 hat eine Gruppe von Wissenschaftlern am Europäischen Forschungszentrum CERN bei Genf ein Experiment zur direkten Messung der Zeitdilatation veröffentlicht. Hierbei wurde der Zerfall von schnellen Myonen über etwa 300 Mikrosekunden vermessen und daraus ihre Lebensdauer bestimmt.

Myonen sind Elementarteilchen die den Elektronen sehr ähneln aber deutlich schwerer sind. Sie zerfallen mit einer mittleren Lebensdauer von genau 2,1970 Mikrosekunden in ein Elektron und zwei Neutrinos. Die mittlere Lebensdauer konnte in dem Experiment bestimmt werden, indem einfach die Zahl der Zerfallsprozesse über die Zeit verfolgt wurde. So konnte man die Rate bestimmen, mit der die Anzahl der unzerfallenen Myonen im Speicherring abnahm.

Die spezielle Relativitätstheorie sagt nun voraus, dass die Zeit für ein schnell bewegtes Objekt langsamer vergeht als für ein ruhendes Objekt. Schnell im Speicherring rotierende Myonen sollten also langsamer zerfallen als ruhender Myonen. Dieser Effekt heißt Zeitdilatation. In dem verwendeten Speicherring wurden Myonen auf eine Geschwindigkeit von 99,94% der Lichtgeschwindigkeit gebracht und von einem starken Magnetfeld auf einer Kreisbahn mit 14 Metern Umfang gehalten. Bei dieser Geschwindigkeit konnte eine Zeitdilatation von etwa 29,33 erwartet werden, die Myonen sollten also 29,327mal länger als ruhende Myonen leben.

Die Lebensdauermessung ergab für positiv geladene Myonen einen experimentellen Wert von 64,419±0,058 Mikrosekunden und für negativ geladene Myonen 64,368±0,029 Mikrosekunden. Durch genaue Vermessung der Myonengeschwindigkeit konnte zudem die erwartete Zeitdilatation (Gamma-Faktor) zu 29,327±0,004 gemessen werden. Mit diesen Werten haben die Wissenschaftler mit Hilfe der speziellen Relativitätstheorie auf die Lebensdauer der ruhenden Myonen zurückgerechnet und erhielten eine Lebensdauer von 2,1966±0,002 Mikrosekunden für positive und 2,1948±0,001 Mikrosekunden für negative Myonen.

Diese Messung bestätigt somit die Vorhersagen der speziellen Relativitätstheorie auf 0,02% genau.

Das sind die Fakten, und hier weiß die Kritik einfach keine Antwort.

Weil sie nicht in der Lage ist das Phänomen zu erklären, wird es in der Regel geleugnet, da wurden sicher nur Messergebnisse falsch interpretiert.

Wie interpretiert man diese denn dann bitte richtig?

Und warum werden die weltweit immer gleich falsch interpretiert?

Und warum immer so falsch, das es perfekt zu den Aussagen der SRT passt?


Wenn das alles falsch und gelogen wäre, dann müsste es doch eine Verschwörung sein, eine große und weltweite, die mit viel Macht agieren muss, und alle Physiker übel unterdrücken muss.


Also, hier im Thread können ja die Kritiker mal erklären, wie es zu dem Phänomen kommt, und wie man die Ergebnisse der Experimente denn dann richtig interpretiert. Oder sie leugnen eben alles, bestreiten die Fakten, und entziehen sich wie immer einem Dialog zu diesem Punkt.

Eine Erklärung oder gar eine eigene alternative Theorie wird aber sicher hier nicht kommen. Mit Theorie meine ich schon was mit Substanz, nicht das was hier so von Kurt und Mordred als Physik verstanden wird.


Also bitte:

Der Myonen-Zerfall und die relativistische „Zeitdehnung“
Oder: Wie die Relativisten vom CERN „Bestätigungen“ herstellen.

Es ist physikalisch und technisch eine bekannte Tatsache, daß der Zerfall einer jedweden zerfallbaren Struktur durch Erschütterung oder Verformung derselben ausgelöst werden kann, insbesondere bei ohnehin instabilen Strukturen.

Eine Erschütterung oder Verformung einer Struktur wird in der Regel durch eine mechanische Kollision der Struktur mit einem massiven Gegenstand erzeugt, wobei es neben Masse und Festigkeit der beteiligten Körper insbesondere auf deren Relativgeschwindigkeit zueinander ankommt.

Eine von dieser Geschwindigkeit abhängende Zerfallswahrscheinlichkeit ist deshalb bei Kollisionen von Teilchen mit Materie eine absolute, elementare physikalische und technische Selbstverständlichkeit.

Es ist deshalb auch eine elementare physikalische Selbstverständlichkeit, daß schnell bewegte Teilchen, die durch Kollision mit ruhender Materie abgebremst werden, während und unmittelbar nach der Kollision eine höhere Zerfallswahrscheinlichkeit erleiden, als die nicht oder weniger stark abgebremsten Teilchen. Dieser einfache und plausible Zusammenhang von Geschwindigkeit und Zerfallswahrscheinlichkeit gilt hierbei sowohl für stabile Teilchen, aber auch und sogar erst recht für ohnehin instabile Teilchen.

Myonen haben bei ihrer Entstehung oder Erzeugung eine sehr hohe Geschwindigkeit von etwa 1c gegenüber den Meßeinrichtungen des Beobachters. Ohne vorherige Kollision mit bremsender Materie haben diese schnellen Teilchen eine reguläre Halbwertszeit von 44.6 Mikrosekunden bzw. eine mittlere Lebensdauer von 64.3 Mikrosekunden.

Werden sie aber durch Kollision mit bremsender Materie „erschüttert“ oder „verformt“, nimmt ihre Zerfallswahrscheinlichkeit umso mehr zu, je größer die Erschütterung oder Verformung ausfällt, d.h. je größer die Verringerung der Geschwindigkeit bei der Kollision ausfällt. Wird das Myon von 1c bis auf etwa v=Null herabgebremst, sinkt deshalb die Halbwertszeit von etwa 44.6 auf 1.52 µs, bzw. sinkt die mittlere Lebensdauer von etwa 64 auf etwa 2,2 µs (Mikrosekunden).

Das Prinzip, mittels Kollision mit Materie Teilchen zu zertrümmern, in ihre Bestandteile zu zerlegen oder zerfallen zu lassen, ist zudem fundamentaler Bestandteil der Teilchenphysik. Deshalb ist es doch schon sehr seltsam, daß dieses physikalisch plausible, elementare Prinzip beim Myonenzerfall vollkommen ausgeblendet wird, und statt dessen eine relativistische „Zeitdehnung“ als Ursache für die unterschiedlichen Halbwertszeiten bei den Myonen behauptet wird.

Das Prinzip, daß mittels Kollision Teilchen, sogar stabile Teilchen, und erst recht instabile Teilchen, zerfallen können oder eher zerfallen können, bedeutet im Klartext: Die Halbwertszeit beim Myon wird nicht entsprechend der höheren Geschwindigkeit verlängert, sondern entsprechend der Abbremsung, also entsprechend der Geschwindigkeits-Verringerung Delta_v verkürzt.

Von einer Verlängerung der Halbwertszeit infolge „Zeitdehnung“ ist hierbei nirgends die Spur einer physikalischen Ursache. Dagegen gibt es eine plausible, logische und zwingende Begründung einer physikalischen Ursache für die Verkürzung der normalen Halbwertszeit durch Zusammenprall mit Materie und entsprechende Abbremsung, wobei die dabei erfolgte Verringerung der Geschwindigkeit korreliert mit der Heftigkeit oder Häufigkeit der Zusammenstöße, mit der damit verbundenen höheren Zerfallswahrscheinlichkeit und damit mit der Verkürzung der Halbwertszeit.

Deshalb ist die Behauptung der Relativisten – unter Mißachtung und Außerachtlassung der physikalisch elementaren Kollisionsauswirkungen auf den Zerfall - wirklich schon sehr seltsam, daß die relativistische „Zeitdehnung“ in Abhängigkeit von der Geschwindigkeit mithilfe der unterschiedlichen Halbwertszeiten bei den Myonen oder anderen Teilchen exakt bestätigt werden könne.

Was für ein komischer Zufall. Der sogenannte relativistische Gammafaktor ist also dem Betrage nach gerade so groß wie der Kehrwert des die Halbwertszeit bestimmenden, unbekannten Zerfalls-Faktors, der die zerfallsfördernde Wirkung der Erschütterung und Verformung in Abhängigkeit von der Geschwindigkeitsreduzierung bei einer Kollision erfaßt.

Was also ist die Erklärung für diesen komischen Zufall:
Versuchen wir, den mathematischen Ausdruck für den Zerfalls-Faktor zu finden, mit dem die reguläre Halbwertszeit von 44.6 µs, bzw. die reguläre mittlere Lebensdauer von 64.3 µs multipliziert werden muß, um die größere Zerfallswahrscheinlichkeit infolge Erschütterung oder Verformung bei Abbremsung durch Kollision zu berücksichtigen.

Dabei gilt, daß die Zerfallswahrscheinlichkeit steigt mit der Größe der Erschütterung oder Verformung. Die Erschütterung bzw. Verformung ist aber direkt proportional der Relativgeschwindigkeit v bei der Kollision, genauer, der Geschwindigkeitsverringerung, und noch genauer, der Geschwindigkeitsverringerung in der Zeit, also der Beschleunigung bei der Kollision. (Diese Beschleunigung bei Kollision mit Materie erschüttert und verformt, während die Beschleunigung durch ein Kraftfeld, wie etwa beim freien Fall, keine Erschütterung oder Verformung bewirkt! Beschleunigung oder Abbremsung des Myons im Magnetring durch Kraftfelder ist deshalb auf die Halbwertszeit ohne Einfluß, nur die Abbremsbeschleunigung durch Kollision bewirkt eine höhere Zerfallswahrscheinlichkeit, und damit eine kürzere Halbwertszeit.)

Ist die Geschwindigkeitsverringerung Delta_v gleich Null, findet also keine Kollision bzw. Abbremsung statt, und bleibt es bei der Geschwindigkeit c des Myons, ist der Zerfalls-Faktor gleich 1, d.h. an der regulären Halbwertszeit von 44.6 µs bzw. an der regulären Lebensdauer von 64.3 µs ändert sich nichts.
Ist die Geschwindigkeitsverringerung Delta_v = c, wird das Myon also bei der Kollision von c auf Null abgebremst, sollte sich der Zerfalls-Faktor (aufgrund der beobachteten „Ruhe“-Halbwertszeit von 1.52 µs bzw. „Ruhe“-Lebensdauer von 2,2 µs) zu etwa 1/30 = 0,033 ergeben.
Eine weitere Bedingung ergibt sich daraus, daß bei sehr geringem Delta_v der Zerfall kaum, und erst mit zunehmenden Delta_v zunehmend gefördert wird. Da die Erschütterung bzw. Verformung in erster Näherung auch direkt proportional der bei der Kollision in Verformungsarbeit umgewandelten kinetischen Energie ist, also der Zerfallsfaktor ZF indirekt proportional dem Quadrat von Delta_ v sein muß, ergeben sich in erster Näherung folgende Möglichkeiten:

Zerfallsfaktor = 1 – 0.967 Delta_v²/c² oder ZF = 1/ (1+29*Delta_v²/c²) oder o.ä.

Dies sind in erster Näherung die einfachsten Formeln. Genauere Formeln können natürlich nur durch entsprechende Forschungen ermittelt werden. Diesen ersten Näherungen entsprechen folgende Halbwertszeit-Kurven:

Myon-Halbwertszeit06.png
Myon-Halbwertszeit06.png (76.73 KiB) 7133-mal betrachtet


Im Bild ist auch die relativistische Kurve zum Vergleich dargestellt. Dieser bisher angenommenen relativistischen Kurve wurde die Darstellung angepaßt, damit die Kurven besser vergleichbar sind.
Wie ersichtlich, muß man deshalb für die Kollisions-Abbremsungs-Kurven die untere Abszisse von rechts nach links gehen lassen. Die Halbwertszeit-Kurven für die Kollisions-Abbremsung beginnen deshalb bei der regulären Geschwindigkeit c der Myonen mit der regulären Lebensdauer von 64 µs. In diesem Bereich sind geringe Abbremsungen noch ohne Einfluß auf die Halbwertszeit bzw. die Lebensdauer, da sie den Zerfall nicht wesentlich verstärken. Die Steigung der Kurven im Punkt c ist deshalb fast Null. Dies ist der ganz wesentliche Unterschied zur relativistischen Kurve.

Wie weiter ersichtlich, ergibt sich mit plausibler und logischer Anwendung einfachster physikalischer Zusammenhänge bei Kollisionen und den dabei zu erwartenden „Strukturdeformationen“ und der damit verbundenen größeren Zerfallswahrscheinlichkeit ein eindeutiger, plausibler und logischer und physikalisch zwingend erforderlicher Zusammenhang zwischen Halbwertszeit und Geschwindigkeit der Myonen.

Eine „Zeitdehnung“ ist dagegen hier weder plausibel und logisch abzuleiten, noch physikalisch zwingend erforderlich, ganz im Gegenteil: Sie hat keinerlei physikalische Begründung und ist zudem völlig absurd wie die ganze relativistische Theorie.

Auch fördert die Analyse der relativistischen Berechnung der „verlängerten Halbwertszeit“ als Folge einer „Zeitdehnung“ ein ganz wesentliches Element zu Tage: Die angeblich exakte Bestätigung (0,02%!) der „Zeitdehnung“ durch die „verlängerte Halbwertszeit“ bei Myonen ist eine typisch relativistische Betrugsmasche. Der Gamma-Faktor liefert im Bereich der hier auftretenden relativistischen Geschwindigkeiten geradezu beliebig große „Zeitdehnungen“, man braucht nur die Geschwindigkeit der Myonen ein klein wenig langsamer oder schneller zu machen oder zu „messen“, um ein beliebiges Ergebnis zu bekommen. Unter diesen Umständen eine physikalisch durch nichts begründbare „Zeitdehnung“ als bis auf 0,02% bestätigt zu behaupten, ist schlichtweg glatter Betrug.

Aber es ist offenbar noch weit schlimmer.
Nach der oben dargelegten Erklärung der verringerten Halbwertszeit bei per Kollision abgebremsten Myonen, die den physikalisch zwingenden und logischen Zusammenhang zwischen Kollisionsabbremsung um Delta_v und verringerter Halbwertszeit erfaßt, ergibt sich nämlich für jede erste Näherung, daß sich die Lebensdauer der schnellen, noch ungebremsten Myonen in einem weiten Geschwindigkeitsbereich fast nicht ändert, also im „relativistischen Bereich“ von v=0.8c bis 1c bei etwa 64 µs liegt, ungeachtet der Geschwindigkeit.

Wenn das stimmt, und die Physik der Kollisionszerfälle bestätigt das, und auch das seltsame Verhalten der Relativisten (hierzu kommen wir gleich) bestätigt das, dann ergibt sich bei dem hier als „Bestätigung der Zeitdilatation“ von den Relativisten angeführten Experiment beim CERN (1977), daß die Experimentatoren gewußt haben müssen, daß sich die 64 µs auch bei anderen Geschwindigkeiten im relativistischen Bereich, nicht nur bei genau 0.9994 c, ergeben. Immerhin ergibt sich nach relativistischer Rechnung für v=0,999c eine Lebensdauer von 2.2*1/(1-0.999²/1²)^(1/2)=49 µs, und für v=0.9999c eine Lebensdauer von 156 µs!

Also bei schon geringen Änderungen der Geschwindigkeit gravierende Abweichungen vom beobachteten Wert, vom mutmaßlich beobachteten Wert müssen wir hier sagen, denn was tatsächlich beobachtet wurde, hat natürlich niemand gesagt.

Aber es gibt ein untrügliches Anzeichen dafür, daß es so ist, daß auch bei anderen Geschwindigkeiten als den von den Experimentatoren genannten „präzise ermittelten“ 0.9994 c ebenfalls nur etwa 64 us herauskamen, und daß damit die Geschwindigkeit der Myonen vorsätzlich auf 0.9994 c eingestellt und „gemessen“ wurde, um die „Zeitdilatation zu bestätigen“, wohl wissend, daß bei schon bei geringfügig anderen Geschwindigkeiten als 0.9994 c die „Zeitdilatation“ sogar widerlegt wird.

Dieses untrügliche Anzeichen ergibt sich erstens daraus, daß die Relativisten, die sonst stets auch die unsinnigsten „Beweise“ zusammenschrauben, und diese immer wieder wiederholen und erneut als Bestätigung ausgeben, ausgerechnet diese so wunderbare, wundersame „Bestätigung“ offenbar nicht wiederholt haben, und zweitens, daß sie insbesondere der wirklich phantastischen Gelegenheit, nicht nur mit einem einzigen Punkt der Zeitdilatationskurve, sondern die ganze Kurve, oder wenigstens ein kleines Kurvenstück davon, als wirklich phantastische Bestätigung der SRT darlegen zu können, mit geradezu wissenschaftlicher Gründlichkeit seit 1977 ausgewichen sind.
Dies ist wohl der beste Beweis dafür, daß die beobachtete, bislang natürlich verschwiegene und nirgends dargestellte Lebensdauer- oder Halbwertszeit-Kurve (in Abhängigkeit von v) die relativistische Zeitdehnung widerlegt, statt sie zu bestätigen.

Das läßt eben nur den einen Schluß zu: Sie wußten und sie wissen es, daß die Lebensdauer- oder Halbwertszeitkurve (in Abhängigkeit von der Geschwindigkeit) bei den Myonen die SRT widerlegt, statt sie zu bestätigen, und daß die „Bestätigung“ für den einen Punkt bei 0,9994 c ein glatter Betrug darstellt, obwohl oder gerade weil im besagten Experimentergebnis eben absolut nichts über die anderen Punkte der Kurve gesagt wird.

Viele Grüße L.P.

Nachtrag zur Änderung am 24.12:
Im Bild habe ich zum besseren Verständnis die genäherte Funktionsgleichung
f(x)=64-(x-100)²/162 dem Zerfallsfaktor ZF = 1 – 0.967 Delta_v²/c² besser angepaßt zu
f(x)=64(1-0.967(100-x)²/100²) und die zugehörige allgemeine Gleichung
f(v)= 64(1-0.967(c-v)²/c²) darüber geschrieben.

Nachtrag zur Änderung am 1.1.11
In der ursprünglichen Fassung wurde der Begriff „Halbwertszeit“ fälschlich für die „mittlere Lebensdauer“ gebraucht. Dieser Fehler ist jedoch hier nur von ganz nebensächlicher Bedeutung. In der Hauptsache (Erklärung des Phänomens mittels einfacher klassischer Physik, Widerlegung der Zeitdilatation und dringender Tatverdacht des Betruges bei diesem Experiment und jedweder(!) Darstellung dieses Experiments als Bestätigung der SRT) ändert sich dadurch nichts.
Im Text wurden nun für beide Begriffe „Halbwertszeit“ und „mittlere Lebensdauer“ die zugehörigen richtigen Zahlenwerte angegeben. Im Bild wurde der Titel korrigiert und eine zusätzliche Skalierung der Ordinate für die Halbwertszeit angebracht.
Zuletzt geändert von Lothar Pernes am Sa 1. Jan 2011, 15:25, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: Die Zeitdilatation - längst belegt von Kritikern geleugnet

Beitragvon contravariant » Do 23. Dez 2010, 00:40

Lothar Pernes hat geschrieben:Eine von dieser Geschwindigkeit abhängende Zerfallswahrscheinlichkeit ist deshalb bei Kollisionen von Teilchen mit Materie eine absolute, elementare physikalische und technische Selbstverständlichkeit.


Kleiner Tipp, ich würde die Schrift auch noch rot machen, dann wird das Argument noch viiiieeeeel besser. Dumm ist nur, dass Muonen auch ohne Kollisionen mit Materie zerfallen und die Experimente am CERN selbstverständlich im Vakuum stattfinden.
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Re: Die Zeitdilatation - längst belegt von Kritikern geleugnet

Beitragvon galactic32 » Do 23. Dez 2010, 01:58

Contravariant hat geschrieben:Dumm ist nur, dass Muonen auch ohne Kollisionen mit Materie zerfallen und die Experimente am CERN selbstverständlich im Vakuum stattfinden.
Ich vermute Lothar Pernes dachte eher an die Entstehung eines My-ion's.
Das/die Eltern-Teilchen zerlegen sich zu Mü-Ionen, mit oder nach einem Stoß (Geburts-Prozeß)!

Gruß
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Re: Die Zeitdilatation - längst belegt von Kritikern geleugnet

Beitragvon Lothar Pernes » Fr 24. Dez 2010, 11:26

Nachtrag zur Änderung am 24.12:
Im Bild zu den Myon-Halbwertszeit-Kurven habe ich zum besseren Verständnis die ursprüngliche Funktionsgleichung
f(x)=64-(x-100)²/162 dem Zerfallsfaktor ZF = 1 – 0.967 Delta_v²/c² besser angepaßt zu
f(x)=64(1-0.967(100-x)²/100²) und die zugehörige allgemeine Gleichung
f(v)= 64(1-0.967(c-v)²/c²) darüber geschrieben.
Gruß L.P.
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