Die Zeitdilatation - längst belegt von Kritikern geleugnet

Hier wird die Relativitätstheorie Einsteins kritisiert oder verteidigt

Re: Die Zeitdilatation - längst belegt von Kritikern geleugnet

Beitragvon Britta » So 5. Dez 2010, 14:31

Harald Maurer hat geschrieben:
fb557ec2107eb1d6 hat geschrieben:
Harald Maurer hat geschrieben:
Die Kinematik der SRT betrachtet zueinander bewegte Inertialsysteme ungeachtet der Kräfte, die sie in den Bewegungszustand gebracht haben. Dynamisch gesehen müsste man diese aber berücksichtigen. Die Relativgeschwindigkeit alleine ist nicht maßgeblich für das Ereignis, das beim Zusammentreffen der Objekte eintritt. Denn sie können unterschiedliche Impulse und kin. Energien mit sich bringen!
DAS ist die Welt, in der wir leben.

Nein, in der Welt lebst du, sonst niemand. Was du schreibst ist absoluter Quatsch.

    1. In dem Punkt, den du hier ansprichst, ist die SRT nicht anders als die Galilei-Transformation. Er hat also mit der SRT absolut nichts zu tun.

    2. Die Relativgeschwindigkeiten, was immer das sein soll, denn eine Geschwindigkeit ist immer relativ zu einem Bezugssystem, sonst lässt sie sich gar nicht bestimmen - also die Geschwindigkeiten und die träge Massen sind einzig maßgeblich für das Ereignis, das beim Zusammentreffen zweier Objekte eintritt. Was denn sonst? E_kin=(m*v²)/2 und p=m*v. In der Sprache der Physik ausgedrückt: Impuls und kinetische Energie (gilt nur für konservative Systeme) sind Erhaltungsgrößen (in einem bestimmten IS bleiben sie in Summe erhalten), sie sind jedoch nicht invariant bezüglich der Transformation von einem IS in ein anderes. Natürlich kannst du das im Rahmen deiner Privatphysik anders sehen, es widerspricht halt nur allen Erkenntnissen seit Galileo Galilei, Isaac Newton usw. usf. Ganz unabhängig von der SRT.

Harald Maurer hat geschrieben:Bild

Hier bewegt sich die schwarze Masse auf die blaue zu. Kann man kinematisch sagen, dass im BS der schwarzen es die blaue ist, die sich nun auf die schwarze zu bewegt? Und ändert sich durch Transformation von einem BS in das andere das Ereignis, weil sich durch die Transformation der Impuls verändert?

Irgendwie verwunderst du mich. Auf der einen Seite schreibst du Texte wo man glaubt, du hast so einiges auf dem Kasten, und dann kommen solche Aussagen am Stück, wo man glaubt, jemand hätte dir einen Mordred in den Kaffee gerührt. ;)

Erkennst du nicht, dass du den weißen Kasten einfach willkürlich als 'ruhendes' IS definierst und die Geschwindigkeiten der schwarzen und blauen Masse dazu in diesem angibst? Das ist dazu auch noch das Ruhesystem der blauen Masse, man könnte es aber ebenso im Ruhesystem der schwarzen Masse betrachten.

Wie schon ganz am Anfang gesagt, deine Erklärung zu den Myonen verstößt gegen das klassische RP, du bewegst dich da einfach nicht mehr im Rahmen der Physik. Das hat dir auch Ernst schon gesagt, wenn auch nicht so schön direkt wie nun fb557ec2107eb1d6.

Der Stand:

Ich habe hier im Thread gesagt, dass es ganz eindeutige Belege für die ZD bei bewegten Teilchen gibt und das diese von Seiten der Kritik geleugnet werden.

Und bisher trifft das genau so zu.

Als erstes wurde die Halbwertszeit der Myonen infrage gestellt, dazu sind hier dann aber nun seriöse Links genannt worden, damit steht auch fest, dass diese Werte in der Physik anerkannte Größen sind, die mit Sicherheit nicht grundsätzlich infrage gestellt werden. Diese Werte haben auch noch nichts direkt mit der SRT zu tun, sondern kommen aus der Teilchenphysik.

Hier mal die Links zum Thema von Seiten der Physik:

Contravariant:

http://www.desy.de/user/projects/Physic ... _lifetimes


Ich (vom Poeten):

http://pdg.lbl.gov/2010/listings/rpp2010-list-muon.pdf
http://arxiv.org/PS_cache/arxiv/pdf/070 ... 1981v2.pdf
http://www.nist.gov/public_affairs/rele ... 092310.cfm


Gluon:

http://prl.aps.org/abstract/PRL/v99/i3/e032001
http://pages.unibas.ch/physikdidaktik/D ... meWeb.html


Natürlich wird das auch Alles wieder infrage gestellt, Fakten dass diese Aussagen nun aber falsch oder manipuliert sind, gibt es von Seiten der Kritik nicht. Passt einfach nichts ins eigene Konzept und wird somit geleugnet und schlecht gemacht.

Es gibt viele unterschiedliche Experimente, welche diese Werte ergeben, es gibt keine die etwas anderes zeigen und reproduzierbar sind. Es liegt an den Kritikern hier mal anstelle des Leugnens nun Fakten zu liefern.

Wo sind die ganzen Experimente, welche andere Halbwertszeiten ergeben? Es bleibt also hier nur die Verweigerung der Kritiker die Ergebnisse der Physik anzuerkennen. Der Grund ist auch klar, denn darauf bauen eben die Messungen der ZD der SRT in Beschleunigern auf.

Dann wird versucht, das RP auszuhebeln. Ich habe nichts dagegen, dass Einige das eben so glauben. Nur ist hier im Thread die klassische Physik erstmal die Basis.

Und natürlich werde ich persönlich angegriffen und wie üblich diffamiert. Aber das war zu erwarten, wäre ein Wunder, wenn das nicht passiert wäre.

Das übliche Getrolle gab es auch, wie den Unfug vom Druckkönig:

Masse = Gravitation = Zerfallsrate!

Aber das wird zum Glück offenbar von Allen überlesen und nicht mehr ernst genommen.

Dann gibt es den Vorwurf die Messwerte wären gezielt manipuliert worden. Dazu wurden keine Belege geliefert, und diese Manipulation hätte global und über viele Jahre stattfinden müssen, worauf es nicht einen Hinweis zu gibt. (Es geht um die Experimente in Beschleunigern) Auch hier sind die Kritiker in der Bringschuld.

Noch mal die Ausgangslage: Es gibt ganz viele Experimente, welche die ZD anhand der verlängerten Halbwertszeiten von Teilchen in Beschleunigern belegen. Dieses Phänomen gibt es, und es kann im Rahmen der RT sehr genau vorhergesagt werden. in der Regel wird dieses Phänomen von den Kritikern geleugnet, weil sie es nicht erklären können und es dazu noch die Aussagen der SRT bestätigt.

Ich möchte hier keine Zauberphysik, es geht um richtige Physik und den da vorgegebenen Rahmen. Das RP gilt.


Ich hatte hier im Thread gefragt, ob es denn von Seiten der Kritik überhaupt den Ansatz einer Erklärung zu dem Phänomen gibt, oder ob die einzige Strategie ist, dieses zu leugnen. Harald hat einen Ansatz geboten, der hebelt aber das RP aus. Bleibt man im Rahmen der Physik, hat sich dieser Ansatz auch gleich wieder erledigt.


Ohne das nun wieder lautes Geschrei kommt, ich sage, die Seite der Kritik steht hier ganz schon im Regen. Keine Fakten und Leugnen der vorgelegten Ergebnisse von Seiten der Physik, und die üblichen Manipulationsvorwürfe.


Und natürlich bin ich böse und wurde von den

Jocelyne Lopez hat geschrieben:
Aktivisten der Hetze-Szene gegen die Kritiker der Relativitätstheorie (Esowatch & Co.) neulich aus der Szene der politischen Verschwörungstheorien rekrutiert.

Logisch.

Bild

Die Möglichkeit, dass ich den ganzen Mist von GOM und den widersprüchlichen Unfug der Kritiker einfach nicht mehr glaube und mir mein eigenes Bild dazu erlaube, kann ja auch nicht zutreffen.


Schön wäre es, wenn es einfach mal sachlich weiter gehen würde, ich weiß ja, dass dieses Thema ein rotes Tuch für die Kritiker ist. Mal eine Liste:

1. Die Halbwertszeiten der Myonen in Ruhe sind in der Physik bekannte und anerkannte Größen, die nicht mehr infrage gestellt werden, da es dazu auch keinen Grund gibt. Die Kritiker können hierzu auch keine Fakten liefern, dass die angegebenen Werte falsch oder manipuliert sind.

2. Die verlängerten Halbwertszeiten der Myonen bei hohen Geschwindigkeiten, zum Beispiel in Beschleunigern, sind auch in der Physik anerkannte Tatsachen, das Phänomen wird selber nicht infrage gestellt.

3. Das Phänomen wird in der Physik mit der SRT beschrieben, die Vorhersagen der SRT werden sehr genau bestätigt.

4. Es gibt von Seiten der Kritik keinen vernünftigen Ansatz im Rahmen der Physik, welcher das Phänomen erklären könnte.

5. Die Aussagen zu diesem Thema von Seiten der Kritik ist wenig sachlich und fachlich, beschränken sich auf das Leugnen des Phänomens selber, auf den Vorwurf der Manipulation von Messwerten, auf Angriffe gegen meine Person und die Physiker an sich.

6. Die Kritiker können ihre Vorwürfe nicht belegen, und haben auch keine eigene Erklärung für das Phänomen.
Britta
 
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Re: Die Zeitdilatation - längst belegt von Kritikern geleugnet

Beitragvon Jocelyne Lopez » So 5. Dez 2010, 14:41

Ernst hat geschrieben:
Harald Maurer hat geschrieben:
Kann man kinematisch sagen, dass im BS der schwarzen es die blaue ist, die sich nun auf die schwarze zu bewegt?

Nicht nur kinematisch, sondern auch dynamisch muß man das sagen. Sonst mußt Du das Relativitätsprinzip und Newton außer Kraft setzen. ;)

Ich kann mit Galilei, Newton und Einstein (sowie mit Dir und Harald) durch eine rein kinematische Betrachtung der Welt sagen, dass der fahrende Zug in dem ich sitze sich mit 100 km/h an einen Baum am Rande des Gleises bewegt, ich kann aber andersrum durch Wechsel des Bezugssystems genauso gleichberechtig sagen, dass der Baum sich mit 100 km/h am ruhenden Zug bewegt. Ich habe auch kein Problem mit dieser kinematischen Betrachtung der Relativbewegung zwischen Zug und Baum und mit dem virtuellen Wechsel von Bezugssystemen, kann ich beliebig oft anstellen, die leichteste Übung, Harald hat natürlich auch kein Problem damit, kein Mensch hat ein Problem mit dieser abstrakten Vorstellung, nicht mal ein Vorschulkind, das meistens aus Spieltrieb selbst auf den Wechsel der Sichtweisen kommt und es eine Weile lustig und unterhaltsam findet.

Was Harald hier aber herausarbeitet ist die dynamische Erweiterung der kinematischen Betrachtung einer Bewegung, damit setzt er keinesfalls das Relativitätsprinzip außer Kraft, das ist lediglich eine erweiterte Betrachtung, allerdings eine viel wichtigere, eine viel schwierigere - die Aufgabe eines Physikers ist nicht zu Ende, wenn er damals schon als Vorschulkinder das kinematische Relativitätsprinzip Galileis von allein entdeckt und erkannt hat, weit verfehlt. Er muss zum Beispiel bewerkstelligen, dass ein Zug an einen Baum fährt, und da wird er gleich merken, dass es überhaupt von der Energie her nicht gleichwertig ist, einen Zug an einen ruhenden Baum vorbeifahren zu lassen oder andersrum ein Baum an einen ruhenden Zug – abgesehen von der Ungleichwertigkeit des Sinnes, ein Baum überhaupt an einem ruhenden Zug vorbeifahren zu lassen, wenn man verreisen will. ;) Ein Physiker hat ganz früh erkannt, und von allein als Kind, dass das Relativitätsprinzip Galileis physikalisch bedeutungslos ist im Vergleich zu den dynamischen Problemen, die von Physikern und Ingenieuren zu lösen sind – es ist eben nicht viel mehr als ein abstraktes Spielchen für Kinder. Einen Baum virtuell an einen ruhenden Zug fahren zu lassen kann jeder, nicht aber real einen Zug an einen ruhenden Baum. Wie die promovierten Physiker Galeczki und Marquardt es sagen, „die Kinematik ist der Tummelplatz wirklichkeitsferner Gedankenexperimente.“. Nicht Anderes hat Harald in seinem Beitrag gesagt und herausgearbeitet:

Zitat Harald Maurer:

Die Kinematik der SRT betrachtet zueinander bewegte Inertialsysteme ungeachtet der Kräfte, die sie in den Bewegungszustand gebracht haben. Dynamisch gesehen müsste man diese aber berücksichtigen. Die Relativgeschwindigkeit alleine ist nicht maßgeblich für das Ereignis, das beim Zusammentreffen der Objekte eintritt. DAS ist die Welt, in der wir leben.


Viele Grüße
Jocelyne Lopez
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Re: Die Zeitdilatation - längst belegt von Kritikern geleugnet

Beitragvon Harald Maurer » So 5. Dez 2010, 14:46

Ernst hat geschrieben:Nein, eine eigene absolute kinetische Energie ist nicht definiert. Kinetische Energie ist prinzipiell K*v². v ist eine relative Größe, daher auch Ekin. Ekin ist deshalb nur relativ zu einem Bezugssystem quantifiziert. Du sprichst in Deinen crash-Beispielen von ruhenden und bewegten Objekte. Tatsächlich sind sie entsprechend dem Relativitätsprinzip beide gleichberechtigt. Jedes hat gegenüber dem anderen die Relativgeschwindigkeit v und die kinetische Relativenergie mv²/2. In einem dritten zu den anderen bewegten Bezugssystem haben beide eine andere relative Geschwindigkeit und eine andere kinetische Energie.


Das klappt aber nicht, weil der Impuls eine Richtung hat!
Im Bezugssystem der blauen Masse hat die schwarze eine Relativgeschwindigkeit und gemäß dieser Geschwindigkeit die kin.Energie mv²/2 und übergibt Impuls an die blaue Masse. Die setzt sich danach in Bewegung und zwar in eine eindeutig definierte Richtung (Fahrspur, Annäherung an andere Objekte etc.).
Aus dem BS der schwarzen Masse betrachtet hat nun die Relativgeschwindigkeit die blaue Masse und sollte Deiner Erklärung nach nun die kin.E = mv²/2 haben? Da wird es aber sehr überraschend sein, dass dennoch wie im vorigen Fall es die schwarze Masse sein wird, welche die blaue Masse wegstößt und nicht umgekehrt. Abgesehen davon, dass sich wunderbarer Weise die Richtung des Impulses umkehren hätte müssen. Wenn die beiden BS aber gleichberechtigt sein sollten, wieso obsiegt die schwarze Masse gegen die blaue? Müssten dann nicht beide (gleich großen) Massen in gleichem Ausmaß voneinander abprallen, weil sie beide aufgrund gleicher Relativgeschwindigket gleiche Ekin haben?
Tun sie aber nicht und kann auch gar nicht sein.

Bild
Grüße
Harald Maurer
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Re: Die Zeitdilatation - längst belegt von Kritikern geleugnet

Beitragvon Ernst » So 5. Dez 2010, 14:56

Jocelyne Lopez hat geschrieben: Ein Physiker hat ganz früh erkannt, und von allein als Kind, dass das Relativitätsprinzip Galileis physikalisch bedeutungslos ist im Vergleich zu den dynamischen Problemen, die von Physikern und Ingenieuren zu lösen sind – es ist eben nicht viel mehr als ein abstraktes Spielchen für Kinder.

Das ist mit Verlaub gesprochen Quatsch mit Soße. Das Relativitätsprinzip ist ein fundamentales Prinzip in Physik und Technik.

Er muss zum Beispiel bewerkstelligen, dass ein Zug an einen Baum fährt, und da wird er gleich merken, dass es überhaupt von der Energie her nicht gleichwertig ist, einen Zug an einen ruhenden Baum vorbeifahren zu lassen oder andersrum ein Baum an einen ruhenden Zug – abgesehen von der Ungleichwertigkeit des Sinnes, ein Baum überhaupt an einem ruhenden Zug vorbeifahren zu lassen, wenn man verreisen will.

Und das ist leider ebensolcher Unsinn. Physikalisch und mechanisch ist die Beschreibung gleichwertig, ob der Zug gegen den Baum oder der Baum gegen das Auto knallt. Mit der Möglichkeit einer Realisierung hat das überhaupt nichts zu tun.

Beim Verständnis des Relativitätsprinzips und dessen Bedeutung haperts leider noch ;)

Gruß
Ernst
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Re: Die Zeitdilatation - längst belegt von Kritikern geleugnet

Beitragvon Britta » So 5. Dez 2010, 15:12

Ernst hat geschrieben:
Jocelyne Lopez hat geschrieben:Er muss zum Beispiel bewerkstelligen, dass ein Zug an einen Baum fährt, und da wird er gleich merken, dass es überhaupt von der Energie her nicht gleichwertig ist, einen Zug an einen ruhenden Baum vorbeifahren zu lassen oder andersrum ein Baum an einen ruhenden Zug – abgesehen von der Ungleichwertigkeit des Sinnes, ein Baum überhaupt an einem ruhenden Zug vorbeifahren zu lassen, wenn man verreisen will.

Und das ist leider ebensolcher Unsinn. Physikalisch und mechanisch ist die Beschreibung gleichwertig, ob der Zug gegen den Baum oder der Baum gegen das Auto knallt. Mit der Möglichkeit einer Realisierung hat das überhaupt nichts zu tun.

Beim Verständnis des Relativitätsprinzips und dessen Bedeutung haperts leider noch ;)


und das nach 5 Jahren Kritik an der SRT... :mrgreen:
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Re: Die Zeitdilatation - längst belegt von Kritikern geleugnet

Beitragvon Ernst » So 5. Dez 2010, 15:16

Harald Maurer hat geschrieben: Aus dem BS der schwarzen Masse betrachtet hat nun die Relativgeschwindigkeit die blaue Masse und sollte Deiner Erklärung nach nun die kin.E = mv²/2 haben? Da wird es aber sehr überraschend sein, dass dennoch wie im vorigen Fall es die schwarze Masse sein wird, welche die blaue Masse wegstößt und nicht umgekehrt. Abgesehen davon, dass sich wunderbarer Weise die Richtung des Impulses umkehren hätte müssen. Wenn die beiden BS aber gleichberechtigt sein sollten, wieso obsiegt die schwarze Masse gegen die blaue?r

Was Du da simulierst, ist ja der Ablauf in einem dritten Bezugssystem, dem weißen Kasten. Bezogen auf den blauen Part kommt der schwarze Part von links. Bezogen auf den schwarzen Part kommt der blaue Part von rechts. Soweit zur "Wandlung der Impulsrichtung". Der Impuls ist nämlich auch eine relative Größe.
Welche Masse welche wegstößt, kann man auch nur aus dem dritten BZ sagen. Im Bezugssystem Blau wird Schwarz weggestoßen. Im Bezugssystem Schwarz wird Blau weggestoßen. Alles fein relativ.

Harald, es ist doch eine Frage der Relativität von v. Erkennt man das Relativitätsprinzip an, dann kann v nur in Relation zu einem anderen Objekt definiert werden. Und dann ist doch zweifellos folgerichtig, daß Größen wie m*v und m*v²/2, in welchen neben v nur konstante Größen auftauchen, ebenfalls relativ sein müssen, d.h. auf ein Bezugssystem bezogen.

Gruß
Ernst
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Re: Die Zeitdilatation - längst belegt von Kritikern geleugnet

Beitragvon Britta » So 5. Dez 2010, 15:37

Ernst hat geschrieben:Beim Verständnis des Relativitätsprinzips und dessen Bedeutung haperts leider noch

Inzwischen sprichst du da ja richtig deutliche Worte.

Nun leider hapert es da nicht nur bei Jocelyne. Weißt du Ernst, auch wenn du nun über mich genervt bist, ich finde es dennoch wirklich gut, dass du hier großen Wert darauf legst, das nicht auch noch die klassische Physik mit dem RP für die Kritik an der SRT auf den Opfertisch kommt.

Zumindest beim RP haben wir also eine Basis.

Ich habe aber inzwischen den Eindruck, dass du unter den Kritikern hier im Forum recht alleine dastehst, alleine schon was erstmal das Begreifen des RP angeht. Ob man dann nun über 300 Jahre Physik für die Kritik an der SRT zu Grabe trägt, ist noch eine ganz andere Frage. Bisher hat sich das RP wirklich gut bewärt, es wäre schon sehr gewagt, das nun in die Tonne zu werfen.
Britta
 
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Re: Die Zeitdilatation - längst belegt von Kritikern geleugnet

Beitragvon Jocelyne Lopez » So 5. Dez 2010, 17:00

Ernst hat geschrieben:
Jocelyne Lopez hat geschrieben: Ein Physiker hat ganz früh erkannt, und von allein als Kind, dass das Relativitätsprinzip Galileis physikalisch bedeutungslos ist im Vergleich zu den dynamischen Problemen, die von Physikern und Ingenieuren zu lösen sind – es ist eben nicht viel mehr als ein abstraktes Spielchen für Kinder.

Das ist mit Verlaub gesprochen Quatsch mit Soße. Das Relativitätsprinzip ist ein fundamentales Prinzip in Physik und Technik.

Das ist nicht "Quatsch mit Soße", das ist lediglich den Unterschied zwischen Kinematik und Dynamik. Der auch ganz einfach zu verstehen ist:

Zitat Wikipedia:

Die Kinematik ist die Lehre der Bewegung von Punkten und Körpern im Raum, ohne die Ursachen einer Bewegung (Kräfte) zu betrachten.

Ihr Gegenstück ist die Dynamik, die sich mit der Bewegung von Körpern unter Einwirkung von Kräften beschäftigt.

[Hervorhebungen durch J. Lopez]



Ernst hat geschrieben:
Zitat von Jocelyne Lopez:

Er muss zum Beispiel bewerkstelligen, dass ein Zug an einen Baum fährt, und da wird er gleich merken, dass es überhaupt von der Energie her nicht gleichwertig ist, einen Zug an einen ruhenden Baum vorbeifahren zu lassen oder andersrum ein Baum an einen ruhenden Zug – abgesehen von der Ungleichwertigkeit des Sinnes, ein Baum überhaupt an einem ruhenden Zug vorbeifahren zu lassen, wenn man verreisen will.

Und das ist leider ebensolcher Unsinn. Physikalisch und mechanisch ist die Beschreibung gleichwertig, ob der Zug gegen den Baum oder der Baum gegen das Auto knallt. Mit der Möglichkeit einer Realisierung hat das überhaupt nichts zu tun.

Ja, Ernst, alle Menschen haben das verstanden, schon lange, seit Galilei und empirisch sogar lange lange lange vorher, Harald hat das verstanden, die ganze Welt hat das verstanden, jedes Kind versteht es, ich sogar auch, dass es von der Beschreibung der Bewegung her gleichwertig ist, ob der Zug sich bewegt oder der Baum. :? Was ist denn schwierig an dieses simple Relativitätsprinzip von Galilei zu verstehen? Und ja, ich habe es auch verstanden, dass es gleichwertig in der mechanischen Auswirkung ist, ob der Baum gegen den Zug knallt oder der Zug gegen den Baum. Wie kann man sich bloß in der Maße mit dem Verständnis einer solchen Trivialität so hochziehen? Das will mir nicht in den Kopf hinein. :?

Wir reden aber nur aneinander vorbei. Ich könnte vielleicht versuchen, es anders zu veranschaulichen:

Die Konstellation:
Ein Zug und ein Baum bewegen sich relativ zueinander auf einem gemeinsamen Bezugssystem:
Der Zug fährt auf der Erdoberfläche mit 100 km/h, der Baum steht auf der Erdoberfläche.
Physikalische Konstellation klar?

Jetzt meine Frage:

Brauchst Du die gleiche Energie, wenn Du den Zug mit 100 km/h auf der Erdoberfläche fahren lassen willst oder wenn Du andersrum den Baum auf der Erdoberfläche mit 100 km/h fahren lassen würdest?
Ist die Energie gleich, die abwechselnd je nach Wechsel des Bezugssystems Baum oder Zug für eine Bewegung mit 100 km/h benötigt wird?
Ist energiemäßig die dynamische Bewegung des Baumes gleichswertig mit der dynamischen Bewegung des Zuges auf der Erdoberfläche gleichwertig und austauschbar, so wie ihre kinematische Bewegung gleichwertig und austauschbar ist?

Viele Grüße
Jocelyne Lopez
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Re: Die Zeitdilatation - längst belegt von Kritikern geleugnet

Beitragvon Harald Maurer » So 5. Dez 2010, 17:51

Ernst hat geschrieben:Was Du da simulierst, ist ja der Ablauf in einem dritten Bezugssystem, dem weißen Kasten. Bezogen auf den blauen Part kommt der schwarze Part von links. Bezogen auf den schwarzen Part kommt der blaue Part von rechts. Soweit zur "Wandlung der Impulsrichtung". Der Impuls ist nämlich auch eine relative Größe.
Welche Masse welche wegstößt, kann man auch nur aus dem dritten BZ sagen. Im Bezugssystem Blau wird Schwarz weggestoßen. Im Bezugssystem Schwarz wird Blau weggestoßen. Alles fein relativ.


Ob der Ablauf in einem dritten Bezugssystem abläuft oder nicht, spielt keine Rolle. Inertialsysteme können ineinander liegen. Eine Rolle spielt es, auf welche Masse eine Kraft eingewirkt hat, um sie in Bewegung zu setzen. Und das ist nun mal die schwarze Masse. Da kann man nicht einfach sagen, im dritten Bezugssystem käme eben die blaue Masse samt Impuls von rechts nach links - wieso sollte sie? Welche Kraft hat sie in Bewegung versetzt? Wieso sollte eine Kraft, die angelegt wird an der schwarzen Masse nach Transformation plötzlich an der blauen wirksam werden? Zauberei?
Der Impuls ist ein Vektor und zeigt in eine Richtung, die sich nicht durch Transformation umkehren lässt. Das Argument, aus Sicht des 3. BS würde die blaue Masse die schwarze wegstoßen, impliziert eine Umkehr der Impulsrichtung. Das wäre ebenfalls Zauberei, denn an der blauen Masse wurde ja nie Kraft und Impuls angelegt.
Das Relativitätsprinzip wird damit keinesfalls ausgehebelt. Sondern es wird - wie ich immer wieder lesen muss - überinterpretiert. Wieso in diesem Zusammenhang immer wieder Newton genannt wird, kann ich auch nicht verstehen. Denn bei Newton gab es ein absolutes Bezugssystem in Form des absoluten Raums. Das RP besagt, dass keiner der Beobachter in den Inertialsystemen in der Lage ist, innerhalb seines BS seinen Bewegungszustand festzustellen, sofern es sich um gleichförmige Bewegung handelt. Das gilt in jedem der von mir dargestellten Bezugsssteme nach wie vor! Das RP besagt nicht, dass eine Bewegung auch nicht festgestellt werden könnte, wenn man eine Wirkung außerhalb seines BS wahrnimmt. Wenn der Beobachter im BS der schwarzen Masse nach dem Zusammenstoß mit der blauen feststellt, dass er zum Stillstand kommt und die blaue Masse davon saust, wird er keinen Zweifel daran haben, dass es sein BS war, das sich gegenüber der blauen Masse bewegt hat. Das RP besagt, dass dieser geschilderte Stoßvorgang sich in jedem Inertialsstem gleichermaßen abspielt - aber es besagt nicht, dass sich die Impulsrichtung umkehrt!
Objekte samt ihren Bezugssstemen bewegen sich nicht aus Jux und Tollerei, sondern weil sie durch eine Kraft in Bewegung gesetzt wurden. Ihre kinematische Gleichberechtigung gilt dynamisch nicht, denn sie können unterschiedlichen Impuls mit sich tragen, entsprechend den Kräften, denen sie ausgesetzt waren. Der Vorgang wird entschieden durch die impuls tragende Masse und dessen Vektor. Völlig egal aus welchem Bezugssystem betrachtet, wird es stets die schwarze Masse sein, welche die blaue wegstößt und nie umgekehrt. Da hilft auch die schönste Transformation nichts. Impulsrichtung bleibt Impulsrichtung.
Der Ausgangspunkt dieser Debatte waren zur Erde fallende Myonen, von denen ich behaupte, dass sie sich von sogenannt ruhenden unterscheiden, weil sie Impuls und kin.E zu eigen haben. Man kann nicht durch Transformation sowohl Impuls als auch kin.E ganz oder teilweise verschwinden lassen, denn das würde die Erhaltungssätze verletzen. Und man kann auch nicht sagen, aus Sicht der Myonen bewege sich die Erde, denn diese wurde im Gegensatz zu den Myonen nicht beschleunigt. Der Impulsvektor der Myonen zeigt zur Erde, und das ändert sich durch BS-Wechsel nicht. Man kann das Argument, dieser Unterschied zu den ruhenden Myonen könnte eine Ursache für die veränderte Zerfallszeit sein, nicht mit der Behauptung widerlegen, Impuls und kin.E seien relativ. Die Relativgeschwindigkeit entscheidet, wieviel Impuls und kin.E auf den anderen Körper übergeht, sie entscheidet aber nicht über die Impulsrichtung. In der Situation der zur Erde fallenden Myonen findet eine solche Entscheidung gar nicht statt. Die Myonen haben durch eine Kraft eine Beschleunigung erhalten und bringen diese mit als kin.Energie und Impuls. Und ruhende haben diese Eigenschaft eben nicht. Äpfel zerfallen gleich und Birnen etwas später :)

Grüße
Harald Maurer
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Re: Die Zeitdilatation - längst belegt von Kritikern geleugnet

Beitragvon Ernst » So 5. Dez 2010, 17:55

Jocelyne Lopez hat geschrieben:Ja, Ernst, alle Menschen haben das verstanden, schon lange, seit Galilei und empirisch sogar lange lange lange vorher, Harald hat das verstanden, die ganze Welt hat das verstanden, jedes Kind versteht es, ich sogar auch, dass es von der Beschreibung der Bewegung her gleichwertig ist, ob der Zug sich bewegt oder der Baum. :? Was ist denn schwierig an dieses simple Relativitätsprinzip von Galilei zu verstehen?

Du hast es entsprechend Deinen voherigen Aussagen nicht verstanden und Harald unterliegt einem Trugschluß.

Für jedes Bezugssystem ist für ein Objekt darin die kinetische Energie mv²/2. Wobei v die Geschwindigkeit im Bezugssystem ist. Die kinetische Energie der Autos im Straßensystem ist eine andere als die des jeweils einen Autos im Bezugssystem des anderen. Prallen die Autos zusammen, hat die Energie des Zusammnestoßes mit der Geschwindigkeit auf der Straße überhaupt nichts zu tun. Lediglich die Relativgeschwindigkeit der Autos bestimmt die kinetische Energie, welche da beim Zusammenstoß in Blechbeulung umgesetzt wird. Die Einzelgeschwindigkeiten auf der Straße kannst Du vergessen.

Und ja, ich habe es auch verstanden, dass es gleichwertig in der mechanischen Auswirkung ist, ob der Baum gegen den Zug knallt oder der Zug gegen den Baum.

Dann ist es ja gut. Dann hast Du es ja jetzt verstanden.

Gruß
Ernst
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