Rudi Knoth hat geschrieben:Der wesentliche Punkt ist die Tatsache, daß die LT zuerst mal nur eine Transformation zwischen Koordinatensystemen beschreibt, die sich nicht beschleunigt gegeneinander bewegen. Nicht beschleunigt bedeutet, daß keine Richtungsänderung und keine Geschwindigkeitsänderung vorliegt. Und daher braucht man für die beiden Flugphasen jeweils ein Koordinatensystem, in dem der "Reisende" für Hin- und Rückweg ruht. Ein einzelnes Koordinatensystem müsste ja eine Richtungsänderung beim Wechsel von Hin zu Rückflug vornehmen. Dann bewegt es sich aber nicht mehr für die ganze Zeit unbeschleunigt gegenüber dem Koordinatensystem, in dem der "ruhende" Zwilling ruht. Und dann geht die Rechnung auf.
Nun, das reicht mir noch nicht. Entscheidend ist doch die Beschleunigung des Raumschiffs und die Tatsache, dass Inertialsysteme nur durch Beschleunigungen - Richtungsänderungen sind auch Beschleunigungen - gewechselt werden und nicht anders. Das aber hat McMurdo geleugnet und er sprach sich deswegen dafür aus, ich hätte keine Ahnung. Aber trotzdem schon mal Danke für die Bestätigung, dass ich die ganze Zeit Recht hatte.
Als nächstes kommt noch etwas hinzu, was Daniel K. nicht versteht, aber eventuell verstehst du es ja, dann kannst du ihn auch noch belehren.
In einem Koordinatensystem, in welchem ich mich als ruhend betrachte, ist meine Zeitlinie eine senkrechte Gerade und Linien von Hin- und Rückwegen von Lichtsignalen bilden mit dieser Zeitlinie ein gleichschenkliges Dreieck mit zwei 45°-Winkeln, also sind Hin- und Rückweg der Lichtsignale ruhend betrachtet stets gleich lang. Das wird anders, wenn ich mich als bewegt betrachte. Dann ist meine Zeitachse keine Senkrechte mehr und kann mit den Lichtsignallinien deswegen auch kein gleichschenkliges Dreieck mehr bilden - die Lichtsignalstecken sind auf Hin- und Rückweg unterschiedlich. Nun schaue ich mir diesbezüglich einige Experimente an,
simuliere diese am PC und stelle fest, dass dies Alles durchaus zutrifft. Aber nun die große Preisfrage: Ich selbst bin tatsächlich bewegt, betrachte mich aber als ruhend. Wie kann sich meine Betrachtung auf die tatsächliche Geometrie der Signalwege auswirken? Das tut sie mMn nicht und deswegen darf sich auch nicht jeder gleichberechtigt als ruhend betrachten. Die ganze Zeitdilatation der Relativisten lässt sich ebensogut mit der
Uhrenverzögerung der Ätheristen erklären, wobei letztere millionenfach einleuchtender ist. Wie siehst du das?