Ernst sein ist alles

Hier wird die Relativitätstheorie Einsteins kritisiert oder verteidigt

Re: Ernst sein ist alles

Beitragvon Lagrange » Mi 6. Nov 2019, 23:14

Daniel K. hat geschrieben:...

Einstein hat den Äther nicht abgeschafft...

Wieso nicht, er hat ausdrücklich gesagt, dass in seine SRT ein Äther überflüssig sein wird.

Einstein hat geschrieben:Die Einführung eines "Lichtäthers" wird sich insofern als überflüssig erweisen, als nach der zu entwickelnden Auffassung weder ein mit besonderen Eigenachaften ausgestatteter "absolut ruhender Raum" eingeführt, noch einem Punkte des leeren Raumes, in welchem elektromagnetische Prozesse stattfinden, ein Geschwindigkeitsvektor zugeordnet wird.


Sein Versprechen konnte er nicht halten, wie wir wissen. :lol: :lol: :lol:
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Re: Ernst sein ist alles

Beitragvon Lagrange » Mi 6. Nov 2019, 23:28

Daniel K. hat geschrieben:...

Thomas hat geschrieben:
... in der SRT gibt es keine Kräfte, also auch keine Beschleunigungen. Es gibt in der SRT nur Inertialsysteme und die sind definiert als kräftefreie Koordinatensysteme. Deshalb heißt sie auch Spezielle Relativitätstheorie. Die Allgemeinen Relativitätstheorie schließt dann Kräfte und Beschleunigungen mit ein. Deshalb heißt sie Allgemeine Relativitätstheorie.

...

Das ist auch richtig, man kann in der SRT nicht mit beschleunigten Systemen rechnen. Wozu auch, man kann gleich im Inertialsystem die Bewegungen von beschleunigten Objekten berechnen. Wenn in einem Inertialsystem beschleunigt wird dann wird gleichzeitig in allen beschleunigt.
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SRT und Beschleunigung

Beitragvon Yukterez » Mi 6. Nov 2019, 23:37

Das ist zwar am einfachsten, aber es geht auch umgekehrt. Der Rindler Beobachter befindet sich z.B. in einem geradlinig beschleunigten, und der Lavengin Beobachter in einem kreisenden Bezugssystem. Das sind dann zwar keine Inertialsysteme, aber immer noch Bezugssysteme. Die Gesetze so wie sie im Inertialsystem gelten kann man dann natürlich nicht mehr 1:1 übertragen, sondern ordentlich transformieren. Dabei geht dann unter anderem auch die Konstanz von c drauf, denn die gilt nur in Inertialsystemen aber nicht in allen Bezugssystemen (man erinnere sich an das Beispiel in dem in 13 Jahren Eigenzeit zu einem am Anfang der Reise noch 28 Lichtjahre entfernten Stern geflogen wird, oder an den Sagnac Effekt).

Bild, Bild
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Re: SRT und Beschleunigung

Beitragvon Sciencewoken » Do 7. Nov 2019, 00:09

Yukterez hat geschrieben:Dabei geht dann unter anderem auch die Konstanz von c drauf, denn die gilt nur in Inertialsystemen aber nicht in allen Bezugssystemen.

Was genau geht an der Konstanz von c drauf? Das ist eine elementare Frage und die ist ernst gemeint.

Das ist die physikalische Beschreibung der Lichtbewegung in allen Bezugssystemen. Gemessen wird die LG in allen Bezugssystemen mit Cs-Atomuhren, die nach 9192631770 Takten exakt 1 Sekunde anzeigen.

Leider ist τ aus technischen (physikalischen) Gründen nicht in allen Bezugssystemen gleich, was man daran erkennt, dass Uhren in einigen Bezugssystemen weniger oder mehr als 9192631770 Takte anzeigen, wenn die eigene Uhr auf 1s springt z.B. bei 0,6c

und das ist eine ganz andere Geschwindigkeit als das erste c - sie ist höher. Das selbe gilt, wenn man 9192631770 Takte mit dem Grund dafür multipliziert, warum sich die Rate verringerte

die Periodendauer. Diesmal aber ist c geringer. Erst wenn man die korrekten Zählwerte und Periodendauern einsetzt

stimmt das Ergebnis wieder. Alles kein Problem, ich habe die Mathematik dazu.

Das funktioniert überall, unabhängig von der Richtung oder der Annahme eines Äthers. Beschleunigungen lassen sich nach wie vor in infinitesimal kleine Bezugssysteme zerlegen.
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Re: SRT und Beschleunigung

Beitragvon Yukterez » Do 7. Nov 2019, 00:22

Wenn du die ganzen infinitesimalen Teilabschnitte zusammenintegrierst stellst du eben fest dass der Lichtstrahl innerhalb der Eigenzeit in der du beschleunigt und gebremst hast weiter geflogen ist als die verstrichene Eigenzeit mal der Lichtgeschwindigkeit. Wenn du die ganze Zeit über unbeschleunigt fliegst musst du nicht integrieren sondern kannst einfach multiplizieren, und erhältst für die Strecke die das Licht relativ zu dir zurückgelegt hat immer Eigenzeit mal c.

Differenzierend,

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Re: SRT und Beschleunigung

Beitragvon Sciencewoken » Do 7. Nov 2019, 00:32

Yukterez hat geschrieben:Wenn du die ganzen infinitesimalen Teilabschnitte zusammenintegrierst stellst du eben fest dass der Lichtstrahl innerhalb der Eigenzeit in der du beschleunigt und gebremst hast weiter geflogen ist als die verstrichene Eigenzeit mal der Lichtgeschwindigkeit. Wenn du die ganze Zeit über unbeschleunigt fliegst musst du nicht integrieren sondern kannst einfach multiplizieren, und erhältst für die Strecke die das Licht relativ zu dir zurückgelegt hat immer Eigenzeit mal c.

Differenzierend,

Bild

Zum Glück hast du Eigenzeit gesagt, denn Strecke durch Eigenzeit (t*108,783ps) ergibt u.U. (z.B. durch Bewegung und/oder Gravitation) einen ganz anderen Wert als Strecke durch Globalzeit (t*τ). Und klar... Mir sind die Unterschiede durchaus bewusst - aber wen interessierts?
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Re: Ernst sein ist alles

Beitragvon Sciencewoken » Do 7. Nov 2019, 07:47

@Yukterez:
BTW.:
Das sind dann zwar keine Inertialsysteme...
Das wird mir tatsächlich niemals einleuchten. Was bitte ist denn ein Inertialsystem?

Lt. Pössel (und Wikipedia) ein System in welchem in erster Linie Newton 1 gilt und da frage ich mich schon, in welchen Bezugssystemen dies nicht der Fall sein soll und erst dann kommt bei Pössel die gleichförmig geradlinige Bewegung und nicht alle Objekte müssen in einem Inertialsystem gleichförmig geradlinig bewegt sein. Die beste zurzeit bekannte Realisierung eines Inertialsystems soll der in der Astronomie definierte Inertialraum sein, aber ich kann beim besten Willen nicht erkennen, wie jeder kräftefreie Körper darin relativ zu diesem Bezugssystem in Ruhe verharrt oder sich gleichförmig (unbeschleunigt) und geradlinig bewegt. Die meisten Körper darin bewegen sich mMn nämlich kreisförmig, wie in einem Zylinder und Zylinder sollen ja auch keine Inertialsysteme sein. Zerlegt man nun die kreisförmige Bewegung in infinitesimal kleine geradlinig gleichförmig bewegte Systeme, ist der Zylinder genauso ein Inertialsystem, wie der Inertialraum. Wenn also der Inertialraum ein Inertialsystem sein soll, dann Zylinder und andere Bezugssysteme doch bitteschön auch - alternativ wäre der Inertialraum auch keines. Wo also ist der Unterschied zwischen Zylindern und dem Inertialraum?
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Re: Ernst sein ist alles

Beitragvon Kurt » Do 7. Nov 2019, 08:40

Sciencewoken hat geschrieben:@Yukterez:
BTW.:
Das sind dann zwar keine Inertialsysteme...
Das wird mir tatsächlich niemals einleuchten. Was bitte ist denn ein Inertialsystem?


Na was denn schon!
Das Bescheisserle um sich von den vorhandenem BS fürs Lichtlaufen abzukoppeln und selber einen Wert festzulegen zu können.
Es soll ja schliesslich zur Theorie passen.
Inertialsystem, Relativität der Gleichzeitigkeit, Längenverkürzung, Quelllängenveränderung und Dauernveränderung, und daraus gewonnene Geschwindigkeitswert.
Alles Bescheisserle damits mathematisch passt.
Arme Mathematik, arme Physik, was hat man mit/aus dir gemacht.
Eine Stütze reiner Märchenwelt.


Kurt

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Re: Ernst sein ist alles

Beitragvon Mikesch » Do 7. Nov 2019, 09:02

Sciencewoken hat geschrieben:Das wird mir tatsächlich niemals einleuchten. Was bitte ist denn ein Inertialsystem?
Inertialsystem ist ein spezielles Bezugssystem mit der Eigenschaft, das Körper, die damit beschrieben werden, nicht beschleunigen, wenn keine Kraft auf sie einwirken. Beispiel: Drehbewegung eines Kettenkarussells von außen betrachten.
Wenn die Körper beschleunigen ohne das Kräfte einwirken, dann ist das Bezugssystem kein Inertialsystem. Beispiel: Auf dem Kettenkarussell stehen, sich mitdrehen und dann betrachten. Es tritt eine Trägheitskraft auf.
Sciencewoken hat geschrieben:Die beste zurzeit bekannte Realisierung eines Inertialsystems soll der in der Astronomie definierte Inertialraum sein, aber ich kann beim besten Willen nicht erkennen, wie jeder kräftefreie Körper darin relativ zu diesem Bezugssystem in Ruhe verharrt oder sich gleichförmig (unbeschleunigt) und geradlinig bewegt.
Tun sie ja auch nicht. Nur unterliegen die Körper in diesem Maßstab so geringen Trägheitskräften, dass man einem Inertialsystem schon sehr nahe kommt.
Sciencewoken hat geschrieben:Die meisten Körper darin bewegen sich mMn nämlich kreisförmig, wie in einem Zylinder und Zylinder sollen ja auch keine Inertialsysteme sein. Zerlegt man nun die kreisförmige Bewegung in infinitesimal kleine geradlinig gleichförmig bewegte Systeme, ist der Zylinder genauso ein Inertialsystem, wie der Inertialraum. Wenn also der Inertialraum ein Inertialsystem sein soll, dann Zylinder und andere Bezugssysteme doch bitteschön auch - alternativ wäre der Inertialraum auch keines. Wo also ist der Unterschied zwischen Zylindern und dem Inertialraum?
Du schreibst es doch selbst. Man betrachtet einen winzigen Ausschnitt am Zylinder. Die durch die Trägheitskräfte verursachten Kurvenbahnen sind dann so schwach gekrümmt, dass man sie auch als Gerade annehmen kann.
Genauso macht man es mit der Bewegung der Erde um die Sonne. Eigentlich ist die Erde kein Inertialsystem. Aber betrachtet man nur einen winzigen Ausschnitt der Erdbahn, dann kann man die Erde als Inertialsystem ansehen. Der Fehler in den Berechnungen ist sehr gering.
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Re: Ernst sein ist alles

Beitragvon Lagrange » Do 7. Nov 2019, 09:14

MikTroll hat geschrieben:Miauuuu

Hallo Troll! :lol: :lol: :lol:
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