Die „Revolution“ von G. O. Mueller

Hier wird die Relativitätstheorie Einsteins kritisiert oder verteidigt

Re: Die „Revolution“ von G. O. Mueller

Beitragvon Jocelyne Lopez » Mo 22. Feb 2010, 17:31

Ich komme auf die Aussagen von G.O. Mueller in seinem Kapitel 9 zurück:

Zitat G.O. Mueller:

Das Gedankenexperiment

Mit der Verantwortung der Verantwortlichen hat es eine besondere Bewandtnis: das Gehalt schleppen sie immer weg, die Verantwortung lassen sie gern liegen. Sie haben sie jedenfalls nie bei sich, wenn es darauf ankommt.

Das Projekt hat sich deshalb vorgenommen, in einem Experiment zur Relativitätskatastrophe diese populäre Erfahrung an den Einzelnen zu testen. Da Verantwortung ein persönlicher Anspruch ist, kann er auch nur individuell getestet werden.


Testen wir auch die Verantwortung an den einzelnen 614 Bundestagsabgeordneten, die 2005 alle persönlich eine Anfrage von G.O. Mueller (mit kompletter Dokumentation) erhalten haben, sowie 2006 alle eine Rückfrage von mir per E-Mail:

Bundestagsabgeordnete müssen sich nicht mit der Relativitätstheorie auskennen, um ihrer Verantwortung nachzugehen und weder G.O. Mueller noch ich haben bei unseren persönlichen Ansprachen an je 614 Bundestagsabgeordnete erwartet, dass sie sich fachlich im Meinungsstreit über die Kritik der Relativitätstheorie äußern. Man kann aber sehr wohl von Bundestagsabgeordneten dagegen erwarten, dass sie sich mit dem Grundgesetz auskennen, zum Beispiel mit dem Art. 5 über die Wissenschaftsfreiheit und mit dem Art. 1 über die Würde des Menschen bzw. dass sie ein Gefühl für eine demokratische Gesellschaftsordnung und für die Einhaltung der Grundrechte von Bürgern haben. Man kann auch erwarten, dass sie über geeignete Instrumente verfügen, um ihre Funktion als gewählte Vertreter der Bevölkerung zu üben.

Insofern wirkt sowohl das Schweigen von 612 Bundestagsabgeordnete auf die Anfrage und die Bitte um Prüfung von G.O. Mueller, als auch die Antworte von zwei Bundestagsabgeordneten der Fraktion DIE LINKE befremdlich:

http://www.jocelyne-lopez.de/blog/2007/ ... die-linke/
Zitat Jörn Wunderlich:

Allerdings fehlen mir Kompetenz und Ressourcen, mich seriös zu diesem Sachverhalt zu äußern. Bitte haben Sie Verständnis dafür, wenn ich das Material unseren Fachpolitikern in der Fraktion übergeben habe.

Von den Fachpolitikern der Fraktion haben wir allerdings nichts gehört.


http://www.jocelyne-lopez.de/blog/2007/ ... geordnete/
Zitat Katja Kipping:

Leider habe ich nun wenig Einblick in das von Ihnen angesprochene physikalische Themengebiet sowie die Hintergründe der Eskalation – obgleich ich die Freiheit der Wissenschaft befürworte-, so dass Sie sicher verstehen, dass ich dazu keine Stellungnahme abgeben möchte.

Immerhin bestätigt Frau Kipping, dass sie die Freiheit der Wissenschaft befürwortet und dass sie eine gesellschaftliche Eskalation festgestellt hat. Von einer verantwortungsvollen Handlung ist jedoch auch hier keine Spur.

Dabei reicht die Anfrage eines einzigen Bundestagsabgeordneten der Opposition um eine offizielle Untersuchung über ein verdächtiges Sachverhalt vom größeren Umfang einzuleiten, das ist doch ein normales Instrument in Rechtsstaaten, oder?

Das Schweigen und die Passivität der Bundestagsabgeordnete könnten sich mit den Überlegungen der Forschungsgruppe G.O. Mueller in seinem Kapitel 9 erklären lassen:

Zitat G.O. Mueller:

Die von Frau Schavan veranlaßte Antwort ist unter mehreren Gesichtspunkten bemerkenswert. Durch ihre Doppelfunktion als Abgeordnete und als Ministerin sind damit die Legislative und die Exekutive als informiert dokumentiert. Die Tatsache, daß ihre Antwort erst rund 10 Monate nach Empfang unseres “Offenen Briefes” und erst nach Rückfrage von Frau Lopez erfolgte, läßt das Schweigen der anderen Bundestagsabgeordneten vielleicht in einem anderen Licht erscheinen, wenn man annehmen will, daß möglicherweise unter den 614 Abgeordneten und ihren Fraktionen eine Absprache darüber stattgefunden hat, daß die Ministerin über ihr Ministerium die Beantwortung für alle übernimmt.


Die Bundestagsabgeordnete Dr. Annette Schavan ist jedoch ihrer Verantwortung als Bundesministerin für Bildung und Forschung nicht nachgegangen, weil der von ihr beauftragte Mitarbeiter zwar das Gehalt weggeschleppt, jedoch die Verantwortung liegen gelassen hat, siehe Die Verantwortung des Herrn Prof. Dr. Jürgen Richter.

Viele Grüße
Jocelyne Lopez
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Re: Die „Revolution“ von G. O. Mueller - Nr.9 G.K.

Beitragvon Gerhard Kemme » Do 4. Mär 2010, 18:21

Nunmehr Nr. 9 von 64 des Antwortkatalogs von G.K.: viewtopic.php?f=6&t=247&start=20 welcher sich auf den Beitrag von "nocheinPoet: viewtopic.php?f=6&t=247 bezieht.

nocheinPoet hat geschrieben:
9.
GOM wertet und beleidigt Menschen die sich das Recht zu einer eignen Meinung nehmen, wenn diese Meinung nicht mit GOM konform ist.


Das Zitat Nr. 9 im Textzusammenhang des Beitrages von nocheinPoet:

GOM wertet und beleidigt Menschen die sich das Recht zu einer eignen Meinung nehmen, wenn diese Meinung nicht mit GOM konform ist. GOM stellt immer wieder klar, das es keinen freien Menschen mit klarem Verstand geben kann, der die RT für richtig hält. Jeder Mensch der anders denkt als GOM kann nicht gesund sein, und da die Gesellschaft in der Mehrheit anders als GOM denkt, gilt das auch für die ganze Gesellschaft. Bei GOM liest sich das dann so:
9.Kapitel – Das Gedankenexperiment – (Mai 2009) hat geschrieben:
…dann ist das ein sicheres Anzeichen dafür, dass unsere Gesellschaft schwer erkrankt ist. Das ist eine ganz sachliche Feststellung. Unsere Gesellschaft ist entweder blind oder taub oder beides oder drogenabhängig oder sonst wie geistig oder seelisch gestört, vielleicht auch einfach dem Schwachsinn verfallen: „unter Schwachsinn fasst man alle Erscheinungen der Debilität bis zur Idiotie zusammen, laut Lexikon erkennbar an der Bildungsunfähigkeit. “


Es ist zweifelsohne weder verboten noch sittenwidrig, das Verhalten von einzelnen Menschen oder Menschengruppen zu werten. Die Organisation des politischen Geschäftes und die Gestaltung der Gesellschaft - man spricht sogar von Sozialpädagogik - bedürfen des Gespräches über diagnostiziertes Fehlverhalten. Das gesamte Rechtswesen mit seinen in Gesetze gefassten Normen beruht auf der Unterscheidung zwischen richtigem und falschem Verhalten, wobei es bei einer juristischen Monierung von Fehlverhalten dann zu einer Verhandlung kommt. Insofern ist es völlig gesellschaftskonform, wenn die in der RT verwendeten Aussagen als negativ für die menschliche Gesellschaft gewertet und kritisiert werden. GOM, deren Vertreter und sonstige Kritiker der RT entziehen sich ja nicht der Diskussion über die Kritik und begründen immer aufs Neue, warum die RT abgelehnt werden muss.
Man hat teilweise bei Vergleichen des menschlichen Verhaltens, in deren Gesellschaften, das Beispiel der Lemminge vor Augen, die blind hinter ihren Leittieren hinterher laufen und dann eine Klippe hinunter stürzen. Insofern sind kritisierende Beurteilungen des Verhaltens einer Gesamtheit von Menschen keine Beleidigungen, wenn sie begründet sind und in Diskussionen sachlich vertreten werden. Im Gegenteil bedarf es des Rufers in der Wüste, wenn begründete Indizien für ein kollektives Fehlverhalten sprechen. Besonders in früheren Zeiten gab es Propheten, die gegen bestimmte Zustände wetterten, um "das Volk" zur Umkehr von einem als negativ gesehenen Weges zu bewegen. Insofern sind Vokabeln, wie die Gesellschaft sei "taub" oder "blind", Entlehnungen aus dieser Sprache der Propheten und da die Kultur durchaus von den Schriften des angesprochenen Altertums geprägt ist, wäre dies auch nicht sittenwidrig und würde gegen keine Rechtsnorm verstoßen - wobei die Art und Weise der Formulierung in Bezug zu den sprachlichen Möglichkeiten ziemlich zurückhaltend ist.
Man könnte sich ja als Szenarium vorstellen, dass es neuerdings allgemein üblich wäre, in Unterricht und Lehre die Theorie zu vertreten, dass im Himmel, der oben über den Wolken sein soll, an jedem Donnerstag "Jahrmarkt sei". Dann wäre es doch nach unseren Maßstäben nicht sittenwidrig oder außerhalb der Norm, diese These, welche Eingang in die gesamte Unterrichtswelt gefunden hätte, als "schwachsinnig" zu bezeichnen. Wenn jetzt im schulischen Raum und sogar an den Universitäten das ZP gelehrt wird oder die Behauptung vertreten wird, dass im fahrenden Bus nicht nur die Uhren langsamer gingen, sondern sich der Bus sogar verkürzt und die Achsenquerschnitte - geschwindigkeitsabhängig - Ellipsen wären, dann kann ich zu einer Theorie, die solches behauptet und wo solches durch ihre heutigen Anhänger vertreten wird, nur sagen: "Leute, Leute, ihr habt sie ja nicht mehr alle!" Insofern halten sich die Formulierungen von GOM im Rahmen dessen, was nach den geltenden Sitten gut sagbar ist.

mfg
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Re: Die „Revolution“ von G. O. Mueller - Nr.9 G.K.

Beitragvon Britta » So 21. Mär 2010, 00:43

Gerhard Kemme hat geschrieben:nocheinPoet hat geschrieben:
9.
GOM wertet und beleidigt Menschen die sich das Recht zu einer eignen Meinung nehmen, wenn diese Meinung nicht mit GOM konform ist.


Das Zitat Nr. 9 im Textzusammenhang des Beitrages von nocheinPoet:

GOM wertet und beleidigt Menschen die sich das Recht zu einer eignen Meinung nehmen, wenn diese Meinung nicht mit GOM konform ist. GOM stellt immer wieder klar, das es keinen freien Menschen mit klarem Verstand geben kann, der die RT für richtig hält. Jeder Mensch der anders denkt als GOM kann nicht gesund sein, und da die Gesellschaft in der Mehrheit anders als GOM denkt, gilt das auch für die ganze Gesellschaft. Bei GOM liest sich das dann so:
9.Kapitel – Das Gedankenexperiment – (Mai 2009) hat geschrieben:
…dann ist das ein sicheres Anzeichen dafür, dass unsere Gesellschaft schwer erkrankt ist. Das ist eine ganz sachliche Feststellung. Unsere Gesellschaft ist entweder blind oder taub oder beides oder drogenabhängig oder sonst wie geistig oder seelisch gestört, vielleicht auch einfach dem Schwachsinn verfallen: „unter Schwachsinn fasst man alle Erscheinungen der Debilität bis zur Idiotie zusammen, laut Lexikon erkennbar an der Bildungsunfähigkeit. “


Gerhard Kemme hat geschrieben:Man könnte sich ja als Szenarium vorstellen, dass es neuerdings allgemein üblich wäre, in Unterricht und Lehre die Theorie zu vertreten, dass im Himmel, der oben über den Wolken sein soll, an jedem Donnerstag "Jahrmarkt sei".


Jocelyne Lopez hat geschrieben: Die von allen Politikern laut angestrebte "Bürgernähe" macht es vielleicht. ;)

Gerhard Kemme hat geschrieben:"Leute, Leute, ihr habt sie ja nicht mehr alle!" Insofern halten sich die Formulierungen von GOM im Rahmen dessen, was nach den geltenden Sitten gut sagbar ist.

Na, da werden sich die bürgernahen Politiker bestimmt freuen, Jocelyne kennenzulernen.

Was passiert eigentlich, wenn die Meinung dieser Politiker auch nicht GOM-konform ist? Bekommt dann jeder dieser Politiker einen netten Blogeintrag bei Jocelyne? Natürlich nach den geltenden Sitten gut sagbar.
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Re: Die „Revolution“ von G. O. Mueller - Nr.9 G.K.

Beitragvon Britta » So 13. Jun 2010, 17:15

Gerhard Kemme hat geschrieben:Leute, Leute, ihr habt sie ja nicht mehr alle!" Insofern halten sich die Formulierungen von GOM im Rahmen dessen, was nach den geltenden Sitten gut sagbar ist.


Gerhard Kemme hat geschrieben:Die Autoren dieser Dokumentation haben sich durch Kapitel 9 - Das Gedankenexperiment - selber ins Abseits gestellt und ihre durch die Kapitel 1-8 aufgebaute Reputation wieder zerstört - was ich etwas schade finde. So bleibt der schale Beigeschmack, dass von der Vertreterin von GOM irgendwelche systemimmanenten Minimalfehler von Menschen zu persönlichen Anfeindungen benutzt werden. Die Beibehaltung einer sachlichen Ebene hätte dem zuvor formulierten Anspruch von Wissenschaftlichkeit und Moralischer Verantwortung gedient - so wird nur das Gegenteil erreicht.


Ich würde das schon gerne genauer wissen.

Heißt das jetzt, dass Sie sich von GOM distanzieren?
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Re: Die „Revolution“ von G. O. Mueller

Beitragvon Hannes » So 13. Jun 2010, 17:37

Hallo Manuel !
Nocheinpoet hat da poetische Ergüsse geliefert:
Man könnte es aber auch so erklären, das Frau Schavan sich informiert hat, über Frau Lopez und GOM und erkannt hat, das es sich hier nur im eine Truppe entweder blind(er) oder taub(er) oder beides oder drogenabhängig(er) oder sonst wie geistig oder seelisch gestört(er) , vielleicht auch einfach dem Schwachsinn verfallen Fanatiker und Verschwörungstheoretiker handelt.


Auch wenn ich dich als Forenfreund bezeichnet habe, diesen Blödsinn, den
du da verzapft hast, hätte ich dir nicht zugemutet.

Hannes
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Re: Die „Revolution“ von G. O. Mueller - Nr.9 G.K.

Beitragvon Gerhard Kemme » So 13. Jun 2010, 17:56

Britta hat geschrieben:
Gerhard Kemme hat geschrieben:Leute, Leute, ihr habt sie ja nicht mehr alle!" Insofern halten sich die Formulierungen von GOM im Rahmen dessen, was nach den geltenden Sitten gut sagbar ist.


Gerhard Kemme hat geschrieben:Die Autoren dieser Dokumentation haben sich durch Kapitel 9 - Das Gedankenexperiment - selber ins Abseits gestellt und ihre durch die Kapitel 1-8 aufgebaute Reputation wieder zerstört - was ich etwas schade finde. So bleibt der schale Beigeschmack, dass von der Vertreterin von GOM irgendwelche systemimmanenten Minimalfehler von Menschen zu persönlichen Anfeindungen benutzt werden. Die Beibehaltung einer sachlichen Ebene hätte dem zuvor formulierten Anspruch von Wissenschaftlichkeit und Moralischer Verantwortung gedient - so wird nur das Gegenteil erreicht.


Ich würde das schon gerne genauer wissen.

Heißt das jetzt, dass Sie sich von GOM distanzieren?


Wer ist GOM? Ich interpretiere deine Frage so, dass du das GOM-Buch meinst:


Im Prinzip werde ich von keiner Schrift eine hundertprozentige Kongruenz mit den eigenen Vorstellungen und Wünschen verlangen. Insofern bin ich der Ansicht, dass die Dokumentation in den Kapiteln 1-8 durchaus informativ war und das Thema Relativitätstheorie einmal aus der Sicht von Kritikern beleuchtet hat. Im Zusammenhang mit den Diskussionen im Board "Wissenschaft und moralische Verantwortung"
http://www.ekkehard-friebe.de/friebeforum/
von E.F. und J.L. hatte sich eine gewisse Anerkennung für das GOM-Projekt und ihre Repräsentanten aufgebaut. Das im Mai 2009 aufgelegte 9. Kapitel - Das Gedankenexperiment - welches sich mit den vermuteten Ursachen der Misere um die RT befasst, d.h. ziemlich wild alle möglichen Gruppen von Wissenschaftlern anklagt, ist dann nur noch ohne Substanz. Wenn dann J.L. allerdings seit einiger Zeit renommierte Wissenschaftler mit vorgeschobenen Verdächtigungen persönlich angreift, dann endet meinerseits jegliche Zusammenarbeit oder Unterstützung.
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Re: Die „Revolution“ von G. O. Mueller

Beitragvon Gerhard Kemme » So 13. Jun 2010, 18:13

Hannes hat geschrieben:Hallo Manuel !
Nocheinpoet hat da poetische Ergüsse geliefert:
Man könnte es aber auch so erklären, das Frau Schavan sich informiert hat, über Frau Lopez und GOM und erkannt hat, das es sich hier nur im eine Truppe entweder blind(er) oder taub(er) oder beides oder drogenabhängig(er) oder sonst wie geistig oder seelisch gestört(er) , vielleicht auch einfach dem Schwachsinn verfallen Fanatiker und Verschwörungstheoretiker handelt.


Auch wenn ich dich als Forenfreund bezeichnet habe, diesen Blödsinn, den
du da verzapft hast, hätte ich dir nicht zugemutet.


Wie würdest du über Leute reden, die alle "Mathematiker" als klägliche Versager bezeichnen und renommierte Wissenschaftler mit vorgeschobenen Tatgründen als "Kriminelle" verdächtigen? Zumindest ist bei "GOM" nach meiner Ansicht ein Syndrom sichtbar geworden, welches nicht einfach mit diplomatischer Gutherzigkeit überdeckt werden kann, was nicht heißt, dass es die Feine Englische Art wäre, nun in die gleiche Tonart zu verfallen.
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Re: Die „Revolution“ von G. O. Mueller - Nr.9 G.K.

Beitragvon Jocelyne Lopez » So 13. Jun 2010, 22:00

Gerhard Kemme hat geschrieben:
Im Prinzip werde ich von keiner Schrift eine hundertprozentige Kongruenz mit den eigenen Vorstellungen und Wünschen verlangen. Insofern bin ich der Ansicht, dass die Dokumentation in den Kapiteln 1-8 durchaus informativ war und das Thema Relativitätstheorie einmal aus der Sicht von Kritikern beleuchtet hat. Im Zusammenhang mit den Diskussionen im Board "Wissenschaft und moralische Verantwortung"
http://www.ekkehard-friebe.de/friebeforum/
von E.F. und J.L. hatte sich eine gewisse Anerkennung für das GOM-Projekt und ihre Repräsentanten aufgebaut. Das im Mai 2009 aufgelegte 9. Kapitel - Das Gedankenexperiment - welches sich mit den vermuteten Ursachen der Misere um die RT befasst, d.h. ziemlich wild alle möglichen Gruppen von Wissenschaftlern anklagt, ist dann nur noch ohne Substanz.


Die von G.O. Mueller vermuteten Ursache der Misere um die RT wurden nicht erst im Kapitel 9 im Mai 2009 zusammengefaßt, sondern schon in folgenden Teilen der Dokumentation Version Juni 2004 analysiert und dargelegt, siehe hier, die auszugsweise sehr ausführlich im Blog von Ekkehard Friebe und in meinem Blog auch vorgestellt wurden:

Kapitel 0: Über die absolute Größe der Speziellen Relativitätstheorie
Kapitel 1: Einleitung (Das Selbstbildnis der Relativistik usw.)
Kapitel 3: Das Relativitätsmärchen und die Fakten

sowie in den beiden Tätigkeitsberichte und in allen Offenen Briefen:

Nov. 2003 Erster Tätigkeitsbericht des Forschungsprojekts “95 Jahre Kritik der Speziellen Relativitätstheorie (1908-2003)”
Nov. 2004 Zweiter Tätigkeitsbericht des Forschungsprojekts “95 Jahre Kritik der Speziellen Relativitätstheorie (1908-2003)”
Okt. 2005 Offener Brief an die Abgeordneten des Deutschen Bundestages
Feb. 2006 Offener Brief über Wissenschaftsfreiheit und Pressefreiheit
Mai 2006 95 Years of Criticism of the Special Theory of Relativity (1908-2003)
Juli 2006 First Open Letter about the Freedom of Science to some 290 public figures, personalities, newspapers, and journals in Europe and the USA
Sept. 2006 Offener Brief über Wissenschaftsfreiheit nach GG Art. 5 an Frau Bundesministerin Annette Schavan
März 2007 Offener Brief über Wissenschaftsfreiheit an 100 Professoren der Humboldt-Universität Berlin und an 100 Professoren der Technischen Universität Dresden
März 2007 Offener Brief über die Wissenschaftsfreiheit an Medien und Publizisten der Bundesrepublik
Okt. 2007 Offener Brief über Mut zu schrägen Ideen und Mut zur Freiheit der Wissenschaft an die Wissenschaftskommission des Wissenschaftsrates
Nov. 2007 Offener Brief an die Frankfurter Allgemeine Zeitung über anonyme Informationen zu Skandalen
März 2008 Offener Brief über Wissenschaftsfreiheit an die 639 Mitglieder der Vereinigung der Deutschen Staatsrechtslehrer

Nie und nirgendwo in ihrer Dokumentation hat die Forschungsgruppe G.O. Mueller Ihre persönliche These vertreten, dass die autoritäre Durchsetzung der Theorie und der Ausschluß der Kritik erst nach dem II. Weltkrieg heimlich von den Besatzungsmächten beschloßen wurden, sondern vielmehr, dass der Ausschluß schon erfolgreich in den 20igen Jahren unter der Leitung von Max Planck abgeschlossen war und auf Rivalitäten zwischen hochrangigen Wissenschaftlern (Nobelpreisträgern) und auf Vetterwirtschaft zurückzuführen ist. Dies ist auch historisch von verschiedenen Quellen belegt.

Ihre These, dass die Besatzungmächte 1945 die Theorie aufgezwungen und die Kritik ausgeschlossen hätten hat dagegen in meinen Augen keine Substanz: Wie soll man sich auch vorstellen, dass Amerikaner, Engländer, Franzosen und Russen sich an einem Tisch setzen und gemeinsam in harmonischer Übereinstimmung heimlich beschließen, in der Physik soll jetzt nur die Relativitätstheorie in den jeweiligen Ländern gelten? :roll: Was soll das? So eine Vorstellung ist doch völlig abstrus. Zumal historisch dokumentiert ist, dass die Relativitätstheorie sich schon als Ideologie und quasi als Massenhysterie in den 20igen Jahren durchgesetzt hatte (siehe z.B. der weltweite Triumph bei der "Bestätigung" der Theorie durch die Sonnenfinsternis 1919 und die Massensuggestion in den Medien) und auch unter der ------Herrschaft ihre Stellung als einzig richtige Theorie nicht verloren hat.

Viele Grüße
Jocelyne Lopez
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Re: Die „Revolution“ von G. O. Mueller - Nr.9 G.K.

Beitragvon Gerhard Kemme » So 13. Jun 2010, 23:52

Jocelyne Lopez hat geschrieben:Ihre These, dass die Besatzungmächte 1945 die Theorie aufgezwungen und die Kritik ausgeschlossen hätten hat dagegen in meinen Augen keine Substanz: Wie soll man sich auch vorstellen, dass Amerikaner, Engländer, Franzosen und Russen sich an einem Tisch setzen und gemeinsam in harmonischer Übereinstimmung heimlich beschließen, in der Physik soll jetzt nur die Relativitätstheorie in den jeweiligen Ländern gelten? :roll: Was soll das? So eine Vorstellung ist doch völlig abstrus. Zumal historisch dokumentiert ist, dass die Relativitätstheorie sich schon als Ideologie und quasi als Massenhysterie in den 20igen Jahren durchgesetzt hatte (siehe z.B. der weltweite Triumph bei der "Bestätigung" der Theorie durch die Sonnenfinsternis 1919 und die Massensuggestion in den Medien) und auch unter der ------Herrschaft ihre Stellung als einzig richtige Theorie nicht verloren hat.


Es fehlt deine Aussage, warum du eine solche Beschlussfassung der herrschenden Machtgruppen nach 1945 für unmöglich hältst. Bist du der Ansicht damals wären keine Entscheidungen getroffen worden - oder bist du anderen Sinnes geworden und findest, dass die Relativitätstheorie eine kleine unbedeutsame physikalische Thematik war und ist, um die sich nach WWII niemand gekümmert hätte? Richtig ist sicherlich, dass die Relativitätstheorie immer stark war - auch richtig ist allerdings auch, dass diese physikalische Theorie durch die Deutsche Physik Konkurrenz bekommen hatte und es von 1930-1945 so war, dass eine Verdrängung der RT stattfand und ihre namhaften Vertreter kaum noch Lehrbefugnis hatten. Dies bedeutete nicht, dass die Relativitätstheorie aus dem wissenschaftlichen Geschehen völlig verschwunden war - ihr wurde aber eine wesentlich geringere Bedeutung beigemessen. Allerdings nach 1945 war diese physikalische Theorie wieder zentral im Nachkriegsdeutschland und der späteren BRD. Ich gehe dabei nicht von den "Siegermächten" etc. aus, sondern nenne es ein Machtgefüge, welches die Verhältnisse in einer Weltregion bestimmt, d.h. diese neue Zusammensetzung des Machtgefüges hatte viele gravierende Änderungen bewirkt - und diese Neuausrichtung hatte die Möglichkeit geschaffen, dass sich diese Theorie wieder sehr stark durchsetzte. Warum sollten die bisherigen Betreiber der Relativitätstheorie, die teilweise emigriert waren und nunmehr wieder großen Einfluss hatten, "ihre" Theorie nicht durchsetzen.
Aber - ich weiss - du willst die persönliche Schuld der deutschen Wissenschaftler anprangern.
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Re: Die „Revolution“ von G. O. Mueller - Nr.9 G.K.

Beitragvon Jocelyne Lopez » Mo 14. Jun 2010, 08:37

Gerhard Kemme hat geschrieben:
Richtig ist sicherlich, dass die Relativitätstheorie immer stark war - auch richtig ist allerdings auch, dass diese physikalische Theorie durch die Deutsche Physik Konkurrenz bekommen hatte und es von 1930-1945 so war, dass eine Verdrängung der RT stattfand und ihre namhaften Vertreter kaum noch Lehrbefugnis hatten.


Sie wollen partout die belegten und reichlich dokumentierten historischen Begebenheiten ignorieren, um Ihre politische Verschwörungstheorie-These durchzusetzen: Die RT hatte sich nun mal triumphal schon Anfang der 20. Jahren als Revolution der Physik und des Denkens der Menschheit in der Wissenschaft und in der Gesellschaft durchgesetzt und der Personenkult um Albert Einstein hatte schon die ganze damalige Medienwelt weltweit ergriffen, siehe zum Beispiel der Aufsatz von Peter Ripota: Wie man Heilige erschafft oder die Studie von Ernt Gehrcke von 1924: Die Relativitätstheorie - eine wissenschaftliche Massensuggestion.

1922 wurde auch unter der Führung des Nobelpreisträgers Max Planck die Kritik der Relativitätstheorie von der Wissenschaft ausgeschlossen, siehe: G.O. Mueller: Nachweis 2 – Ausschluß der Kritik als Dauerzustand.

Auch während der ------Herrschaft in Deutschland war die überwiegende Mehrheit der Lehrstühle in der Theoretischen Physik von Vertretern der Relativitätstheorie weiterhin besetzt, siehe z.B. auch: 1940, November – Das “Religionsgespräch” der Physiker in München:

Im 2. Weltkriegsjahr hält es der NS-Dozentenbund für wichtig, die Polemik zwischen den Kritikern und der weit überwiegenden Mehrheit von Anhängern der Relativistik zu beenden und den Sieg der Relativisten festzuschreiben. Er veranstaltet am 15.11.40 in München ein Streitgespräch mit Vertretern beider Seiten und einigt sich auf eine Waffenstillstandsformel von 5 Punkten, von denen Punkt 2 besagt: Die Spezielle Relativitätstheorie ist fester Bestand der Physik, nur in der Kosmologie noch zu prüfen.

Die Relativisten behielten also unter den Nationalsozialisten genau die Redefreiheit, die sie selbst seit 1922 den Kritikern verwehrt hatten. Die erstaunliche Bestätigung der Relativitätstheorie, offiziös und öffentlich durch eine NS-Parteistelle wirkt noch heute im Bewußtsein mancher Theorieanhänger als ein Triumph und Beweis für die Theorie. Kürzlich hat ein Diskutant in einem Internetforum als Beweis für die Richtigkeit der Relativitätstheorie darauf hingewiesen, daß nicht einmal die Nazis sie hätten abschaffen können. Politischpsychologisch zweifellos ein Triumph der Theorie, physikalisch belanglos. (Dok. Kap. 3, S. 326 – 327).


All dieser historisch bestens dokumentierten Umstände ignorieren Sie immer konsequent, um Ihre eigene, unbelegte und unglaubwürdige politische Verschwörungstheorie der Durchsetzung der RT und des Ausschlußes der Kritik erst nach dem II. Weltkrieg durchzusetzen. Das ist müssig, Ihnen Nachweise ständig zu liefern, Sie ignorieren sie alle und behaupten direkt das Gegenteil ohne eine Spur von Belegen. :?


Gerhard Kemme hat geschrieben:
Dies bedeutete nicht, dass die Relativitätstheorie aus dem wissenschaftlichen Geschehen völlig verschwunden war - ihr wurde aber eine wesentlich geringere Bedeutung beigemessen. Allerdings nach 1945 war diese physikalische Theorie wieder zentral im Nachkriegsdeutschland und der späteren BRD. Ich gehe dabei nicht von den "Siegermächten" etc. aus, sondern nenne es ein Machtgefüge, welches die Verhältnisse in einer Weltregion bestimmt, d.h. diese neue Zusammensetzung des Machtgefüges hatte viele gravierende Änderungen bewirkt - und diese Neuausrichtung hatte die Möglichkeit geschaffen, dass sich diese Theorie wieder sehr stark durchsetzte. Warum sollten die bisherigen Betreiber der Relativitätstheorie, die teilweise emigriert waren und nunmehr wieder großen Einfluss hatten, "ihre" Theorie nicht durchsetzen.


Wenn die „Siegermächte“ oder was auch immer für ein geheimes, weltweites „Machtgefüge“ die Deutschen nach dem Krieg auch im Bereich der theoretischen Physik „bestraffen“ und demütigen wollten, dann hätten sie nicht ausgerechnet ein Deutscher weiter als größtes Genie aller Zeiten in der Wissenschaft und in der Welt bestätigt, sondern ihn im Gegenteil gestürzt. Es mangelte ja nicht an ausländische Rivale und Kritiker von Albert Einstein - der holländische Nobelpreisträger Antoon Lorentz hätte sich zum Beispiel geradezu für den Ersatz bzw. Nachfolger Einsteins angeboten, der sowieso das mathematische Gerüst der heiligen SRT geliefert hatte.

Ihre Verschwörungstheorie ist völlig unglaubwürdig. :?

Viele Grüße
Jocelyne Lopez
Zuletzt geändert von Jocelyne Lopez am Mo 14. Jun 2010, 09:21, insgesamt 2-mal geändert.
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